Falsches Boxenvolumen/falsche Reflexabstimmung

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Leisehöhrer
Inventar
#1 erstellt: 19. Jun 2004, 16:38
Hallo,

da ich bei meinen Standboxen das Gefühl nicht loswerde das ettwas nicht stimmt brauche ich mal wieder Rat .
Was passiert theoretisch und hörbar wenn das Volumen von Bassreflexboxen verändert wird.
Beispiel :
Man nehme 2 Kompaktboxen (2 Wege ca. 10 Liter netto) und verbaue Chassis, Weiche, Reflexrohre u.s.w. in ein 20 Liter
Gehäuse. Und das ohne die Abstimmung der Reflexrohre oder der Weiche zu ändern. Kann das gut gehen ? Was ist zu erwarten. Hier sind doch Selbstbauer die einiges ausprobiert haben. Kann auch ein anderes Beispiel sein.
Mir geht es um entweder falsches Volumen oder was passiert wenn das Bassreflexrohr zu kurz oder lang ist.

Gruss

leisehörer
qnorx
Stammgast
#2 erstellt: 20. Jun 2004, 02:23
Alles tendenzielle Aussagen, die im konkreten Einzelfall massiv abweichen können:

- Wenn das Volumen grösser wird, dann sinkt die Resonanzfrequen (wenn alles andere gleich bleibt). Allerdings geht das nicht ewig so, sondern etwa bis in den Bereich von Fs. Ausserdem sinkt die Resonanzfrequenz nicht bei gleichem Pegel, sondern es ist mit einem u.U. deutliche Einbruch im Amplitudenfrequenzgang zu rechnen.

- BR-Rohr: das kann eigentlich nicht zu kurz oder zu lang sein, es kann nur nicht optimal abgestimmt sein. Es gibt eine richtige Länge für eine bestimmte Abstimmfrequenz und Querschnittsfläche des Rohres. Wenn man das als gegeben annimmt, dann wird eine Verkürzung des Rohrs zu einer höheren Abstimmfrequenz führen und umgekehrt. Allerdings vermutlich wiederum mit den entsprechenden Einbrüchen und allenfalls Überhöhungen in der Amplitude.

Es ist daher beim einer BR-Box immer wichtig, Chassis-Parameter, Volumen und BR-Parameter auf einander abzustimmen. Dabei kann es eine ganze Reihe von möglichen Abstimmungen geben, da spielen dann auch noch pers. Präferenzen eine Rolle, aber wenn man einen der Parameter ändert, müssen die anderen auch entsprechend geändert werden, ansonsten man eine Fehlabstimmung hat.

Wenn also Deine 10 Liter Lautsprecher korrekt abgestimmt sind, dann wird Deine Umbauaktion vermutlich schlechter klingen, weil falsch abgestimmt. Würdest Du dann aber die Abstimmung an das geänderte Volumen anpassen, würde die Box sicher anders klingen, ob besser oder schlechter hängt sowohl von den Chassis-Daten (was ist mit dem TT überhaupt möglich) und auch Deinem persö. Geschmack ab.
Leisehöhrer
Inventar
#3 erstellt: 20. Jun 2004, 10:40
Hallo qnorx,

ich möchte nicht einfach so meine Boxen ändern sondern erstmal herausfinden was nicht stimmt. Und das ettwas nicht stimmt wird für mich immer wahrscheinlicher.
Ich habe 2 Boxenpaare die immer die gleichen Tiefmitteltöner verbaut haben. Ein Paar Standboxen und ein Paar Kompaktboxen aus einer Lautsprecherserie.
Die Standboxen haben 2 Kammern zu je 20 Liter netto.
Die Kompaktboxen haben 10 Liter netto Volumen.
Die Bassreflexrohre sind bei beiden Boxentypen genau gleich.
Bei gleichen Treibern kann ein Bassreflexsystem schon unterschiedlich gross sein. Aber dann muss auch das Bassreflexrohr anders sein oder ?
Ich habe bei den Kompaktboxen eine stimmige Wahrnehmung.
Die Standboxen hören sich aber komisch an. Was für mich sehr schwer zu beschreiben ist. Ich frage mich immer wieder ob es am Raum liegt oder an dieser falschen Abstimmung.

Gruss

leisehörer
Leisehöhrer
Inventar
#4 erstellt: 20. Jun 2004, 10:49
Ergänzend :

Die beiden Boxentypen haben auch die gleiche Trennfrequenz(2600 Hz) zwischen hoch und Tiefmitteltöner.
Nur bei den Standboxen ist in der unteren Kammer (2 1/2 W)
ein zweiter tiefmitteltöner der bis 200 Hz spielt.

leisehörer
qnorx
Stammgast
#5 erstellt: 20. Jun 2004, 14:21
Da würde ich erstmal eine Simulation der beiden Gehäuse wie Du sie hast in LspCAD machen. Das zeigt schon einmal eine Richtung auf, was man von den jeweiligen Abstimmungen zu halten hat.
Weisst Du um welche Chassis es sich handelt, resp. hast Du die TSPs?
Leisehöhrer
Inventar
#6 erstellt: 20. Jun 2004, 16:25
Hallo qnorx,

so eine Simulation kann ich nicht. Habe ich leider noch nie gemacht. Die Chassis werden nichtmehr gebaut. Die Firme gibt es nicht mehr. Die Treiber waren Sonderanfertigungen. Selbst mein Händler der mir die Boxen verkaufte kann nichts mehr herausfinden.
Kann man nicht grundlegend sagen das ettwas bei meinen Boxen nicht stimmt ? Das Bassreflexrohr richtet sich in seinen Abmessungen doch nicht nur nach den Chassis sondern auch nach dem Innenvolumen oder ?

Gruss

leisehörer
qnorx
Stammgast
#7 erstellt: 20. Jun 2004, 16:43
Genau, es fliessen beide Komponenten mit in die Rechnung. Sozusagen eine Gleichung mit drei Unbekannten.

Es gibt zwei Möglichkeiten dennoch weiter zu kommen:

- die TSPs des Chassis selber messen oder messen lassen
Wenn Du ein Ohm-Meter hast, dann kannst Du relativ einfach Fs messen indem Du das Chassis ausbaust und dann z.B. von PC aus via Verstärker Deinen Lautsprecher Sinustöne aufspielst (vorsicht rantasten, nicht zu tief beginnen, innerhalb des Frequenzbereichs des TMTs bleiben). Dort wo die Impedanz in Ohm am Höchsten ist (im Bassbereich natürlich) liegt Fs (natürlich sind das keine idealen Messbedingungen, aber für ne Standortbestimmung reicht es.
Fs gibt Dir näherungsweise die tiefstmögliche Abstimmung Deines Lautsprechers.

- Ein variables Testgehäuse bauen und ein verstellbares BR-Rohr verwenden. Dabei das Gehäuse in Übergrösse bauen und dann das Volumen mit Tetrapacks oder Büchern etc. verkleinern und die Länge des BR-Rohrs jeweils nach Gehör anpassen.
wolfi
Inventar
#8 erstellt: 21. Jun 2004, 11:16
Hallo,
eine simple " Spielmethode " wäre es, zunächst bei der " unschön klingenden " Standbox das Resonanzrohr vorsichtig auszubauen, zur Seite zu legen, ein passendes Ersatrohr zu besorgen, und dieses Stück für Stück zu kürzen und Hörvergleiche mit der verbliebenen Box bzw. den Kompakten zu machen.
Leisehöhrer
Inventar
#9 erstellt: 21. Jun 2004, 21:35
Hallo Wolfi,

die Rohre sind unheimlich fest geklebt. Die muss ich wohl rausbrechen. Frage mich aber ob dann nicht nur die Länge sondern auch die Rohrquerschnittsfläche in Frage zu stellen ist. Ich würde ja auch gerne das Innenvolumen verkleinern aber da fällt mir noch nicht die richtige Methode ein.
Was mir erstmal wichtig währe ist eine Bestätigung das ettwas nicht stimmt. wenn mir Jemand der Ahnung hat sagt das die unterschiedlichen Volumen bei gleichen Reflexrohren nicht richtig sein können habe ich schonmal ettwas. Dann kann ich bedenkenlos loslegen was zu ändern.

Gruss

leisehörer
qnorx
Stammgast
#10 erstellt: 21. Jun 2004, 22:56

die Rohre sind unheimlich fest geklebt. Die muss ich wohl rausbrechen.


würde ich eh nicht tun, vor allem dann nicht, wenn Du damit den Lautsprecher optisch beschädigst. Dann wäre ein Wiederverkaufswert gleich null.


Frage mich aber ob dann nicht nur die Länge sondern auch die Rohrquerschnittsfläche in Frage zu stellen ist.


Die Länge ist eine Funktion des Querschnitts und umgekehrt, mit anderen Worten, für jede Abstimmung kann entweder eine beliebige Länge oder ein beliebiger Querschnitt gewählt werden. Der andere Wert ergibt sich dann aus der Funktion.


Ich würde ja auch gerne das Innenvolumen verkleinern aber da fällt mir noch nicht die richtige Methode ein.


Habe Dir dazu bereits einen sehr brauchbaren Tipp gegeben.


Was mir erstmal wichtig währe ist eine Bestätigung das ettwas nicht stimmt.


Wer soll Dir das bestätigen können ohne genauere Infos?


wenn mir Jemand der Ahnung hat sagt das die unterschiedlichen Volumen bei gleichen Reflexrohren nicht richtig sein können habe ich schonmal ettwas.


Habe ich doch oben ausgeführt. Zu wenig vertrauenswürdig?
wolfi
Inventar
#11 erstellt: 22. Jun 2004, 10:30
Hallo,
gleiche Rohre in unterschiedlichen Volumina müssen nicht zwangsläufig falsch sein, jedenfalls liegt aber eine unterschiedliche Abstimmung vor. Das größere Gehäuse führt zu niedrigerer Abstimmfrequenz und flacherem Amplitudeverlauf. Wenn das Heraushebeln der Rohre zu riskant erscheint, kann man es auch mit einem Rohr in Rohr -System versuchen: Man fertige sich aus dickerer Pappe ein passendes Rohr und führe dies vorsichtig in das Original ein. Durch den verringerten Querschnitt steigt die Abstimmfrequenz an - mehrfach versuchen.
Ferner wäre an die qnorx - Variante zu denken: Die Box mit 10 Litern Buch füllen, try and error.
Leider kann man aus der Ferne Dein Unbehagen beim Klang nicht sicher nachvollziehen. Denkbar wäre, dass das größere Gehäuse nicht entsprechend mit Dämmmaterial versehen wurde und Resonanzen im Hohlraum durch das Rohr nach Aussen treten. Hier müsste man mit mehr oder anderem Material experimentieren oder das Rohr verschliessen.
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