MATAMP GT100 murkst rum

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DyingAngel
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 22. Apr 2009, 14:09
Hi Leute. Bin gerade etwas am verzweifeln. Ich bin gerade auf einer Fehlersuche am uralten Orange/MATAMP GT100 Gitarrenverstärker. Weiss noch aus früheren Zeiten dass das Teil nen Hammerklang hatte und ne Riesenpower. Das Teil hat gute 15 Jahre bei uns im Keller rumgestanden und jetzt hatte ich es mal übers Herz gebracht mir das Teil auf die Werkbank zu stellen und zu reparieren, weil er laut meinem Vater defekt wär.

Erster Funktionstest: Er geht auf jeden Fall mal an, BetriebsLampe leuchtet. Dann fängt er langsam an zu summen und wird dabei immer hochfrequenter. Die 4 Endstufenröhren heizen auf, werden aber nach meinem Geschmack viel zu heiss. Schliesse ich jetzt die Gitarre mit Box an und gebe über die Gitarre ein Signal, kommt wieder dieses hochfreuente Summen.

Jetzt meine Frage, was könnte das sein? Vielleicht die 2 Riesen-Ladeelkos? Oder evtl. die Röhren selbst? Hab leider noch keine Erfahrung in Röhrentechnik gesammelt Wär super wenn hier jemand ne Ahnung hätte, danke schonmal im Vorraus.
DyingAngel
Schaut ab und zu mal vorbei
#2 erstellt: 23. Apr 2009, 14:58
Hat denn niemand nen Plan von guter alter Röhrentechnik?
bukongahelas
Inventar
#3 erstellt: 23. Apr 2009, 19:56
Versuche mal einen Schaltplan von dem Teil hier reinzustellen.
Vermutlich ists eine Gegentakt=PushPull=PP Endstufe.
Röhren brauchen erstmal eine Anodenspannung,mehrere hundert Volt Gleichspannung, also VORSICHT !!!, nix anfassen !!
Erst Netzstecker ziehen, bevor man ins Gerät greift !!
Dann eine negative Gittervorspannung (Gitter=Steueranschluss). Diese Spannungen erstmal nachmessen.Fehlt die neg GV, wird so eine Röhre voll durchgesteuert ("eingeschaltet") und kann nicht mehr verstärken.Diese "Dauereinschaltung" schädigt auch die Röhre.Im normalen Betrieb wird sie "halbleitend" eingestellt,das nennt sich Arbeitspunkt- oder Ruhestromeinstellung.
Was für ein Röhrentyp ist denn verbaut (was ist auf der Röhre aufgedruckt)? Mal ein Foto hier reinstellen.
Wenn man den Röhrentyp weiß, ist auch die Sockelbelegung eindeutig klar. Dann kann man auch ohne Schaltplan messen,
ob sich die Röhre "gut fühlt".
Röhrenverstärker sind glücklicherweise gegenüber Transistorverstärkern sehr tolerant gegen Überlastung.
Und die Schaltungen meist sehr einfach und leicht zu verstehen.
bukongahelas
DyingAngel
Schaut ab und zu mal vorbei
#4 erstellt: 24. Apr 2009, 06:40
So für Bilder reicht es jetzt heute morgen leider nicht mehr, die stell ich heute Abend rein. Genau zu dem Modell hab ich keinen Gefunden, nur zu einem ähnlichen der Marke Orange mit den selben Röhrenvor- und Endstufen.

Bei den 4 Enstufenröhren handelst es sich um AEG EL34 und die 2 kleinen Vorstufenröhren sind ECC83. Lerne selbst Informationselektroniker also ganz unbewandert bin ich Gott sei Dank nicht. Nur lernt man heutzutage "LEIDER" nichts mehr über die gute alte Technik Wenn du mir jetzt noch sagst wozu die vielen Anschlusspins des Rimlocksockels sind kann ich auch mal messen Hab bis dato aber leider noch nix genaues dazu im Netz gefunden
bukongahelas
Inventar
#5 erstellt: 24. Apr 2009, 18:13
ECC-83 und EL-34 sind weitverbreitete Arbeitspferde,
Ersatz bei Bedarf auch kein Problem.
Hier 2 Datenblätter der ECC-83 (E83CC) und der EL-34 mit Sockelbelegung, wobei man von unten auf die Sockel blickt,
dh wenn man bei Messungen die Röhren abzieht muß man spiegelbildlich denken.
Wie gut, daß ich dieses alte blaue VALVO Taschendatenbuch von 1975 habe...





Sockelbelegung: F bedeutet Heizung,bei der ECC-83 gibts noch FM, das bedeutet wie bei einem Trafo mit Mittelanzapfung, daß 2 Teilheizwicklungen für Parallelheizung 6.3V parallel, und für 12.6V Serienheizung in Reihe geschaltet werden können. Bei Deinem Amp liegt
vermutlich Parallelheizung vor, also ist zwischen F und F
eine direkte Verbindung. So erkennt man auch, ob man "geradeaus" oder "spiegelbildlich" (von oben oder unten
auf den Sockel gesehen) denken muss.
Geheizt wird meist mit Wechselspannung 6.3Vac aus einer separaten
Trafowicklung (ich finde für echtes HiEndHifi ist Gleichstromheizung besser...).
Bei der ECC-83 sind 2 Teilröhren in 1 Glaskolben verbaut (Doppeltriode), daher die Indizes "Strich" und "StrichStrich".
Analog zum bipolaren Transistor ist G (Gitter)=Basis,
A (Anode)=Kollektor und K (Katode)=Emitter.
Also an A gehts mit hoher Anodenspannung rein, an K kommt der Anodenstrom raus. Im Gegensatz zu bipolaren Transistoren,die mit einem Plus-Basisstrom (bei NPN) aufgesteuert werden, werden Röhren mit einer negativen Gitterspannung "abgeschnürt", so ähnlich wie manche FET.
Fällt also die negative Gittervorspannung aus, ist die Röhre voll durchgesteuert,bewirkt max Anodenstrom und das mag sie nicht.Anodenblech glüht, "rote Backen".
Die EL-34 hat 3 Gitter, Steuer- Schirm- und Bremsgitter, wegen der insgesamt fünf Anschlüsse heißt das Pentode.
Also: An den Anoden liegt eine hohe Gleichspannung, ca 200-300V.Also Vorsicht!
Am Steuergitter G bzw G1 eine negative Gleichspannung,
ca 10-30 Volt. Je negativer diese GS,desto mehr macht die Röhre zu, und umgekehrt.
Eine Super-Einführung über Röhren hat Forenmitglied RICHI44
hier geschrieben, ich glaube der Titel war "Röhrenverstärker".
Da wird auch erklärt wozu Brems- und Schirmgitter bei Pentoden verwendet werden.
Fazit: Miß gegen Masse (Gehäuse oder Minusanschluss des AnodenspannungsSiebkondensators oder noch besser Katode der Röhre selbst), ob unverbrummte Anodengleichspannung und negative Steuergittervorspannung anliegen.
Ich würde erstmal alle Röhren abziehen, aber vorher kennzeichnen, welche in welchen Sockel eingesteckt war,
und dann die Spannungen nachmessen.
bukongahelas
DyingAngel
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 16. Jun 2009, 15:05
Sorry wenn jetzt erst wieder was kommt, war sehr beschäftigt. Zwischenprüfung etc... hoffe es schreibt mir trotzdem noch jemand. Bis dato stand das Teil nämlich nur geöffnet im Zimmer rum.

Mhhh ok ich hab mal einen Lehrer bei mir in der Schule direkt angesprochen. Er meinte er sei sich ziemlich sicher dass es die Elkos sind, er würde sie auf jeden Fall tauschen da das Teil ja schon über 30 Jahre alt ist. Also bevor ich mir jetzt mit Gittervorspannungen etc. irgend einen Mist messe wollte ich die Elkos auf jeden Fall mal tauschen. Aaaaaber was sind da jetzt die Unterschiede! Was sind da jetzt Tonfrequenzelkos und welche nicht? Sollte ich wenn ich schon anfange die Elkos zu tauschen die MKT's auch mittauschen, oder übertreibe ich es dann *gg*

Gibt es was auf das ich achten muss, oder ist es prinzipiell Wurst solange die neuen Elkos die richtigen Werte haben? Hier mal einige Bilder von meinem Teil zur besseren Darstellung. Einmal die Platine mit den Elkos von denen ich keinen Plan hab, die 2 Ladeelkos separat und die Gesamtansichten des Amps.

http://downloads.einhorn-vip.de/matamp/fazit.jpg
http://downloads.einhorn-vip.de/matamp/1.jpg
http://downloads.einhorn-vip.de/matamp/2.jpg
http://downloads.einhorn-vip.de/matamp/3.jpg
http://downloads.einhorn-vip.de/matamp/4.jpg


[Beitrag von DyingAngel am 16. Jun 2009, 15:18 bearbeitet]
audiophilanthrop
Inventar
#7 erstellt: 16. Jun 2009, 16:13
Es ist sicherlich keine schlechte Idee, wenigstens das Elko-"Kleinvieh" zu ersetzen, besonders die 47µ25 (35/63 V gehen auch). Evtl. noch die 10µ160, so aufzutreiben. Elkos mit 450 V Spannungsfestigkeit gibt's nicht an jeder Ecke, die würde ich erst bei Netzbrumm auf der Audio o.ä. verdächtigen.

Folien-Cs sind normalerweise altersbeständig.


[Beitrag von audiophilanthrop am 16. Jun 2009, 16:14 bearbeitet]
DyingAngel
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 16. Jun 2009, 17:25
Mhhh ok das ist auf jeden Fall schonmal wissenswert, danke. Was nehm ich bei den von dir vorgeschlagenen Elkos am besten für welche. Also die 2 wie du sie nanntest Elko-"Kleinviehcher" würde ich trotzdem gerne ersetzen.

Habe dazu mehrere gefunden auf verschiedenen Röhrenverstärkerseiten-/Shops.

Hier die für die 2 Netzteilelkos:
--> http://www.tube-town...t-100--F---450V.html

oder doch besser den für 500V?

--> http://www.tube-town...-100--F---500-V.html

Hier die 47uF, nurnoch für 63V erhältlich, aber is ja Wurst
--> http://www.tube-town...php/products_id/2254

Joa und für den 10uF/160V find ich leider in diesem Shop keinen, gibts da auch noch Alternativen von den Größen her? Bzw. 10uF ist kein Thema, aber ich find die nur mit Spgsfest. von paar 600V oder ist das egal?

Danke schonmal für die Hilfe
DyingAngel
Schaut ab und zu mal vorbei
#9 erstellt: 18. Jun 2009, 13:48
hallo hallo?
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