DIY Inears und Inear Mods

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bartzky
Inventar
#1 erstellt: 30. Jun 2017, 14:41
Nicht nur full size Kopfhörer kann man modden, also zeigt her eure Inear Projekte und Mods

Ich beginne gleich mal mit einer meiner Basteleien, die ich schon kurz in einem anderen Thread präsentiert hatte:

IMG_20170630_160028-01

Organspender war ein Remax RM-S1 Pro, der zwar ein schönes, kleines und bequemes Gehäuse hat, aber richtig grausig klingt. Geblieben ist also das Gehäuse, gegangen sind der dynamische Treiber und das Kabel. Im Inneren werkelt nun ein Knowles ED-29689, der unter anderem aus den Etymotic ER4 bekannt ist. Damit der Treiber passt, musste das Innere der Gehäuse ordentlich ausgeschliffen werden. Zusammen mit Schallschlauch, Widerstand und den Kabeln ist es schon ganz schön eng im Gehäuse:

IMG_20170629_181927-01

Die Gehäusehälften habe ich anschließend mit UV-aushärtendem Acryl wieder verschlossen und die Gehäuseöffnungen abgedichtet.
Der Inear ist so abgestimmt, dass er dem ER4PT ähnelt, aber noch einen Hauch wärmer klingt. Mit einfachen Handgriffen lassen sich außerdem die akustischen Filter wechseln. Beim ER4 sind normalerweise grüne Filter verbaut, aktuell nutze ich aber orange Filter. Das Endergebnis mit grünen und orangenen Filtern sieht dann so aus:

grün vs orange web
AG1M
Inventar
#2 erstellt: 01. Jul 2017, 18:57
Sehr schönes Thema hat viel mehr Aufmerksamkeit verdient! Und wirklich toll umgesetzt, ich empfehle mal zu probieren wie dir der Klang zusagt, wenn du auf etwa ~ 12 Ohm als Gesamtwiderstand kommst, das hat mir persönlich den "schönsten" Klang beim ER-4 gezaubert:
ER4_graph
Widerstände: 0 Ohm, 5 Ohm, 10 Ohm, 75 Ohm (von unten nach oben).

Btw. weisst du zufällig welcher Treiber beim Etymotic ER-4XR verbaut ist?
bartzky
Inventar
#3 erstellt: 02. Jul 2017, 07:08

AG1M (Beitrag #2) schrieb:
Sehr schönes Thema hat viel mehr Aufmerksamkeit verdient!

Finde ich auch War ganz erstaunt, dass es hier noch keinen Thread dazu gab. Ich hoffe wir bekommen hier in Zukunft ein paar schöne Projekte zu sehen. Ich weiß auf jeden Fall, dass hier einige Leute auch schon ein paar Kabel-Mods umgesetzt haben.


Und wirklich toll umgesetzt, ich empfehle mal zu probieren wie dir der Klang zusagt, wenn du auf etwa ~ 12 Ohm als Gesamtwiderstand kommst, das hat mir persönlich den "schönsten" Klang beim ER-4 gezaubert:
ER4_graph
Widerstände: 0 Ohm, 5 Ohm, 10 Ohm, 75 Ohm (von unten nach oben).

Muss ich mal testen! In dem Remax habe ich einen 18 Ohm Widerständ verbaut. Das Kabel hat in Summe rund 1 Ohm. Beim 4PT müsste ein 20 Ohm Widerstand im Splitter verbaut sein. Zusammen mit dem restlichen Kabel sind es an die 22 Ohm. Habe mich bei dem Remax also auch schon für eine etwas wärmere Abstimmung entschieden.
Woher stammen die Messungen?


Btw. weisst du zufällig welcher Treiber beim Etymotic ER-4XR verbaut ist?

Nein leider nicht. Könnte allerdings auch eine Sonderanfertigung sein.
AG1M
Inventar
#4 erstellt: 02. Jul 2017, 09:02

bartzky (Beitrag #3) schrieb:
Woher stammen die Messungen?


Schau mal hier: http://www.hifi-foru...hread=685&postID=6#6 Die Messungen stammen von Peter Neumann welcher mir die Kabel und Adapter etc. gemacht hat.
bartzky
Inventar
#5 erstellt: 02. Jul 2017, 11:18
Interessant! Was meinst du denn mit:


~ 12 Ohm Gesamtwiderstand (der Treiber selbst hat um die 3,5 Ohm schätzungsweise, kommt noch der 8,2 Ohm Adapter dazu)
AG1M
Inventar
#6 erstellt: 02. Jul 2017, 12:16
Habe meinen Original ER-4S für den Umbau/Anpassung damals geschickt und das wurde beim Messen und Vergleichen dabei heraus gefunden und ich hatte dann eben einige Varianten ausprobiert und mit dem ~ 8 Ohm Adapter Klang es für mich am Idealsten.
bartzky
Inventar
#7 erstellt: 02. Jul 2017, 13:09
Ach so! Aber dann müsste ich den ER4 ja mal mit 8 Ohm testen und nicht mit 12? Oder was meinst du mit Gesamtwiderstand?
AG1M
Inventar
#8 erstellt: 02. Jul 2017, 13:34
Ja genau damit war der Gesamtwiderstand gemeint (Treiber+ extra Widerstand), der eigentliche zusätzliche Widerstand selbst ist ~ 8 Ohm.
bartzky
Inventar
#9 erstellt: 02. Jul 2017, 13:46
Ah, so meinst du das. Dann passt das, da Knowles den DC Widerstand des Treibers mit 3,65 Ohm angibt. Je nach Frequenz ist der Treiber-Widerstand allerdings deutlich höher.
bartzky
Inventar
#10 erstellt: 04. Jul 2017, 09:50
Habe meinem SD2 mal ein neues Kabel gebastelt

IMG_20170704_101532-01

Stecker und Y-Splitter sind versilbert mit Carbon-Einsätzen und hängen an einem 4-adrigem versilberten Kabel. Tatsächlich ist das ganze nicht nur ein optischer "Mod", sondern auch klanglich. Hat er gerade Kabelklang gesagt?
Das beim SD2 mitgelieferte P1 Kabel hat insgesamt (Hin- und Rückleiter) einen Widerstand von 3,2 Ohm und das oben gezeigte nur 1 Ohm. Bekanntlich ist der Effekt des Kabels der gleiche wie der der Ausgangsimpedanz. Hier die Messung dazu:

versus web

Die gelbe Kurve zeigt den Frequenzgang mit originalem Kabel, grün zeigt mein Kabel. Wenig verwunderlich sind die Veränderungen proportional zum Impedanzgang des SD2 (blaue Kurve). Somit hat der SD2 mit dem neuen Kabel entweder etwas mehr Bass oder etwas weniger Hochton - je nachdem wie man die Kurven übereinander legt
ayran
Stammgast
#11 erstellt: 09. Jul 2017, 09:14
Weniger Hochton bei einem SD2?

Ansonsten spannender Thread
Das einzige Modding, welches ich bei meinen BA-InEars betreibe ist der Wechsel der Filter.
Im Etymotic HF5 werkelt anstatt von grün nun rot. Im UE900s habe ich den originalen weißen Filter durch einen brauenen ersetzt.
Bin gerade zu faul, die zugehörigen Widerstände rauszusuchen.
bartzky
Inventar
#12 erstellt: 09. Jul 2017, 19:56

ayran (Beitrag #11) schrieb:
Weniger Hochton bei einem SD2?

Haha, der muss wirklich nicht noch dunkler klingen War aber auch nicht meine Motivation: Dass das neue Kabel so niederohmig geworden ist, war ein Zufall.


Bin gerade zu faul, die zugehörigen Widerstände rauszusuchen.

1-pair-Balanced-Armature-Damping-Plugs-Damper-filter-Knowles-Electronics-Acoustic.jpg_640x640

ayran
Stammgast
#13 erstellt: 09. Jul 2017, 20:48
Super Darstellung! Es scheint doch noch arbeitswillige Menschen zu geben
Randysch
Stammgast
#14 erstellt: 14. Jul 2017, 21:59
Toller Thread hier
Hab zwar keine Ahnung von IE Mods aber kann man sicher eine Menge lernen
Könntet ihr das mit den Filtern mal etwas erläutern?
Sind das einfach Widerstände mit denen man bewußt bzw gezielt den Klang verbiegt?
Werden die einfach auf das Schallröhrchen drauf gesetzt?
Ich dachte bisher immer mit mehr Widerstand nimmt man nur Bass weg und steigert den Hochton
Huo
Inventar
#15 erstellt: 15. Jul 2017, 10:10

bartzky (Beitrag #1) schrieb:
IMG_20170630_160028-01

Ich habe den Frankenstein (das Monster heißt ja eigentlich nicht Frankenstein, sondern der Erschaffer, also müsste es korrekt heißen "ich habe den bartzky") aus dem ersten Post hören dürfen. Wirklich, wirklich gut. Die Senke bei 6-8 kHz fiel mir gar nicht auf und der Peak im Hochton ist jenseits des für Sibilanten kritischen Bereichs. Die orangenen Filter haben mir gut gefallen!
ayran
Stammgast
#16 erstellt: 16. Jul 2017, 07:24
Diese Filter werden bei BA-Hörern in das Schallröhrchen gesetzt. Mit einem Werkzeug kann man die Wechseln und so noch Fein-Tuning betreiben. So kann man bspw. die Hochtonmenge oder den Bass nach eigenem Belieben justieren.
Hier gibt es weitere Infos: Klick
Randysch
Stammgast
#17 erstellt: 16. Jul 2017, 08:36
Danke dir,
in dem Artikel steht allerdings nur etwas von Höhenveränderung. Gibt es solche Filter auch für die dünnen Schallröhrchen des W20? Und bekommt man die Teile nur aus Asien?
ayran
Stammgast
#18 erstellt: 16. Jul 2017, 10:17
Die Filter haben fast immer die gleiche Größe. Gibt es z.B. auch bei mouser.com aus den USA. Manchmal auch direkt aus Europa (z.B. grüne und rote Etymotic-Filter).
Die sollten im Normalfall auch in die Westones passen. Deren Schallrohr ist eigentlich gleich groß, wie die von Shure. Bei Shure konnte ich die Filter problemlos wechseln.
Was stört dich denn bei deinen W20?

Wenn die Höhen reduziert werden, erhöht sich alles darunter automatisch in Relation.
Randysch
Stammgast
#19 erstellt: 16. Jul 2017, 10:24
Danke für den Tip.
Stören ist übertrieben, denke aber das ich aus dem W20 den "einen perfekten Hörer" zaubern könnte.
Er dürfte etwas mehr Höhen haben und auch etwas mehr Tiefbass.
Als Gegenstück höre ich noch den Xiaomi Pro HD (du kennst glaube ich den E50, meine die sind sich ziemlich ähnlich, wobei der Xiaomi auf der hellen Seite spielt) und zusammen deckt das Gespann für mich alles ab.
Fand den SD4 sagenhaft, allerdings im Moment etwas zu teuer, da war der W20 halt die etwas neutralere Alternative


[Beitrag von Randysch am 16. Jul 2017, 10:30 bearbeitet]
ayran
Stammgast
#20 erstellt: 16. Jul 2017, 11:03
Den W20 hatte ich auch mal kurz hier. Hatte Seal-Probleme, aber wenn er mal richtig saß, fand ich ihn, bis auf den zurückhaltenden Hochton, auch fein.
Mit dem SD4 hingegen konnte ich gar nichts anfangen.
Randysch
Stammgast
#21 erstellt: 16. Jul 2017, 17:38
Ja der Hochton dürfte echt was mehr sein
Ich bin auch durchaus sehr zufrieden mit dem W20
bartzky
Inventar
#22 erstellt: 18. Jul 2017, 10:33

Randysch (Beitrag #14) schrieb:
Toller Thread hier
Hab zwar keine Ahnung von IE Mods aber kann man sicher eine Menge lernen
Könntet ihr das mit den Filtern mal etwas erläutern?
Sind das einfach Widerstände mit denen man bewußt bzw gezielt den Klang verbiegt?
Werden die einfach auf das Schallröhrchen drauf gesetzt?
Ich dachte bisher immer mit mehr Widerstand nimmt man nur Bass weg und steigert den Hochton

Hast du dich denn schon an den Xiaomi Pro HD Tape Mod gewagt?

Mal als kleine "Gebrauchsanweisung" zum Modden per Filter-Wechsel:
- Einsatz eines Filters bzw. stärkeren Filters reduziert oberen Mittel- und Hochton und glättet den Frequenzgang.
- Herausnehmen oder Ersetzen des Filters durch einen schwächeren Filter erhöht oberen Mittel- und Hochton und kann zu spitzen Peaks führen.
- Die Stärke/akustische Impedanz des Filters von schwach (links) zu stark (rechts) lässt sich aus der Übersicht entnehmen:


bartzky (Beitrag #12) schrieb:
1-pair-Balanced-Armature-Damping-Plugs-Damper-filter-Knowles-Electronics-Acoustic.jpg_640x640




Huo (Beitrag #15) schrieb:
Ich habe den Frankenstein (das Monster heißt ja eigentlich nicht Frankenstein, sondern der Erschaffer, also müsste es korrekt heißen "ich habe den bartzky") aus dem ersten Post hören dürfen. Wirklich, wirklich gut. Die Senke bei 6-8 kHz fiel mir gar nicht auf und der Peak im Hochton ist jenseits des für Sibilanten kritischen Bereichs. Die orangenen Filter haben mir gut gefallen!
:prost

Frankensteins Monster - guter Name für den Inear
Randysch
Stammgast
#23 erstellt: 18. Jul 2017, 13:06
Danke für deine Anleitung
Den Tape Mod habe ich noch nicht ausprobiert, werde ich noch nachholen.
Wäre es mit einem schwachen Filter dann möglich dem w20 mehr Hochton zu verpassen, ohne dabei Bass zu verlieren?
ayran
Stammgast
#24 erstellt: 18. Jul 2017, 13:13
Prinzipiell sollte das schon möglich sein.
Wenn du einen Filter mit weniger Widerstand ensetzt, ist ja mehr Mittel- bzw. Hochton vorhanden. Das hat auch Auswirkungen auf die persönliche Wahrnehmung des Tieftonbereiches. Die meisten Beschreibungen gehen dahingehend, dass du bei mehr Mittel-Hochton den Bass als präziser/schneller wahrnehmen wirst. Aus eigener Erfahrung kann ich das ebenfalls bestätigen.

Du solltest das einfach mal testen. Viel verkehrt machen kann man da nicht. Du wechselst ja einfach die Filter und setzt bei Nicht-Gefallen die Standard-Filter wieder ein. Da die Filter sehr günstig sind, entseht ja auch kein wirklicher finanzieller Schaden.
bartzky
Inventar
#25 erstellt: 18. Jul 2017, 13:53
Ich weiß gar nicht, ob der W20 überhaupt einen (von außen zugänglichen) Filter verbaut hat. Wenn nicht, dann geht die Anpassung natürlich nur in eine Richtung: weniger Hochton
Randysch
Stammgast
#26 erstellt: 18. Jul 2017, 15:08
Mhh ok.
Von außen erkennt man nur das Filter drin stecken, könnten aber auch nur Wachsguards sein?
Wo bestellt man diese Filter denn am besten?
bartzky
Inventar
#27 erstellt: 18. Jul 2017, 15:22

Randysch (Beitrag #26) schrieb:
Von außen erkennt man nur das Filter drin stecken, könnten aber auch nur Wachsguards sein?

Das könnte sein...


Wo bestellt man diese Filter denn am besten?

Entweder bei Mouser: Link zu den 7 Varianten mit 2,08mm Durchmesser
Oder bei Soundlink: Link zu Soundlink bei Aliexpress

Bei Mouser kommen noch 19% Mwst. oben drauf, bei Soundlink 19% Eust. für Bestellungen über 22€.

Ich vermute die 2,08mm Variante müsste passen, ayran weiß bestimmt genaueres
Randysch
Stammgast
#28 erstellt: 19. Jul 2017, 06:32
Danke!
Hab Westone mal angeschrieben bezüglich des Filters den man da sieht, werde berichten.
Hab mal nachgemessen, die 2,08 mm sollten passen
ayran
Stammgast
#29 erstellt: 20. Jul 2017, 16:32

bartzky (Beitrag #25) schrieb:
Wenn nicht, dann geht die Anpassung natürlich nur in eine Richtung: weniger Hochton :*


Ist das ernst gemeint? Wieso sollte das nur in eine Richtung gehen? Oder weißt du, welcher Filter im W20 werkelt? Wenn dort nicht grau drin steckt, dann wäre ja im HT noch etwas machbar.
bartzky
Inventar
#30 erstellt: 20. Jul 2017, 17:06

ayran (Beitrag #29) schrieb:

bartzky (Beitrag #25) schrieb:
Wenn nicht, dann geht die Anpassung natürlich nur in eine Richtung: weniger Hochton :*


Ist das ernst gemeint? Wieso sollte das nur in eine Richtung gehen? Oder weißt du, welcher Filter im W20 werkelt? Wenn dort nicht grau drin steckt, dann wäre ja im HT noch etwas machbar.

Ich sag ja: Wenn kein Filter verbaut wäre, dann ginge die Anpassung nur Richtung weniger Hochton. Mehr Hochton entlocken geht ja nur, wenn man den Filter gegen einen schwächeren austauscht. Die Möglichkeit fällt natürlich weg, wenn keiner verbaut ist
Was beim W20 genau der Fall ist, weiß ich nicht.
ayran
Stammgast
#31 erstellt: 20. Jul 2017, 18:01
Ahja, hatte ich falsch verstanden.
Ist dir schonmal ein BA-Hörer ohne Filter in die Hände gekommen?
Ich wüsste gerade nicht, dass ich sowas schon gesehen hätte.
Randysch
Stammgast
#32 erstellt: 20. Jul 2017, 18:08
Ich hab bei Westone nachgefragt, bisher aber noch keine Antwort
bartzky
Inventar
#33 erstellt: 20. Jul 2017, 18:19

ayran (Beitrag #31) schrieb:
Ahja, hatte ich falsch verstanden.
Ist dir schonmal ein BA-Hörer ohne Filter in die Hände gekommen?
Ich wüsste gerade nicht, dass ich sowas schon gesehen hätte.

Also ohne zugängliche Filter gibt es eine ganze Menge - ist auch bei so gut wie jedem CIEM so.
Designs, die komplett ohne Filter auskommen, gibt es glaube ich nicht ganz so häufig. Man bekommt allerdings auch nicht immer mit, was denn so alles verbaut ist. Ohne Filter fallen mir spontan die Campfire Audios und der Empire Ears Zeus ein.
Kellerkelly
Ist häufiger hier
#34 erstellt: 03. Okt 2017, 21:51
Sorry, dass ich den thread hier noch mal aus der Versenkung hole ...

@bartzky:
wie siehst du die Chancen, das Gehäuse eines Brainwavz M3 mit BA Treiber(n) zu bestücken? Als sich letztens bei meinen M3 auf einer Seite mal des Gehäuse geöffnet hatte (war am Übergang vom Alu zum Kunstoff aufgegangen - konnte ich mit Sekundenkleber wieder zusammensetzen), konnte ich einen Blick ins Innere werfen und war überrascht, wie viel Platz dort ist.

Könnte man - nicht ich, bin sehr wahrscheinlich Löt-Legastheniker - die M3 mit BA Treiber(n) bestücken?

Ich finde die Gehäuseform für meine Ohren sehr passend und hab auch keine Probleme damit, dass die Kabel nach unten gehen. Und nachdem ich nun schon einige IEs mit "Kabel-über-Ohr" Führung ausprobiert habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das nichts für mich ist. Mich stören die Kabel einfach, da ich sie die ganze Zeit oben an den Ohrmuscheln spüre und ständig korrigierend hingreife ... Die M3 setze ich ein und gut is ...

Mein letzter Versuch mit "Kabel-über-Ohr" waren die Brainwavz B200, welche mir zwar klanglich zusagen, ich aber o.g. Problem mit den Kabeln habe. Und da sich aufgrund der kürzlich vorgenommenen Preisanpassung seitens Brainwavz ein Wiederverkauf erübrigt (nicht lohnt), stellt sich mir nun die Frage, ob man die BA Treiber aus den B200 in das Gehäuse eines M3 verpflanzen könnte ... )

Was denkst du, könnte das passen und wenn ja, würde das Auswirkungen auf den Klangcharakter haben? Und wo könnte man das machen lassen? Dann würden die B200 wenigstens nicht in der Schublade versauern ...

Oder gibt es eine Mod, wie man das Kabel (der Brainwavz BA Serie) am "Über-Ohr" Teil "gebändigt" bekommt, damit es nicht so nach oben/außen absteht? Dann müssten die B200 nicht ausgeweidet werden ...
bartzky
Inventar
#35 erstellt: 04. Okt 2017, 13:12

Kellerkelly (Beitrag #34) schrieb:
Sorry, dass ich den thread hier noch mal aus der Versenkung hole ...

Dafür ist er doch da


Könnte man - nicht ich, bin sehr wahrscheinlich Löt-Legastheniker - die M3 mit BA Treiber(n) bestücken?

Ein paar Baustellen/Stolpersteine sehe ich da schon:

- Die Gehäuse dynamischer Inears bieten häufig zwar viel Platz, sind aber normalerweise eher rundlich/breit. BA Treiber sind schmaler, aber deutlich länglicher als dynamische. Im Bild im ersten Beitrag sieht man ja ganz deutlich, dass links und rechts vom neuen Treiber ordentlich Luft ist, allerdings ist das Gehäuse so flach, dass der Treiber so gerade eben gepasst hat. Wie das beim M3 ist, merkt man natürlich erst, wenn man versucht die Treiber da rein zu quetschen.

- Man muss die B200 Gehäuse öffnen ohne die Treiber zu beschädigen. Wenn im B200 die Treiber verbaut sind, die ich denke, dann hat der Basstreiber ein Vent. Falls man die Gehäuse sägen und nicht knacken möchte, muss man aufpassen das nicht zu verstopften.

- Im M3 müsste man den Treiber am Alu-Teil anbringen, aber an in Gehäusehälfte aus Plastik verlöten - das wird Feinarbeit.

- Um einen ähnlichen Klang zu erreichen müsste man mehrfach messen und probieren. Der Schallweg im neuen Gehäuse wird ein anderer sein und müsste ggf. noch modifiziert werden. Außerdem scheint der B200 einen orangenen Filter zu verwenden, den man auch noch im deutlich dickeren Schallröhrchen des M3 platzieren müsste.
Der Aufwand grenzt an eine Neuentwicklung

- Zuguteletzt besteht natürlich immer die Gefahr die Treiber beim Entlöten und erneutem Verlöten zu zerstören, oder andere Bauteile oder das Gehäuse kaputt zu machen.


Und wo könnte man das machen lassen?

Das ist die Frage. Können wird das theoretisch jeder Custom Hersteller à la InEar, Rhines, Vision Ears, Custom Art, Lime Ears usw... Ins Portfolio passt das wohl am ehesten bei Lear.
Ich habe da aber so meine Zweifel, dass irgendeiner dieser Hersteller das tatsächlich machen wird. Der Aufwand ist enorm und letztendlich arbeitet man mit unbekannten Produkten einer anderen Marke: Man weiß erst, was einen erwartet, wenn die Inears bereits zerstört sind.
Wenn das tatsächlich jemand machen wollen würde wird das sicherlich ziemlich teuer.


Oder gibt es eine Mod, wie man das Kabel (der Brainwavz BA Serie) am "Über-Ohr" Teil "gebändigt" bekommt, damit es nicht so nach oben/außen absteht? Dann müssten die B200 nicht ausgeweidet werden ...

Hattest du schon mal einen Inear mit drahtverstärktem Kabel? Würde sowas helfen?
Kellerkelly
Ist häufiger hier
#36 erstellt: 04. Okt 2017, 21:14
Besten Dank für deine detaillierte Antwort und Beurteilung des Aufwands und der potentiellen Stolpersteine.

Ich hatte ja vermutet, dass so eine "Transplantation" nicht ganz so trivial sein würde, aber dass es so komplex ist, hätte ich nicht gedacht. Naja, da war bei mir wohl der Wunsch der Vater des Gedankens, geboren aus der Naivität eines Ahnungslosen ... Aber gut, so bleibt der B200 von einer Zwangs-Organspende verschont.


Hattest du schon mal einen Inear mit drahtverstärktem Kabel? Würde sowas helfen?


In letzter Zeit hatte ich nur welche mit "normal verstärktem" Kabel (HEM4, B200) oder ohne Versteifung (Meelec A151) und bei diesen stör(t)en mich die widerspenstigen Kabel. Vor mehr als 2 Jahren hatte ich mal die Shure SE215 zum Testen dagehabt und die haben doch ein drahtverstärktes Kabel? Ich meine, das war besser - ist aber zu lange her, um es noch beurteilen zu können, es könnte aber durchaus helfen.

Ich hatte tatsächlich auch schon in Erwägung gezogen, die Kabel der B200 mit ganz dünnen "Basteldraht" zu versehen, um die Kabel in Form zu bringen. Aber wie das im Detail aussehen soll, also wie den Draht fixieren - umwickeln oder irgendwie kleben? Schrumpfschlauch? -, habe ich noch nicht weiter vertieft. Zumal es bei einem außen verlaufenden Draht durchaus auch zu Einbußen im Komfort kommen könnte ...

Das Kabel der B100, die du gereviewed (schreibt man das so?) hast, sieht ja ähnlich (identisch?) zu den B200 aus. Hast du noch eine Idee, wie man das Kabel in eine andere Form bekommt? Einfaches Biegen oder vorsichtiges Knicken haben bei mir nichts gebracht. Kann man den verstärkten Teil erhitzen und dann in Form bringen?
bartzky
Inventar
#37 erstellt: 06. Okt 2017, 11:00

Kellerkelly (Beitrag #36) schrieb:
Vor mehr als 2 Jahren hatte ich mal die Shure SE215 zum Testen dagehabt und die haben doch ein drahtverstärktes Kabel? Ich meine, das war besser - ist aber zu lange her, um es noch beurteilen zu können, es könnte aber durchaus helfen.

Ja genau, der hat ein drahtverstärktes Kabel.


Ich hatte tatsächlich auch schon in Erwägung gezogen, die Kabel der B200 mit ganz dünnen "Basteldraht" zu versehen, um die Kabel in Form zu bringen. Aber wie das im Detail aussehen soll, also wie den Draht fixieren - umwickeln oder irgendwie kleben? Schrumpfschlauch? -, habe ich noch nicht weiter vertieft. Zumal es bei einem außen verlaufenden Draht durchaus auch zu Einbußen im Komfort kommen könnte ...

Testweise kannst du das Kabel ja einfach mal umwickeln. Lässt sich ja problemlos wieder entfernen.
Ein Schrumpfschlauch wäre natürlich die elegante Lösung. Allerdings müsste die Schrumpfrate extrem hoch sein, da du den Schlauch über die Gehäuse bekommen müsstest.


Das Kabel der B100, die du gereviewed (schreibt man das so?) hast, sieht ja ähnlich (identisch?) zu den B200 aus.

"Gereviewed" hört sich gut an Sollte identisch sein.


Hast du noch eine Idee, wie man das Kabel in eine andere Form bekommt? Einfaches Biegen oder vorsichtiges Knicken haben bei mir nichts gebracht. Kann man den verstärkten Teil erhitzen und dann in Form bringen?

Könntest die Enden mal vorsichtig mit einem Haarfön erhitzen. Würde mir zwar keine allzu großen Hoffnungen machen, dass das klappt, aber wenn du den Fön nicht zu heiß machst, machst du ja auch nichts kaput. Wäre mal einen Versuch wert
Kellerkelly
Ist häufiger hier
#38 erstellt: 06. Okt 2017, 21:46

Testweise kannst du das Kabel ja einfach mal umwickeln. Lässt sich ja problemlos wieder entfernen.
...
Könntest die Enden mal vorsichtig mit einem Haarfön erhitzen ...


Danke. Werde ich Anfang nächster Woche mal probieren (die B200 liegen auf Arbeit ...) und Rückmeldung geben, ob es was gebracht hat.
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