Universum 5000 Verstärker: plötzlich kein Ton mehr

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salamander1
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 29. Jan 2026, 19:19
Hallo, ich habe einen alten Universum Verstärker System 5000. Sieht so aus, als wenn der Rotel RA-713 bauglech ist. Leider habe ich keinen Schaltplan. Nur das hier fand ich im Netz. Also sobald man das Geräte anschaltet, geht Beleuchtung, aber das Relais reagiert nicht. Auhc beim Ausschalten keine Reaktion. Sicherungen sind alle i.O. Die Spule am Relai habe an den beiden weißen Anschlüssen einen Wert von ca. 13k OHm. Auf der Platine messe ich an den Pins (siehe Bild schwarze Pfeile) um die 9-10 Volt.
Das Gerät stand lange rum, wurde vor einigen Wochen halt mal wieder in Betrieb genommen. Beleuchtung erneuert und gereinigt. Lief alles tadelos. Keine Aussetzer etc. auch nach ein paar Std. Betrieb. Nun vor dem Ausfall wurde das Gerät auch nicht überlasstet, um evtl. die Schutzschaltung aktiv zu schalten.
Vielleicht kann mir ja einer von euch mal Tipps geben, wo ich vermutlich den Fehler eingrenzen könnte. Verbranntes Relais? Wenn man das manuell schaltet? Ach noch eins, es schaltet beim Einschalten meiner Meinung das Relais, muss gestehen nicht so drauf geachtet, aber interessant ist, wenn man vor dem Ausfall das Gerät ausgeschaltet hatte, bekamen die Lautsprecher immer noch ein Ausschaltsignal, ähnlich wie früher beim Einschalten eines Braun Regie510, aber geringer.
Bisher habe ich leider keine Erfahrungen mit solchen Verstärker Defekten, dass einzige was ich wieder repariert bekam, war ein damliger Braun Regie 510, wo bekanntlich ein bestimmtes Bauteil durchbrannte und ich das erneuerte. Was das noch war, keine Ahnung lange her. Nur das Gerät hatte auch keine Funktion mehr. Lief danach aber wieder super.
Hier noch ein paar Bilder.Bild1
bild2
Bezeichnungen
salamander1
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 29. Jan 2026, 19:22
sehe aber auch, dass das Relais ein Überlastungsrelais ist und kein Verzögerungs, Einschaltrelais ist.
CarlM.
Inventar
#3 erstellt: 29. Jan 2026, 19:34
Falls das Gerät baugleich zum Rotel ist, gibt es hier das Service Manual:
https://elektrotanya.com/rotel_ra-713_sm.pdf/download.html#dl

Es enthält auch ein "Troubleshooting" zur Vorgehensweise beio Defekten.

Wenn beide Kanäle gleichermaßen betroffen sind, solltest Du zunächst - nach einer intensiven Sichtprüfung inkl. Sicherungen - die Relais-Steuerung ansehen.
Klemme das schwarze Messkabel des Multimeter an einen geeigneten Massepunkt (GND) und messe dann nacheinander die Spannungen an der Spule des Relais - ersatzweise an der parallel geschalteten Freilaufdiode D901.
Das Relais bitte nicht überbrücken.

p.s.
Die Brücken zwischen den Buchsen Pre Out --- Main In an der Rückseite sind gesteckt?


[Beitrag von CarlM. am 29. Jan 2026, 19:41 bearbeitet]
salamander1
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 29. Jan 2026, 20:42
@CalM.
Danke für Deine schnelle Hilfe. Ja, dass ist super werde ich gleich mal schauen.
Ich kann aber nun berichten. habe den Ton wieder an den LS Ausgängen, denn das Relais zieht nicht selber mehr an. Mache ich das manuell, ist der Ton wieder vorhanden.
Nun geht das eben darum, Relais defekt? Oder Spannungsversorgung? Kein Elko ist aufgebläht, was ja kein Garant ist, dass er nicht doch hin ist bzw. die Werte nicht mehr bring. Obwohl bei den damaligen Geräten wurde so hohe Toleranzen verbaut und selbst ein Elko aus einem 1974 Wega Frequenzweiche hatte nachdem Tausch noch die gleichen Werte wie den neuen, den ich einbaute.
Jedenalls bin ich soweit erstmal fündig geworden und in einem Servicemanuell was ich auch schon fand für Rotel, war der Hinweis eben Pre Out zu prüfen und da wurde das Relais schon angedeutet. Ob ich so eins überhaupt noch bekomme? Muss wohl erst mal raus bekommen.
Zudem stelle ich noch ein Bild rein und den Spuren an den Elkos. Dachte damals, dass die ausgelaufen wären, sind aber oben total zu. Also dachte ich, dass war damaliger Kleber zwecks Vibrationssicherung?!?!
Platine
salamander1
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 29. Jan 2026, 20:52
Bilder waren nicht so gut hier noch mal hoffentlich besser zu sehen
b1
b2
b3
CarlM.
Inventar
#6 erstellt: 29. Jan 2026, 21:06
Du musst den Relais-Defekt präzise analysieren. Schließlich schaltet das Relais nicht frei, um Deine Lautsprecher vor Gleichspannung und somit vor dem "stillen Tod" zu schützen. Gleichspannung erhitzt die Schwingspulen, ohne dass man es hört.

Möglichkeiten:
- Es liegt ein Defekt der Endstufe vor (auch wenn es sich normal anhört)
- Die Relais- bzw. Schutzschaltung hat einen Defekt
- Das Relais ist defekt
- Ein Bereich der Spannungsversorgung ist defekt.

Vorgehensweise:
- Messung der Gleichspannung an beiden Endstufenausgängen (DC.Offset):
Multimeter COM (schwarz) an Chassis oder schwarze Buchse des LS-Terminals
Messung mir ROT (0 .. 2 VDC) an L601 und L602. Das sind jeweils die Drosseln.
Sollwert: so gering wie möglich aber unter 100 mVDC.

Falls okay:
- Messung der Spannungen an den beiden Enden der Freilauf-Diode (s.o.)
Wenn die Schaltung das Relais eigentlich freischaltet muss eine Seite die auf dem Relais aufgedruckte Spannung haben (z.B. 24 VDC), die andere Seite aber einen deutlich niedrigeren Wert (z.B. 0,8 VDC). Habe beide Seite 24 VDC, gibt die Schaltung das Relais nicht frei. Haben beide Seiten einen sehr niedrigen Wert, ist ein Defekt der Spannungsversorg (für die Relaissteuerung) defekt.

Achtung bei den Messungen! Am besten im ausgeschalteten Zustand simulieren, wo Du messen willst. Abrutschen mit den Messspitzen kann fatale Wirkung haben.


[Beitrag von CarlM. am 29. Jan 2026, 21:09 bearbeitet]
salamander1
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 10. Feb 2026, 19:36
Hallo,
so endlich melde ich mich noch mal zurück und kann berichten, das Teil ist wieder heil. Was war es?
Es lag an einem Kondensator für Lautsrpecher Schutzschaltung. Es konnte nicht genügend Spannung aufgebaut werden, damit die Schaltung das Relais anziehen konnte. Der Kodensator hatte sein halbe Leistung verloren.
Dank eines User im Netz und einem, zum Glück baugleichen Rotel Schaltplan, konnte der mögliche Fehler eingegrenzt werden.
Und wenn man das Gerät schon auf hat, dachte ich mir, evtl. den Netztrafo auf 230 Volt umstellen, weil alle diese alten Geräte nur 220 Volt können. Nur leider ist nicht der gleiche Netztrafo verbaut, wie im Rotel, der nämlich sämtliche Spannungen bis 240 Volt schon 1979 schaltbar verbaut wurde.
Mein Trafo sieht von innen noch so einfach, wie ein alter herkömmlicher aus. Keine Anschlusspins. Gibt wohl nur zwei Kabelverbindungen, denn den Deckel ganz bekam ich nicht ab.
Nun gut. einerseits sollen die alten Geräte hohe Toleranzen damals haben, anderseits meinen andere, es wäre besser auf 230 Volt umzustellen.
Einen günstigen Vorschalt Spartransformator 230/220 , wie mal Voltcraft gibt es wohl nicht mehr.
Größere Modelle, für 110,220 usw. lohnen den Aufwand für das Gerät einfach nicht mehr.
Nun läuft er ja wieder.
Frage mich aber, ob solche früheren Verstärker trotz Einschaltrelais gegen den Impuls an die Lautsprecher, beim Ausschalten dorch etwas knackt. Zumindest knallt es nicht beim Einschalten, wie bei einem Braun Regie510. Naja, was solls. Es geht ja.
hf500
Moderator
#8 erstellt: 10. Feb 2026, 20:29
Moin,
wenn die Netzspannung nicht dauerhaft in der Gegend von 240V liegt (die Netzspannungstoleranz ist 230V +-10%) muss man sich bei 220V-Geraeten an 230V keine Gedanken machen. Diese Spannung mussten die Geraete immer schon aushalten koennen. Schliesslich wurde das Netz damals mit 230V gespeist (Trafoausgangsspannung), so dass man immer mit 230V rechnen musste.
Bei 240V Netzspannung kommt es darauf an. Haben die Ladekondensatoren hinter den Gleichrichtern ausreichende Spannungsreserven? Sind Kuehlkoerper von Stabilisierungsstufen ausreichend bemessen? Hat der Netztrafo noch Reserven oder ist er am Rand der Saettigung?


73
Peter
CHICKENMILK
Inventar
#9 erstellt: 13. Feb 2026, 10:53
Wenn der Elko in der Lautsprecher-Schutzschaltung bereits so massiv an der Kapazität verloren hat, dann werden weitere Elkos bereits betroffen sein oder in absehbarer Zeit folgen.
Hier lohnt ein Austausch sämtlicher Elkos, wobei die neuen Typen auf die nächste Spannungsfestigkeitsstufe angehoben werden sollten.
Gerade die Siebelkos nach dem Trafo sind bei Geräten dieser Baujahre durch die Spannungserhöhung oft zu knapp bemessen.
Die nächste Spannungsfestigkeitsstufe kostete dem Hersteller gleich um einiges mehr, somit waren die Reserven oft sehr gering.

In deinem Fall dürften im Universum 10.000µF 50V verbaut sein.
Du kannst auch 12.000µF - 15.000µF einbauen, aber nimm gleich 63V Typen.
Die kosten nicht die Welt.

Es wäre ratsam die Rail-Spannung zu messen.
Denn Universum Geräte weichen manchmal etwas von den Verwandten Marken-Herstellern ab.
Somit wäre die Service-Manual des Rotel RA-713 mit etwas Vorsicht heran zu ziehen.

So hat ein Goldstar GSA8500 einen größeren Trafo, andere Leistungstransistoren und eine höhere Railspannung als der vermeintlich
baugleiche Universum Dynamics 2500.
CarlM.
Inventar
#10 erstellt: 13. Feb 2026, 11:41
Grundsätzlich könnte man prüfen, ob die primärseitige Zuführung der Netzspannung auf 240 V~ umgelötet werden kann.
Dies sollte der Fall sein, wenn es drei Adern braun - blau - weiß gibt. und die blaue Ader aktuell nicht genutzt wird.
In dem Fall wird braun beibehalten und die weiße Ader durch die blaue ersetzt.

Zu den Siebelkos.
Da die Siebelkos in einer Halterung sitzen, könnte man jeweils eine Zuleitung leicht ablöten und den jeweiligen Elko prüfen.
Vorher prüfen, ob sie entladen sind (was wegen der beiden Widerstände 5,6k automatisch passieren sollte). Widerstand zur Prüfung einseitig ablöten und die Messung nicht zu verfälschen.
Nach meiner Erfahrung sind Siebelkos wegen ihres Verhältnisses von Volumen zu Oberfläche eher selten defekt. Der Zustand anderer Elkos sagt dazu nichts aus.

Die Gleichrichter bekommen lt. SM bei 220 V~ 2x 27,7V~. Bei 240 V~ wären dies jeweils ca. 30 V~ (Trafo auf 220 V~ eingestellt).
Nach der Gleichrichtung ergäben sich für 240 V~ somit ca. +/- 40 VDC für die Railspannungen.
50 V-Typen sollten also auch ohne Umstellung auf 240 V~ mehr als ausreichend sein.


[Beitrag von CarlM. am 13. Feb 2026, 11:44 bearbeitet]
CHICKENMILK
Inventar
#11 erstellt: 13. Feb 2026, 13:01
Ganz ehrlich,

Chemicon 10.000µF 63V kostet das Stück € 5,-
Chemicon 12.000µF 63V kostet das Stück € 6,50
Chemicon 15.000µF 63V kostet das Stück € 8,-

bei IT.Tronics z.B.

Die Dinger sind fast 50 Jahre alt, da würde ich nur noch aus Interesse messen.
Man kann sich Gedanken darüber machen was passiert, wenn einer davon ausläuft oder gar austrocknet.

Raus damit.


[Beitrag von CHICKENMILK am 13. Feb 2026, 13:03 bearbeitet]
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