Technics Tuner ST-S4 - brauche Rat zu GOLDCAP-Ersatz

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AnthonyP
Inventar
#1 erstellt: 07. Jan 2013, 09:16
Hallo und guten Morgen,

wollte gestern mal schnell die Quartz-Lock-Lampe im Tuner austauschen und musste dabei feststellten, dass von den Coldcaps (3 x 3,3 F, 1,8 Volt in Reihe) zwei Stück total weggefault waren.

Jetzt finde ich die passenden Teile weder in ebay noch bei Conrad.
Hab im web gelesen, man könnte den nach Berechnung (Cges = 1/C1 + 1/C2 + 1/C3) durch einen 1 F, 1,8 Volt ersetzen. Ist das eurer Meinung nach richtig?

Schadet in dem Fall eine höhere Voltzahl zB 2,5 Volt?

Bin grad unsicher, was ich da machen soll.

Kann mir jemand einen Tipp geben?
Danke und einen schönen Tag!


[Beitrag von AnthonyP am 07. Jan 2013, 11:46 bearbeitet]
garlock
Stammgast
#2 erstellt: 07. Jan 2013, 11:54
Die drei kannst durch einen 1F 5V ersetzen.

mfg
fmmech_24
Stammgast
#3 erstellt: 07. Jan 2013, 12:04
..hier! solltest du fündig werden.

Entweder du ersetzt jeden einzelnen, oder ein einzelner Gold-Cap mit 5V tut das selbe.
AnthonyP
Inventar
#4 erstellt: 07. Jan 2013, 12:52
Hallo und Danke!

Pollin hatte ich gar nicht auf dem Schirm.
War grad bei meinem Freund Conrad und habe dort auch was gefunden.
3,3 F in 2,5 Volt. Allerdings zu 4 EUR das Stück. Hab die wohl gestern bei der Suche wegen dem Preis ausgeblendet ;-)
Hab mal in den sauren Apfel gebissen, denn mit Mindestbestellwert und Porto wirds ja nicht billiger.
Und ich bau ja gerne halbswegs original.

Werde heute abend mal ein Foto sowohl vom Gerät, als auch von der internen Baustelle ein.
Dort waren nicht nur die Goldcaps hopps, sondern auch weitere hauptsächlich in der Spannungsversorgung. Da scheint recht heiß zu werden, wenn ich mir die Platine und die Schmauchspuren oben im Deckel anschaue. Da werde ich wohl noch ein Kühlblech an den Transistor basteln.

Viele Grüße
Jo
hf500
Moderator
#5 erstellt: 07. Jan 2013, 18:26
Moin,
ja, wenn man (Elektrolyt-)Kondensatoren in Serie schaltet, kann man sich nicht darauf verlassen, dass sich die Spannung gleichmaessig ueber ihnen aufteilt (Reststrom). Und bei Speicherkondensatoren verbieten sich Widerstaende fuer den Parallelspannungsteiler zur Spannungsaufteilung. Die Serienschaltung der Kondensatoren ist so gesehen Mist, aus der Not geboren. Das hatte Panasonic frueher auch in Videorecordern, immer mit dem gleichen Ergebnis: Nach ein paar Jahren Defekt.

Die 3x 3,3F werden durch einen 1F/5,5V ersetzt und gut ist, besser geht da nicht.

73
Peter
Poetry2me
Inventar
#6 erstellt: 07. Jan 2013, 18:55
Ist schon kurios.
Wurde diese Serienschaltung damals wegen der verfügbaren Spannungsfestigkeit der Kondensatoren gemacht oder warum?

- Poetry2me
hf500
Moderator
#7 erstellt: 07. Jan 2013, 20:32
Moin,
anscheinend konnte man zu der Zeit grosse Kapazitaeten (ueber etwa 0,5F) fuer 5,5V nicht zu den Abmessungen oder Konditionen bekommen, die man haben wollte. Also hat man bei Matsushita ins eigene Regal gegriffen und die 1,8V, spaeter 2,5V Elkos, in Serie geschaltet. Eine Weile geht es ja gut, aber irgendwann machen sich die Reststroeme bemerkbar und die Spannungen ueber den Kondensatoren verschieben sich. Fuer einen Kondensator wird es dann uebel und der Vorgang beschleunigt sich. In "normalen" Faellen schaltet man in Serie geschalteten Elkos einen Spannungsteiler parallel, dessen Querstrom etwa 5-10 mal so gross wie der Reststrom ist. Hier geht es nicht, der Teiler wuerde die Kondensatoren so schnell entladen, dass deren Einbau fuer die Speicherpufferung sinnlos wird.

73
Peter
AnthonyP
Inventar
#8 erstellt: 07. Jan 2013, 22:36
Hallo,

und wieder etwas gelernt. Ich hab jetzt wie gesagt wieder 3 x 3,3 F gekauft. 1 F gibts wohl bei Conrad zur Zeit nicht. Damit die Story auch noch ein Gesicht bekommt, hier noch ein paar Bilder.

Eins vorweg, der Tuner funktioniert wieder tadellos

Erstaunlich jedenfalls, wie viele Elkos in diesem Gerät (scheint mal ein Dauerläufer gewesen zu sein) defekt waren (ausgelaufen und schlechte Werte). Wahrscheinlich durch die Wärmentwicklung im Gerät (schwarzer Fleck im Deckel über dem Transitor. Dem hab ich einen kleinen Kühlkörper aus einem Schlachter verpasst.

Der Technics Tuner ST-S4
Technics ST-S4

da die Platine durch das Elektrolyth stark angegriffen war udn die Lötaugen schlecht waren, habe ich die Beine der Cs genutzt, um sie miteinander zu verbinden. Neben den neuen "Zinsoldaten" liegen die Alten, von denen zwei kaputt gefault waren.
Goldcaps im ST-S4

Hier noch die Platine. Schön zu sehen, der schwarze Fleck um den Transistor (ist es überhaupt einer, odcer ein Spannungsregler?), jedenfalls ging es den Elkos in seiner Nähe nicht so gut
Platine ST-S4

Hier noch die Elkosausbeute. Sind jetzt fast alle durch Panasonic 105 Grad Typen ersetzt. Das wird jetzt wohl ne Weile halten. So oft läuft er ja nicht mehr.
ST-S4Elkos

So, wieder eine gerettet.
Viele Grüße
Jo
Poetry2me
Inventar
#9 erstellt: 08. Jan 2013, 16:15
___GRATULATION____

Habe interessiert mitgelesen und mich mitgefreut, dass Du hier ein interessantes Thema auch toll dokumentierst.

Mir war dieses GoldCap Problematik bisher nicht bekannt.

- Poetry2me


[Beitrag von Poetry2me am 08. Jan 2013, 16:16 bearbeitet]
AnthonyP
Inventar
#10 erstellt: 08. Jan 2013, 21:31

Poetry2me schrieb:


Mir war dieses GoldCap Problematik bisher nicht bekannt.

- Poetry2me


Das liegt vielleicht daran, dass wir mehr an Verstärkern, als an Tuner rumlöten
LG
Poetry2me
Inventar
#11 erstellt: 08. Jan 2013, 23:04
So ist es
seberlin
Neuling
#12 erstellt: 13. Jan 2018, 00:03
Hallo, ich möchte diesen Uralt-Thread nochmal aufgreifen:
vielen Dank für die tolle Anleitung mit den Fotos und den sachkundigen Erläuterungen! Ich habe genau damit die Reparatur hinbekommen! Die alten Kondensatoren waren genauso durch wie beim fotografierten Modell und ich habe sie durch einen Goldcap ersetzt.
Jetzt hält der Senderspeicher auf jeden Fall wieder länger – aber wenn mich nicht alles täuscht, dennoch bloß ca. zwei Wochen. Ist das ein üblicher Wert? Oder könnte ich eigentlich darauf hoffen, dass er länger speichert?
Das Ding ist, der Tuner steht in der Datsche, und es kann gut sein, dass dort mal zwei, drei, oder auch vier Wochen niemand ist (und ansonsten sind dort natürlich die Sicherungen aus).

Was sind Eure Erfahrungswerte?

Oder könnte es einen Unterschied machen, wenn ich die restlichen Kondensatoren (auf dem Übersichtsfoto der Platine links in der Mitte) auch noch austausche? Ich hatte es so verstanden, dass nur die Kondensatoren am rechten Rand für den Senderspeicher zuständig sind, und habe bislang nur die ausgetauscht.

Vielleicht hat jemand dazu ja eine Einschätzung. Danke!
holli05
Stammgast
#13 erstellt: 13. Jan 2018, 09:20
14 Tage Speicherzeit ist nicht unüblich und hängt vom Stützstrom, den der Kondensator liefern muß sowie der Kapazität ab.
Mittlerweile gibts größere Goldcaps für 5,5V günstig, z.B. 4F in der Bucht. Wenn unbedingt nötig, zwei parallel schalten.
seberlin
Neuling
#14 erstellt: 13. Jan 2018, 10:33
Toll, danke für die prompte Antwort und den Hinweis mit den 4F-Kondensatoren. Ich hatte wie vorgeschlagen den 1F/5.5V eingebaut. Könnte ich jetzt ganz dumm davon ausgehen, dass bei 4F die Speicherzeit mehr oder weniger viermal so lang wäre? Das wäre natürlich ein Hammer, dann würde ich mir mal einen bestellen und das wieder umbauen.
Rabia_sorda
Inventar
#15 erstellt: 14. Jan 2018, 03:00
Ungefähr, ja.
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