Sansui AU-719 Grundrauschen

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YamahaM4
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 28. Mai 2012, 13:31
Hallo Leute,

ich hab nen Sansui AU-719 geschenkt bekommen und Ihn heute in Betrieb genommen.
Das Teil hat echt nen tollen Klang und ordentlich Kraft, aber eines ist mir sehr negativ aufgefallen:

Das Gerät hat auf beiden Kanälen ein gleichmäßiges, deutlich hörbares Grundrauschen, welches eindeutig von den Endstufen kommt.
Wenn der Volume Regler komplett abgedreht ist, hört man es sehr gut, ab 8 Uhr Stellung nimmt man es nicht mehr wahr, weil es von der Musik übertönt wird, trotzdem ist es absolut nervig.

Hat jemand nen Tip für mich wie es sich eliminieren lässt, respektive was die Ursache ist??

Das kann IMHO nicht normal sein.

Vielen Dank im Vorraus

LG

Chris
audiophilanthrop
Inventar
#2 erstellt: 28. Mai 2012, 17:44
Ah, mein Lieblingsthema, Rauschen

Was meinst du, was alles normal sein kann. Wir reden hier über gut 30 Jahre alte Geräte. Die Spec von -100 dB(A) "hum and noise" bei 90 wpc ist schon mal nur Durchschnitt.

Als erstes solltest du mit dem TONE-Schalter die Klangsteller-Schaltung umgehen. Wenn ich das richtig sehe, ist die kein Wunder an Rauscharmut (geschätzt e_in ~= 17 nV/sqrt(Hz)). Zzgl. 42,6 dB seitens der Endstufe sind wie da bei gut 300 µV im hörbaren Bereich, das ergibt einen auch an normal empfindlichen Lautsprechern in 1 m Entfernung schon deutlich wahrnehmbaren Grundrauschpegel. Paßt auch zur Spec.

Weiterhin ist das Lautstärkepoti mit 150k auch nicht so fürchterlich niederohmig, und dann gibt's da noch einen Serienwiderstand zu 1k. Aber selbst so sollte bei Umgehung der Klangsteller der Rauschpegel um 6-10 dB fallen.
YamahaM4
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 28. Mai 2012, 18:47
Hallo und Danke für dein Feedback.
Wie ich bereits erwähnte ist das Rauschen auf beiden Kanälen gleichlaut und das ändert sich auch nicht beim wegschalten der Klangregelung.
Besonders pervers ist es beim Kopfhörerausgang.
Ich denke da wird wohl ein kleiner Defekt (trockene Kapazität o.ä.) vorliegen und ich hoffe hier kann mir jemand einen Tip geben wo ich mit der Fehlersuche beginnen sollte.
Ich habe den Ruhestrom der Endstufen auf die lt. SM korrekten 23mv eingestellt und auch den DC Abgleich auf nahezu 0v eingestellt.
Aber die sch..ss Endstufen rauschen.
Da beide Kanäle gleich stark betroffen sind, kann es wohl nicht an den Treiberplatinen liegen, sondern der Fehler muss schon weiter vorne (Netzteil, Headamp usw.) anliegen.
Hat keiner ähnliche Erfahrungen mit diesem Verstärker gemacht??

LG

Chris
audiophilanthrop
Inventar
#4 erstellt: 28. Mai 2012, 19:52

YamahaM4 schrieb:
Hallo und Danke für dein Feedback.
Wie ich bereits erwähnte ist das Rauschen auf beiden Kanälen gleichlaut und das ändert sich auch nicht beim wegschalten der Klangregelung.

Das ist komisch. In dem Moment geht im Prinzip der Eingang aufs Lautstärkepoti und daran hängt die Endstufe. Und auf deren Betriebsspannungen ist vielleicht Brumm, aber kein Rauschen.

YamahaM4 schrieb:
Besonders pervers ist es beim Kopfhörerausgang.

Der hängt ja auch nur mit 220 Ohm in Reihe am Endstufenausgang. Das kann je nach Hörerempfindlichkeit ziemlich fies rauschen, wenn man das schon in den Lautsprechern hört. Wir haben hier einen Kenwood-AVR, der ist deswegen an KH annähernd unbrauchbar.

YamahaM4 schrieb:
Ich denke da wird wohl ein kleiner Defekt (trockene Kapazität o.ä.) vorliegen und ich hoffe hier kann mir jemand einen Tip geben wo ich mit der Fehlersuche beginnen sollte.

Es ist merkwürdig, daß beide Kanäle gleichermaßen betroffen sind. Aber nun ja...

Es gibt in der Endstufe zwei Kleinvieh-Elkos parallel zu Zenerdioden, C01 (100µ / 35) und C09 (33µ / 25). Ersetze diese vielleicht mal auf einem Kanal durch neue Markenware (Low-ESR, 105° schadet nicht; Panasonic, Nichicon oder so). Gleiches vielleicht auch bei C05 und C08 (4µ7 / 25).

Ändert sich etwas, wenn du testweise mal (auf demselben Kanal) R02 (1k) überbrückst? Der TONE-Schalter ist blitzblank sauber?

Dann gibt es noch zuweilen Probleme mit Alterung bei den Eingangstransistoren, aber sowas äußert sich eher in unregelmäßigem Knistern o.ä., und ich kann mir kaum vorstellen, daß es bei beiden Kanälen exakt gleich wäre. Zumal ich keine Ahnung habe, wo man noch original µPA68H herbekommt (klar, in China kriegt man alles, aber ob das Innenleben was mit dem Originalteil zu tun hat...).
Poetry2me
Inventar
#5 erstellt: 29. Mai 2012, 06:05
Ja, ich hätte auch auf (kleine) Elkos getippt, die parallel zu Dioden liegen. Ohne diese Elkos rauschen Dioden ganz ordentlich. Besonders deutlich ist der Effekt bei Eingangsdifferenzverstärkern, z.B. in der Fußpunkt-Stromquelle.

EDIT: Vielleicht etwas ähnliches in der Spannungsregelung für die Vorverstärker-Schaltung beider Seiten.

- Poetry2me


[Beitrag von Poetry2me am 29. Mai 2012, 06:19 bearbeitet]
audiophilanthrop
Inventar
#6 erstellt: 29. Mai 2012, 09:02

Poetry2me schrieb:
Besonders deutlich ist der Effekt bei Eingangsdifferenzverstärkern, z.B. in der Fußpunkt-Stromquelle.

Das wäre dann der C09...
peteroli
Stammgast
#7 erstellt: 03. Jul 2013, 20:49
Hallo,

Hab gerade auch einen AU 719. wenn ich den Plan sehe, ist nur Verstärkung im Endverstärker. Dadurch ist unabhängig vom Lautstärkeregler hier immer eine hohe Verstärkung und damit leichtes Rauschen. Abhilfe, indem man R14 gegen 160 ohm tauscht. Dann ist Verstärkung um 6dB geringer. Aber die heutigen Eingangspegel reichen vollkommen aus, um auf Volleistung zu kommen.

Hat einer schon beobachtet, dass der Gleichspannungsanteil VV sich von einmal eingestellten 50mV leicht abwabdert. Wenn ja, was habt Ihr gemacht.

Viele Grüße
Peteroli
Poetry2me
Inventar
#8 erstellt: 03. Jul 2013, 22:50
Ich denke nach wie vor, dass es einfache Wege geben muss, das Rauschen dieses Verstärkers (wieder) auf vernünftigen Level zu bringen.

Besonders die Kondensatoren C01 und C09 befinden sich an kritischen Stellen für Rauschen.
Noch dazu sitzen sie auf der Platine direkt neben Zener-Dioden, welche konstant 1 bis 2 Watt Verlustleistung verbraten, dadurch altern Elkos extrem schnell.
Also müssen diese getauscht werden, dann ist buchstäblich wieder Ruhe.

Auch C05 und C08 würde ich unbedingt tauschen. Hier bieten sich Folienkondensatoren 4,7µF MKS-2 WIMA an, zumal jede Verzerrung hier im Differenzverstärker vermieden werden muss.

Am linken Endstufenkanal sieht das so aus:

Sansui AU-719 schematic detail power amplifier anti noise capacitors

Sansui AU-719 PCB left power amplifier anti noise capacitors

- Poetry2me


[Beitrag von Poetry2me am 03. Jul 2013, 22:52 bearbeitet]
bukongahelas
Inventar
#9 erstellt: 03. Jul 2013, 23:50
Wenn Transistoren 2SC458 eingebaut sind , gegen 2SC2240 oder 2SC945 ersetzen. Sind elektrisch und pinkompatibel , ECB.
2SC458 sind als Rausch-Knister-Störquelle bekannt durch Alterung.
bukongahelas
peteroli
Stammgast
#10 erstellt: 04. Jul 2013, 21:01
Vielen Dank, werd beim nächsten Service auch die mal tauschen. Mit den 160 ohm in der RK ist mein Sansui aber momentan absolut ruhig. Die Lautstärke reicht hierbei immer noch komplett aus. Empfindlichkeit reduziert sich aber auf ca. 350 mV. Ist aber heute eher kein Problem.
Grüße
Peteroli


[Beitrag von peteroli am 04. Jul 2013, 21:06 bearbeitet]
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