Grundig R2000: Fragen

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8bitRisc
Inventar
#1 erstellt: 20. Nov 2010, 02:07
Hallo,
im Rahmen meiner Arbeiten am T5000 werde ich nun auch mal meinen schon länger rumstehenden R2000 unter die Lupe nehmen.
Mir ist aufgefallen, daß in diesem viele Tantalkondensatoren verbaut sind. Gibt es hier auch Probleme oder muß nur der aus dem HF-Teil getauscht werden ?
Ich habe noch einen von diesen weinroten Elkos entdeckt. Diesen werde ich auf jeden Fall tauschen.
Um was für einen Lampentyp handelt es sich bei der Skalenbeleuchtung ?

Gruß Johannes
oldiefan1
Inventar
#2 erstellt: 20. Nov 2010, 04:21
Hallo Johannes,

nur der Ta-Elko im HF-Frontend-Kästchen ist anfällig. Die anderen halten!

Lämpchen T5 12V 1W

Gruss,
Reinhard
8bitRisc
Inventar
#3 erstellt: 20. Nov 2010, 19:49
Beim T5000 läßt sich ja ganz einfach die Bodenplatte abschrauben um von unten an die Lötstellen des HF Teil zu gelangen. Leider geht dies beim R2000 anscheinend nicht.
Was muß ich denn hier alles demontieren um an die Lötstellen zu gelangen ?

Johannes
hifibastler2
Stammgast
#4 erstellt: 20. Nov 2010, 20:05
Man schraubt die ganze Wanne weg und stellt ihn dann auf die Seite, da fällt nichts auseinander, echt super, ich finde, so ist er einer der servicefreundlichsten Geräte, die ich kenne.
semmeltrepp
Gesperrt
#5 erstellt: 20. Nov 2010, 20:16
Äußerste Warschau beim Auslöten des HF-Teils! Wenn der Kolben zu heiß ist, lösen sich gerne mal die Leiterbahnen ab.

Und wenn der Tantal geschossen ist, unbedingt den Widerstand davor, heißt beim R-3000 R 60, kontrollieren. Sitzt auf der Hauptplatine und ist meistens auch abgebrannt.


[Beitrag von semmeltrepp am 20. Nov 2010, 20:17 bearbeitet]
hf500
Moderator
#6 erstellt: 20. Nov 2010, 21:12

hifibastler2 schrieb:
Man schraubt die ganze Wanne weg und stellt ihn dann auf die Seite, da fällt nichts auseinander, echt super, ich finde, so ist er einer der servicefreundlichsten Geräte, die ich kenne.


Moin,
Steckverbinder vom Trafo zur Hauptplatine loesen, Thermoschalter vom Endstufenkuehlkoerper abschrauben.
Die Bodenwanne wird von Schrauben von unten in den Endstufenkuehlkoerper und vorn in der Front gehalten,
ausserdem noch von einigen Schrauben von oben in der Platine (2 oder 3 Stueck, wenn ich richtig liege).
Zugseil zum Netzschalter aushaengen.

Die Front muss nicht abgenommen werden, Das Subchassis ist dann von allen Seiten zugaenglich.
Der Netztrafo bleibt auf der Bodenwanne.

73
Peter
hifibastler2
Stammgast
#7 erstellt: 20. Nov 2010, 23:22

hf500 schrieb:

hifibastler2 schrieb:
Man schraubt die ganze Wanne weg und stellt ihn dann auf die Seite, da fällt nichts auseinander, echt super, ich finde, so ist er einer der servicefreundlichsten Geräte, die ich kenne.


Moin,
Steckverbinder vom Trafo zur Hauptplatine loesen, Thermoschalter vom Endstufenkuehlkoerper abschrauben.
Die Bodenwanne wird von Schrauben von unten in den Endstufenkuehlkoerper und vorn in der Front gehalten,
ausserdem noch von einigen Schrauben von oben in der Platine (2 oder 3 Stueck, wenn ich richtig liege).
Zugseil zum Netzschalter aushaengen.

Die Front muss nicht abgenommen werden, Das Subchassis ist dann von allen Seiten zugaenglich.
Der Netztrafo bleibt auf der Bodenwanne.

73
Peter


Sorry, das ist grundverkehrt!!! Da hast Du Geräte verwechselt!!!
Steckverbinder vom Netzkabel am Schalter lösen, nicht zu fest ziehen, sonst fällt der Schalter auseinander
Keine Thermoschalter abschrauben!
Der Netztrafo bleibt sicher nicht "auf der Bodenwanne", sondern wird zuverlässig im Subchassis gehalten!
Es gibt auch keine Schrauben im Kühlkörper, die die Wanne halten!
Zugseil nichtaushängen!
Richtig ist, daß die Front nicht abgenommen werden muß. Sie sollte auch keinesfalls abgenommen werden, wenn man das Teil im Senkrechtmodus repariert (Standsicherheit!)

MfG
Thomas


[Beitrag von hifibastler2 am 20. Nov 2010, 23:23 bearbeitet]
8bitRisc
Inventar
#8 erstellt: 21. Nov 2010, 13:05
Hallo,
habs mittlerweile geschafft die Bodenwanne zu demontieren. Der Kondensator ist auch schon getauscht. Werde nun das Gerät wieder zusammenbauen.

Nur so am Rande:
Die Verarbeitung des R2000 ist echt klasse. Dicke Frontplatte, Knöpfe aus Metall und im Innern ordentliche Bauelemente.
Was hat so ein Receiver eigentlich Anfang der 80er gekostet ?
Ich denke mal, daß er richtig teuer war (1000-1500 DM) ?

Gruß Johannes
hf500
Moderator
#9 erstellt: 21. Nov 2010, 16:25
@Thomas

moin,
moeglicherweise hast du recht ;-) Der letzte Receiver dieser Serie, den ich zerlegen musste, war ein R1000. Der wird wie von mir beschrieben zerlegt. R2000 hatte ich noch nicht und der R3000 ist schon reichlich her...

@Jaohannes,
die Geraete waren "richtig billig". Bei Grundig war "Hifi fuer alle da" und daher die Preise vergeichsweise niedrig. Der R2000 muesste um die 700,-DM gekostet haben, es gab ja auch noch den R3000 in der 1000,-DM Klasse.
Vielleicht kennt ja wer die genauen Preise.

73
Peter
oldiefan1
Inventar
#10 erstellt: 21. Nov 2010, 18:03

hf500 schrieb:

die Geraete waren "richtig billig". ...73
Peter



Aber sie waren nicht "billig" in Konstruktion, verarbeitung, Qualität und Leistung. Sie waren "preiswert" aber nicht "billig" im negativen Sinne.

Gruss,
Reinhard
hf500
Moderator
#11 erstellt: 21. Nov 2010, 20:30
Moin,
deshalb ja auch die "" ;-)

Die grundsaetzliche Methode von Grundig, Geraete zu konstruieren, ist mir schon bekannt. Heraus kamen in der Regel solide Konstruktionen hoher Qualitaet zu attraktiven Preisen. Damit ist Grundig eine ganze Weile Marktfuehrer gewesen.

73
Peter
hifibastler2
Stammgast
#12 erstellt: 21. Nov 2010, 20:46
Bereits die 100mm Serien waren aber schon kaum mehr kostendeckend, obwohl die meisten davon bereits in Portugal montiert wurden. Das traurige Ende ist allgemein bekannt.
zweiflo
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 24. Nov 2010, 12:56
Also für den R2000 hab ich noch irgendwo eine Rechnung rumfliegen über 1.040DM.
hifibastler2
Stammgast
#14 erstellt: 24. Nov 2010, 15:06
Echt? Cool! Könntest Du die Rechnung mal abfotografieren und hier als JPG einstellen?
zweiflo
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 24. Nov 2010, 15:27
Kann ich gerne machen, wird aber wohl noch etwas dauern.

Muss mal mit meinem Vater klären wo die alten Rechnungen sind.
killnoizer
Inventar
#16 erstellt: 25. Nov 2010, 07:12

oldiefan1 schrieb:
Hallo Johannes,

nur der Ta-Elko im HF-Frontend-Kästchen ist anfällig. Die anderen halten!

Lämpchen T5 12V 1W

Gruss,
Reinhard



Gibt's da ein Bild zu oder eine genaue Beschreibung ?

HF-Frontend sollte wohl das Empfangsteil beschreiben , richtig ?

Derzeit läuft mein neuer R2000 perfekt, aber das kann sich ja auch ändern.
semmeltrepp
Gesperrt
#17 erstellt: 25. Nov 2010, 10:44

killnoizer schrieb:

Derzeit läuft mein neuer R2000 perfekt, aber das kann sich ja auch ändern.



Sollte er mal nicht mehr laufen, kannst du ja noch mal fragen. Vielleicht gibt es ja dann auch Bilder davon. Nicht jeder hat die Zeit und die Muße, während der Reparatur Bilder zu machen.
oldiefan1
Inventar
#18 erstellt: 25. Nov 2010, 23:17

killnoizer schrieb:

oldiefan1 schrieb:
Hallo Johannes,

nur der Ta-Elko im HF-Frontend-Kästchen ist anfällig. Die anderen halten!

Lämpchen T5 12V 1W

Gruss,
Reinhard



Gibt's da ein Bild zu oder eine genaue Beschreibung ?

HF-Frontend sollte wohl das Empfangsteil beschreiben , richtig ?

Derzeit läuft mein neuer R2000 perfekt, aber das kann sich ja auch ändern.


Anleitung von Bertl, mit Ergänzungen von mir:

Der (meist blaue) Tantalkondensator im UKW-HF-Teil ist der C347 (22µF/16V). Er sitzt (in Bezug auf das Gerät) ganz vorne unten in dem HF-Kästchen. Er sollte wieder durch einen solchen (oder gewöhnlichen Elko) gleicher Kapazität aber höherer Spannungsfestigkeit von 25V ersetzt werden.

Das Kästchen muß ausgebaut werden, um den C zu tauschen.
Dazu muß die Platinenunterseite der grossen Hauptplatine zugänglich sein.
Lötstellen am HF-Kästchen entlöten (mit reichlich Entlötlitze, dabei Vorsicht walten lassen, nicht dass die Leiterbahnen sich ablösen!), zwei Schrauben von unten lösen. Tunerkasten nach oben entnehmen. Das Entlöten mit Entlötlitze sollte man soweit bringen, bis man jeweils an den Lötstellen einen haarfeinen Spalt zwischen der Platine des eingesteckten Tunerkästchens und der Hauptplatine bekommt. Erst dann lässt sich das Kästchen einfach herausziehen, ohne dass man die Lötbahnen abreisst.

Das Kästchen selbser ist nur mit einer Schraube zugeschraubt. Ansonsten müssen nur die Laschen für den Abschirmdeckel etwas gelockert werden und die Blechkappe mit Geduld abgezogen werden.

Vor dem Auslöten genau darauf achten, wo der Pluspol ist und wo minus. Der neue Elko muss natürlich genauso wieder eingelötet werden - nicht vertauschen!

Der ausgelötete alte C geht nur mühsam durch den Wirrwarr auf der Platinenoberseite im Tuner heraus. Daher hab ich den neuen immer auf der Platinen-Unterseite flach liegend angelötet. Dabei pingelig darauf achten, dass die Polung nicht vertauscht wird und kein falscher Kontakt irrgendwo sonst erzeugt wird.

Gruss,
Reinhard
Bertl100
Inventar
#19 erstellt: 25. Nov 2010, 23:45
... na da freut sich doch der Bertl, wenn er zitiert wird :-)

Gruß
Bernhard
oldiefan1
Inventar
#20 erstellt: 26. Nov 2010, 00:18

Bertl100 schrieb:
... na da freut sich doch der Bertl, wenn er zitiert wird :-)

Gruß
Bernhard


Das ist doch Ehrensache!

Gruss,
Reinhard
killnoizer
Inventar
#21 erstellt: 26. Nov 2010, 05:30
Danke sehr !

ok, ich kenne nun die Therapie, und die DIAGNOSE ???

Geht der Verfall schleichend oder schlagartig vonstatten ?

Ist es ratsam das zu tauschen obwohl der Receiver funktioniert ??
Bertl100
Inventar
#22 erstellt: 26. Nov 2010, 08:38
Hallo,

die Diagnose kann unterschiedlich sein - hängt vom Gerät ab.
Sicher ist das dann UKW nicht mehr funktioniert.
Zusätzlich brennen dann Schutzbauteile in der 15V-Schiene ab.

Bei R2000 dürfte das nur der Sicherungswiderstand für den HF-Teil sein. Bei anderen Gerät wird oft noch mehr in den Tod gerissen.
Das Ausfall kommt plötzlich, meist während des Betriebs.

Wie gesagt, ich glaube, dass wirklich über 90% dieser Kondensatoren ausfallen.
Wenn das Gerät schon zugeschraubt ist, ok.
Aber wenn es noch offen ist -> tauschen!

Gruß
Bernhard
8bitRisc
Inventar
#23 erstellt: 26. Nov 2010, 23:20
Hallo,
ich habe letzten Sonntag bei meinem R2000 den Kondensator getauscht. Zu meiner Verwunderung handelte es sich bei dem alten Elko allerdings um einen normalen AL-Typ(nicht Tantal). Dieser wurde meiner Meinung nach auch noch nicht vorher getauscht (Man sieht es an den Lötstellen, ob hier schon mal jemand am Werk war). Bei meinem T5000 saß allerdings der bekannte blaue Tantalelko im HF Teil.

Gruß Johannes
Bertl100
Inventar
#24 erstellt: 27. Nov 2010, 09:52
Hallo Johannes,

das sind jetzt allerdings Neuigkeiten für mich! An dieser Stelle hab ich original noch nie einen Al-Elko gesehen!
Bist sicher, dass er noch nicht getauscht wurde?

Mit etwas Übung und Flußmittelentferner kann schon auch so löten, dass man es kaum von der originalen Wellen-Lötung unterscheiden kann.

Gruß
Bernhard
hifibastler2
Stammgast
#25 erstellt: 27. Nov 2010, 13:20

Bertl100 schrieb:

das sind jetzt allerdings Neuigkeiten für mich! An dieser Stelle hab ich original noch nie einen Al-Elko gesehen!


Ich auch noch nie! Quote ca. 15 zu 0.
Einer der letzten der Serie?
Möglicherweise ein wertvolles Sondergerät?


[Beitrag von hifibastler2 am 27. Nov 2010, 13:21 bearbeitet]
8bitRisc
Inventar
#26 erstellt: 27. Nov 2010, 19:04
Bin mir ziemlich sicher das noch keiner dran war. Das würde man auch an den Lötstellen des HF Teils sehen. Das Teil war vorher noch nicht ausgelötet. Desweiteren hatte der AL Elko die gleiche Spannungsfestigkeit wie der blaue Tantalelko (16V).

Da lese ich doch gerade in meinem Thread zum T5000, daß die Siebelkos hinüber sind, wenn der Pfropfen oben raus ist. Das ist auch bei meinem R2000 der Fall. Kann man mit einem Standardmultimeter mit Kapazitätsmessung die Kapazität der Elkos zuverlässig messen oder benötigt man hier ein hochwertigews RCL-Meßgerät? Ich besitze halt nur ein normales Digitalmultimeter, welches auch Kapazitäten messen kann.

Gruß Johannes


[Beitrag von 8bitRisc am 27. Nov 2010, 20:05 bearbeitet]
hifibastler2
Stammgast
#27 erstellt: 27. Nov 2010, 21:40
Wenn die Stopfen schon ungewiß lange fehlen, ab in die Tonne mit den Dingern. Die anschlußmäßig passenden 22000er, die Peter meint, sind ziemlich teuer, ca 10 Euro das Stück, ich nehme entweder die 10000er von Reichelt für ca. 3 Euro mit den 2 Pins oder eben was aus der Bastelkiste, wenn gerade zur Hand.
Meine persönliche Meinung: Lieber etwas weniger Kapazität als zuviel, denn der V2000 zieht aufgrund des großen Trafos sowieso einen enormen Einschaltstrom. Grundig hat sowieso überdimensioniert, der RA200 von Telefunken hat nur 10000, bei 2x70Watt Sinus.

MfG
Thomas
oldiefan1
Inventar
#28 erstellt: 28. Nov 2010, 03:19

hifibastler2 schrieb:
Wenn die Stopfen schon ungewiß lange fehlen, ab in die Tonne mit den Dingern. Die anschlußmäßig passenden 22000er, die Peter meint, sind ziemlich teuer, ca 10 Euro das Stück, ich nehme entweder die 10000er von Reichelt für ca. 3 Euro mit den 2 Pins oder eben was aus der Bastelkiste, wenn gerade zur Hand.
Meine persönliche Meinung: Lieber etwas weniger Kapazität als zuviel, denn der V2000 zieht aufgrund des großen Trafos sowieso einen enormen Einschaltstrom. Grundig hat sowieso überdimensioniert, der RA200 von Telefunken hat nur 10000, bei 2x70Watt Sinus.

MfG
Thomas


Hallo Thomas,

Kapazität alleine reicht nicht zur Beurteilung. Wenn der Telefunken eine höhere Railspannung hat als der Grundig, kommt er mit einer geringeren Kapazität aus. Der V 2000 hat nur eine relativ geringe Railspannung, braucht daher "grosse" Siebelkos. Entscheidend ist die gespeicherte Energie, die hängt von Spannung UND Kapazität ab.

Gruss,
Reinhard


[Beitrag von oldiefan1 am 28. Nov 2010, 03:20 bearbeitet]
Zweck0r
Moderator
#29 erstellt: 28. Nov 2010, 03:37
Ich weiß nicht, ob das beim R2000 auch zutrifft, aber zumindest beim R3000 gibt es einen Grund, warum der Tantal im FM-Tuner streikt: die Masseverbindung der Zenerdiode, die die 15V-Betriebsspannung für den Tuner stabilisiert, läuft über das Kühlblech in der Mitte, und diese Lötstellen brechen gerne. Die Zenerdiode hängt dann in der Luft und die Tunerbetriebsspannung steigt auf ca. 20 V, was der Tantal auf Dauer nicht verkraftet.

Grüße,

Zweck
oldiefan1
Inventar
#30 erstellt: 28. Nov 2010, 05:26
Hallo Zweck,

unabhängig davon ist der Ta aber auch zu schwachbrüstig ausgelegt.

Bei 15V Betriebsspannung gehört da wenigstens ein 20V Typ rein und nicht ein 16V Typ, wie ihn Grundig da reingesteckt hat. Jedenfalls macht er 30 Jahre da meist nicht mehr mit.

Gruss,
Reinhard
Manni_L.
Stammgast
#31 erstellt: 28. Nov 2010, 07:12
Hatte auch schon einen R2000 in Reparatur bei dem die Tantal Kondernsatoren auf der Lautstärkeplatine defekt waren, was an einem stark ausschlagenden Basslautsprecher beim verändern der Lautstärke zu erkennen war. Im Moment habe ich gerade einen R3000 hier, der aber wohl ein Fass ohne Boden zu seine scheint. Nichtsdestotrotz hier mal eine genaue Anleitung zum Ausbau der Hauptplatine, die ich mal irgendwo im Netz gefunden habe.



Dazu das Gerät ohne Deckel auf die linke Seite stellen, so dass der Trafo "unten" ist. Dann die Schrauben an der Unterseite herausschrauben:
3 kleine Schrauben, die das äussere Chassis vorne unter der Frontplatte halten (die beiden Schrauben ganz aussen, die "unter" dem Bodenblech sitzen und die Frontplatte halten, müssen nicht gelöst werden)

2 Schrauben im Bodenblech im vorderen Drittel, links und rechts aussen lösen

Die beiden dicken Schrauben des Trafos von unten lösen (eine ist abgesenkt).

Dann das Gerät wieder normal hinstellen (Frontplatte vorne).

Die kleine Schraube an der linken Aussen-Seite am Chassis (die untere) herausschrauben (sonst hängt beim Herausheben das Subchassis später da fest).

Die grosse Schraube am rechten hinteren Trafo-fuss im Bodenblech lösen und mit magnetischem Schraubendreher nach oben herausheben.

Die Grosse Schraube ganz hinten in der Mitte herausdrehen.

Die grosse Schraube ganz hinten rechts herausdrehen.

Die kleine Schraube am Tunerteil rechts aus der Platine herausdrehen.

Die 220V Stecker-Verbindung am Netzschalter, der links hinter dem Trafo im Chassis-Seitenteil sitzt, abziehen.

Dann das komplette Subchassis (komplett mit der gesamten Front und dem Trafo und Platinen) nach oben aus dem äusseren Chassis nach oben vorsichtig herausheben. Dabei nur an den schweren festen Teilen Kühlkörper und Frontplatte anfassen, sonst bricht die Platine! Vorsicht und Geduld! Keine Gewalt. An den seitlichen Schraubenlöchern hängt es manchmal fest. Nicht fallen lassen! Ist schwer!

Beim Anfassen, nicht herausstehende Bauteilanschlüsse verbiegen, da sie sonst ungewollte Kontakte miteinander machen können. Nicht an der Platine an der Tunerseite anheben/anfassen oder auf diese Seite stellen!

Nun kann man das "befreite" Subchassis "kopfüber" flach auf ein Handtuch legen und die Unterseiten der beiden grossen Platinen inspizieren. Dort, wo das grosse Mittelkühlblech in der Platine verlötet ist, alle Lötstellen penibel nachlöten. Dort haben die alten Lötstellen oft feine Risse, das führt zu einem Masseunterbruch. Nach weiteren gebrochenen Lötstellen suchen und diese ggf. nachlöten.

Die Lötstellen der Anschlüsse von Transistor T2 (der am Mittelblech angeschraubt ist) auf der Platinenunterseite nachlöten. Auch die Lötstellen der beiden anderen dort angeschraubten Halbleiter nachlöten.

Ggf. defekten Widerstand R8 (47 Ohm/ 1 Watt) ersetzen.

Diode D3 (1N4148) und Transistor T2 (GD681) (am Kühlblech) auf Kurzschluss prüfen. Es darf kein Kurzschluss zwischen Basis, Kollektor und Emitter bestehen! Diode mit Multimeter "Diodentest" prüfen. Ggf. Transistor und Diode erneuern.

Dann Das Subchassis wieder in das äussere Chassis normal einsetzen, dass es genau passt. Schrauben müssen aber noch nicht wieder eingedreht werden.

Jetzt - vor dem ersten Einschalten - unbedingt noch erst C6 und C7 auf der kleinen, senkrechten Lautstärkereglerplatine erneuern (richtige Kondensator-Polung beachten!), wie schon früher beschrieben.

Inneren Netzstecker wieder an den Schalter stecken.
hifibastler2
Stammgast
#32 erstellt: 28. Nov 2010, 13:21
Ja die Ausbaubeschreibung incl. Schwachstellentips ist gut.
Zum Thema Zenerdiode ohne Masse: Habe ich schon 2 mal gehabt, allerdings bei einem T3000, nach Verlötung des Blechs und Austausch des Tantals im Tunerkästchen waren die 2 wieder fit.
Zum Thema Railspannung/Elkokapazität.
Ich habe mir mal einen zum V2000/R2000/3000 leistungsgleichen und baujahrgleichen Amp von Telefunken angeschaut, nämlich den wunderschönen MA1, er hat bei 10000 uF Siebelkos eine ca. 10% höhere Railspannung, d.h. man hätte bei ca. 11000UF im Grundig die gleiche Energie zur Verfügung.


[Beitrag von hifibastler2 am 28. Nov 2010, 14:03 bearbeitet]
hf500
Moderator
#33 erstellt: 28. Nov 2010, 18:00
Moin,
wenn der MA1 wunderschoen ist, dann aber nur von aussen.
(Das setzt voraus, wass wir gerade das selbe Geraet meinen.)
Der hat neben einem husch-husch konstruiertem Aufbau auch einen veritablen Konstruktionsmangel, naemlich einen Stabilisierungstransistor mit einem weit unterdimenionierten Kuehlblech.

Haben die Grundig V2000-R3000 (und R45/48) nicht 2x15000µ? Die bei Ersatz durch einem mechanisch passenden Kondensator auf 2x 22000µ wachsen... (Becherelko BE22000/40 bei R...t)
Da die Elkos fuer die Betriebsgleichspannung in Serie liegen, kommen wir auf die genannten 11000µ ;-)


73
Peter
hifibastler2
Stammgast
#34 erstellt: 28. Nov 2010, 19:43
Also ich meine den hier: Telefunken MA1

Der Standardfehler bei mir sind Kontaktprobleme des LS-Relais, sonst kann ich bis auf die primitiven Kunsstoffdrehknöpfe nichts schlechtes über diesen Amp sagen. Und die Optik ist bis auf die Knöppe echt geil, hat sogar einen Designpreis gewonnen. Das mit dem Kühlblech scheint der Telefunkenfreak zu bestätigen, ich hatte da noch keine Probleme .


[Beitrag von hifibastler2 am 28. Nov 2010, 19:46 bearbeitet]
hf500
Moderator
#35 erstellt: 28. Nov 2010, 21:53
Moin,
zum Telefunken nehme ich alle zurueck und behaupte das Gegenteil ;-)

Ich hatte da ein anderes Geraet im Hinterkopf. Der MA1 scheint mir kein echter Telefunken mehr zu sein.

73
Peter
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