Frequenzweichen berechnen

+A -A
Autor
Beitrag
TorstenDA
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 26. Feb 2005, 11:43
Hallo,
also ich habe folgendes Problem. Ich habe mir vor einiger Zeit selbst LS gebaut, habe aber die Frequenzweiche Online berechnen lassen. Nur das Ergebniss ist nicht gerade umwerfend. Kann mir einer ein Buch empfehlen (oder auch im Internet), wo Schritt für Schritt erklärt wird, wie man an den Bau einer Frequnzweiche geht? Also Komplexe Rechnung ist kein Problem für mich, nur immer der Ansatz!!!!! Die Links hier gehen alle auf so Internetrechner.

Gruss

Torsten?
richi44
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 26. Feb 2005, 12:25
Ich habe zwar kein Buch, aber ich kann Dir mal meine Erfahrungen bei Lautsprecherweichen weitergeben.
Es gibt generell drei Möglichkeiten:
Erstens Du hast problemlose Chassis. Ich geb Dir da mal drei Vorgaben für eine Dreiwegbox.
http://www.monacor.c...id=2120&spr=DE&typ=u
http://www.monacor.c...id=2128&spr=DE&typ=u
http://www.monacor.c...id=2087&spr=DE&typ=u
Bei allen drei Lautsprechern ist der Frequenzgang sehr ausgeglichen. Von daher kannst Du beistpielsweise eine Trennung zwischen Tief- und Mitteltöner bei 300 Hz vornehmen, aber auch bei 1000 Hz.
Beim Mitteltöner kann die Trennung bei 2 kHz liegen, aber auch bei 5 kHz.
Ausserdem ist der Schalldruck bei allen drei Modellen praktisch identisch. Diese Kombination kannst Du also problemlos nach Schulbuch rechnen, oder eben über eine der Formeln, wie sie im Internet zu finden sind.

Machen wir ein zweites Beispiel: Wir nehmen den folgenden Hochtöner
http://www.monacor.c...id=3260&spr=DE&typ=u
Die Trennfrequenzen wären noch ziemlich frei wählbar, aber der Hochtöner ist rund 4 dB zu laut, sodass am Hochton-Weichenausgang ein Spannungsteiler aus Widerständen verwendet werden muss, der nicht nur den Pegel, sondern auch die Lastimpedanz berücksichtigt.
Nächstes Beispiel: Wir ersetzen den Mitteltöner
http://www.monacor.c...id=3117&spr=DE&typ=u
Erstens ist bei diesem der Schalldruck zu tief. Also müssen wir 2 Stück parallel betreiben. Dann haben wir die Leistungssteigerung um die fehlenden 3 dB. Aber wir haben jetzt eine Impedanz von 4 Ohm und müssen folglich die Mitteltonweiche auf 4 Ohm berechnen. Und weiter ist der Frequenzgang oberhalb 5 kHz alles andere als ideal. Dieser Bereich darf auf keinen Fall angeregt werden, weil diese Resonanzen zu unkontrolliertem Ein- und Ausschwingen führen. Folglich ist im Übergansbereich zum Hochtöner eine grössere Steilheit vorteilhaft. Dies führt aber zu unterschiedlichem Phasenverhalten gegenüber den anderen Lautsprechern. Diese Weiche kann man richtigerweise nur mal berechnen und bauen und nachher mit Feinanpassung der Trennfrequenz und allfälligen Serie- und Parallelkreisen im Mitteltonbereich so zurechtbiegen, bis der Klang vernünftig wird. Da gibt es keine Berechnungen mehr.

Die Quintessenz: Bei guten, problemlosen Lautsprechern kannst Du die Formeln verwenden.
Bei Lautsprechern, bei welchen der Schalldruck im Mittel- und/oder Hochtonbereich höher ist als im Bass (bei Bass ist eine Anpassung nicht möglich!), die sonst aber keine Probleme zeigen, ist ein Spannungsteiler möglich und berechenbar.
Bei Lautsprechern, die einen zu geringen Schalldruck haben und/oder Frequenzgang- und Resonanzprobleme besitzen, ist es besser, damit gar nicht erst anzufangen.Man hört oft, dass mit den Weichen Frequenzgangfehler ausgeglichen werden könnten. Das stimmt nur bedingt. Dei Messungen ist dies möglich, bei Musik nicht, da es sich praktisch immer um Resonanzen handelt, die erst im eingeschwungenen Zustand zu den angegebenen Verformungen führen. Diese Dinger klingen IMMER schlecht. Also Finger weg!!
TorstenDA
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 26. Feb 2005, 13:09
Hallo,
danke erstmal für die Weitergabe deiner Erfahrung! Ich habe mal die Frequenzweichenausgänge mit einem Oszi mir angesehen. Ich hatte bei der Weiche (2 Wege) eine Trennfrequenz von Tiefmittel und Hochtöner von 2000 Hz. Mir ist gedoch aufgefallen, als ich dann den Sinusgenerator die Frequenz verändert haben, das die Weiche den -3dB Punkt schon etwa bei 800 Hz hatte!!! Von daher habe ich dann die Berechnung für 2 Trennfrequenzen mir berechnen lassen. Den Hochtöner ab 4000 Hz und den Tiefmitteltöner ab 5500 Hz. Naja, wurde besser, aber nicht richtig gut! Habe von Peerless CSC 145 Chassis.
Suche:
Das könnte Dich auch interessieren:
Frequenzweiche berechnen
introsis am 08.01.2009  –  Letzte Antwort am 20.01.2009  –  17 Beiträge
Problem beim berechnen einer TQWT
schall_wandelnder am 12.07.2012  –  Letzte Antwort am 15.07.2012  –  6 Beiträge
Widerstand einer Frequenzweiche berechnen
zufalls am 19.04.2012  –  Letzte Antwort am 24.04.2012  –  8 Beiträge
Widerstand einer Frequenzweiche berechnen
harmin4000 am 20.04.2007  –  Letzte Antwort am 03.05.2007  –  39 Beiträge
Frequenzweiche berechnen / Weichen Rechner/ Fertigweichen
Giustolisi am 13.10.2012  –  Letzte Antwort am 09.02.2015  –  19 Beiträge
Hilfe Bei Frequenzweiche berechnen!
*LiMiTeD* am 18.04.2012  –  Letzte Antwort am 18.04.2012  –  2 Beiträge
Frequenzweichen berechnen
doubelina am 20.07.2005  –  Letzte Antwort am 23.07.2005  –  14 Beiträge
TSP und Berechnen
MAC666 am 26.05.2004  –  Letzte Antwort am 03.06.2004  –  11 Beiträge
Boxsim Bassreflexrohr berechnen
hifi_sergio am 14.02.2011  –  Letzte Antwort am 01.03.2012  –  6 Beiträge
Wozu Frequenzweiche berechnen, wenn's auch mit Aktiver Weiche geht?
zuyvox am 25.08.2013  –  Letzte Antwort am 07.02.2017  –  51 Beiträge
Foren Archiv
2005

Anzeige

Aktuelle Aktion

Partner Widget schließen

  • beyerdynamic Logo
  • DALI Logo
  • SAMSUNG Logo
  • TCL Logo

Forumsstatistik Widget schließen

  • Registrierte Mitglieder883.597 ( Heute: 41 )
  • Neuestes MitgliedRainer569
  • Gesamtzahl an Themen1.473.156
  • Gesamtzahl an Beiträgen20.010.434

Top Hersteller in Lautsprecher Widget schließen