Kenwood KA 3050R voller Matsche

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Timo.S
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 01. Jan 2026, 13:53
Hello und ein frohes Neues 🎊
In was bin ich da nun wieder rein gerutscht? Papas heiss geliebte (und gelaufene) Kenwood-Anlage aus den 90ern soll fit gemacht werden. Der DP5050 (CD) läuft wie geschmiert, der Kassettendreher KX3050 braucht neue Riemen und das Radio KT 1050L eine neue Antenne.
Ausgerechnet der Verstärker ist ziemlich krank. Eine grün-braune Pampe viel direkt ins Auge, nachdem die Haube ab war.
Nahe vom CD Eingang ist mindestens einer, vermutlich eher zwei große Elkos ausgelaufen (so erklärt mir eine KI, sei das Elektrolyt ausgelaufen)
https://ibb.co/KcjW15xS

Beim Reinigen ist mir auch direkt ein Draht entgegengekommen (mit dem Bilderupload habe ich gerade Probleme, hole ich gleich in einer Antwort nach)
https://ibb.co/j9sRgT0p

Als ich danach angefangen habe abzulöten ist mir dann auch der Löt-Kontakt abgerissen. Mit dem Multimeter konnte ich schnell feststellen, dass zumindest noch genügend Kupfer in Lochnähe ist, Vorschläge wie ich das wieder hinbekomme sind willkommen.

Insgesamt sind einige Teile unter der Matsche in Mitleidenschaft gezogen worden, und das wird meine größte Herausforderung.

Auch habe ich noch nie solche Elkos bestellen müssen, wenn ich nach 6.3 & 3.300 suche werden mir diverse größen vorgeschlagen, wie finde ich die richtigen?

Ausserdem brauche ich für das Ding neues Leiterpapier (das nenne ich einfach mal so, siehe folgendes Bild)
https://ibb.co/NgBh7MTx

Glück auf!


[Beitrag von Timo.S am 01. Jan 2026, 14:42 bearbeitet]
Timo.S
Schaut ab und zu mal vorbei
#2 erstellt: 01. Jan 2026, 14:40
Da es gerade nicht anders Möglich ist über einen externen Anbieter:

https://ibb.co/KcjW15xS

https://ibb.co/j9sRgT0p

https://ibb.co/NgBh7MTx
CarlM.
Inventar
#3 erstellt: 01. Jan 2026, 15:12
Die beiden Elkos gehören zum Phono-EQ-Vorverstärker. Dies ist ein bekanntes Problem der Serie. Dummerweise ist der auslaufende Elektrolyt stark korrosiv. In vielen Fällen sind dann sogar die Leiterbahnen auf der Platinenunterseite beschädigt. Wenn es irgendwie möglich ist, sollte man die Platine ausbauen und in dem Bereich mit Wasser abspülen. Ich benutze eine alte Zahnbürste und spüle zweimal mit dest. Wasser ("Bügeleisenwasser" vom Discounter) nach. Grüne Kupfersalzkrusten müssen natürlich vorher mechanisch entfernt werden (Gummihandschuhe!).
Ob man Leiterbahnen sogar mit neuem Draht reparieren muss, ist zu prüfen. Am Ende sollte man dann Platinenlack zum Schutz verwenden.

Bevor man Ersatz bestellt, sollte man den Durchmesser und das Rastermaß ausmessen und dann den Elko mit der höchsten Spannungsfestigkeit wählen, der noch passt.

Hinter den Transistoren befindet sich überlicherweise keine Pappe, sondern ein dünnes mit Wärmeleitpaste bestrichenes Glimmerplättchen.
Gib in die Suche von Ibäh ein:
296666148987

Hier gibt es das Service Manual:
https://elektrotanya...sm.pdf/download.html


[Beitrag von CarlM. am 01. Jan 2026, 15:20 bearbeitet]
Valenzband
Inventar
#4 erstellt: 01. Jan 2026, 17:37
Evtl. ist es einfacher und besser sich nach einem baugleichen Amp umzuschauen, der noch kaum, zumindest noch nicht so extreme Korrosion zeigt.
Auf ebay gibts da eine ganze Menge, nicht selten mit passenden "Beifang"-Geräten zu recht niedrigen Preisen. Sofern die noch irgendwie funktionieren sollte man sehr zeitnah die Elkos erneuern. Wenn Elkos schon geschädigt sind übergeben sie sich im Betrieb oft recht heftig und verursachen erhebliche Kollateralschäden, z.T. auch infolge internem Kurzschluß..


[Beitrag von Valenzband am 01. Jan 2026, 17:40 bearbeitet]
Timo.S
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 01. Jan 2026, 17:38
Das wird also einiges an Zeit in Anspruch nehmen.
Sonst habe ich mich über wunde Finger durch winzige Steckverbindungen aufgeregt, bei dem Ding ist alles verlötet 🫠

Der Verstärker lief tatsächlich jeden Sommer. Die letzten 15-20 Jahre stand die Anlage übrigens im Gartenhaus, von wo aus sie jetzt wieder in die Stube soll. Wenn ich an den betroffenen Stellen ablöten möchte quillt die Platine auf. Vermutlich ist es am besten das Mainboard zu tauschen, wenn ich so ein Gerät gebraucht finden sollte. Der Sentimentale Wert ist für meinen Vater echt groß.

Ps: die Schäden sind auf den ersten beiden Bildern recht gut zu erkennen. Wenn alles gut läuft habe ich morgen neues Lötzinn, dann kann ich weiter ablösen. So weit wollte ich nie gehen 🥲


[Beitrag von Timo.S am 01. Jan 2026, 17:45 bearbeitet]
CarlM.
Inventar
#6 erstellt: 01. Jan 2026, 17:54

Timo.S (Beitrag #5) schrieb:
Sonst habe ich mich über wunde Finger durch winzige Steckverbindungen aufgeregt, bei dem Ding ist alles verlötet 🫠


Das sehe ich anders. es sind fast alles Steckkontakte. Bei den breiten (schwarzen) Kabeln nahe der Front ist das Innere des weißen Platinenverbinders beweglich. Wenn man das Innenteil nach unten drückt, kann man das Kabel herausziehen.
Der kleine Stecker kann herausgezogen werden. Die anderen Kabel sind sehr lang und müssen nicht gelöst werden.

Ich schraube die komplette Platine zusammen mit dem Kühlkörper ab. Dann muss man die Transistoren nicht abschrauben.

Zu den Elkos. Die beiden 3300uF 6,3V sind die einzigen, die für's Auslaufen bekannt sind. Das ist zudem ein Bereich, der nicht besonders risikoreich ist (Phono). Natürlich sollte man die anderen Elkos auch angucken. Da aber alles sehr "luftig" ist, sind die Elkos kaum Hitzestress ausgesetzt.

Wenn die Platine draußen ist, könnte man auch das Lautsprecher-Relais (Platinenmitte bei den beiden großen Siebelkos) prophylaktisch tauschen.


[Beitrag von CarlM. am 01. Jan 2026, 17:57 bearbeitet]
Timo.S
Schaut ab und zu mal vorbei
#7 erstellt: 01. Jan 2026, 18:58
Es tut mir Leid, aber ich muss schon sehr blind sein. Drei Teile, sind schon ab und waren alle gelötet. Die anderen beiden (von der Front) sind auch mit direkt an der Platine.

Wie auf den Bildern zu sehen sind die Eingänge, CD und Tuner betroffen
https://ibb.co/MkrLYbnx
https://ibb.co/8nwfTKqQ

Edit: es sieht hat schon so aus als bräuchte ich eine Brille, jedoch selbst mit dem von der Platine gelösten Teil bekomme ich den Mechanismus nicht geöffnet.
Pps: nur der eine. Die anderen sind verlötet


[Beitrag von Timo.S am 01. Jan 2026, 19:16 bearbeitet]
Valenzband
Inventar
#8 erstellt: 01. Jan 2026, 18:58

Timo.S (Beitrag #5) schrieb:
Die letzten 15-20 Jahre stand die Anlage übrigens im Gartenhaus, von wo aus sie jetzt wieder in die Stube soll. Wenn ich an den betroffenen Stellen ablöten möchte quillt die Platine auf. Vermutlich ist es am besten das Mainboard zu tauschen, wenn ich so ein Gerät gebraucht finden sollte. Der Sentimentale Wert ist für meinen Vater echt groß.

Die häufig und stark wechselnden Temperaturen und Feuchtigkeiten über viele Jahre in Gartenhäusern, Garagen und Dachböden sind erfahrungsgemäß die sichersten Killer für alles Mögliche: Schalter, Steckkontakte, Elkos und sogar Lötverbindungen. Quasi ein dauerhafter "Klimatest". Das Teil ist einfach nicht mehr sinnvoll zu retten.
Beschaffe lieber einen baugleichen Amp und restauriere ihn soweit nötig (alte Elkos sind oft Fehlerquellen). Achte auf den äußeren Zustand, der gepflegt erscheinen sollte.
Verstaubte, versiffte, verkratzte oder verrauchte Geräte (auch in den Ecken) grundsätzlich stehen lassen. Deren Substanz hat durch den Vorbesitzer schon zu sehr gelitten


[Beitrag von Valenzband am 01. Jan 2026, 19:00 bearbeitet]
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