Zukunft elektronische Frequenzgangkorrektur ?

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Soundwise
Inventar
#1 erstellt: 06. Okt 2017, 18:21
Hallo zusammen,
Tyll Hertsens von Inner Fidelity hat einen Artikel mit Video gepostet, in dem er über zukünftige Kopfhörer spricht („10 to 15 years from now“).

Ab 12:45 geht es um Frequenzgänge. Darin sagt er, dass einer der wichtigsten Faktoren die Linearität sein wird. Er glaubt, dass das in Zukunft nicht nur über idealisierte Konstruktion, sondern auch über elektronische Frequenzgangkorrektur passieren wird. Kopfhörer sollen also mit an das jeweilige Modell angepassten Verstärkern ausgeliefert werden, die mittels eingebautem DSP bzw. EQ den Frequenzgang bzw. sogar die Impulsantwort korrigieren.

Ich habe früher häufig Kopfhörer modifiziert, um einen lineareren Frequenzgang zu erreichen. Einfache Modifikationen wie das Austauschen der Ohrpolster mache ich immer noch.
Trotzdem höre ich ausschliesslich mit Android Smartphone und korrigiere Schwächen des angeschlossenen Kopfhörers mit einem 20 Band EQ und sounde das Ganze noch nach meinem Geschmack mit dem hervorragenden Tool Viper4Android.

Mit dem RME ADI 2 Pro gibt es nun z.B. einen KHV auf dem Markt mit eingebautem DSP bzw. EQ.

Was meint ihr, was die Zukunft bringt ? Wird elektronische Klangkorrektur zum neuen Standard ?
Mich würden eure Meinungen interessieren !

Gruß
Günther
bartzky
Inventar
#2 erstellt: 06. Okt 2017, 19:19
Ganz klar: DSP ist die Zukunft. Einmal um aus Schrott brauchbare Kopfhörer zu zaubern und andererseits um sehr gute Kopfhörer richtig gut oder sogar perfekt zu machen.
Für ersteres haben Bluetooth und Lightning den Weg geebnet; das zweite ist eher die Domäne von Geräten wie dem ADI-2 Pro, dem Smyth Realiser oder dem Sonoma One.

Wenn ich nicht gerade teste, höre ich meistens mit DSP. Da bleibt dann auch keine Stein mehr auf dem anderen: Frequenzgang, Phase, bzw. Impulsantwort und Crossfeed sind dann komplett angepasst
Flöff
Stammgast
#3 erstellt: 06. Okt 2017, 20:13
Ich würde nie mehr ohne Croosfeed mit Kopfhörern hören (Danke an den coolen Typ aus Post 2 )

Und natürlich: http://www.hifi-foru...um_id=211&thread=654


[Beitrag von Flöff am 06. Okt 2017, 20:20 bearbeitet]
ZeeeM
Inventar
#4 erstellt: 07. Okt 2017, 07:42
Smyth Realizer auf Singlechip und Batteriebetrieb eindampfen.
zuglufttier
Inventar
#5 erstellt: 08. Okt 2017, 13:54
Ich habe im Wohnzimmer einen MiniDSP für meine Lautsprecher und am Computer dann meinen Lambda Pro. Der wurde unter Windows mit Equalizer APO ein wenig glattgebügelt und unter Linux mach ich nun dasselbe...

Ich habe null Anreiz mir einen "besseren" Kopfhörer zu kaufen. Der Stax ist superbequem und er klingt einfach nur hervorragend.

Die DSPs sind aber vor allem für günstige Konstruktionen interessant, da kann man noch mehr Material einsparen. Oder aber auch aus einem Treiber fünf unterschiedlich gute Modelle machen. So wie heute eigentlich schon, nur eben noch weniger Aufwand bei der Herstellung, weil die Fertigung für alle Modelle identisch ausfallen kann...
Soundwise
Inventar
#6 erstellt: 08. Okt 2017, 14:53
Ich werde mir demnächst auch Equalizer APO installieren. Jetzt läuft Viper4Windows, hauptsächlich wegen dem EQ. Das wird nicht mehr aktualisiert und wird unter Win 10 regelmäßig automatisch deaktiviert und ich muss es jedes Mal wieder neu installieren

Ich könnte mir auch vorstellen, dass bei zukünftigen DAPs zumindest ein 20 Band EQ integriert wird. Dann lassen sich Frequenzgänge sinnvoll korrigieren. Ideal wäre auch, wenn so ein Tool wie Viper4Android bald Teil der Firmware von DAPs wird. Insbeondere die räumliche Darstellung läßt sich damit hervorragend beeinflussen.Ich kenn es zwar noch nicht persönlich aber Smyth als Teil der Firmware wäre natürlich auch cool.
Für mich ist V4A nicht mehr wegzudenken, daher höre ich seit Jahren mit Android Smartphones. Zuerst war es ein Samsung Galaxy S1, dann ein Note 2 und jetzt das tolle HTC 10. Das HTC 10 hat den Chord Mojo überflüssig gemacht - so gut ist es !
Mir genügt mittlerweile 1 Kopfhörer, der mir von der Tonalität grundsätzlich gefällt. Den Rest biege ich mit EQ und V4A hin.


[Beitrag von Soundwise am 08. Okt 2017, 14:56 bearbeitet]
Huo
Inventar
#7 erstellt: 12. Okt 2017, 07:14
Ich denke wenn Bluetooth vom Hifi-Markt akzeptiert wird, dann wird es in diese Richtung ausschlagen. Dann versteckt man im DAC am KHV Filter für die Impulsantwort und biegt den Frequenzgang gerade - womöglich mit mehreren Einstellungen (warm + neutral). Spricht absolut nichts dagegen. Im Gegenteil, das würde sogar besseren Sound für uns alle bedeuten. Wenn wir da angekommen sind, wird es auch interessant die eigene HRTF anzupassen.

Ein Problem wird bleiben, nämlich dass es keine perfekte Zielkurve gibt. Das liegt zum Einen an der persönlichen HRTF, zum Anderen aber auch durch unzureichende Forschung - Respekt an Olive, Welti, Toole und co., aber die Harman-Kurve hilft uns nicht weiter. Das darf noch nicht das Ergebnis nach so langer Forschung sein. Viel Erfahrung hilft und vielleicht kommt der nächst-beste Sound ja sogar hier aus dem Forum.
Ich sehe auch kommen, dass jemand mit Halbwissen die Zielkurve von Tyll übernimmt, damit sich der Kopfhörer linear misst. Dann weine ich aber. Dann wird es Software-Updates geben und der Kopfhörer ändert sich über Nacht dramatisch, usw. Alle werden sich drauf stürzen und es verkacken und wir werden drunter leiden. Das machen wir dann 2 Jahre mit und steigen wieder auf traditionelle Hardware um - es sei denn es macht einer von Anfang an alles richtig und der wird von allen kopiert.

Parallel wird sich DSP im Bluetooth-DAC verstecken. Aber das gehört erstmal dem Consumer Markt. Der wird von Großunternehmen wie Sony und Bose bedient. Wenn ich einen Nicht-Weinkenner losschicke Wein zu kaufen, dann bringt er mir lieblichen und süffigen Fusel. So ist das auch bei Audio.

Statt die Technik willkommen zu heißen, hat man im Hifi eine Offensiv-Bewegung gestartet. Was wäre auch Kabelklang ohne Kabel!? Und Auch aptX HD ist nicht "HD" sondern ebenfalls verlustbehaftet. Selbst wenn Lossless-Übertragung mit Bluetooth 6 oder so kommt, wird das nicht reichen. Der Hifi-User von heute hört nämlich mittlerweile viel besser als das Redbook-Format erlaubt. Genau die Pfeifen, die mir erzählen sie können 24 Bit hören, bemerken keine starke Verfärbung und Treble-Peak im Hochton und vergleichen Kabel aus dem Gedächtnis heraus.
Aber so ist das. Hifi ist auch eine Show! Ein Produkt muss nicht praktikabel sein, sondern es muss Emotionen auslösen. Das ganze Drumherum ist entscheidend. Deswegen denke ich, wird es mit dem Umstieg auf Bluetooth für uns noch etwas dauern.
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