Frequenzweiche aufbauen; Was muss beachtet werden?

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Hornfantastisch
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 20. Dez 2013, 13:00
Hallo liebe User,

ich habe eine kurze Frage. Was muss ich beim Aufbau meiner Frequenzweiche beachten? Also wie müssen die Spulen angeordnet werden, wie die Kondensatoren und wie die Widerstände? Gibt es da regeln? Ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich hatte mal gelesen, dass die Spulen nicht zu dicht aneinander gebaut werden sollen. Stimmt das? Die andere Frage ist..... gibt es eine Regel wie ich verlöten muss? Z.B. gibt es bei den Spulen jeweils außen und jeweils innen einen Anschluss. Ist es da wichtig wie rum ich das anschließe? Und wie sieht es bei den Kondensatoren und Widerständen aus?

Anbei ein Foto zu meiner Weiche..... im Rohzustand. Verkabelung und Anschluss wird noch folgen. Momentan ist sie recht "luftig" aufgebaut. Die Widerstände sind nur zum Test da und werden noch durch andere ersetzt.

Könnte Ihr mir mit Rat zur Seite stehen Und bitte nicht hauen, ist meine Erste große Weiche die ich selber aufbaue

Viele Grüße

IMG_2853
moby_dick
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 20. Dez 2013, 13:06
So ist schon ok. Die Spulen möglichst weit voneinander entfernt, wenn das nicht geht, kippen.

http://www.visaton.de/vb/showthread.php?t=23682

Die anderen Teile sind unkritisch. Auch die Polung incl. Spulen. Keine Stahlschrauben zur Spulenbefestigung nehmen!


[Beitrag von moby_dick am 20. Dez 2013, 13:10 bearbeitet]
Hornfantastisch
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 20. Dez 2013, 13:19
Super,

besten Dank :-) Dann kann ich ja heute Abend loslegen.

Viele Grüße

Michael
Hornfantastisch
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 20. Dez 2013, 19:05
Vielleicht noch ein, zwei oder auch mehr Fragen.

Welches Kabel soll ich zum Verbinden der Teile benutzen? Reicht da ein Lautsprecherkabel mit 2,5 mm^2?

Die andere Frage ist wie ich am besten 2 Kabel zu einem führe? Gibt es dafür Lüsterklemmen? Spricht da was dagegen? Gibt es vielleicht eine schöne Anleitung bzw. eine gute Vorlage welche Teile man da nutzen kann? Mit der Frage mehrere Kabel an einen meine ich jetzt zb.... wenn ich die Weiche jeweils für Hochton, Mittelton und Bass separat aufbaue und dann an einen Ausgang anschließe. Bevor ich 3 Kabel nun an den jeweiligen Pohl löte wäre es vielleicht sauberer etwas zu haben womit ich drei Kabel zu einem führen kann.

Viele Dank und Beste Grüße
pelowski
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 20. Dez 2013, 22:01

Hornfantastisch (Beitrag #4) schrieb:
...Welches Kabel soll ich zum Verbinden der Teile benutzen? Reicht da ein Lautsprecherkabel mit 2,5 mm^2?...

Hallo,

"reichen" würde das schon, ist aber für diese kurzen Längen absolut unnötig und verarbeitet/lötet sich auch
nicht besonders gut. Gut geeignet ist z.B. verzinnter Cu-Draht von 1mm Durchmesser, der an den Stellen, wo
es kritisch ist, mit Isolier- oder Schrumpfschlauch überzogen wird.

Wenn möglich, verbindet man die Teile sowieso mit ihren eigenen Anschlüssen.
Und Lüsterklemmen o.ä. sind dann von Vorteil, wenn man öfter mal etwas ändern will, ansonsten löten.

Welchen Grund gibt es, die Weiche für jedes Chassis getrennt auszuführen?

Grüße - Manfred
KnutWuchtig1
Stammgast
#6 erstellt: 21. Dez 2013, 01:10
Interessantes Thema. Ich habe mich auch schon gefragt, wie nah zu nah ist. Der oben verlinkte Link ist auch ganz interessant.

Um es mal zusammenzufassen: da wurden zwei 0.56mH-Spulen in Reihe geschaltet. Rechnerisch also 1.12mH. Wenn die Spulen relativ weit auseinander waren, waren es in Summe 1.144mH (Fig.1). Wenn sie nah zusammen waren, waren es 1.109 (Fig.3). Wenn sie also näher zusammen waren, waren sie näher an dem errechneten Wert. Gut, in dem Fall wurde die Serienstreuung wieder etwas gerade gebogen. Kann ja natürlich auch in die andere Richtung gehen.

Wie stark wirkt sich denn eine solche Abweichung aus? Durch die Serienstreuung hat man ja eh immer eine Abweichung.
Prozentual gesehen ist die Abweichung durch die Platzierung ja nicht so viel (3%). Also wenn man jetzt nur die Distanz betrachtet, bei gleicher Ausrichtung der Spulen.
Hornfantastisch
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 21. Dez 2013, 02:51
Hallo,


Welchen Grund gibt es, die Weiche für jedes Chassis getrennt auszuführen?


Der Grund liegt eigentlich nur darin, dass es für mich einfach nachzuvollziehen ist

CU Draht 1mm Durchmesser.... wo bekomme ich diesen am besten her? Ich habe hier noch RGB 128 Kabel. das könnte auch gehen, ist wahrscheinlich nur schwer zu verarbeiten. Ansonsten hätte ich nochStromkabel

Schrumpfband habe ich da..... in jeder notwendigen Größe

Beste Grüße
pelowski
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 21. Dez 2013, 12:11

Hornfantastisch (Beitrag #7) schrieb:
...CU Draht 1mm Durchmesser.... wo bekomme ich diesen am besten her?...


Wo hast du denn schon gesucht?

Hier z.B.: Conrad 605646 - 62
oder Pollin: 560 194 - billiger, musst du aber abisolieren, verzinnen.
oder Reichelt: Silberdraht, Ø 1,0mm, versilbert lötet sich sehr gut. "Klingt" aber leider nicht anders.

Grüße - Manfred
moby_dick
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 21. Dez 2013, 12:44
Lackdraht ist unpraktisch. Kupferdraht mit Isolation geht einfacher. Jedes Kabel ist geeignet, auch "Stromkabel", aber nicht als Litze. 2,5 mm ist zu dick und lötet sich schwer. 1 mm reicht völlig.

"Klingeldraht" geht perfekt.


[Beitrag von moby_dick am 21. Dez 2013, 12:45 bearbeitet]
Hornfantastisch
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 21. Dez 2013, 13:41
Perfekt.... ich hab jetzt mal Brückendraht Intertechnik BR112 gekauft.....

und hier noch eine schöne Anleitung....

http://www.audio.de/...nzweiche-372555.html

Vielen Dank! Und schonmal jetzt schöne Weihnachtsfeiertage!
Jobsti
Inventar
#11 erstellt: 27. Dez 2013, 13:58
Es kommt halt auch immer darauf an wie allergisch die Schaltung auf Toleranzen reagiert,
aber auch wie viel Power die Kiste, bzw. das jeweilige Bauteil wirklich bekommt.

Wie auf deinem Bild zu sehen, würde ich persönlich (aus dem Bauch heraus) als völlig ausreichend erachten.

Bei mir schaut das auch teilweise mal so aus:

Da wird sich jetzt der ein oder andere HiFi-Theoretiker an den Kopf greifen,
aber die Messungen sagen: Passt alles, auch bei richtig Leistung (und das ist für ne PA Kiste).
Bei so naher Anordnung, aber immer nachmessen.

Was RICHTIG was aus macht ist, wenn die Magneten der Chassis der Weiche zu nah kommen,
unterdimensionierte Bauteile (vor allem Spulen!),
oder man Magnetische Schrauben nutzt (ja es gibt auch Edelstahl, was magnetisch ist, also Vorsicht)

Als Brückendraht kann man eigentlich nehmen was mal will,
wenn man die kurzen Strecken bedenkt, aber auch die Litzen der Bauteile selbst,
tut's da alles ab 1mm² oder gar weniger, ansonsten einfach mal messen.
Isolierung schadet da auch net ;-)
Ich habe hier immer eine Rolle 1,5mm², starre Aderleitung, 99,9% OFC.


Anm:
So befestige ich Spulen (unmagnetische Schrauben und (Stopp-)Muttern (alternativ mit Locklite))


Restliche Bauteile mit 70% elastisch bleibendem Alleskleber:


Alternativ auch mal auf Lochraster oder Holz, so angeordnet, dass man keine Brücken benötigt:


[Beitrag von Jobsti am 27. Dez 2013, 14:19 bearbeitet]
david_della_rocco
Stammgast
#12 erstellt: 28. Dez 2013, 12:54
Ich habe gestern zwei weichen aufgebaut.
Ich hatte im Baumarkt Stromkabel gekauft. Jedoch nicht die Litze.
Es ist recht starr und lässt sich sehr gut in Position biegen ohne sich zu verändern.

20131227_205946

Bitte nicht lachen, ist meine erste Weiche
Karl_Retter
Stammgast
#13 erstellt: 29. Dez 2013, 20:25
hallo zusammen,
schaut mal bei DYI 3 Wege Box nach ( die mittlere Spule habe ich versetzt ).
Der Aufbau ist absolut simpel, günstig und sehr stabil. verwendet habe ich Kupferdraht 2,5mm2 und als Pfeiler Spaxschrauben. Der Draht wird um die Spaxschraube gewickelt und verlötet. Auf kurze Signalwege habe ich geachtet und nicht die schlechtesten Bauteile verwendet.

Gruß Charly
Jobsti
Inventar
#14 erstellt: 30. Dez 2013, 09:17

und nicht die schlechtesten Bauteile verwendet

Hier sollte man sich strickt an das Original halten!

Vor allem bei Spulen, je nachdem wie allergisch die Schaltung reagiert, kann ganz wenig
Unterschied des DC-Widerstandes schon recht viel aus machen.
Teilweise kann man auch (mal größere, mal kleinere) Unterschiede feststellen von Kern auf Luftspule,
obwohl die Widerstände recht ähnlich, fast identisch sind.

Bei Kondensatoren ist das nicht ganz so tragisch, habe hier aber auch schon größere Unterschiede
vermessen, obwohl die Werte weitestgehend gleich sind (Nachgemessen).
Aber da gibt's eher Probleme wenn man von günstigem Elko auf z.B. Q4 geht,
ab 160V MKT zu 250V, Q4, Q6 oder QS tut sich idR. gornüscht


Thema Klangliche Unterschiede:
Kann ich bisher recht wenig feststellen, eher, wenn die Bauteile einfach nur unterdimensioniert sind.
Klar, je nach Fall kann man den günstigen Elko mal raus hören, aber ob ich dann MKT, Q4, Qs, Reference oder sonst was verbaue, tut sich rein garnix.
Bei GANZ empfindlichen Hochtönern, kann man evtl. mal den einen oder anderen besseren Cap (Öl etc.) raus hören, aber auch eher selten.
Ähnlich beim Glimmer-Cap, kann man mal raus hören, muss aber nicht sein,
oft tut's hier auch schon ein kleiner Q4 problemlos anstatt dem sau teuren Mica.

Bei Spulen sehe ich das ähnlich, solange die Luftspule, oder auch Kernspule groß genug Dimensioniert sind,
tut sich da recht wenig bis garnix.
Auch bei Backlack oder Folienspulen hört man soweit keine Unterschiede.
Fängt ne Spule an zu "Zappeln", ist sie einfach viel zu klein.


Gerade das Silber & Goldzeugs sehe ich als absolute Geldverschwendung an.
Soweit meine Erfahrungen, Ausnahmen bestätigen ganz sicher die Regel.



Ein Interessanten Link für alle Interessierten:
[HowTo] Diskussion Weichenbauteile.
Wer weitere Infos hat, gerne her damit, dann erweitere ich das HowTo.


[Beitrag von Jobsti am 30. Dez 2013, 09:27 bearbeitet]
Karl_Retter
Stammgast
#15 erstellt: 30. Dez 2013, 12:51
hallo zusammen,
bei den Spulen habe ich mich an die Vorgaben der Weichenentwickler gehalten. ( Luftspule, Drahtstärke, Induktivität wie im Weichenplan vorgegeben.
Bei den Kondensatoren habe ich experimentiert. Nicht in der Kapazität sondern in der Bauart/Spannung ec.
Bei der Revision meiner MB Quart 720 Weiche habe ich eine faustdicke Überraschung erlebt.
Der Kondensator des Basssaugkreises Aufdruck 68my 23VAC hatte über 80my. d.h. Die Kapazität hat sich seit 1984 erhöht was mir der Hersteller ( chemische Reaktion im Kondensator ) auch bestätigt hat.
Nachdem ich eine Box zunächst Original gelassen habe, konnte ich direkt vergleichen.
Die überarbeitete Weiche mit den Original Spulen aber neuen Kondensatoren klang viel offener luftiger. Lediglich bei dem 4,7myF Silver Z-cap für 24 Euro/Stück habe ich mich vergriffen ( der HT war zu spitz im Klang ) er wurde durch einen anderen 4,7 myF Kondensator ( und günstiger ) ersetzt.
Wer sich erkundigen möchte, wie schwierig eine Frequenzweiche zu entwickeln ist, kann das bei der TML Box Big-Eight nachlesen.

Gruß Charly
Jobsti
Inventar
#16 erstellt: 30. Dez 2013, 15:06
Jo das Elko-Problem über die Jahre kennen wir wohl alle ;-)
Hornfantastisch
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 30. Dez 2013, 19:23
Hallo,

so eine Weiche steht schon einmal. Könnt ihr mir vielleicht sagen ob es eine Möglichkeit gibt die Weiche zu testen? also bevor ich die an meine Treiber und die Anlage anschließe? Nicht das mir irgend etwas durch raucht oder so?

Viele Grüße

Michael
Karl_Retter
Stammgast
#18 erstellt: 30. Dez 2013, 19:53
hallo Michael,
ich kann Dir empfehlen, die Schaltung ein paarmal genau zu überprüfen.
Schnell hat man sich da verlötet.
Ob es messtechnisch zu lösen ist, können Dir sicher Hifi Freunde die jetzt mitlesen
sagen.
viel Erfolg mit Deinem Selbstbau
Charly
Jobsti
Inventar
#19 erstellt: 30. Dez 2013, 23:12
Solange man keine Referenz-Messung (oder sonstige Daten) hat und somit nicht weiß wie
das auszuschauen hat elektrisch, wir das schwer das Ding genau auf korrekte Funktion zu prüfen.

Meine Meinung:
Rein in die Box mit dem Ding, Chassis dran und Musik drauf, aber eben erstma leise,
da kann definitiv nix passieren.
klingt das alles passabel, wir das schon so richtig sein, dann kannste auch lauter machen
Apalone
Inventar
#20 erstellt: 01. Jan 2014, 19:54

david_della_rocco (Beitrag #12) schrieb:
....Bitte nicht lachen, ist meine erste Weiche :)


Wieso lachen, sieht gut aus!

Ich mag diese Ausführungsart am liebsten:
Lieber etwas großzügiger angeordnet, dafür kann man auch nach Jahren noch den Stromlauf nachvollziehen, als Anschluss f die LS Lüsterklemmen; einfach, gut, funktionell.

>>> Gut gemacht!
KnutWuchtig1
Stammgast
#21 erstellt: 02. Jan 2014, 16:56
Wobei ich bei meinen auch noch darauf geachtet habe sie nicht zuu groß zu machen, so dass ich sie noch später durch die öffnungen der Chassis herausnehmen/wieder reinbauen kann, falls mal was ist.
david_della_rocco
Stammgast
#22 erstellt: 02. Jan 2014, 17:03
@Apalone

Vielen Dank,
Die nächste wird schöner, versprochen

@KnutWuchtig1
Da hast du vollkommen recht
Geh eben mal nachmessen
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