20 m-Antennenkabel

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LCDerminator
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 02. Feb 2006, 22:24
Ich bin in der unschönen Situation, dass sich meine Kabelanschlussdose im falschen Zimmer befindet - und leider nicht nur im falschen Zimmer, sondern auch im falschen Stockwerk. Die Dose ist im unteren Stockwerk meiner Wohnung, der LCD-TV steht oben.

Ich habe schon Einiges über Funkübertragung gelesen. Doch gehe ich recht in der Annahme, dass damit erhebliche Qualitäts- und Bedienungskomforteinbußen verbunden wären?

Deshalb möchte ich mir ein herkömmliches Antennenkabel von unten nach oben verlegen. Ich bräuchte dafür ein (oder eigentlich zwei wegen meines DVB-C-Receivers) 20 m-Kabel. Muss ich dabei erhebliche Qualitätsprobleme befürchten? Brauche ich gar so etwas wie einen Verstärker? Welches 20 m-Kabel könnt Ihr besonders empfehlen?

Hat jemand Erfahrung mit derart langen Antennenkabeln und der erzielbaren Qualität (einerseits analog, andererseits DVB-C)?
LCDerminator
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 04. Feb 2006, 10:34
Hat niemand Erfahrung mit 20 m-Antennenkabeln?
Ultraschall
Inventar
#3 erstellt: 04. Feb 2006, 10:49
Nimm gutes abgeschirmtes SAT-Kabel. Das hat auch bei höheren Frequenzen wenig Dämpfung.
Für die gute Abschirmung steht "Class- A" Das bedeutet mehr als 90 dB Schirmungsmaß.
Stecker selber ranbauen, fertig, dürfte keine Problemem geben.
TheSoundAuthority
Inventar
#4 erstellt: 04. Feb 2006, 17:42
LCDerminator
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 04. Feb 2006, 18:30
Vielen Dank für den Tipp (verstehe ich das richtig, dass bei dem Angebot die Stecker schon aufmontiert sind?). Das Kabel macht einen sehr guten Eindruck.

Würdet Ihr lieber zwei Kabel (eines für den Analog-Tuner im LCD-TV, eines für den DVB-C-Receiver) verwenden, oder soll ich nur ein 20 m-Kabel nehmen und dann (ich weiß nicht, wie man das nennt) so etwas wie ein "Antennenkabel-Hub" einsetzen? Könnt Ihr mir da unter Umständen ein Produkt empfehlen? Muss man mit erheblichen Qualitätseinbußen rechnen, wenn man ein "Antennenkabel-Hub" einsetzt?

Und noch eine Zusatzfrage: Muss ich bei einem derart langem Kabel - auch wenn ich oben genanntes hochwertiges Kabel verwende - mit Problemen rechnen wegen meines DECT-Telefons und wegen meines möglicherweise bald genutzten WLANs?

@Ultraschall: Verstehe ich das richtig, dass man auch ein Sat-Kabel als Antennenkabel verwenden kann?
Uwe_Mettmann
Inventar
#6 erstellt: 04. Feb 2006, 19:35

LCDerminator schrieb:
Vielen Dank für den Tipp (verstehe ich das richtig, dass bei dem Angebot die Stecker schon aufmontiert sind?). Das Kabel macht einen sehr guten Eindruck.

Zwar gibt Oehlbach für sein Kabel eine Schirmungsdämpfung von 120 dB an, aber für die Stecker, die nachträglich von DCSkabel an das Kabel konfektioniert werden, gibt es keine Angabe bezüglich des Schirmungsmaßes. Da das Schirmungsmaß letztendlich durch die schlechteste verwendete Komponente bestimmt wird, ist also das Schirmungsmaß des Kabel mit Stecker nicht bekannt.


Würdet Ihr lieber zwei Kabel (eines für den Analog-Tuner im LCD-TV, eines für den DVB-C-Receiver) verwenden, oder soll ich nur ein 20 m-Kabel nehmen und dann (ich weiß nicht, wie man das nennt) so etwas wie ein "Antennenkabel-Hub" einsetzen? Könnt Ihr mir da unter Umständen ein Produkt empfehlen? Muss man mit erheblichen Qualitätseinbußen rechnen, wenn man ein "Antennenkabel-Hub" einsetzt?

Hat der DVB-C-Receiver auch wieder einen Antennenausgang? Wenn ja, dann brauchst Du nur ein Kabel. Den Fernseher schließt Du dann an den Receiver an.

Hat der Receiver keinen Ausgang, dann ist es davon abhängig, wie viel Pegel aus der Dose kommt. Ist er ausreichend, kannst Du ein Kabel von der Dose nehmen, und dann das Signal mit einem Zweigeräteverteiler aufteilen.

Ist er nicht ausreichend, kannst Du versuchen zwei Kabel zu nehmen. Das eine Kabel schließt Du an dem TV-Anschluss der Dose an und das andere Kabel an dem Radio-Anschluss. Dies funktioniert allerdings nicht bei allen Dosen. Außerdem brauchst Du noch einen Adapter, damit das Kabel in die Dose passt, oder Du musst eine anderen Stecker an das Kabel konfektionieren.

Funktioniert es nicht mit der Radiobuchse, so brauchst Du einen kleinen Verstärker. Es gibt speziell welche, die für die Anwendung hinter der Dose gedacht sind. Wenn Du den richtigen wählst, reicht wieder ein Kabel und die Verteilung kannst Du am Ende des Kabels vornehmen.

Vorgehensweise:
Du besorgst Dir ein Kabel und einen Zweigeräteverteiler und probierst die erste Lösung aus. Ist das Bild des analogen TV’s etwas verrauscht, schließt Du nur den Fernseher an. Jetzt müsste das Bild in Ordnung sein. Jetzt steckst Du das Kabel in den Radioanschluss der Antennendose. Ist das Bild o.k. funktioniert die Lösung mit dem Radioanschluss. Ansonsten brauchst Du eben diesen Verstärker.

Ist es eigentlich Dein eigenes Haus oder anderes ausgedrückt, ist es Deine Kabelanlage, an der Du auch Änderungen vornehmen darfst? In diesem Fall gibt es eventuell noch bessere Lösungen.



Und noch eine Zusatzfrage: Muss ich bei einem derart langem Kabel - auch wenn ich oben genanntes hochwertiges Kabel verwende - mit Problemen rechnen wegen meines DECT-Telefons und wegen meines möglicherweise bald genutzten WLANs?

Nein, DECT und WLAN arbeitet in einem Frequenzbereich oberhalb der Kabelfrequenzen und kann somit nicht stören.


@Ultraschall: Verstehe ich das richtig, dass man auch ein Sat-Kabel als Antennenkabel verwenden kann?

Ja, SAT-Kabel ist geeignet.

Ich schlage Dir vor, dass Du Dir Kabel und Stecker einzeln in einem kleinen Fachgeschäft mit Fernsehwerkstatt besorgst. Kabel und Stecker sollten den Schirmungsmaßanforderungen Class A entsprechen. In der Werkstatt lässt Du Dir dann zeigen, wie man die Stecker an das Kabel konfektioniert. Dann machst Du es einfach selber. Das Selbermachen hat Vorteile:

Es ist wahrscheinlich günstiger als das Oehlbach-Kabel.

Bei der Lösung mit der Radiobuchse brauchst Du keinen Adapter, da Du gleich die richtigen Stecker an das Kabel konfektionierst.

Du kannst das Kabel genau in der richtigen Länge konfektionieren.

Später bist Du jederzeit in der Lage, wieder Kabel mit Stecker zu konfektionieren. Da Du dann die Einzelteile auch günstiger besorgen kannst als im Fachhandel, sparst Du wieder Geld.

Die Qualität ist nicht schlechter als bei dem Oehlbach-Kabel, bei dem Du ja nicht mal weißt, wie gut die Schirmung der angeschlossenen Stecker ist.

Viele Grüße

Uwe
LCDerminator
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 05. Feb 2006, 11:17
Zunächst einmal vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Der DVB-C-Receiver, den ich anschaffen möchte (Humax PDR 9700 C) hat, wenn ich die Beschreibungen richtig verstehe, zwar zwei Antenneneingänge, aber keinen Antennenausgang (ist das so richtig?).

Am einfachsten wäre es natürlich, wenn es mit DVB-C sehr schnell vorangehen würde und ich dann auf den analogen Tuner im TV ganz verzichten könnte (oder gibt es irgendwelche Probleme, wenn dieser überhaupt nicht mit einem Signal versorgt wird?). Vielleicht tut sich ja bis zum vorgesehenen Anschaffungszeitpunkt im März 2006 noch etwas hinsichtlich DVB-C. Wenn ich es richtig verstehe, fehlt bei DVB-C derzeit ohnehin eigentlich mehr oder weniger nur noch der private Regionalsender (Franken TV), alles andere Wichtige scheint inzwischen vorhanden zu sein (sofern die Einspeisung von Sat1, Pro7, Kabel1, N24 von Dauer sein wird).

Ansonsten muss ich es wohl mit einem Zweigeräteverteiler versuchen, zumal ich zur Miete in einer großen Wohnanlage wohne, weshalb Umbauten ausgeschlossen sein dürften.

Und noch etwas: Wäre dieses http://www.dcskabel....f643f9867b42b065434e Kabel auch hinreichend hochwertig für das, was ich vorhabe, oder ist das oben erwähnte teuerere besser?
Ultraschall
Inventar
#8 erstellt: 05. Feb 2006, 11:49
Gucke mal hier :

http://www.kathrein.de/de/sat/index.htm (LCD95)
http://www.wisi.de/online_katalog/index.php (MK95)

Ich glaube nicht, das der Receiver zwei Eingänge hat. Es wird wohl die typische Durchschleiffunktion sein. Ein Eingang, ein Ausgang.

Überlege mal über wieviel Kilometer das analoge und das digtale Signal gemeinsam über die Antennenleitungen des Kabelfernsehens gehen. Da sind die letzten zwanzig Meter völlig untentscheidend, wenn es um die Verkopplungen beider geht. Abgesehen davon sind da eher die Tuner in den Geräten um das Zehntausendfache wichtiger (Trennschärfe und Intermodulation).

Ich halte das von Dir angegebene Kabel für nicht schlecht, aber einfach für zu teuer. Ich würde es deshalb nicht kaufen.
Und ich bin wie Uwe schon einige Jährchen in der Antennenbranche tätig. Was er schreibt, ist völlig korrekt.
Es ist auch einfach schade ums Geld.
Und ich kenne in der Profibranche keinen einzigen, der in großen Verteilungen vergoldetet Stecker anbaut. (Da gibt es dann F-Kompressionsstecker in Edelstahl-Ausführung.) Tja, aus welchen Grund bauen die Profis denn nun keine vergoldeten Stecker ein ?
Es bringt einfach nichts.
LCDerminator
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 05. Feb 2006, 11:59
Es hatte mich auch überrascht, als ich das mit den zwei Antenneneingängen gelesen habe (war übrigens hier: http://www.quelle.de...293265R&stat=KOOP_16 ). Kann jemand, der das Gerät hat, bestätigen, dass es einen Antennenausgang hat?


[Beitrag von LCDerminator am 05. Feb 2006, 11:59 bearbeitet]
Uwe_Mettmann
Inventar
#10 erstellt: 05. Feb 2006, 13:26

LCDerminator schrieb:
Kann jemand, der das Gerät hat, bestätigen, dass es einen Antennenausgang hat?

Ja der Receiver hat einen Antennenausgang, an dem der Fernseher angeschlossen werden kann.

Aber entschuldige mal, ein Blick in der Bedienungsanleitung ist manchmal sehr hilfreich.




@Ultraschall:

Ultraschall schrieb:
Und ich bin wie Uwe schon einige Jährchen in der Antennenbranche tätig.

Wenn Du mit Antennenbranche die Installation von TV/Radio-Antennen- und Kabelanlagen meinst, so stimmt es, was mich betrifft, nicht ganz. Ich habe bisher auch nur eine Kabelanlage installiert (in unserm Haus).

Aber richtig ist, ich habe da schon einiges mitbekommen, beruflich und auch privat.


Viele Grüße

Uwe
ROBOT
Inventar
#11 erstellt: 07. Feb 2006, 19:41
Kleine Ergänzung:
Oehlbach bzw. DCS schreibt Schirmungsmass >120dB

Die besten zur Zeit erhältlichen Kabel (7mm-Klasse) erreichen grad mal so im Bereich 1...2 GHz 120dB, im darunterliegenden Frequenzbereich, also Kabelanschluss, deutlich weniger, um 100...110dB (was ja im Grunde auch ausreichend ist!).
Daher halte ich die Werbeaussage schon etwas unseriös...zumal ich Oehlbach verdächtigen würde irgendwo in China Billig-Kabel einzukaufen und seinen Namen draufzupappen

Und zufällig habe ich grad einen IEC TVR-Stecker von Viablue hier aufm Schreibtisch:
Schönes Teil, sieht sehr wertig aus, massiv usw., aber:
Die Art der Kontaktierung und der Zugentlastung (lange Madenschraube, die sich beim Festziehen tief in das Kabel bohrt bis fast auf den Innenleiter) lassen mich an der technischen Qualität doch zweifeln, leider habe ich keine Möglichkeit das Schirmungsmass sowie Impedanz im montierten Zustand mal zu messen.

Ein eher simpler, aber bewährter IEC Stecker aus Vollmetall etwa von WiSi, Hirschmann & Co. ist vermutlich besser, High End natürlich Compression oder Hardline.
Uwe_Mettmann
Inventar
#12 erstellt: 07. Feb 2006, 21:34

ROBOT schrieb:
Kleine Ergänzung:
Oehlbach bzw. DCS schreibt Schirmungsmass >120dB

Hallo ROBOT,

Ließ Dir doch die Beschreibung des Kabels noch mal genau durch. Die Beschreibung gilt nur für das Kabel also auch die 120 dB. Unten steht dann, dass dieses Kabel mit den ViaBlue-Stecker konfektioniert ist.

Also wird keine Aussage über das Schirmungsmaß des fertig konfektionierten Kabel gemacht.

Dies bestätigt sich auch, wenn man auf die Internetseite von ViaBlue schaut. Dort ließt man nur Geschwafel und keine Aussage über das Schirmungsmaß.





Und zufällig habe ich grad einen IEC TVR-Stecker von Viablue hier aufm Schreibtisch:
Schönes Teil, sieht sehr wertig aus, massiv usw., aber:
Die Art der Kontaktierung und der Zugentlastung (lange Madenschraube, die sich beim Festziehen tief in das Kabel bohrt bis fast auf den Innenleiter) lassen mich an der technischen Qualität doch zweifeln, leider habe ich keine Möglichkeit das Schirmungsmass sowie Impedanz im montierten Zustand mal zu messen.


Das scheint ja noch schlimmer zu sein, als ich gedacht habe.


Viele Grüße

Uwe
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