DVB-t2 Signal schwankt (manchmal)

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Barfüßer
Neuling
#1 erstellt: 28. Nov 2019, 15:03
Hallo lieben Foren-Mitglieder,

ich schaue TV über DVB-t2 und habe seit kurzem mit stark schwankenden Signalen zu kämpfen. Es lief vorher ca. 2 Jahre problemlos und ich habe nichts am Setup geändert.
Das Phänomen tritt v.a. bei den schwächeren Sendern auf, zB denen auf K22 aus Augsburg (ca. 70km Luftlinie), jedoch teilweise auch bei den Ortssendern, die aus <10km Luftlinie mit 50kW (Sender Ulm-Ermingen) ausgestrahlt werden.
Testweise habe ich während einer solchen Phase mit schlechten Signalen mal auf eine aktive Zimmerantenne gewechselt (Kathrein BZD30). Dieses brachte jedoch keine Besserung, weshalb ich nicht auf einen Fehler an der (Antennen-)Anlage tippe.
Manchmal ist dann über Nacht alles wieder i.O., manchmal auch nicht...

Hat jemand mit ähnlichen Effekten zu tun?

Hier mein Setup:
* Dachantenne Wittenberg SN20 mit LTE-Filter (http://www.wittenberg-antennen.de/data/_uploaded/downloads/Datenbl%C3%A4tter/db-sn20-DVB.pdf)
* Mastverstärker Televes (https://www.televes.com/de/561801-nanokom-mastverstarker-lte790-1-digitale-dividende.html)
* Receiver Panasonic DMR-UBC80EGK

Grüßle
Ulli
KuNiRider
Inventar
#2 erstellt: 28. Nov 2019, 16:34
Du hast eine starke Außenantenne mit einem Verstärker für ca 30 Dosen kombiniert - ich hoffe da hängt auch eine entsprechende Verteilanlage dran.
Der Verdacht ist, dass es viel zu viel Pegel ist, wenn die Verteilung nicht ca 20....30dB dämpft. Viele Empfangsgeräte zeigen bei zuviel Pegel leider wieder weniger an, also 90% statt 110%

Ist der LTE-Sperrfilter auch am Verstärker aktiviert? (evtl. neuer LTE-Mast aktiv geworden)
Was zeigt der TV bei starken und bei schwachen Sender für einen Pegel und Qualität?
Mal den Pegelsteller am Verstärker probiert?
Das Netzteil für den Verstärker ist ok?
Schwanken die Pegel nur - Empfang über Reflektionen ist stark von der Nässe abhängig - und die Qualität bleibt hoch, dann ist es egal oder gibt es auch Störungen?
Empfangspegel nach Modulationsart

hier sieht man, dass der Pegel seeeehr gering seind darf, bevor es zu Problemen kommt.
Pegel vs. Qualität:
Als Vergleich und Abgrenzung hier mal als Vergleichsbeispiel: Eine Zeitung lesen.
Gute Qualität: Satter, scharfer schwarzer Druck auf blütenweißen Papier
Mittlere Qualität: Leicht ausgefranzter, dunkelgrauer Druck auf hellgrauem Papier
Mäßige Qualität: Stark ausgefranzter mittelgrauer Druck auf fleckigem hellgrauen Papier.
Sehr hoher Pegel: Gleisendes Sonnenlicht
Guter Pegel: Helles, schattenfreies Licht
Niedriger Pegel: Schummrige Beleuchtung

Bei guter Qualität hat kaum Jemand Probleme den Text zu lesen, egal wie das Licht ist.
Bei mittlerer Qualität wird es bei sehr hoher Beleuchtung (=Pegel) – dann hilft eine Sonnenbrille (= Dämpfungsglied)- und sehr niedrigem Pegel schon schwieriger.
Bei mäßiger Qualität muss Beleuchtung und schärfe des Auges (= Tunerqualität) schon passen, damit der Text lesbar ist.

Solange der Text aber lesbar ist, ist die Information immer genau gleich, daher gibt es im Digitalfernsehen auch keine Unterschiede ob da nun 95%P/95%Q oder 70%P/70%Q angezeigt werden. Erst darunter werden einzelne ‚Worte‘ nicht mehr lesbar und so wie wir im Kopf einzelne Worte erraten / ergänzen, versucht dies die Fehlerkorrektur eines Digitaltuners auch. Doch dieses erraten „was gemeint gewesen sein könnte“ ist halt keine exakte Wissenschaft und es kann zu Fehlern & Missverständnissen kommen, wie bei: „Komm wir essen, Opa“ ist was anderes als „Komm wir essen Opa“ auch wenn nur ein Komma fehlt ;-)
Barfüßer
Neuling
#3 erstellt: 29. Nov 2019, 08:45
Guten Morgen,

vielen Dank für die schnelle und umfangreiche Antwort :-)
Hier die Antwort auf Deine Fragen:

Hinter dem (Mast-)Verstärker hängt garkeine Dose, sonder nur eine Weiche, die die Signale wieder in UHF / VHF / UKW auftrennt. Den Pegel habe ich über den Poti am Verstärker so eingestellt, daß bei den starken Signalen gerade so 100% am Receiver erreicht wurden. Ich kann aber aufgrund fehlender Meßtechnik nicht genau überprüfen, ob das wirklich für jeden Kanal genau passt.

Der LTE-Filter ist auch am Verstärker aktiv. Allerdings decken sowohl der LTE-Filter an der Antenne, als auch am Verstärker nur den Bereich > 800Mhz ab, also nicht das LTE-Band 28.

Die Qualitätsanzeige am Receiver zeigt bei den starken Signalen 100%, bei den schwachen manchmal 90%, manchmal aber auch nur 40% (das verstehe ich auch nicht).
Die Pegelanzeige ist im Normalfall bei den starken Signalen 100%, bei den schwachen 70...90%. Seltsamerweise schwanken diese Werte auch nicht, sondern nur die Qualität.
Es gibt aber eben Tage, da sind die schwachen Sender minutenweise weg und wieder da. Auch in diesem Fall bleibt die Signalstärke erhalten, nur die Qualität geht dann bis auf 10...20% zurück.

Das Netzteil für den Verstärker ist ok, diesen Fehler kann ich ausschießen.
Bollze
Inventar
#4 erstellt: 29. Nov 2019, 10:35
In letzten Zeit gab es verstärkt Überreichweiten. Also, vielleicht stören nur weit entfernte Sender sporadisch das Signal.
Um so weiter die gewünschten Sendern entfernt stehen, um so schneller können diese durch Überreichweiten gestört werden.

Überreichenweiten gibt es besonders oft im Winter. Wir hatten eine ziemlich stabile und ungewöhnliche Luftmassengrenze in letzten Tagen über Deutschland. Im Osten warm, meist ruhig, im Westen kalt, Dazu noch ein riesiges und stabiles Russlandhoch, was von Osten her immer wieder Ruhe reinbrachte , also den Austausch der Luftmassen behindert hat. Die richtigen Zutaten für Überreichweiten waren da, nun müssen diese nur noch richtig "angerührt" werden.
Wenn bei sich eine kalte Luftmasse auf eine warme Luftmasse legt und sich eine scharfe grossflächige Luftmasssengrenze bildet, so werden an diese Grenze die Funkwellen nach unter gebrochen, und somit können entfernte Sender den Erdknick überwinden und paar hundert Kilometer auf einmal empfangen werden oder dort stören.
( siehe auch Invasionswetterlagen)

Warme Luft hat eine geringe Dichte, als kalte Luft, es passiert ungefähr das Gleiche mit den Funkwellen an der Luftmassengrenze. wie bei den Löffel im Wasserglas
https://www.experime...effel-lichtbrechung/

Falls bei nächsten Sturmtief oder Wetterumschwung keine Störungen mehr auftauchen, so ist das ein weiteres Indiz dafür, dass heute nur entfernte Sender stören.


Bollze


[Beitrag von Bollze am 29. Nov 2019, 10:44 bearbeitet]
Barfüßer
Neuling
#5 erstellt: 29. Nov 2019, 11:28
Die Idee mit den Überreichweiten ist mir auch schon in den Sinn gekommen.
Diese Signalschwankungen treten v.a. auf K22 auf, den ich vom Sender Augsburg-Hotelturm empfange (ca.70km Luftlinie, Richtung OSO, Polarisation horizontal).
Der Sender Pfänder (Vorarlberg) sendet ebenfalls auf K22 (ca.100km Luftlinie, Richtung S, Polarisation horizontal), jedoch befinden sich diese beide nicht im gleichen SFN:
Augsburg-Hotelturm: BR2 HD
Pfänder (Vorarlberg): ORS MUX ?

Vielleicht liegt es ja wirklich daran...ich werde mal die Wetterlage beobachten, wenn die Schwankungen auftreten.
Bollze
Inventar
#6 erstellt: 29. Nov 2019, 23:38
Leider ist bei Wiki nicht zu erfahren, wie stark der Pfänder auf Kanal 22 sendet und ob rund oder gerichtet.
Ich meine so lange der Empfang stabil ist braucht man sich keine Gedanken machen. Bei analogen Empfang hatte man früher bereits bei geringen Feldstärken eines Störers Störlinien auf den Bild . Hier ist man digital besser dran.
Man kann ja mal im Falle einer erneuten Störung einen Suchlauf starten und so schauen, welche Muxe noch auf einmal zu empfangen sind.

Bollze


[Beitrag von Bollze am 29. Nov 2019, 23:43 bearbeitet]
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