Teufel CB 52 SW defekt

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ert77
Neuling
#1 erstellt: 20. Jun 2020, 00:54
Hallo zusammen,
ich besitze eine Teufel Cinebar 52 THX.
Leider geht der Subwoofer nicht mehr an.
Wenn ich ihn einschalte tut sich gar nichts, die LED leuchtet nicht.
Dies geschieht egal ob ich den Wahlschalter auf ON oder AUTO stehen habe.
Wenn ich den Subwoofer ausschalte, leuchtet kurz die LED grün auf und das blaue Relais
SMIT-SS-112LMR schaltet kurz (ein und aus?).

Ich habe jetzt die Elektronik ausgebaut und mir die "Netzteilplatine" angeschaut.
Die Feinsicherung in der Steckerbuchse ist i.O..
Ich kann keine verbrannten Bauteile erkennen.
Auf der Platine sind 4 dünne Kabel in einem weißen kleinen "Stecker" angelötet (CON2).
Bezeichnung ist:
Rot - +6V
Gelb - -6V
Blau - GND
Weiß - "keine Bezeichnung"

Im eingeschalteten Zustand liegen folgende Spannung an:
Rot - Gelb: -3,63V
Rot - Blau: 1,5V
Gelb - Blau: 5V
Rot - Weiß: -1,75V
Gelb - Weiß: 1,85V
Blau - Weiß: -3,25V

An der Spule des Relais liegen 5,1V an.

Diese Spannungen liegen nach dem Einschalten nicht sofort an, sondern weichen etwa 0,3 bis 0,5V davon ab.
Der Sub fiept nach dem Einschalten erst ca. 2 Minuten leise und hört dann auf zu fiepen.
Danach liegen die oben angezeigten Spannungen dauerhaft an.

Bei Ausschalten während die LED für ca. 0,5 Sekunden leuchtet fiept der Sub wieder leise.

Kann mir jemand einen Tipp geben, was kaputt sein könnte?
Leider bin ich blutiger Anfänger, hoffe aber trotzdem, dass mir hier geholfen werden kann.

So sieht die Platine aus:
Platine unten
Platine oben

Vielen Dank,
Jan
Rabia_sorda
Inventar
#2 erstellt: 21. Jun 2020, 01:36
Die drei Elkos rechts scheinen mir gewölbt und wenn ja, dann sollten sie erneuert werden.
PBienlein
Inventar
#3 erstellt: 21. Jun 2020, 09:27
Hallo zusammen,

die einzelnen Kabel und deren Funktion, bzw. Spannungen sind doch vorbildlich beschriftet:

1478502214268_721807

1478502132495_721806

Rot: STD (= Standby) -> Schaltspannung für das Relais
Gelb: +6V Soll -> 1,85V gemessen
Blau: -6V Soll -> -3,25V gemessen
Weiss: GND = Ground oder Massebezugspunkt

Es sind also beide 6 Volt-Spannungen stark abweichend vom Soll. In den allermeisten Fällen sind die vier Siebelkos defekt, wie Karsten schon erwähnt hat. Am besten alle vier tauschen und das Problem sollte behoben sein.

Gruß
PBienlein


[Beitrag von PBienlein am 21. Jun 2020, 09:39 bearbeitet]
ert77
Neuling
#4 erstellt: 23. Jun 2020, 23:57
Hallo zusammen,
ich habe jetzt die 4 Siebelkos getauscht.
Auf Anraten eines Forenmitglieds habe ich 4 330µF-25V-Elkos eingebaut.
Die Standby-LED leuchtet im eingeschalteten Zustand jetzt dauerhaft rot.
Leider zieht das Relais nicht an, auch nicht, wie vorher, kurz beim Ausschalten.
Es liegen zwischen den "Spulen-Punkten?" 0V an.
Beide Punkte gegen den unten eingezeichneten weißen GND-Punkt (Con2) zeigen 7V.

Hier die Spannungen am CON2
STD - GND = 6V
+6V - GND = 7V
-6V - GND = 0,7V
STD - +6V = -1V
STD - -6V = 5,3V

Könnt Ihr Euch erklären, was ich falsch gemacht habe?
Könnte ich beim Löten einen Kurzschluss zwischen 2 Leiterbahnen verursacht haben?
Sind noch weitere Elkos defekt?
Habe ich die falschen Siebelkos eingebaut?
...

Vielen Dank für Eure Hilfe!
Jan
PBienlein
Inventar
#5 erstellt: 24. Jun 2020, 07:21
Hallo Jan,

möglicherweise liegt ein Kurzschluss in der negativen Kleinspannung vor. Entweder eine ungewollte Lötbrücke, Elko verpolt oder eine defekte Gleichrichterdiode. Auch ein abgerissener Draht vom Trafo auf der Wicklung für die negative Spannung wäre denkbar und letztlich ziemlich sicher das Ende dieses Standby-Netzteils. Das Löten auf dem Netzteil ist nicht ganz trivial, weil sich rasch die Leiterbahnen oder Lötaugen lösen, wenn zu viel Hitze im Spiel ist.

Um das auf der Lötseite einfacher zu erkennen, habe ich hier mal die beiden Spannungswege gekennzeichnet: blau = -6V; rot = +6V; violett = DC vom Trafo
Außerdem habe ich die korrekte Polung der 4 Elkos eingezeichnet:

1478502132495-721806_1024511


[Beitrag von PBienlein am 24. Jun 2020, 07:47 bearbeitet]
ert77
Neuling
#6 erstellt: 25. Jun 2020, 19:38
Hallo PBienlein,
ich habe jetzt die von Dir netterweise eingezeichneten Punkte überprüft.

Es gibt nirgens eine Verbindung zwischen blau und rot, blau und schwarz und auch nicht zwischen rot und schwarz.
Daher würde dort einen Kurzschluss durch meine Lötaktion ausschließen.

Ich habe immer von weiß (GND) aus die Spannung gemessen.
Schwarz ist ja ebenfalls GND, oder (weiß - schwarz = 0V = Durchgang)?
Weiß zu allen blauen Punkten = 0,7 V
Weiß zu allen roten Punkten = 7 V

Lila oben zu schwarz = -2,5 V
Lila unten zu schwarz = 0 V
Lila oben zu Lila unten = -5,4 V

Lila zu blau (Diode) = -2,3 V
Lila zu rot (Diode) = 7 V


Die Polarität der Elkos habe ich nochmal geprüft.
Sind alle korrekt eingelötet.


Die Spannungen am Trafo kommt mir irgendwie komisch vor?

Kannst Du mir da noch weiterhelfen?

Gruß Jan
ert77
Neuling
#7 erstellt: 28. Jun 2020, 11:59
Hallo zusammen,
ich habe jetzt den vierpoligen Stecker von der Standby-Platine zur Platine mit der LED abgezogen und nochmal die Spannungen gemessen:

Die Spannung am Trafo hab ich mit meinem Messgerät (200V~) auf AC gemessen ;-):
Die Trafospannung auf der roten Seite zu Schwarz liegt bei 0,0-0,2 V (hin und her schwankend).
Die Spannung auf der blauen Seite zu Schwarz liegt bei 5,8V.

Hier die Spannungen am CON2 (abgezogen)
STD - GND = 2,25V
+6V - GND = 11,6V
-6V - GND = 1,56 - 1,58V
STD - +6V = -3,5V
STD - -6V = 1,34V

Vielleicht kann ja jemand aus den Werte eine Idee ableiten, was defekt sein könnte.
Vielen Dank Euch,
Jan
PBienlein
Inventar
#8 erstellt: 28. Jun 2020, 13:29
Ist L1 noch intakt? Bitte mal ohne Strom auf Durchgang prüfen.
ert77
Neuling
#9 erstellt: 28. Jun 2020, 13:42
Hi,
L1 und L2 haben Durchgang.
MfG Jan
PBienlein
Inventar
#10 erstellt: 28. Jun 2020, 14:21
Bleiben eigentlich nur noch drei Möglichkeiten:

1. einer der getauschten Elkos ist defekt
2. im negativen Zweig zieht "weiter hinten" noch etwas zu viel Strom. Da sitzen ja noch ein paar SMD-Bauteile für die Relaissteuerung auf dem Board -> Halbleiter durchmessen.
3. Trafo defekt. Möglicherweise hast Du ein Drähtchen der negativen Wicklung beim Ausbauen der Elkos abgerissen? Das kann schnell geschehen, denn da sitzt ja jede Menge Kleber drauf.


[Beitrag von PBienlein am 28. Jun 2020, 14:24 bearbeitet]
ert77
Neuling
#11 erstellt: 28. Jun 2020, 15:29
Hi,
wie sollten man nun vorgehen?

1. Elkos nochmal tauschen?
2. Kann man mit einem normalen Multimeter die SMD-Bauteile kontrollieren?
3. Wie kann ich den Trafo prüfen? Sollte ich den ausbauen?

mfG Jan
PBienlein
Inventar
#12 erstellt: 28. Jun 2020, 16:43
Den Trafo wirst Du kaum zerstörungsfrei da raus bekommen, denn wie ich bereits schrieb, sind seine Anschlussdrähte komplett mit Kleber versehen. Wenn man da nun irgendwo dran zieht, reißen die feinen Drähtchen garantiert ab. Wenn überhaupt, dann lässt sich der Trafo nur eingebaut prüfen.

Ich würde zunächst beide Dioden mindestens einseitig auslöten. Dann ist ja der Trafo völlig unbelastet und man kann dann die beiden Ausgangsspannungen des Trafos messen. Da müssten ja so in etwa 2 x 5 Volt AC rauskommen. Egal wie hoch die Spannungen am Ende sind, sie müssen auf jeden Fall gleich sein!

Ist das gegeben, muss der Fehler weiter hinten liegen. Man kann sich auf diese Weise von Bauteil zu Bauteil hangeln um den Fehler zu finden.

Und ja! Die SMDlinge lassen sich wie normale Bauteile messen.
ert77
Neuling
#13 erstellt: 30. Jun 2020, 01:20
Hallo,
ich habe jetzt die Dioden ausgelötet.
OS

Beim Messen der Trafospannung habe ich auf der einen Seite (farblos zu schwarz) 0V~ gemessen, auf der anderen(rosa zu schwarz) 0,1V~.
Was mir aber danach aufgefallen ist, dass ich jetzt Durchgang zwischen Rosa und Schwarz habe.
Der Durchgang war vor dem Auslöten nicht vorhanden.
IMGP8336a

Kann sich jemand von Euch darauf einen Reim machen?
Gruß Jan
PBienlein
Inventar
#14 erstellt: 30. Jun 2020, 08:38
Miss doch bitte mal folgendes mit der Einstellung VAC - Dioden so lassen, wie sie jetzt sind:

imgp8336a_1026336

Das sollten jeweils so um die 5 Volt rauskommen. ABER ACHTUNG! Auf der Primärseite sind hohe Gleichspannungen!


... dass ich jetzt Durchgang zwischen Rosa und Schwarz habe.


Da misst Du offenbar den Spulenwiderstand der unteren Sekundärwicklung. Die Tatsache, dass das offenbar an der oberen Sekundärwicklung nicht der Fall ist, lässt leider vermuten, dass der Draht der oberen Wicklung abgerissen sein könnte.
ert77
Neuling
#15 erstellt: 30. Jun 2020, 23:52
Hallo Harald,
an beiden Messstellen liegen 0,1V AC an.
Was kann ich denn nun noch machen?

Kann man den Trafo komplett austauschen?
Wenn man es nicht selbst versuchen sollte,
kann das ein Profi reparieren?
Kann man das Netzteil komplett austauschen?
Sind hier nur Orginalteile möglich?
Die Standby-Funktion brauche ich eigentlich nicht.
Ich kann den Subwoofer ja auch per Hand anschalten.

Vielen Dank mal wieder,
Jan
PBienlein
Inventar
#16 erstellt: 01. Jul 2020, 08:01
Hallo Jan,

so wirst Du vermutlich die Spannungen bedingt durch die hohen Schaltfrequenz am Ausgang des Trafos nicht messen können. Daher die Werte.

Abgesehen davon wirst Du leider auf das Standby-Netzteil nicht verzichten können, auch wenn Du die Standby-Funktion nicht benötigst, denn die beiden +/-6V Spannungen versorgen den Eingangs-OPV und ohne den wird der Rest der Schaltung stumm bleiben.

Ob man einen genau passenden Trafo bekommt, müsste ich noch recherchieren, halte das aber für relativ unwahrscheinlich.

Ich denke aber, dass man das Modul so umbauen könnte, dass es trotzdem funktioniert

- das Einschaltrelais wird gebrückt
- die beiden dann fehlenden 6V-Spannungen werden aus den beiden +/-15V Kleinspannungen via Z-Diode und Vorwiderstand gewonnen. Ich hoffe, dass die zusätzliche Belastung nicht zu hoch für diesen Schaltungsteil ist. Ansonsten müsste er auch noch angepasst werden.
Die Standby-Funktion wäre damit dann natürlich zunächst verloren, obwohl das alles so realisiert werden kann, dass ein Rückbau aufs Original jederzeit möglich ist - falls mal ein Ersatztrafo oder sogar ein komplettes Standby-Netzteil auftauchen sollte.
ert77
Neuling
#17 erstellt: 02. Jul 2020, 01:46
Hallo Harald,
das heißt den Trafo auszutauschen ist aktuell keine Option, da es zu schwierig ist Ersatz zu beschaffen?

Wie müssen "wir" denn dann das Modul umbauen, damit wieder Bass aus dem Subwoofer kommt?
Wie muss ich vorgehen, welche Bauteile brauche ich zusätzlich?

Beste Grüße
Jan
PBienlein
Inventar
#18 erstellt: 10. Jul 2020, 07:22
Hallo zusammen,

abschließend möchte ich hier noch schnell ein happy End vermelden

Jan hatte beim Ausbau der beiden Siebelkos nahe am Trafo versehentlich einen Anschlussdraht, der sich unter dem großen Kleks Kleber befunden hatte, mit einem Cutter durchtrennt:

img9985_1027878

Deswegen fehlte die Spannung am negativen Zweig. Der Anschluß ließ sich mit Lupe und ruhiger Hand wieder anlöten und damit war alles wieder gut.

Gruß
PBienlein
Rabia_sorda
Inventar
#19 erstellt: 10. Jul 2020, 20:36
Glückwunsch!

Manchmal sind so simple Sachen einfach schwer zu finden, gerade wenn man doch noch ("etwas") Laie auf dem "Gebiet" ist.
Schön das du (Harald) nun den Fehler gefunden hast und kein großartiger weiterer Defekt vorlag.

Nun wieder viel Bass mit dem Spass...

PBienlein
Inventar
#20 erstellt: 11. Jul 2020, 08:40
@Kasten,

nun, zugegebenermaßen war das Malheur auch nicht gleich sichtbar, denn Jan hatte da zwei etwas größere Elkos eingebaut, die so gerade da noch rein passten. Diese verdeckten die Stelle komplett; ich denke auf dem Foto oben ist das ersichtlich. Um der Sache auf den Grund zu gehen, habe ich den Elko im fraglichen Zweig entfernt und dann erst offenbarte sich das Problem. Weiter oben im Fred hatte ich das ja unter anderem auch schon als Ursache vermutet.

Schade ist, dass ich nun den angedachten Umbau auf "Dauer-ON" nun nicht realisieren konnte. Aber vielleicht kommt ja noch irgendwann mal eine Gelegenheit

Gruß
PBienlein


[Beitrag von PBienlein am 11. Jul 2020, 08:43 bearbeitet]
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