Mantelstromfilter für DVB-S2

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ga88to
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 04. Aug 2010, 21:17
Hi,

mein Subwoofer und meine Boxen brummen wenn ich meinen Sat-Receiver an meinen AV-Receiver per HDMI anschließe.
Schuld ist das Antennenkabel.

Wie oben beschrieben suche ich darum einen Mantelstromfilter für meinen digitalen Sat-Receiver... (alles andere habe ich schon probiert)

Jetzt meine Frage: Gibt es überhaupt einen Mantelstromfilter für Digitale Satanlagen?
Oder reicht es sich ein HDMI Kabel mit Mantelstromfilter zu kaufen und dieses zwischen Sat- und AV-Receiver zu stecken?

Danke für die Antworten
raceroad
Inventar
#2 erstellt: 04. Aug 2010, 23:14
Mantelstromfilter ist ein vieldeutiger Begriff. Gegen Brummen kann ein galvanisches Trennglied helfen , das aber bei gesteuerten Satanlagen nicht eingesetzt werden kann (Steuerspannung des Receivers würde blockiert ).

Abhilfe kann ein ordnungsgemäßer Potentialausgleich oder ersatzweise die hier beschriebene Methode bringen (Sicherheitshinweise beachten!!).

Ergänzung: Für die Verbindung des Außenmantels des Antennenkabels mit dem Potentialausgleichsleiter würde ich einen Erdungsblock verwenden, der auch in 1-fach Ausführung angeboten wird (Beispiel).


[Beitrag von raceroad am 04. Aug 2010, 23:14 bearbeitet]
ga88to
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 06. Aug 2010, 10:33
hey danke für den Tip :-)

Das Brummen ist zwar nicht weg aber es ist um einiges leiser geworden...
ga88to
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 06. Aug 2010, 13:38
Hm habe gerade dieses SAT-Kabel gefunden und frage mich, da es zwei Mantelstromfilter integriert hat, ob dadurch das Brummen komplett weggeht.

http://www.viablue.de/de/tvr_sat_kabel_details.shtml
raceroad
Inventar
#5 erstellt: 06. Aug 2010, 14:17
Das meinte ich mit:
raceroad schrieb:
Mantelstromfilter ist ein vieldeutiger Begriff.

Mit Mantelstromfilter werden auch Ferritkerne über dem Kabel bezeichnet. Das sind diese Knubbel vor den Steckern, über die scheinbar auch dieses Kabel von ViaBlue verfügt. Nur helfen diese Ferritringe lediglich gegen hochfrequente Störungen (noch dazu nur bei Gleichtaktströmen), also nicht gegen ein 50/100 Hz-Brummen.

Bei einem "richtigen" Mantelstromfilter wird zumindest in den Außenleiter des Kabels ein Kondensator zwischengeschaltet. Dieser kann dann zwar den das Brummen verursachenden Stromfluss unterbinden, blockt aber leider auch die LNB-Spannung ab. Helfen kann ein solcher Filter bzw. ein galvanisches Trennglied dann, wenn an der Antennendose außer dem Satreceiver noch weitere Kabel z.B. für einen UKW-Tuner angeschlossen sind.

Nebenbei: Es gibt schon etliche Threads, in denen auf konstruktive Mängel von F-Steckern von ViaBlue hingewiesen wird. Ob die bemängelten Stecker aber auch beim verlinkten Kabel verwendet werden, weiß ich allerdings nicht.

Edit: Wie ein ordnungsgemäßer Potentialausgleich an einer Satanlge realisiert wird, kann man u.a. bei Dehn nachlesen.


[Beitrag von raceroad am 06. Aug 2010, 14:21 bearbeitet]
Dipol
Inventar
#6 erstellt: 06. Aug 2010, 14:44

raceroad schrieb:
Abhilfe kann ein ordnungsgemäßer Potentialausgleich oder ersatzweise die hier beschriebene Methode bringen (Sicherheitshinweise beachten!!).

Bei dem sicherlich gut gemeinten Vorschlag fallen jedem Kenner der EN 60728-11 die Augen aus!

Die Methode mag auch in bestimmten Fällen einen Brumm beseitigen, sie ist aber eindeutig normwidrig und z. B. bei klassischer Nullung hochgradig gefährlich. Wegen des Schleifenverbots darf man nach EN 60728-11 einen Multischalter im UG ausschließlich am Mast erden. Und selbst wenn sich die Haupterdungsschiene direkt neben dem Multischalter befindet, ist sogar eine zusätzliche PA-Verbindung als Vermaschung unzulässig.


Im Einklang mit der Norm ist Vermaschung immer sinnvoll. Wer diesen Vorschlag in Gebäuden ohne eigenen Hauserder oder mit klassischer Nullung praktiziert, erreicht evtl. auch mal das Gegenteil des Beabsichtigten oder erhöht je nach Netzart das Gefahrenpotenzial.
raceroad schrieb:
Ergänzung: Für die Verbindung des Außenmantels des Antennenkabels mit dem Potentialausgleichsleiter würde ich einen Erdungsblock verwenden, der auch in 1-fach Ausführung angeboten wird (Beispiel).

Was handwerklich sehr viel besser ist.

Auch wenn man wie ich der Ansicht ist, dass die von den Normgebern gewünschte Schleifenfreiheit im Zeitalter von netzwerkfähigen TVs, Flats mit Schukostecker, Computer mit TV-Karte und Kombirahmenmontage von Antennen- mit alten Schutzkontakt-Steckdosen (Montagerahmen noch geerdet) reinem Wunschdenken entspricht, sind selbst in TN-S Netzen mit 5 Leitern und eigenem Fundamenterder PE- und Null-Leiter für Erdung und PA der Kabel absolut tabu.

Also zuerst mal den Antennenmast normgerecht mit galvanischer Verbindung zur Haupterdungsschiene des Schutzpotenzialausgleichs erden und einen schleifenfreien PA der Kabel am Mast herstellen.


[Beitrag von Dipol am 06. Aug 2010, 15:03 bearbeitet]
raceroad
Inventar
#7 erstellt: 06. Aug 2010, 15:19

Dipol1 schrieb:
Die Methode mag auch in bestimmten Fällen einen Brumm beseitigen, sie ist aber eindeutig normwidrig und z. B. bei klassischer Nullung hochgradig gefährlich.

Nicht umsonst habe ich ja ersatzweise geschrieben. Zugegebenermaßen hätte ich gleich darauf hinweisen sollen, wie man für einen ordnungsgemäßen Potentialausgleich sorgt.

Leider liegt ein normgerechter Potentialausgleich nicht immer im Einflussbereich des betroffenen Nutzers. Bliebe in diesem Fall dann nur der Rat, sich die Norm in Erinnerung rufend mit dem Brummen zu arrangieren.

Und ganz ehrlich: Ich hätte weniger Probleme damit, auf normgerechte Ausführung hinzuweisen, wenn in Normen nicht Dinge gefordert würden, die an den Verhältnissen in der Praxis vorbeigehen. Ich kann beispielsweise nicht nachvollziehen, dass die Ausführung des Potentialausgleichs über Verbindung mit dem geerdeten Antennenmast mit der Verhinderung von Schleifenbildung begründet wird:

Sofern die geforderte erdnahe Verbindung zwischen Hauptpotentialausgleich und separatem Antennenerder vorhanden ist (diese Forderung wiederum halte ich für sinnvoll), störte eine Schleifenbildung nicht, zu der es faktisch ohnehin nicht kommt - jedenfalls kenne ich keine LNBs in Vollmetallgehäuse. Fehlt hingegen die erdnahe Verbindung, führt gerade der Potentialausgleich über die Antennenerdung zu einem Brummschleifenproblem. Denn die Zeiten mit nur zweipoligen Netzleitungen an Fernsehgeräten sind nun mal vorbei.

In einem TN-C Netz halte ich den Anschluss jedes nicht der Schutzklasse II zuzuordnenden Elektrogerätes vom Grundsatz her für genau so gefährlich wie die von mir verlinkte Ersatzmethode.
Dipol
Inventar
#8 erstellt: 06. Aug 2010, 16:18

raceroad schrieb:
Und ganz ehrlich: Ich kann beispielsweise nicht nachvollziehen, dass die Ausführung des Potentialausgleichs über Verbindung mit dem geerdeten Antennenmast mit der Verhinderung von Schleifenbildung begründet wird:

Sofern die geforderte erdnahe Verbindung zwischen Hauptpotentialausgleich und separatem Antennenerder vorhanden ist (diese Forderung wiederum halte ich für sinnvoll), störte eine Schleifenbildung nicht, zu der es faktisch ohnehin nicht kommt - jedenfalls kenne ich keine LNBs in Vollmetallgehäuse.

Du vergisst die UAS-LNB oder z. B. auch frühere proprietäre Feedhorn-LNB von fuba, Hirschmann oder TechniSat.

Das Verbot einer zweiten "kurzen" Erdverbindung macht bei ortsnahen Blitzeinschlägen schon Sinn, weil in eine offene Schleife aus PA- und Erdungsdraht weniger Blitzstrom als in eine geschlossene induziert werden kann. Nur leider konterkariert die Realität der angeschlossenen Endgeräte das here Ideal der Schleifenfreiheit. Und spätestens da plagen uns die gleichen Zweifel.

Man muss wohl den in den Normgremien vertretenen Experten das größere Wissen zubilligen. Die Normen sind nun mal Basis der anerkannten Regeln der Technik, wer sie nicht einhält handelt sich ein Problem ein. Die Akzeptanz des Schleifenverbots wäre aber wesentlich größer, wenn die Forschungsergebnisse aus denen diese Bestimmung abgeleitet wurde, auch allgemein zugänglich wären.
ga88to
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 06. Aug 2010, 16:49
naja ich hab leider keine Ahnung von alldem.

Was ich weiß:
Unsere Sat-Anlage hat einen Blitzschutz... d.h. soweit ich das verstanden habe, dass eine Antennenerdung (Erdungsleiter) an den Erder geht, der irgendwo im Keller zu finden sein muss.

Was ich bei mir am Multischalter nicht gesehen habe sind Potentialausgleichsschienen.
Also bräuchte ich einen Erdungsblock mit x-Anschlüssen.
Mit diesem Erdungsblock werden alle Koaxialkabel verbunden und gehen danach in den Multischalter und dann weiter durchs Haus.

Muss dann noch ein Kabel (Potentialausgleichsleiter) von der Sat-Anlage in den Erdungsblock geführt werden und von diesem Erdungsblock in den Erder im Keller führen?

Bitte gebt bescheid wenn ich etwas falsch verstanden habe...


[Beitrag von ga88to am 06. Aug 2010, 16:53 bearbeitet]
Dipol
Inventar
#10 erstellt: 06. Aug 2010, 21:03

ga88to schrieb:
Was ich weiß:
Unsere Sat-Anlage hat einen Blitzschutz... d.h. soweit ich das verstanden habe, dass eine Antennenerdung (Erdungsleiter) an den Erder geht, der irgendwo im Keller zu finden sein muss.

Der muss ja dann auch zu identifizieren sein. Nach ABB-Richtlinien sind Blitzschutzanlagen in Intervallen durch eine Blitzschutzfachkraft zu überprüfen. Auch einen Erder sollte man alle 4 Jahre darauf überprüfen, ob er noch wirksam und nicht abkorrodiert ist.

ga88to schrieb:
Was ich bei mir am Multischalter nicht gesehen habe sind Potentialausgleichsschienen.
Also bräuchte ich einen Erdungsblock mit x-Anschlüssen.
Mit diesem Erdungsblock werden alle Koaxialkabel verbunden und gehen danach in den Multischalter und dann weiter durchs Haus.

Alle = LNB-Zuleitungen und Sternleitungen!

ga88to schrieb:
Muss dann noch ein Kabel (Potentialausgleichsleiter) von der Sat-Anlage in den Erdungsblock geführt werden und von diesem Erdungsblock in den Erder im Keller führen?

Die Erdblöcke dürfen nach EN 60728-11 ausschließlich am Mast geerdet werden.
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