Grundig Stereomeister 300 Röhren-Receiver

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Samsu
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 15. Nov 2004, 10:28
Hallo!

Ich habe einen Grundig Stereomeister 300 gekauft!
Das Gerät war schon lange nicht mehr in Betrieb und hat daher technische Fehler!
Der Zustand ist äusserlich gut, innerlich gibt es folgende Probleme! Der Radio geht nur ab und zu auf Mittelwelle.
Ich muss immer mehrmals die Knöpfe drücken bis sich die Mittelwelle meldet. Auf UKW,KW und LW habe ich überhaupt keinen Ton! Sind das nur Schalterprobleme? Der Stereoverstärker dürfte funktionieren, da ich auf beiden Boxen ein Signal habe.Die Röhren leuchten alle! Es sind B250135te, ECH81, ECC 85, EAF 801, EM 87, ECC 83, 2x ECLL 800 und 2x unbekannt vom Decoder. Die Frage ist, lohnt es sich den Receiver in einer Fachwerkstätte, überholen zu lassen?Was würde dass etwa kosten???? Wie ist das Gerät einzuschätzen? sehr gut, gut, mittel oder eher durchschnitt????
Also her mit Euren Meinungen!!!
Sonst habe ich noch die Möglichkeit das Gerät als Ganzes oder in Teilen bei e-Bay zu verkaufen!

MfG.Samsu
hidodi
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 15. Nov 2004, 11:31
Hallo,
besitze das gleiche gerät und bin vom klang begeistert. hatte in etwa die gleichen probleme am anfang und habe mit kontaktspray erfolg gehabt!

gruß
doc_relax
Inventar
#3 erstellt: 15. Nov 2004, 18:24
Hi Samsu,
deine Frage kann ich dir zwar nicht beantworten, aber der B250135te (te? bist du sicher?) ist keine Röhre sondern ein Gleichrichter.
Beim testen auch mal an den Röhren wackeln. Oft haben die Sockel auch Kontaktprobleme.
Die ECLL´s sind schon was wert! Solltest du das Ding verkaufen, schreib auf jeden Fall die Röhrenbestückung dazu.
Gruß
doc
Superhirn
Stammgast
#4 erstellt: 15. Nov 2004, 19:50
Text aus der "Grundig -Revue von Herbst-Winter '65 S. 28
Stereomeister 300

Ein gegenüber dem auf der Vorseite abgebildeten Stereomeister 35 in den Frontabmessungen kleiner gehaltenes Steuergerät. Die moderne Drucktastengestaltung, die übersichtlich angeordneten Bedienungsorgane und die
eratklassige Gehäuseverarbeitung geben dem Empfänger eine ausgesprochen vornehme Note. In Verbindung mit GRUNDiG Lautsprecher-Boxen, z.B. Box 8, kann eine individuell gestaltete Stereoanlage zusammengestellt werden, die sich in jeden Raum harmonisch einfügt Auch dieser Stereo-
messter hat den Automatic-Decoder 6 für den Empfang der Rundfunk-Stereo- phonie bereits eingebaut.
7 ROhren + 2 Dioden + 1 Netzgleichrichter 18 Röhrenfunktionen 7 AM./10 FM-Kreise
UKW Kurz- (49-m-Europsband) Mittel- und Langwelle Empfangsbereit für UKW-Rundfunk- Stereophonie
Stereo-Anzeigeiampe Abstimmanzeige Eingebaute UKW. und Ferrit-Antenne . Einknopf-Dupiex-Abstimmung 2-Kanai-Stereo-Verstärker mit 2 Gegentakt- Endstufen je 7 Watt Stereo-Dirigent 2 Klangregler AnschlÜsse fÜr Mono- und Stereo-
Tonabnehmer Mono- und Stereo-Tonbandgeräte sowie Stereo-Entzerrer-Vorverstärker
MV 2 BeIde Stereo-Kanäle mIt niederohmigem Lautaprecher-Anschluß,
Edelhoizgeheuse a) Nußbeum natur
b) Teak geöit
Abmessungen ca 52 x 20 x 27 cm

.
-
audioaficionado
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 15. Nov 2004, 22:40
Hallo,
klanglich ist der Grundig nett, aber nicht überwältigend. Die Kosten für eine allfällig zu wechselnde Endröhre lassen Eigenversuche bei der Reparatur sinnvoll erscheinen. Oder unter Hinweis auf die ECLL800 wieder verkaufen.
sg joh
Samsu
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 17. Nov 2004, 13:44
Hallo!

Ich habe die Kontakte und Schalter jetzt mal oberflächlich gereinigt!Dazu habe ich den Radio aus dem Gehäuse ausgebaut.
UKW geht immer noch nicht und bei dem Rest besteht folgendes Problem!
Der Radio funktioniert einige Zeit und verabschiedet sich dann mit einem knackenden Geräusch!( zwieschen 5 min und einmal sogar 2h) Wenn ich jetzt auf die Platine oder Röhre drücke, knackt es wieder und der Radio ist wieder da! Das funktioniert oft aber nicht immer! Manchmal muss ich schon ein bischen herumdrücken.Manchmal hilft es auch wenn ich den ausgebauten Radio an der Chassis anhebe.
Kann mir Jemand sagen was hier für ein Fehler vorliegt und
was könnte das Problem bei UKW sein?

MfG.Samsu
doc_relax
Inventar
#7 erstellt: 17. Nov 2004, 17:56
Hi Samsu,
die banalste Ursache für das defekte UKW wäre eine defekte ECC85. Ersatzröhre da?
Zum Thema Wackelkontakt/Knaksen: hast du schonmal die Kontakte in den Röhrenfassungen gereinigt und die Stifte der Röhren leicht gefeilt oder mit Kontaktspray eingerieben? Da liegts oft im Argen mit dem Kontakt.
Bei Haarriss in der Platine kann man natürlich kaum weiterhelfen...
Gruß
doc
6killer
Stammgast
#8 erstellt: 09. Nov 2005, 18:27
So, ich hänge mich mal einfach hier ran, weil ich nicht extra nen neuen Thread aufmachen will. Zu meinem Stereomeister 300 hab ich nämlich ein, zwei Fragen:

zum Höhen- und Bassregler: wie könnte ich denn am gescheitesten die "neutrale" Mittelstellung herausfinden? Markiert ist da jedenfalls nichts, und wenn man nur so nach Gehör einstellt, neigt man ja gerne dazu, es mit Höhen und Bässen etwas zu übertreiben.

Und: täuscht mich mein Höreindruck, oder ist da eine lautstärkeabhängige Loudness mit am Werk?

Ach ja: bei meinem Gerät fehlt ebenfalls die Kappe des Aus-Schalters, was für ein Zufall
hf500
Moderator
#9 erstellt: 09. Nov 2005, 20:02
Moin,
das Klangstellnetzwerk ist hier eher einfach, ein "Kuhschwanzentzerrer"
ist es jedenfalls nicht.
Und diese Geraete hatten grundsaetzlich eine Loudness mit zwei Anzapfungen auf dem
LS-Poti.

Die Knopfspiegel sind geklebt und der Kleber nicht fuer 40 Jahre ausgelegt.
Abgefallene Spiegel unbedingt sichern und mit Pattex nach Vorschrift wieder ankleben.

Zu weiter oben:
Aussetzer haben ihre Ursache meist in kalten Loetstellen an warmen oder schweren Bauteilen
auf der Platine. Diese nachloeten, besonders an Hochlastwiderstenden und Roehrenfassungen.

Bei fehlendem UKW die Betriebsspannungen nachmessen. Am Mischteil muss die Anodenspannung von
ungefaehr 200V zu messen sein. Die UKW-Anodenspannung wird geschaltet, laeuft also durch den Wellenschalter.

Der Wellenschalter gehoert zu den wenigen, die sich zerlegen lassen, man kann die Schieber herausziehen.
Das sollte nur selten noetig sein, die Kontaktfedern sind vergoldet.
Da die Federn nur lose in die Schieber eingesetzt sind, kann man hier viel falsch machen.

Die Roehren des Decoder6 sind ECC81 und EC92.

Um Himmels willen vorsichtig mit den Endroehren umgehen. Die sind teuer (>30 Euro).

Roehrenstifte und Fassungsfedern reinigt man am schnellsten, indem man alle Roehren leicht "durchwackelt",
bis nichts mehr kracht. Wer zu stark wackelt, riskiert gerissene Roehrenboeden.
Wer an den Stiften herumfeilt, dito.

Der Stereomeister ist schaltungstechnisch ein eher einfaches Geraet und repraesentiert den damaligen
Vollstereo-Mittelklassesuper zu einem guenstigen Preis.
Allerdings hat er das grundig-typische gute Leistungsvermoegen trotz der einfachen Schaltung.
Besonders der Stereodecoder gehoert zu dem Besten, das es dafuer gab.
Die Ausgangsuebertrager sind zwar etwas klein, aber aus besten Blechen und verschachtelt gewickelt.

Der Stereomeister 300 hat noch einen Paralleltyp, den Stereomeister 3000. Er hat ein transistoisiertes
UKW-Mischteil mit Diodenabstimmung und Stationstasten, dazu eine zusaetzliche FM-ZF-Stufe mit Transistor.

73
Peter
6killer
Stammgast
#10 erstellt: 09. Nov 2005, 22:35

hf500 schrieb:
Moin,
das Klangstellnetzwerk ist hier eher einfach, ein "Kuhschwanzentzerrer"
ist es jedenfalls nicht.
Und diese Geraete hatten grundsaetzlich eine Loudness mit zwei Anzapfungen auf dem
LS-Poti.


Also mir kommt das bei meinem so vor, als gäbe es da einen bestimmten "Punkt" im Lautstärkeregler, wo die Loudnessanpassung auf einen Schlag geringer wird oder auch ganz wegfällt, kann das sein? Dann scheinen nämlich auch auf einmal die Klangregler ins Gewicht zu fallen.

Nochmal zu denen: liegt die Neutralstellung quasi vor, wenn die ganz nach links gedreht sind - die Beschriftung zeigt ja nur einen Pfeil nach rechts?


hf500 schrieb:

Die Knopfspiegel sind geklebt und der Kleber nicht fuer 40 Jahre ausgelegt.
Abgefallene Spiegel unbedingt sichern und mit Pattex nach Vorschrift wieder ankleben.


Leider hat das der Vorbesitzer versäumt


Die Leistung ist wirklich sehr gut, der bringt brachiale Lautstärken und v.a. Bässe, echt nicht von schlechten Eltern. Und den Klang mag ich auch sehr gern.
hf500
Moderator
#11 erstellt: 10. Nov 2005, 18:28
Moin,
mit der Neutralstellung bin ich im Moment ueberfragt.
Die einfachen Klangsteller sind meist so ausgelegt, dass sie Baesse und Hoehen eigentlich nur
abschwaechen koennen.
Ich wuerde sagen, so einstellen, dass es am besten klingt und keine weiteren Gedanken darum machen ;-)

Die Spruenge in der Loudnesswirkung liegen daran, dass der Potischleifer gerade an einer Anzapfung der
Widerstandsbahn steht.
Und der kraeftige Bass hat seine Ursache in einer festen Bassanhebung, mit der sichergestellt werden sollte, dass
die etwas einfachen Lautsprecherboxen, die dazugehoeren, vernuenftig klingen.

Wir duerfen nicht vergessen, diese Geraete sollten fuer ertraegliches Geld einen vernuenftigen Stereoklang liefern,
an HiFi war hier nicht gedacht. Dafuer musste man auch bei Grundig mehr Geld ausgeben.

Sie sollten etwa das sein, was heute die billigen "Pappschachtelstereos" sein wollen.
Nur, dass der Grundig und seine Verwandten trotzdem besser sind, er hat immerhin 40 Jahre ueberlebt.
Es waren immer Qualitaetsgeraete, obwohl sie einer scharfen Kalkulation unterlagen.
Diese Faehigkeit traue ich den Pappkisten nicht zu.

73
Peter
6killer
Stammgast
#12 erstellt: 10. Nov 2005, 19:37
Hi,

bedanke mich für die Auskünfte - insbesondere über das basshafte, nun, damit muß ich wohl leben. Für neuere, totkomprimierte Aufnahmen ist der Bursche jedenfalls nichts, da wackelt schon bei Zimmerlautstärke alles. Bei älteren Aufnahmen ohne übertriebene Bässe klingt aber alles schön kernig.

Für das hohe Alter läuft das Ding echt noch sehr gut, Rauschen hält sich auch in Grenzen, nur während dem Warmlaufen wird das mal etwas lauter.

Ansonsten für 30 Euro sicher kein Fehlkauf
hf500
Moderator
#13 erstellt: 10. Nov 2005, 20:47
Moin,
30 Euro waeren schon gut angelegt, wenn man nur auf die Endroehren aus waere...
;-)
So habe ich schon Geraete strategisch auf Flohmaerkten gekauft.
(Es gab da was von Quelle oder Neckermann. Technisch eher undiskutabel, besonders die
Ausgangsuebertrager. Aber die Endroehren.....)

73
Peter
6killer
Stammgast
#14 erstellt: 10. Nov 2005, 20:59
Ich habs wohl auch so billig gekriegt, weil das Gehäuse leider wirklich nicht mehr schön ist (das konnte man auf dem Foto aber eigentlich gar nicht wirklich sehen), und weil vorne mit roten Klebezettelchen ein paar Sender markiert waren... die Klebstoffreste gingen aber alle gut weg, die Front sieht bis auf den fehlenden Knopfspiegel wirklich gut aus. Mich hat der Preis aber eigentlich ziemlich verblüfft, denn gerade 2 Tage vor mir hat einer für einen Stereomeister 300 glatte 150 Euro hingelegt auf eBay.

Die Endröhren hatte ich heute sogar schon in der Hand, ich hab mal innen ein wenig Staub rausgewischt und die Röhren gezogen und wieder eingesetzt, hab mal gelesen, daß das zum Kontakte reinigen gar nicht schlecht sein soll. Seitdem kommt mir das Rauschen nach dem Einschalten auch etwas reduziert vor.

Ein schöner Einstieg in die Röhrenwelt ist der Grundig schon, macht aber auch umso mehr Appetit auf "richtiges" Röhren-Hifi K+H / Saba Telewatt o.ä. wär halt auch (noch) schön(er).
hf500
Moderator
#15 erstellt: 10. Nov 2005, 21:31
Moin,
wenn es beim Einschalten und Anwaermen kracht,
dann sollte man die Roehrenfassungen und das andere Zeugs nachloeten,
wie weiter oben beschrieben.

Alles, was schwer ist, warm wird oder bewegt werden kann, neigt
zu kalten (gebrochenen) Loetstellen.

73
Peter
6killer
Stammgast
#16 erstellt: 10. Nov 2005, 22:37
Danke für den Tip - vorher muß ich aber mal nen Lötkolben halten lernen, aber das steht auf der To-Do-Liste Einen Elektriker-Onkel hätte ich aber im Zweifelsfall zur Verfügung - falls mal was schlimmeres ist.
hf500
Moderator
#17 erstellt: 11. Nov 2005, 19:44
Moin,
denke daran, das warme Ende ist nicht der Griff ;-)
Folgerung:
Greife !nie! nach einem Loetkolben, der vom Tisch faellt.
Soviel Schaden kann der auf dem Boden nicht anrichten, als wenn Du das
falsche Ende erwischt.

73
Peter
6killer
Stammgast
#18 erstellt: 12. Nov 2005, 00:02
Hehe, danke, ich glaube, die Gleichung hätte ich selber auch noch aufstellen können, hab ja Abitur
hf500
Moderator
#19 erstellt: 12. Nov 2005, 16:10
Moin,
Abitur schuetzt vor reflexartigem Zugriff nicht ;-)

73
Peter
6killer
Stammgast
#20 erstellt: 12. Nov 2005, 17:21
Hmmm. Wahre Worte.
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