Sennheiser CX 300 vs. Sony XB40EX vs. Shure SE115 vs. Ultrasone HFI 450

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Wholefish
Inventar
#1 erstellt: 08. Feb 2011, 13:57
Wie sicherlich dem Threadtitel schon entnommen werden kann, ich war auf der Suche nach einem Bassstarken Kopfhörer.

Gleich vorweg, ich höre Reggae, Dub, Ska, Dubstep, Drum'n'Bass, Trip Hop... und ich spiele Gitarre. Kurzum, ich bin dem Offbeat und dem Bass verfallen und höre Musik die vom Bass lebt.

Ich bin aber auch niemand, der auf einen Equalizer Ghetto Blaster Sound steht.
Kurzum, ich hab Hifi Ambitionen, kenne mich halbwegs in den Grundlagen von Tonübertragung und Lautsprecherbau aus.

So und nun nen Kopfhörer für unter 100€, der all dies erfüllt, war von vorne rein klar, dass es nicht klappt.
Aber was ich bei Kopfhörern klanglich erlebt habe, da da rollen sich die Zehennägel.

Eins nach dem anderen, vor knapp 2 Jahren war ich auf der Suche nach einem Geschlossenen Kopfhörer mit identischem Budget. Im Musikladen meines Vertrauens habe ich durch Probe hören an meinem Ipod, den Ultrasone HFI 450 ausgewählt.
Er war im Vergleich zu den anderen Kopfhörern die dort hingen, an die 10, einfach der beste.

Zu Hause dann etwas Ernüchterung, im Vergleich zu meinen Lautsprechern zu Hause, liegt auf dem Sound irgend wie ein Schleier, kaum auszudenken wie es wäre, mit den anderen Kopfhörern die ich im Laden schon eindeutig disqualifiziert habe. Kurzum, richtig glücklich bin ich nie geworden mit ihm.
Ich lese, auch hier im Forum, der HFI 450 sei bassstark --> Nö. Er fällt eigentlich schon ab 50hz ab, zwischen 50 und 70hz machts bissal bumm bumm, aber sonst nichts. Unter 35hz dominieren die Nebengeräusche und es ist kein Bass mehr vernehmbar. Nebenbei, Tragekomfort und Geräuschdämmung sind hervorragend.

So nun zum Thema In-Ear, ich habe die ersten In-Ear Erfahrungen gemacht mit dem Headset vom Nokia 5800Xpress Music. Die Kopfhörer sind Bassbetont, spielen runter bis 30hz mit spürbarer Vibration. Aber leider sehr schwammig und sehr dumpf im Hochton bereich. Getrennt wurden wir durch einen Kabelbruch.

So nun zum Sennheiser CX 300:
Im ersten Moment, hui, im zweiten Moment, hmmm.
Er spielt sehr hell, wirkt dadurch lebendig, der Bass tritt hervor, die Dämmung ist gut. Dann stellt sich aber raus, dass der Ohrhöhrer leider über keiner Tiefbass verfügt, schwupps, geht ihm unter 40hz auch die Puste aus --> ungeeignet für mich.
Was man im aber lassen muss, er klingt für das Geld wirklich sehr in Ordnung. Wer keine Hi-Fi Ansprüche stellt, wird vermutlich glücklich. Allerdings waren für mich die Höhenbetonung und der nicht tiefreichende Schwabbelbass der Grund, ihn nicht zu wollen.

So, nun zum Sony XB40EX
XB, Sound wie im Club, tiefreichende Bässe bis 4hz, so das Marketing.
--> Bullsh...
Der XB40 hat nicht mehr oder weniger Bass als der Shure oder andere Kopfhörer.
Tiefgang ist schon ganz gut, jedoch kommt man ohne Equalizing gar nicht in den Genuss des Basses ohne vorher erhebliche Ohrenschmerzen zu bekommen.
Denn, der XB40 ist brutal auf Wirkungsgrad ausgelegt, er ist im Bereich von ca. 800 bis 2000hz extrem laut, das vermittelt den Eindruck, dass der Kopfhörer besonders laut ist, weil das Ohr dort am empfindlichsten ist.
Dazu deutlich zischelnde S Laute die sehr kühl klingen.

Im Internet las ich in Reviews vorher, der habe starken Bass und klare Höhen--> Die Verfasser müssen wohl schon taub gewesen sein.

Die Mitten bereiten Schmerzen im Ohr, zischeln dabei fröhlich und der ganze Bass wirkt aufgesetzt, nicht stimmig.
Ach ja, der Bass. Konturen im Bass? Was ist das? Bass wir Griesbrei, schwummerig unakzentuiert. Damit kann ich beim Reggae und Dubstep leben, aber wie erwähnt, vorher fliegen die Ohren weg.
Was man allerdings sagen muss, trotz der Größe sitzen sie perfekt im Ohr.
Und noch was, der Sony schirmt Geräusche von außen kaum ab, in der U Bahn höre ich die Durchsagen des Fahrers ohne Probleme, das war selbst mit dem Headset vom Nokia nicht so.
Fazit: Schlechtes Küchenradio mit Logitech Schwabbelsubwoofer am Ohr.

So nun zum teuersten im Bunde, Shure SE 115
Vorne weg, JA, so stell ich mir das vor.
Thema Dämmung, die ist sehr gut, er schirmt alles weg, das schont meine Ohren, da ich leiser hören kann (Hauptgrund für In-Ear Kopfhörer).
Man hat 6 Aufsätze in jeweils 3 Größen, Schaumstoff und Gummi, so verstört ich anfangs auch von dem Schaumstoff war, so sehr mag ich ihn mittlerweile

Der Shure klingt natürlich, ich höre die Gitarre so wie sie klingt, mir fallen wieder Details der Instrumentalisierung auf. Er verfälscht den Klang nicht wie alle anderen Kopfhörer die ich bisher hatte.
Der Bass ist durchaus kräftig, aber für meine Musik absolut nicht übertrieben. Das wichtigste, er reicht auch tief hinunter, und betont nicht nur den "Boombass" Bereich um die 50hz. Akzentuierung ist zu erkennen, bei meiner Lautstärke hat der Bass keinen Einfluss auf den Sound.

Die Höhen sind ebenfalls betont, das muss wohl die Badewanne sein von der die KH Fraktion immmer spricht.
Ich kann damit leben, würde gerne drauf verzichten, dadurch wirkt das ganze aber dann immerhin ein bisschen luftiger heller. Aber keinesfalls störend.

Also, um den Lobgesang zu unterbrechen, ich merk durchaus was man alles NOCH besser machen könnte, würde man einen noch teureren KH kaufen. Aber selbst als Hi-fidialer Mensch kann man mit dem KH sehr gut leben.


Ich wollte diesen Bericht einfach mal schreiben, weil ich denke, dass viele einen KH suchen der ähnliche Kriterien erfüllt wie die meinen, kurz Hifibassdämmkopfhörer.
Nicht jeder möchte gleich 200€ ausgeben, den Kabelbruch oder den Verlust riskieren. Wie oft hab ich meine KH schon gesucht und beinahe auch verloren... Bei 200€ doch ein herber Verlust.
Zwei gute Dinge sind in den 4 Wochen Kopfhörer Suche rausgekommen, ich mag meinen Ultrasone KH jetzt viel lieber, denn ich habe auch so supertolle Kopfhörer wie BOSE gehört, um Himmels Willen, die kann man nur gut finden, wenn man absolut keine Ahnung hat (Sorry an die Besitzer).

Und ich hab einen tauglichen KH für meine täglichen U Bahn Fahrten gefunden.


[Beitrag von Wholefish am 08. Feb 2011, 14:01 bearbeitet]
sofastreamer
Inventar
#2 erstellt: 08. Feb 2011, 21:10
soweit so nett. aber betonte höhen kann ich dem 115 nicht entnehmen.
Kharne
Inventar
#3 erstellt: 08. Feb 2011, 22:33
Doch, der ist schon ne ordentliche Badewanne.
Bad_Robot
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 09. Feb 2011, 08:05
Wobei die Höhenbetonung des SE115 nicht so weit oben im Brillianzbereich liegt, wie bei anderen "klassischen" Badewannen. Im Brillianzbereich fällt er bereits wieder ab (er kommt nicht sonderlich weit hoch).

Die "Höhenbetonung" der SE115 fängt schon in den oberen Mitten an.

Viele Grüße,
Markus
Wholefish
Inventar
#5 erstellt: 09. Feb 2011, 10:49

Bad_Robot schrieb:
Wobei die Höhenbetonung des SE115 nicht so weit oben im Brillianzbereich liegt, wie bei anderen "klassischen" Badewannen. Im Brillianzbereich fällt er bereits wieder ab (er kommt nicht sonderlich weit hoch).

Die "Höhenbetonung" der SE115 fängt schon in den oberen Mitten an.

dem stimme ich zu.
Das ist auch vielleicht gewollt, schließlich ist der SE115 nun wirklich ein In-Ear für die Straßenbenutzung am MP3 Player, und gerade die MP3 Kompression und schlechte Soundchips bei diversen MP3 Playern oder gar die Kombination aus beiden, zermürben den Hochton- Brillianzbereich doch stark.
Und ich muss sagen, dass mir sehr auf Brillianz abgestimmte Kopfhörer, eher weh tun.
Wholefish
Inventar
#6 erstellt: 07. Apr 2011, 22:03
die Resonanz war zwar nicht so groß, ich weiß nicht wen es interessiert, aber trotzdem ein kleiner Zwischenbericht:

Ich mag den Shure mittlerweile eigentlich noch mehr als am Anfang, durch die gute Dämmung von Umgebungsgeräuschen ermöglicht er mir ein ablenkungsfreies Lernen
Ich hab mich an den Klang irgend wie immer noch nicht gewöhnt, ich denke mir immer wieder, dass er erstaunlich gut klingt.
Bassbetonung sollte man einem Kopfhörer auch nicht negativ auslegen, da ja normale Lautsprecher... oder einfach nur Instrumente, immer einen Raum haben, in dem sie ihren Klang entfalten, und gerade Raumresonanzen verstärkern ja eigentlich den Tieftonbereich, Stichwort Druckkammer.
So sollten, meiner Meinung nach, linear abgestimmte Kopfhörer zu wenig Bass haben. Zumindest weniger als man es als Live Zuhörer wahrnehmen würde.
Kleine Theorie am Rande. Das wars dann auch wieder.
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