Vollverstärker + Kopfhörerverstärker?

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Petey1317
Neuling
#1 erstellt: 26. Apr 2026, 20:01
Frage: kann / sollte man an einen HiFi-Vollverstärker einen Kopfhörerverstärker anschliessen, um den Klang des Kopfhörers zu verbessern?

Verstärker:
Ausgangsspannung/Ausgangsimpedanz PRE OUT : 1,6 V / 600 Ω/Ohm
Leistungsaufnahme 220 Watt

3 HiFi-Kopfhörer (120 / 250 / 600 Ohm).

Vielen Dank.
CarlM.
Inventar
#2 erstellt: 26. Apr 2026, 20:49
Die Frage lässt sich ohne Kenntnis der verwendeten Geräte nicht seriös beantworten. Zudem müsstest Du präzisieren, was Dir aktuell nicht gefällt.
Zu gerimge Lautstärke oder zuwenig Bass?
Hörst Du Klassik und die Orchesterinstrumente lassen sich nicht zuordnen (Räumlichkeit, Durchzeichnung, ...)?
Petey1317
Neuling
#3 erstellt: 26. Apr 2026, 21:24
Vielen Dank für Deine Antwort.Ich wollte die 1.Anfrage nicht mit zu vielen (evtl. unnötigen) Infos ausfblasen, schon weil ich nicht weiss, was relevant ist.

Verstärker:
Marantz PM8006
- RMS-Leistungsausgabe (20 Hz – 20 kHz, gleichzeitige Ansteuerung
beider Kanäle): 70 W x 2 (8 Ω/Ohm Last) /100 W x 2 (4 Ω/Ohm Last)
- Ausgangsbandbreite (8 Ω/Ohm Last, 0,06 %): 5 Hz – 60 kHz
- Frequenzgang (CD, 1 W, 8 Ω/Ohm Last): 5 Hz – 100 kHz ±3 dB
- Dämpfungsfaktor (8 Ω/Ohm Last, 40 Hz – 20 kHz): 100
- Eingangsempfindlichkeit/Eingangsimpedanz
PHONO (MM): 2,0 mV / 47 kΩ/kOhm
CD, TUNER, NETWORK, AUX, RECORDER: 220 mV / 20 kΩ/kOhm
POWER AMP DIRECT IN : 1,6 V / 15 kΩ/kOhm

Kopfhörer:
Sennheiser HD 560 S / HD 600 S2
Beyerdynamik DT 990 Pro

Problem: mein 1. HiFi-Kopfhörer war der Sennheiser HD 540 Reference. Er ist vor einigen Jahren wirklich 'zerfallen' (inkl. Membranen).
Ich versuche, sowohl den räumliche Klang (räuml. Auflösung), die Positionierung der Instrumente, sowie die m.E. excellente Klang-Neutralität des HD 540 wieder zu bekommen. Bisher passt der HD 560 am besten.
Allerdings <Zitat aus Test HiFi.de> "Sennheiser ordnet die Treiber des HD 560S leicht angewinkelt in der Ohrmuschel an. Das soll die räumliche Darstellung verbessern und eine präzisere Standortbestimmung von Musikern und Instrumenten ermöglichen."
Das wird der Grund sein, warum ich, um den für mich besten Klang zu bekommen, diesen Kopfhörer so aufsetzen muss, dass der Bügel vorne über die Stirn geht. Der Sitz muss ständig korrigiert werden, der Sound leidet natürlich...
Der HD 600 ist extrem bass-lastig, dem DT 990 fehlt 'Klangvolumen' (alles etwas flach); hier wollte ich ansetzen.
sealpin
Inventar
#4 erstellt: 26. Apr 2026, 22:02
Beim Marantz PM8006 gibt es nach den öffentlich zugänglichen Unterlagen sehr wahrscheinlich keinen dedizierten Kopfhörerverstärker. Der Kopfhörerausgang wird mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der Endverstärkersektion abgeleitet und über Vorwiderstände bzw. ein Dämpfungsnetzwerk auf die PHONES-Buchse geführt.

Das ist je nach Kopfhörer im Zweifelsfall unglücklich, da die damit verbundene Ausgangsimpedanz recht hoch sein wird.

Ich würde daher zu einem eigenen Kopfhörerverstärker (KHV) oder gar einem DAC mit KHV raten.
CarlM.
Inventar
#5 erstellt: 27. Apr 2026, 00:30
Naja, es gibt ja das Service Manual im Netz. Demnach wird für die KH-Buchse das Lautsprecher-Signal über 300Ohm-Widerstände abgezweigt.

Der von Dir favorisierte KH hat eine Impedanz von 600Ohm, die anderen beiden liegen bei 250Ohm und 300Ohm.

Hast Du die Möglichkeit, mit Deinen Kopfhörern an separaten KH-Verstärkern zu testen, ob es Dir wirklich mehr zusagt? Man müsste das prüfen, ob der Pre-Out der am besten geeignete Ausgang ist. Eventuell hat der Record Out Vorteile, weil er die gewählten Eingangssignale am wenigsten verfälscht.
Kunibert63
Inventar
#6 erstellt: 27. Apr 2026, 07:54
Mit meinem KH-Verstärker gehe ich nicht durch meinen Marantz. Der FiiO K5 ist direkt mit meinem Blueray/CD/ verbunden. Beim Blueray geht das ganz gut weil der mit HDMI am Marantz hängt und Optisch-SPDIF für den FiiO übrig bleibt. Für manche CD-Spieler geht das auch zu machen wenn die Analog und Digital ausgeben können.

Pre-Outs finde ich auch als ungünstg. Da läuft ja alles was am Vorverstärker gemacht werden kann mit durch. Line-Out sehe ich als den korrekten Ausgang an. Kommt halt drauf an ob man die Lautstärke mit einer Fernbedienung des Stereo-Verstärkers regeln möchte oder lieber alles am KH-Verstärker machen will/kann.
djsepulnation
Stammgast
#7 erstellt: 04. Mai 2026, 22:38
Welche Quelle wird den verwendet?
Die KH die du verwendest sind alles offene KH Typen.Das die DT990 "flach" klingen ist so gewollt.Da kann kein KHV einen Ferrari draus machen.Ist bei vielen AKGs genau so.
Wenn du was "flotteres" von Beyer willst dann probier mal die DT880 aus.Sind halboffen und haben nicht diesen "flachen" Klang.
Prinzipiell sollte der KH Ausgang am Marantz nicht so schlecht sein.Mit den Sennheisern hats ja gepasst.Bedeutet die KH sind das Problem und der Marantz kommt mit der Impedanz der KH nicht so wirklich zurecht.Höre auch zeiweise am Ausgang meines Vollversärkers (32ohm)
Die ist bei meinem Sony etwas kraftvoller als so mancher Chinesicher KH Verstärker.Aber das ist kein Wunder bei der modernen weichen Abstimmung heutzutage....aber dies ist n andres Thema
sealpin
Inventar
#8 erstellt: 05. Mai 2026, 09:47
Noch etwas Theorie zum pairing hochohmiger Ausgang an niederohmigem Kopfhörer.

Angenommen sind: 600 Ohm Ausgangsimpedanz des KH Ausgangs am Vollverstärker und 32 Ohm Impedanz des Kopfhöreres

Bei 600 Ω Ausgangsimpedanz an einem 32-Ω-Kopfhörer entsteht ein extrem ungünstiger Spannungsteiler. Der Kopfhörer bekommt nur
32/(600+32)=0,0506 also rund 5 % der Ausgangsspannung, entsprechend etwa -26 dB Pegelverlust. Der Rest fällt an der Ausgangsimpedanz des Verstärkers ab.

Die wichtigsten Effekte:
•Deutlich weniger Lautstärke: Du musst den Verstärker viel weiter aufdrehen. Der Kopfhörer wird nicht effizient angesteuert.

•Sehr schlechter Dämpfungsfaktor: Dämpfungsfaktor = 32/600 = 0,053. Üblich als Faustregel ist eher, dass die Ausgangsimpedanz höchstens etwa 1/8 der Kopfhörerimpedanz sein sollte, bei 32 Ω also ca. 4 Ω oder weniger.

•Klangverfärbung möglich: Wenn die Kopfhörerimpedanz über die Frequenz schwankt (ist bei KH mit dynamischen Treibern üblich, bei z.B. Magnetostaten o.ä. eher nicht), schwankt auch der Pegel über die Frequenz, weil Ausgangsimpedanz und Kopfhörer einen frequenzabhängigen Spannungsteiler bilden. Dynamische Kopfhörer können dadurch z. B. im Bassbereich angehoben oder insgesamt unausgewogen klingen.

•Basskontrolle kann schlechter werden: Die Membran wird elektrisch weniger stark bedämpft. Das kann als weicher, schwammiger oder weniger präziser Bass wahrgenommen werden.

•Nicht primär gefährlich für den Kopfhörer: Die hohe Ausgangsimpedanz begrenzt eher Strom und Leistung. Problematisch ist eher, dass man stark aufdreht und dann bei anderer Quelle, anderem Kopfhörer oder anderem Ausgang plötzlich viel zu hohe Pegel anliegen können.

Ein Zahlenbeispiel zur Klangverfärbung: Hat der Kopfhörer nominell 32 Ω, steigt aber bei der Bassresonanz z. B. auf 100 Ω, bekommt dieser Bereich relativ viel mehr Spannung: 100/(600+100)=14,3% statt 32/(600+32)=5,1%. Das wären grob +9 dB relativ zu Frequenzbereichen mit 32 Ω, also klar hörbar.

Kurz gesagt: Ein 600-Ω-Kopfhörerausgang ist für 32-Ω-Kopfhörer elektrisch eine sehr schlechte Paarung. Er ist eher für hochohmige Kopfhörer oder alte Verstärker-Schaltungen gedacht. Für 32-Ω-Kopfhörer wäre ein dedizierter Kopfhörerverstärker oder DAC/Amp mit möglichst niedriger Ausgangsimpedanz, idealerweise unter 1 bis 2 Ω, deutlich geeigneter.

Aber bei aller Theorie, wenn dem TE der Sound gefällt und die Lautstärke ausreicht, why not.
CarlM.
Inventar
#9 erstellt: 05. Mai 2026, 10:47
@sealpin

Auf welche KH beziehst Du Dich? Wenn ich es korrekt nachgesehen haben, liegen alle vom TE genannten KH zwischen 250 und 600Ohm ... siehe #5.
sealpin
Inventar
#10 erstellt: 05. Mai 2026, 19:56
Generell…und im Ausgangspost wurde genannt:

„…3 HiFi-Kopfhörer (120 / 250 / 600 Ohm). …“

Die 32 Ohm habe ich als Beispiel genommen, um den Effekt plastisch zu beschreiben.
Aber auch 320 Ohm zu 600 Ohm Ausgangsimpedanz ist nicht ideal…siehe meine Rechnungen.
IMHO problematischer ist es aber wenn der Impedanzverlauf über die Frequenz bei Kopfhörern mit dynamischen Treibern variiert.

Man macht nichts falsch, wenn man KHV mit Ausgangsimpedanzen möglichst niedrig wählt. Über Widerstände an Endstufen gekoppelte KH Ausgänge sind i.d.R. hochohmig und daher eher zu meiden.

Aber wie ich schon schrob…wenn es gefällt…


[Beitrag von sealpin am 05. Mai 2026, 19:58 bearbeitet]
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