Sony Za-5ES Problem

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Matze7765
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 27. Jan 2026, 19:49
Hallo zusammen,

ich habe ein Problem mit einem Sony DTC-ZA5ES DAT-Recorder und komme alleine nicht mehr weiter.

Kurz zum Verhalten:

Wiedergabe:

Funktioniert einwandfrei (Analog und Digital).

Analoge Aufnahme:

Bei 48 kHz Funktioniert die Aufnahme und Wiedergabe ganz normall

Bei 44,1 kHz passiert Folgendes:

Aufnahme startet
Die voraufnahme wird nicht gelöscht
Laufwerksfunktionen (Stop, Pause, Auswurf Write ID etc.) reagieren nicht mehr
Erst nach Zurückschalten auf 48 kHz während der Aufnahme ist das Gerät wieder vollständig bedienbar

Digitale Aufnahme (optisch & coax):

Das Gerät erkennt das Digitalsignal korrekt
Pegelanzeige reagiert
Start-IDs / Subcode werden geschrieben
Auf dem Band ist jedoch kein Audio hörbar
Die Aufnahme läuft formal durch, aber das Band bleibt inhaltlich leer
Die Bedienung bleibt dabei normal (keine Blockade wie bei Analog 44,1 kHz)

Jetzt ist nur die Frage war an das liegt.

Das Laufwerk funktioniert einwandfrei. Es wurde vor ca 5 Jahren gewartet inkl Kopftrommel Verstärker überholt.

Das Gerät stand ca 3 Jahre eingepackt im Gästezimmer wie alle anderen Geräte auch.

Beim abspielen ist mir das natürlich nicht aufgefallen, erst als ich mir ein neues Tape aufnehmen wollte. Leider nach dem die Kassette fast voll war.

Hatte jemand schon mal das Problem? Oder kann mir jemand sagen an was das liegen könnte. Messgeräte inkl. Oszilloskop wären vorhanden aber ich weiß nicht mal wo ich anfangen soll.....

LG Matze
CarlM.
Inventar
#2 erstellt: 27. Jan 2026, 20:49
Du hast Dir sicherlich schon das Service Manual besorgt? Es ist ja im Netz verfügbar.
Auf Seite 42 (von 68 nach pdf) kannst Du den Signalweg vom Schalter zum Prozessor IC701 verfolgen.
Das Ganze funktioniert ja so, dass die Positionen der Schalter/Taster, die in der Leitung AD4 liegen einen spezifischen Gesamtwiderstand bilden und zusammen mit dem Widerstand R705 6,8k eine definierte Spannung generieren, die eine bestimmte Funktion der CPU auslösen.
Entsteht aber durch Kontaktprobleme oder Schmutz ein undefinierter Wert, hat die CPU ein Problem, das sich auch auf die anderen Leitungen wie AD1 (Rec, Pause ...) auswirken kann.

Da die anderen Funktionen alle funktionieren würde ich nicht von einem Defekt der CPU ausgehen. Letztlich passt ja auch die mehrmonatige Standzeit zu einem Kontaktproblem.
Als Erstes sollte Du bei gezogenem Netzstecker den Schalter und die betreffenden Widerstände in der Leistung von AD4 kontrollieren.


[Beitrag von CarlM. am 27. Jan 2026, 20:51 bearbeitet]
B-Bear
Stammgast
#3 erstellt: 27. Jan 2026, 21:08
Möchtest du CDs kopieren?
Sal
Inventar
#4 erstellt: 27. Jan 2026, 22:00

B-Bear (Beitrag #3) schrieb:
Möchtest du CDs kopieren?

Läge es an einem via SPDF/Toslink durchgereichten Kopierschutz,
würde die Kiste erst gar nicht zum Aufnehmen anlaufen…
Matze7765
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 28. Jan 2026, 08:09
Guten Morgen,

Vielen Dank für eure Antworten,

Das mit dem Schalter werde ich heute nach der Arbeit prüfen.

Als ich heute morgen mal an dem Dat Deck gesessen habe ist mir was aufgefallen, weil es ruhig war und ich keine Musik an hatte.

Wenn man eine Kassette mit einer Aufnahme mit 48khz einlegt ohne Play zu drucken, dann dreht die Kopftrommel normal. Wenn ich dann aber Aufnahme drücke und 44.1khz einstelle dann schwankt die Drehzahl der Kopftrommel.
Stelle ich wieder, ohne Stopp zu drücken, auf 48khz Aufnahme dann läuft sie wieder normal.

Ich dachte erst dass das an dem LED Licht liegt das es so komisch aussieht. Aber man hört es auch.
Dabei spielt es keine Rolle ob die Aufnahme gestartet ist oder nicht.

Ich habe leider nicht eine Kassette die mit 44.1 kHz aufgenommen ist.

Allerdings schwankt die Drehzahl auch wenn ich die Kassette einlege wo die nicht vorhandene 44.1khz Musik drauf ist. Also die, wo ich gedacht habe das ich Musik aufnehme aber nicht drauf war.

Sobald das Deck in den 44.1khz Modus geht, Aufnahme gedrückt oder nicht, schwankt die Drehzahl der Kopftrommel. Auch im Stopp Betrieb ohne Wiedergabe.

Ich habe mal 2 Videos gemacht.

44.1khz
https://youtube.com/shorts/dchqReX1Vu4?si=pxcSEAbs1WSxxVP2

48khz
https://youtube.com/shorts/kQuHtk2P7V4?si=YEyKbM5qMb3_O9JM

Dass Das Deck so nicht aufnehmen kann ist klar, aber warum ist das so? Ich hoffe nicht das die Kopftrommel hinüber ist.

Ach ja, bei Long play ist die Drehzahl auch normal.

Ich könnte heulen, mein schönes Deck......
Valenzband
Inventar
#6 erstellt: 28. Jan 2026, 09:56
Welche Messgeräte hast du? Du bräuchtest in jedem Fall ein Multimeter und ein Oszi (50MHz oder höher) mit 10:1 Tastköpfen.
Matze7765
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 28. Jan 2026, 09:59
Ich habe ein Tisch Multimeter was vernünftig ist und ein Oszilloskop von Rigol mit 100mhz inkl passenden Tastköpfen zur Verfügung.
Valenzband
Inventar
#8 erstellt: 28. Jan 2026, 17:36
Zunächst einmal gebe ich vorsichtig Entwarnung. Wenn der DAT bei 48kHz noch funktioniert kann nichts an der Mechanik oder der Drum daneben sein.
Bei Aufnahme wird der gesamte Systemtakt je nach gewählter Sample Rate entweder von einem 24MHz (X301) oder einem 22MHz (X302) Quarz abgeleitet, die beide auf der Audioplatine sitzen (Seite 49 im Sony-Manual, nicht "Acrobat-Seite". Quadrant 18-19 / c-d).
Dort sind zwei Stellen mit eingekreisten Ziffern 1 und 2 zu sehen, die näherungsweise den Ausgang (IC Ausgänge "darüber") der jeweiligen Quarzoszillatoren markieren.
Dort kann man mit einem niederkapazitiven Tastkopf beide Frequenzen kontrollieren. Je nach Vorwahl ist immer nur einer der beiden Oszillatoren aktiv.
Man kann alternativ an R308 messen. Dort ist die Belastung weniger kritisch und die Frequenz muss dort genau die Hälfte des gerade aktiven Ouarzoszillators betragen. An diesem Punkt ist die Umschaltung automatisch schon enthalten, es kommt sowohl mit "44.1kHz" als auch "48kHz" Stellung immer ein Signal mit der halben Frequenz des "richtigen" Oszillators an.

Prüfe die Frequenzen einmal so gut wie möglich mit dem Oszi nach. Manchmal gehen Quarze so kaputt, dass sie irgendeine wilde Frequenz erzeugen, mit der das System nichts mehr anfangen kann. Das würde auch ganz gut zum Fehlerbild passen, weil die 48kHz noch einwandfrei laufen.


[Beitrag von Valenzband am 28. Jan 2026, 17:42 bearbeitet]
Matze7765
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 28. Jan 2026, 19:39
Guten Abend,

Ich habe das mal gemessen und du hast völlig recht. Der 22mhz Quarz hat einen Weg. Der schwankt ständig hin und her. Zwischen 20 und 22.

Ich habe mir einen bei reichelt bestellt und den anderen mache ich auch gleich neu. Vorsichtshalber.

Hab vielen vielen Dank für deine Hilfe. Ich wäre darauf sehr viel später gekommen oder nie.

Was ich noch nicht ganz verstehe warum die Pegel Meter bei 44.1 KHz trotzdem normal angezeigt haben obwohl der Quarz so schwingt. Außerdem haben die Tasten ja auch gesponnen. Das hat mich völlig verwirrt.
Ist denn der Quarz auch für die Tasten verantwortlich?

LG Matze
Valenzband
Inventar
#10 erstellt: 28. Jan 2026, 21:01
Die Tastenauswertung und Pegelmeter erfolgen im gleichen IC 701, das einen eigenen Takt generiert.und die ausgewerteten Befehle per Handshake den Servo Controllern übergibt.
Das scheint im Fall des Fehlers nicht mehr zu funktionieren, vermutlich weil eine der PLL-Regelschleifen im Servo nicht stabil einrastet und damit einhergehend alle Lauffwerksbefehle (und ggf. mehr) verweigert werden. Gewissermaßen eine Art Schutzfunktion; "Mach nix solange die Kiste noch nicht stabil läuft". Der ADC kann selbst mit einem "eiernden" Takt noch Daten an das Pegel-Display liefern.
Zum Chipsatz findet man leider kaum vollständige Informationen, zu speziell von Sony für Sony. Außerdem eben sehr auf DAT (teilweise noch Video-8) zugeschnítten.
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