Erfahrungen mit Einsatz von elektronischen Klangveränderungen in der Kopfhörerwiedergabe (EQ & Co.)

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ax3
Inventar
#1 erstellt: 04. Sep 2011, 20:55
Worum geht’s?
Um nachvollziehbare Erfahrungen mit EQ und anderen klangverändernden Maßnahmen, die elektronischer und nicht mechanischer Natur sind.
Es geht also nicht um Modding

Wie?
z.B. Nennung des Equipments > KH > KHV > EQ > EQ Einstellungen > Klangbericht
Wenn EQing am PC geschieht, dann mit Nennung der Soundkarte und des Software-Programms, wenn möglich mit Link (insofern der auf eine „legale“ Seite verweist).
Es soll für jeden nachvollziehbar sein, welche Änderungen vorgenommen wurden und welche Erfahrung mit dem Klang damit gemacht wurde.

Warum?
Der Thread „Sinn und Unsinn von EQ“ ist interessant aber zuzeiten wenig praxisorientiert und von Grabenkämpfen der Befürworter und Gegner durchzogen.
Da ich eher pragmatisch als weltanschaulich an solche Sachen herangehe und vermute, dass es auch andere interessiert, welche konkreten Erfahrungen mit „dem Einsatz von elektronischen Klangveränderungen in der Kopfhörerwiedergabe“ vorliegen, starte ich mal diesen Thread.

Ich persönlich habe keine wirklich aussagefähigen Erfahrungen mit EQing von KH, baue aber seit Jahrzehnten vollaktive Setups im Lautsprecherbereich.
bizkid3
Stammgast
#2 erstellt: 05. Sep 2011, 10:08
Ich persönlich halte das Thema für enorm überschätzt aber es ist halt mal wieder ne Modererscheinung, deswegen ein Tipp von mir:

Im Nachbarthread wird halbwissen verteilt das einem schwindelig werden könnte (hab aber nur die ersten 2 Seiten gelesen). Phasenlineare EQs sind keinesfalls ein Garant für transparentes eingreifen in's Klangbild, ganz im Gegenteil. Das Pre-echo solcher EQs ist meist problematischer als das post-echo von minimum phase EQs. Zweites Problem ist die Softwareseitige Umsetzung. Wer schonmal mit dem EQ von Foobar gespielt hat weiß das bei weitem nicht alle EQs transparent eingreifen. Das tun auch die meissten software EQs aus der Studio Ecke nicht. Mittlerweile gibt es einen recht interessanten EQ (ich hab über die Jahre ALLES auf dem Markt probiert) den man für solche Eingriffe empfehlen könnte:

http://www.sonoris.nl/catalog/mastering-equalizer-p-52.html

Der einzige EQ der absolut transparent arbeitet wie man das von teuren Studiogeräten kennt. Man sollte allerdings wissen wie man damit umgeht. Wann z.B. benutzt man das aliasing, für welchen Einsatz eher minimum oder linear phase, Vorteile/Nachteile pre/post echo usw usw.

Wenn man richtig arbeitet klingt der Kopfhörer an den Knackpunkten einfach transparenter als vorher (z.b. im kritischen Übergang vom Bass zu den Mitten). Letzlich benutze ich keinen EQ weil die Änderungen zwar positiv sind aber so minimal ausfallen (max +-3dB) das ich ohne genausogut auskomme bzw Arbeiten kann. Ich denke die meißten möchten da schon extremere Anpassungen haben die sich tonal nie 100% transparent ermöglichen lassen.


[Beitrag von bizkid3 am 05. Sep 2011, 10:31 bearbeitet]
bemymonkey
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 05. Sep 2011, 10:37
Meine bescheidene Erfahrung: Bei ganz schlechten Schallwandlern immer, bei Mittelmäßigen nur wenig und bei guten unnötig.

Wenn ich gerade nur einen billigen Bügelkopfhörer oder irgendwelche PC-Boxen da habe, kommt da wenn möglich *immer* ein EQ davor. Die Korrekturen, die man mit einem ganz normalen la-di-da Software-EQ daran durchführen kann, sind ganz deutlich und fallen quasi immer positiv aus, da die Anlage vorher meist nicht zu gebrauchen war/ist. Ich hab die letzten Wochen z.B. viel mit meinen uralten Creative EP630 gehört - ohne die Tiefmitten zw. 180-300Hz komplett wegzubügeln sind die ja ziemlich ungenießbar.

Bei meinem HD25 oder den SuperFi3/UHP336 meine ich dagegen teilweise schon im Hochmitten und Höhenbereich "Probleme" bei simplen EQs (z.B. der in Winamp eingebaute 10-Band EQ) zu hören - klingt z.B. bei starken Anhebungen in den Höhen etwas nach schwachen MP3-Kodier-Artefakten, besonders bei Blech (Hi-Hats sind da ganz übel)...

Das ist aber natürlich alles nur gefährliches Halbwissen, welches sich auf meine eigenen Hörerfahrungen stützt.
ax3
Inventar
#4 erstellt: 05. Sep 2011, 11:17

bizkid3 schrieb:
Mittlerweile gibt es einen recht interessanten EQ (ich hab über die Jahre ALLES auf dem Markt probiert) den man für solche Eingriffe empfehlen könnte:

http://www.sonoris.nl/catalog/mastering-equalizer-p-52.html

Der einzige EQ der absolut transparent arbeitet wie man das von teuren Studiogeräten kennt. Man sollte allerdings wissen wie man damit umgeht. Wann z.B. benutzt man das aliasing, für welchen Einsatz eher minimum oder linear phase, Vorteile/Nachteile pre/post echo usw usw.


Welche Einstellungen nutzt Du bei welchem Kopfhörer und warum?
So konkret wie möglich


[Beitrag von ax3 am 05. Sep 2011, 11:18 bearbeitet]
ZeeeM
Inventar
#5 erstellt: 05. Sep 2011, 11:31

bemymonkey schrieb:
..klingt z.B. bei starken Anhebungen in den Höhen etwas nach schwachen MP3-Kodier-Artefakten, besonders bei Blech (Hi-Hats sind da ganz übel)...


Das kann auch damit zu tun haben, das das Kompressionsmodell nicht mehr perfekt greift. Leute mit Hörfehlern fällt es auch bisweilen leicht MP3 von Lossless zu unterscheiden.
shaft8
Inventar
#6 erstellt: 05. Sep 2011, 15:47

Um nachvollziehbare Erfahrungen mit EQ und anderen klangverändernden Maßnahmen, die elektronischer und nicht mechanischer Natur sind.


Nachvollziehbar ist natürlich so eine Sache, denn je nachdem, wie man einen EQ einstellt, empfindet der Einsteller es als viel, viel besser - ein anderer jedoch würde eine gewisse Frequenz vermissen.

Ich bin eher der "Muss was rüberkommen" Hörer, d.h. die Musik sollte Seele bekommen. Meistens ist das nicht neutral. Gerade bei Rock, Britpop usw. muss einfach eine gewisse Grundmenge an Körper vorhanden sein, was wiederrum mit vordergründigem Bass zusammenhängt.
Um auf die Frage zurückzukommen, kann das schonmal eine Erhöhung von vollen 10-12 DB im 64HZ bis 80 HZ Bereich bedeuten. Mein KHV ist ein Dolby Headphone Verstärker von Philips, der in Richtung Räumlichkeit und Spassfaktor eigentlich einmalig ist. Die verarbeiteten Einzelteile mögen teuren KHV hinterherhingen, aber der Effekt des Stereodreiecks ist für mich einfach nicht mehr wegzudenken.
ax3
Inventar
#7 erstellt: 05. Sep 2011, 16:26

shaft8 schrieb:

Um nachvollziehbare Erfahrungen mit EQ und anderen klangverändernden Maßnahmen, die elektronischer und nicht mechanischer Natur sind.


Nachvollziehbar ist natürlich so eine Sache, denn je nachdem, wie man einen EQ einstellt, empfindet der Einsteller es als viel, viel besser - ein anderer jedoch würde eine gewisse Frequenz vermissen.



Nachvollziehbar im Sinne von: Praxisorientiert und hinsichtlich der "Versuchsbedingungen" nachvollziehbar und einstellbar.

Dass dann möglicherweise jeweils ein anderer Klangeindruck empfunden wird oder gleiche Bedingungen zu gleichen Klangempfindungen führen, genau darum geht es mir eigentlich.

In vielen Foto-Foren werden z.B. Kamera Presets ausgetauscht, um zu einem bestimmten Entwicklungsergebnis zu gelangen.
Genau so stelle ich mir das auch hier vor.

Eben kein "Laber-Thread", wo Halbwissen auf kein Wissen und Aberglauben trifft, sondern wo Leute sich dann mal wirklich die Mühe gemacht haben in der Abhör-Praxis an ihrem Equipment mit elektronischen Modifikationen zu feilen und ihre Erfahrungen dann hier mitteilen, dergestalt, dass es so nachvollziehbar und konkret wie möglich wird.

Bis jetzt konnte man das meiste auch noch im Thread "Sinn und Unsinn von EQ" unterbringen.
n00kie
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 05. Sep 2011, 22:08
Equipment:

Asus Xonar D1>Matrix M-Stage>Beyerdynamic DT 880 (600 OHM)

Abspielgerät:

Winamp 5.6 (als output plugin dient AudioBurst FX System) mit folgenden DSPs

  • Electri-Q (posihfopit edition) -> parametrischer EQ
  • HeadPlug MK II (SR 1) -> Crossfeed
  • Sonic Maximizer VST Plugin -> enhancer ähnlich wie ein Exciter


EQ Kurve sieht so aus:

EQ Preset

Warum?

Wollte das typische Beyer Gezischel entfernen und das habe ich mit den schmalbandigen Senken optimal hingekriegt. Je nach Aufnahme, klingt der Kopfhörer nun sehr ausgewogenen ohne die übertriebenen Höhen (nach wie vor detailreich) Lediglich die Transparenz im Mittenbereich wäre noch ein kleines Manko, weswegen ich schon geraumer Zeit auf den T1 schiele
bemymonkey
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 06. Sep 2011, 11:17

ZeeeM schrieb:

Das kann auch damit zu tun haben, das das Kompressionsmodell nicht mehr perfekt greift Leute mit Hörfehlern fällt es auch bisweilen leicht MP3 von Lossless zu unterscheiden.


Hmmm, das fällt aber auch bei FLAC auf... allerdings bin ich mir jetzt nicht ganz sicher, was Du mit den beiden Sätzen genau meinst.
j!more
Inventar
#10 erstellt: 06. Sep 2011, 11:23

bemymonkey schrieb:
Hmmm, das fällt aber auch bei FLAC auf... allerdings bin ich mir jetzt nicht ganz sicher, was Du mit den beiden Sätzen genau meinst.


1.) WAS fällt auch bei FLAC auf? Eigentlich kann da gar nichts auffallen. Wenn man davon absieht, dass es keinen klanglichen Unterschied zu WAVE gibt.

2.) Bestimmte Hörfehler hebeln die psychoakustischen Tricks aus, mit denen verlustbehaftete Kompressionsverfahren arbeiten. Dadurch können Menschen mit solchen Hörfehlern komprimiertes und nicht-komprimiertes Material einfacher unterscheiden als normal Hörende.


[Beitrag von j!more am 06. Sep 2011, 11:23 bearbeitet]
kyote
Inventar
#11 erstellt: 06. Sep 2011, 11:42

j!more schrieb:

1.) WAS fällt auch bei FLAC auf?


Ich nehme mal an das hier:

bemymonkey schrieb:
...
Bei meinem HD25 oder den SuperFi3/UHP336 meine ich dagegen teilweise schon im Hochmitten und Höhenbereich "Probleme" bei simplen EQs (z.B. der in Winamp eingebaute 10-Band EQ) zu hören - klingt z.B. bei starken Anhebungen in den Höhen etwas nach schwachen MP3-Kodier-Artefakten, besonders bei Blech (Hi-Hats sind da ganz übel)...
.


[Beitrag von kyote am 06. Sep 2011, 11:43 bearbeitet]
ZeeeM
Inventar
#12 erstellt: 06. Sep 2011, 12:09

j!more schrieb:

bemymonkey schrieb:
Hmmm, das fällt aber auch bei FLAC auf... allerdings bin ich mir jetzt nicht ganz sicher, was Du mit den beiden Sätzen genau meinst.


Wobei man sicherstellen sollte, das weder Hard- noch Software irgendein Processing macht (eher Unwahrschenlich)

Für einen normal Hörenden kann auch gelten, wenn ein Ton der ein anderes Ereignis verdecken soll im Pegel abgesenkt wird, dann mag das Kompressionsmodell auch nicht greifen - und wer sagt, das ein Wav nicht schon vorher durch eine lossy Codec gelaufen ist?
pecus86
Stammgast
#13 erstellt: 06. Sep 2011, 12:21
Oder der Pre-Gain wurde halt einfach nicht der Anhebung angepasst.
ax3
Inventar
#14 erstellt: 06. Sep 2011, 12:48
Ich weiß natürlich, dass gerade in der KH-Sektion gern "gschwätzt" wird.

Aber: Eigentlich gehen die letzten Posts wieder einigermaßen an der Intention des Freds vorbei.
Es gibt ja noch den Stammtisch, und "Sinn und Unsinn von EQ" und für ein eigenes Thema kann man auch einen eigenen Thread aufmachen.

Ich halte auch nichts von zu rigider Moderation, die jeden Schlenker im Thema unterbindet oder löscht, finde aber andererseits Themen ganz gewinnbringend, die eine gewisse Zielrichtung erkennen lassen, wenn man mal etwas wissen möchte.

Wirklich passend war bspw. das hier

n00kie schrieb:
Equipment:

Asus Xonar D1>Matrix M-Stage>Beyerdynamic DT 880 (600 OHM)

Abspielgerät:

Winamp 5.6 (als output plugin dient AudioBurst FX System) mit folgenden DSPs

  • Electri-Q (posihfopit edition) -> parametrischer EQ
  • HeadPlug MK II (SR 1) -> Crossfeed
  • Sonic Maximizer VST Plugin -> enhancer ähnlich wie ein Exciter


EQ Kurve sieht so aus:

EQ Preset

Warum?

Wollte das typische Beyer Gezischel entfernen und das habe ich mit den schmalbandigen Senken optimal hingekriegt. Je nach Aufnahme, klingt der Kopfhörer nun sehr ausgewogenen ohne die übertriebenen Höhen (nach wie vor detailreich) Lediglich die Transparenz im Mittenbereich wäre noch ein kleines Manko, weswegen ich schon geraumer Zeit auf den T1 schiele ;)


Ich will es mal so formulieren: Es wäre schön, wenn der Faden nicht so sehr zerfasern würde.

Eigene Erfahrungen und Einstellungen sind gefragt.

Bspw. zum T1, zum K701, zum 650

Zu jedem dieser KH gibt es Nutzer, die sich schon über verschiedene Korrektur-Maßnahmen ausgelassen haben. Wäre schön, wenn man das hier bündeln könnte.

Edit: Rechtschreibung


[Beitrag von ax3 am 06. Sep 2011, 12:51 bearbeitet]
servicegedanke
Hat sich gelöscht
#15 erstellt: 08. Sep 2011, 17:28
Also ich habe zum Beispiel gerade einen DT990 Edition (600 Ohm) auf dem Kopf und habe ihn so eingestellt:

dt990edition

So klingt er noch voluminös, hochauflösend und die schreckliche Mittensenke verschwindet. So abgestimmt, klingt er für meine Ohren sehr weich und angenehm. Tonal hervorragend ausgewogen und eine echte Bedrohung für meine Favoriten D5000 und T1. Kein anderer KH klingt so samtig und angenehm, ohne an Auflösung einzubüßen. Der DT990 hat bei Einsatz eines EQ weitaus mehr Potential als der DT880, der vergleichsweise vollgemullt herüber kommt, als hätte man überall Dämmstoffe reingedrückt.
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