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Kabelklang und Tuninghintergrund

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Autor
Beitrag
Christian_Böckle
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 12. Jul 2004, 03:29
Kabelklang und Tuninghintergrund


Hallo liebe Foren-User

A) Kabelklang

Soeben habe ich einige provisorische Versuche zum umstrittenen Thema "Kabelklang" durchgeführt, und bin, wider Erwarten zum eindeutigen Ergebnis gekommen, daß er, sozusagen, bedingt existieren muß.

"Bedingt" aus vier Gründen:

1.) Das Ganze hängt wahrscheinlich sehr stark von der jeweiligen Konstellation, bzw., von den verwendeten Lautsprecherboxen in Verbindung mit dem angeschlossenen Verstärker ab.

2.) Der Einfluß des Lautsprecherkabels kann nur ein ohmscher sein.

3.) Beim Auftreten eines klanglichen Einflusses ist der Hochtonbereich betroffen.

4.) Falls ein Einfluß auftritt, ist dieser eher marginal.

Zur Versuchsanordnung (spartanisch):
Versuch an der geöffneten Box.
Vom Weichenausgang führt ein ca. 1,5m langes Kabel (0,75 Quadrat) zu den Kalotten-Hochtönern (Hier ist der Stromfluß gering, wodurch der Leitungsquerschnitt ja niedriger sein darf.).
Wenn ich nun dieses Kabel, ganz primitiv, einfach mit einem hochwertigen 6-Quadrat-Kabel überbrücke, geschieht folgendes:
Bei weißem Rauschen ist KEIN Unterschied feststellbar.
Aber:
Bei hochwertigen Musikpassagen ist eine Erhöhung der Brillanz hörbar (z.B. bei Schlagzeug). Hier bei mir eindeutig (Direkter A-B-Vergleich ohne Unterbrechung).

Nun, was schließe ich daraus?

Je größer der Leitungsquerschnitt (bzw., je niederohmiger das Kabel), desto besser ist das Ergebnis.

Welche Erklärung kann es dafür geben?
Natürlich nur rein physikalische und meßbare.

Die wahrscheinliche Ursache:

Passive Weichen in Lautsprecherboxen sind, meines Erachtens nach, "schwindlige" Gebilde, bestehend aus Spulen, Kondensatoren und Zementwiderständen.
Je nachdem, wie "direkt" diese Gebilde mit dem Verstärker verbunden sind, werden sie mehr oder weniger dazu gezwungen, seinen "Anordnungen" Folge zu leisten. Außerdem ergeben sich durch die Kombination von Spulen und Kondensatoren mitunter dubiose Wechselwirkungen.

Das ist alles.


B) CD-Player-Tuning

Gerade habe ich die Tuning-Maßnahmen meines Sony X33ES genauer untersucht. Dabei habe ich mich ausschließlich auf die WIRKLICH HÖRBAREN Maßnahmen konzentriert.
Und ich bin fündig geworden:

Neben den durchgeführten unsinnigen Voodoo-Maßnahmen (die ich ja anderorten schon hinlänglich beschrieben habe, und die alleinig dem Brimborium dienen) sind an den Operationsverstärkern (nach dem DA-Wandler) Änderungen erfolgt, die tatsächlich eine klangliche Auswirkung haben:

Es wurde schlicht und einfach eine Höhenanhebung vorgenommen! Für die Nichttechniker unter uns: Dazu bedarf es alleinig zweier kleiner keramischer Kondensatoren (Die Eigenschaften eines Operationsverstärkers werden von wenigen, von außen beschalteten Bauteilen bestimmt.).
Ergo:
Das Gerät ist dadurch in seinem Frequenzgang nicht mehr linear!

Daraus schließe ich:
Auch Verstärker werden dann sicher prinzipiell auf diese Art und Weise getunet!
Das heißt:
Es wird im Endeffekt (neben den unzähligen unsinnigen Maßnahmen), eine leichte Höhenanhebung durchgeführt, und, oh Wunder:
Der Klang wird "durchsichtiger"!

weggezogene Vorhanggrüße von
Christian
richi44
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 13. Jul 2004, 07:45
Lieber Christian,
Du hast bei Rauschen (egal welcher Färbung) nichts vernommen? Dabei ist doch Rauschen das eindeutig heikelste, das es gibt. Da behaupte ich, dass Du auch bei Musik nichts gehört haben kannst. Denn die Strippe zum Hochtöner hat auf den Totalwiderstand der Anordnung 0,?% Einfluss. Allenfalls könnte es sein, dass der Boxenbauer zur internen Verdrahtung keine Zwillingslitze (hundsgewöhnliches Kabel vom Baumarkt) verwendet hat, sondern Einzeldrähte. Und damit erzeugt man schon Induktivitäten, die den Klang messbar beeinflussen.
Bei normalen Lautsprecher-Zuleitungen kommen Einzeldrähte wohl kaum vor, sodass dieser Effekt nicht auftritt.
Ich habe mich schon gefragt, worin der Unterschied zwischen den verschiedenen Lautsprecherkabeln eigentlich bestehen soll. Am Dielektrikum kann es wohl kaum liegen, denn dieses hat erst bei x Megahertz und 4 Ohm Impedanz einen Einfluss. Wenn es am ohmschen Widerstand liegen würde, wäre grösserer Querschnitt die Lösung (ich weiss, der Skin-Effekt, der auch erst ab einigen hundert Kilohertz in die Diskussion kommt). Aber vieleicht liegt es am Kupfer, das aus Südamerika stammen muss und nicht aus Afrika, weil sonst der Klang eingedunkelt wird, oder so...
Was Du noch nicht getestet hast, ist das kleine Stück optisches Kabel zwischen DVD und Receiver. Das wäre doch mal eine Testreihe wert

Dass Höhenbetonungen das Klangbild transparenter machen, ist nicht neu und darauf sind auch schon renomierte Tonmeister hereingefallen. Man sollte halt eigentlich hergehen und ein Gerät vor dem Kauf durchmessen und den Schaltplan studieren und nachschauen, wo versteckte Klangverwürgungen eingebaut wurden. Und man sähe dann auch gleich, ob die OpAmps von der billigen Sorte sind (RC1458) oder ob etwas besseres verbaut wurde (NE5532). Und man könnte dann ausgedehnte Rauschtests durchführen, und das nach dem Kauf täglich 2 Stunden wiederholen.
Aber da bin ich mir sicher: Du und ich kaufen ein gutes Gerät zum Musik hören und nicht, damit wir uns anhand von Testsignalen täglich beweisen müssen, dass wir nicht nur das beste Gerät haben, sondern auch das ultimative Lautsprecherkabel...
In diesem Sinne
Einen schönen Tag wünscht Richi
Christian_Böckle
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 13. Jul 2004, 23:12
Hallo lieber Richi

""""((((Du hast bei Rauschen (egal welcher Färbung) nichts vernommen? Dabei ist doch Rauschen das eindeutig heikelste, das es gibt. Da behaupte ich, dass Du auch bei Musik nichts gehört haben kannst.))))""""

Da gebe ich Dir grundsätzlich Recht. Mit weißem Rauschen kann man z.B. gravierende "Löcher" im Frequenzgang orten, oder, bei Bewegung während des Hörens, Phasenprobleme zwischen einzelnen Lautsprecher-Chassis` eruieren.

Nur: Wenn sich z.B. der Pegel der Höhen nur um einige wenige Prozent verändert, kann man dies anhand von weißem Rauschen eher weniger erkennen, da alles vom Frequenzgemisch "zugemüllt" wird.

Aber:
Ich habe nachträglich mit dem Sinus-Generator und dem Oszilloskop nachgemessen, und den von mir beschriebenen Effekt messen können:
Ab ca. 9 kHz konnte ich Pegelunterschiede im Bereich von zwei Prozent gemessen. Und diese zwei Prozent konnte ich z.B. bei Schlagzeugpassagen hören.



"""(((....dass der Boxenbauer zur internen Verdrahtung....))))""""

Leider bin ich selbst der "Boxenbauer".
Mit meinen Boxen experimentiere ich schon seit 20 Jahren herum (aber doch eher selten).



""""((((Ich habe mich schon gefragt, worin der Unterschied zwischen den verschiedenen Lautsprecherkabeln eigentlich bestehen soll.))))""""

Bei definierter Länge (z.B. 4m) können sich Lautsprecherkabel nur durch ihren unterschiedlichen ohmschen Widerstand unterscheiden. Unter anderem kommt der Dämpfungsfaktor des Verstärkers nur bei einer niederohmigen Lautsprecherverbindung zum Tragen.

Noch ein interessanter Versuch (gerade habe ich eine eingerissene Schaumstoffsicke meiner Baß-Lautsprecher repariert (sehr alte Lautsprecher) und im selben Zuge alle Sicken mit dünnflüssigem Silikon getränkt.):

Wenn ich zwei parallelgeschaltete Baßlautsprecher vor mir liegen habe (ausgebaut), und ich bei Einem die Membran hineindrücke, so geht auch beim anderen Baßlautsprecher die Membran nach innen!
Sobald ich aber den Verstärker einschalte, tritt dieser Effekt nicht mehr auf, weil der Ausgang des Verstärkers sehr niederohmig ist (er schließt diese Spannung praktisch kurz.).

Noch etwas zu den NE3255: Von denen habe ich über 40 Stück in meine Mixer (Rack-Mischpulte) eingebaut (Da ich auch selbst komponiere, bin ich auch auf solche Geräte angewiesen).

Herzlichste Grüße von
Christian
hadez16
Stammgast
#4 erstellt: 14. Jul 2004, 07:32
also meinst du es würde etwas bringen wenn ich in meinen Boxen die Kabel zwischen Weiche und CHassis "verdickere" bzw. neue verlege?
Christian_Böckle
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 14. Jul 2004, 08:45
Hallo hadez 16

Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten.

Mein eingangs erwähntes Beispiel mit den Hochtönern ist NICHT allgemeingültig!
Grund:
In herkömmlichen Boxen ist der Leitungsweg zwischen Weiche und Hochtönern viel(!) kürzer. Und: In meinen Boxen sind vier Kalottenhochtöner parallelgeschaltet.

Wenn es sich um eine edle Lautsprecherbox handelt, müßte der Umbau natürlich sehr präzise erfolgen.

Meistens ist auch der Querschnitt der Leiterbahnen des Frequenzweichenprints eher gering (Natürlich könnte man hier Bereiche blank machen und verzinnen, oder Brücken verlegen.).
Die größte Stromaufnahme hat natürlich der Baßlautsprecher. In diesem Bereich ist ein großer Querschnitt natürlich am sinnvollsten.

Der klangliche Gewinn wäre aber, meines Erachtens, doch eher gering.
Wenn es Dir den Aufwand aber wert ist, spricht natürlich sonst nichts dagegen.

Herzliche Grüße von
Christian
pinkdagmar
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 14. Jul 2004, 11:27
hallo c. boeckle,
ich denke das automatisch die höhen klarer kommen wenn eine verbesserung eintritt. nun ist der klang nicht mehr in einem "brei" sondern mehr aufgefächert, dadurch kommt es dir so vor als ob die höhen angehoben sind.
Christian_Böckle
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 14. Jul 2004, 12:25
Hallo pink dagmar

Es kommt mir nicht nur so vor, als ob eine Höhenanhebung erfolgt ist, sondern es handelt sich um eine tatsächliche(!) Höhenanhebung. Schließlich habe ich das Ganze nicht nur gehört, sondern ich habe es auch gemessen (siehe oben)!

In meinem Falle habe ich mich aber für jene Variante entschieden, die weniger Hochtonpegel aufweist, da mein Lautsprechersystem sowieso gesoundet ist.

Der Klang ist aber, wie mir schon oft bestätigt wurde, hervorragend.
Auf der Boxenrückseite habe ich fünf Schalter eingebaut, mit denen ich unter anderem von einer "Phasenschweinerei" zur nächsten schalten kann.

Herzliche Grüße von
Christian
pinkdagmar
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 14. Jul 2004, 12:40
also wenn das so ist, wie du ja sagst, dann sind ja nun die höhen vordergründiger, will heißen, mitten und bässe sind zurückgenommen. dann hast du ja nun ein anderes klangbild... ich will nicht gleich sagen, daß es in richtung klassik geht... aber wahrscheinlich schon? oder.
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