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Revox Plenum B (MK1) Elko's erneuern+A -A |
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SkyRicci
Ist häufiger hier |
#1
erstellt: 28. Nov 2025, 17:33
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Hallo Liebe Community, ich habe vor einiger Zeit für meine Zweitanlage die Revox Plenum B MK1 (1980er Jahre, 3-Wege, HT-Sicherung) erworben. Diese befinden sich in einem sehr gepflegten Zustand, Sicken der TT wurden bereits erneuert. Nun möchte ich gerne die Frequenzweiche "restaurieren" (Elkos ggf. erneuern). Leider lässt sich bei der Plenum MK1 kaum was an Informationen Erfahrungen finden. Ich bin elektrotechnisch eher laienhaft unterwegs, aber habe schon mal die eine oder andere Lötarbeit durchgeführt. "Blind" würde ich auf jeden Fall die 3 Elko's Glatt ersetzen (15uF, 27uF & 56uF). Leider musste ich erfahren das Elko's Glatt nicht mehr produziert werden und es nur noch Restbestände zu erwerben gibt. Ich bin mir jedoch unsicher ob ich jetzt bei allen Elko's auf die nur noch verfügbaren "rauhen" umsteigen kann, ohne den Klang wesentlich zu verändern, dafür verstehe ich zu wenig von der Frequenzweiche. Gibt es hier Erfahrungen Eurerseits? Bei den beiden roten MKS und den gelben MKT bin ich mir unsicher, Folienkondensatoren sollten ja eigentlich "ewig" halten. Ich kann leider den gelben MKT nicht ganz entziffern, ist das ein 1uF oder 1nF? ![]()
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CarlM.
Inventar |
#2
erstellt: 28. Nov 2025, 18:15
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1nF Kondensatoren machen auf Frequenzweichen keinen Sinn. Also sind es 1µF. Elko bipolar glatt sind noch erhältlich - allerdings teuer. Altbestände (NOS) sind nicht zu empfehlen, weil Elkos auch durch Lagerung leiden. Hier ein Link: http://www.hifizubeh...AIN%22&ClassicView=1Aus meiner Sicht könnte man aber jeweils Kombinationen von Elkos rauh und PP-Folienkondensatoren verwenden. Elkos rauh haben i.d.R. einen geringeren Wirkungsgrad, PP-Fokos hingegen einen höheren Wirkungsgrad. Die Kapazitätswerte addieren sich bei Parallel-Schaltung. Man könnte also z.B. einen 56µF Elko glatt gegen einen Kombination aus 33µF Elko rauh (2,40 €) und 22µF PP-Foko (9,45€) ersetzen. Zum Vergleich: 56µF Elko glatt: (Mundorf plain: 27,90 €). https://www.lautsprechershop.de/hifi/monacor_kondensator.htm https://www.lautsprechershop.de/hifi/elektrolyt_kondensatoren.htmNoch eine Anmerkung: Am unteren Rand des Photos sieht man die Anschlüsse des Eingangs und des Tieftöners. Diese Klemmen sollten unbedingt mit isolierendem Material (Schrumpfschglauch) versehen werden. Bei einer Berührung würde der angeschlossene Verstärker Schaden nehmen. [Beitrag von CarlM. am 28. Nov 2025, 18:16 bearbeitet] |
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SkyRicci
Ist häufiger hier |
#3
erstellt: 28. Nov 2025, 19:20
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Herzlichen Dank für die Antwort. Sehr interessant mit der Kombinatorik Elko und Foko... Also könnte man für den 27uF Glatt -> 15uF rauh + 12uF FoKo und für den 15uF Glatt -> 10uF rauh + 4,7uF FoKo ersetzen/parallel schalten, korrekt? Das wäre eine Überlegung wert und preislich im Rahmen. |
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CarlM.
Inventar |
#4
erstellt: 28. Nov 2025, 19:24
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Das wäre mein Vorschlag. Du solltest aber noch abwarten, was andere Foristen empfehlen. Zudem musst Du ausmessen, wie es räumlich passt. Ggf. muss der Foko kleiner gewählt werden. |
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Rabia_sorda
Inventar |
#5
erstellt: 28. Nov 2025, 19:51
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Hi ihr beiden, Carl, die Idee mit der Parallelschaltung Elko+Foko hatte ich irgendwie noch gar nicht. Ich ersetz(t)e sonst immer nur im HT- und MT-Bereich Elkos gegen Fokos und diese dann mit den gleichen Kapazitäten, wobei ich danach aber auch noch eine eigene "Abstimmung" vornehme. Manchmal ist es dann besser wenn die Fokos eine minimal geringere Kapazität erhalten - aber dies ist natürlich nur bei meinen eigenen Ohren so. Durch die Parallelschaltung "erwarte" ich nun erstmal ein ganz anderes Klangverhalten wie mit Elkos alleine. Wie gesagt: "Erwarte" ich es erstmal nur, denn getestet oder gehört habe ich es noch nicht. @SkyRicci : Die roten WEGO-Elkos sollten definitv ersetzt werden. Diese waren nicht langzeitstabil und schon nach wenigen Jahren ausserhalb ihres Toleranzbereiches. Da sie nun grundsätzlich schon recht alt sind, sind sie heutzutage also immer zu erneuern. Die anderen Fokos sollten aber zumindest mal geprüft werden. |
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CarlM.
Inventar |
#6
erstellt: 28. Nov 2025, 20:03
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Ich habe vor ein paar Wochen Frequenzweichen von I.Q.-Boxen erneuert. Da waren auf den Originalweichen bei großen Werten immer Elkos mit Fokos kombiniert - z.B. 100µF + 33 µF. Zudem fand ich dann auf der verlinkten Seite (unten bei Elkos glatt) den Hinweis auf die bauart-typischen Verluste. Deshalb kann die Kombination aus Elkos rauh und Fokos den Eigenschaften von Elkos glatt ggf. ähnlich sein und am wenigsten vom Originalzustand abweichen. Letztlich kann auch niemand (ohne Messung) sagen, ob die Elkos glatt aus aktueller Produktion dieselben Eigeschaften wie die zu ersetzenden Original-Elkos haben. https://www.lautsprechershop.de/hifi/elektrolyt_kondensatoren.htmNatürlich würden Profis messen, messen und nochmals messen. Für den Laien ist das aber nicht möglich. Da würde ich nur dann zu 100% auf PP-Fokos umsteigen, wenn mir vor der Überarbeitung bereits Defizite wie zu geringe Transparenz etc. negativ aufgefallen wären. [Beitrag von CarlM. am 28. Nov 2025, 20:06 bearbeitet] |
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Rabia_sorda
Inventar |
#7
erstellt: 28. Nov 2025, 20:35
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Ich habe mir vor ca. 7 Jahren auch I.Q. - Lautsprecherboxen zugelegt und dort die Elkos erneuert. Im MT-Bereich gab es einen Elko und diesen ersetzte ich auch mit einem Foko der gleichen Kapazität. Aber mir kamen die Mitten dann zu präsent rüber und anstelle von 10 µF sind nun 8,2 µF drin. Messen kann ich nicht und bin in der Hinsicht also ein Laie. Aber ich teste gerne und wenn es dann für meine Ohren gut klingt dann bleibt es so. Übrigens sind mein I.Q. irgendwie nie von I.Q. herausgebracht worden, sondern scheinen eine Sonderanfertigung für "irgendjemanden" gewesen zu sein. Zumindest sind sie durchaus hochwertiger bestückt als man es weitläufig von I.Q. sonst so kennt/kannte. Auf ihnen steht hinten nur "SAT1" und wenn man danach googelt dann ..... Das Gehäuse stammt von der MAX 3, der HT ist ein MB Quart MCD 25, der MT (Kuhauge/Bärennase) und die TT stammten von Vifa. Und nein, diese wurden nicht DIY umgebaut. Was hast du für welche? |
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CarlM.
Inventar |
#8
erstellt: 28. Nov 2025, 21:52
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I.Q. TED 300 ... sind okay, im direkten Vergleich zu JBL TLX710 aber schlechter. Das sind jeweils Boxen, die ich in der Werkstatt zum Testen verwende. Im WZ habe ich Quadral Amun V (mit "Bändchen"). |
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SkyRicci
Ist häufiger hier |
#9
erstellt: 28. Nov 2025, 21:54
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Danke erstmal für die Antworten. So richtig schlauer bin jetzt leider nicht geworden, scheint ja leider doch ein Recht kompliziertes Thema zu sein. @Rabia Ja, das die Wego Elko's ausgetauscht gehören hatte ich halt auch schon gelesen, daher ja Idee diese "blind" zu ersetzen. Die MKS und MKT würde ich (versuchen, da verklebt) nachzumessen. Nach meiner Recherche empfehlen viele auch einfach die alten Elko glatt gegen aktuelle Elko (rauh) zu tauschen, da die aktuellen im Bezug auf ihren technischen Eigenschaften genau so gut sein sollen... |
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CarlM.
Inventar |
#10
erstellt: 28. Nov 2025, 22:38
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Wie es Dir gefällt, kann keine Kristallkugel vorab sagen. Ich hätte aber einen preiswerten Vorschlag, der offen für Optimierungen ist. Kaufe zunächst nur die relativ preiswerten Elkos rauh - aber auch hier zwei Elkos für jede Position. Also z.B. anstelle 15µF glatt ----> 10µF + 5µF Elko rauh Wenn Du denkst, dass sich da noch ein wenig optimieren lässt, kannst Du die PP-Fokos nachkaufen und gegen den jeweiligen Elko ersetzen. Aber eine Einschätzung hätte ich noch ... wo es möglich ist, würde ich Polypropylen (PP/MKP) anstelle von Polyester- (MKT) oder Polystyrol (MKS) nehmen. [Beitrag von CarlM. am 28. Nov 2025, 22:41 bearbeitet] |
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Rabia_sorda
Inventar |
#11
erstellt: 28. Nov 2025, 23:04
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Sehe ich auch so. Zumindest werden die Wego-Elkos unter Garantie schon nicht mehr "frisch" sein und egal welchen Elko du neu nimmst, werden die Revox wieder so gut wie neu spielen. Aber es gibt auch weitere Alterungen und dazu zählen die Chassis selbst. Die Sicken dürfen natürlich nicht zerbröselt oder verhärtet sein. Zudem kann auch eine Verringerung der Magnetkraft des Permanentmagneten eingetroffen sein, was aber eher unwahrscheinlich sein wird.....dennoch gibt es so ein "Phänomen".
Elko glatt rau Unterschied |
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SkyRicci
Ist häufiger hier |
#12
erstellt: 29. Nov 2025, 16:44
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Verstanden, vielen Dank erstmal für Eure Einschätzungen. 2 Fragen hätte ich da noch. Schätze ich das richtig ein das , das die Elko's 15uF, 27uF und 56uF direkt für den Bereich HT, MT und TT stehen? Der 15uF Glatt eine eine Spannungsfestigkeit von 40VAC, aber die alternativen rauhen Elko's gehen nur bis 35VAC, könnte das ein Problem darstellen? |
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Rabia_sorda
Inventar |
#13
erstellt: 29. Nov 2025, 18:25
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Liest sich erstmal nicht ganz falsch und daher denke ich ja. Aber um dies zu 100 % wirklich sagen zu können müsste man sich ein Schaltbild der Weiche organisieren oder selbst zeichnen.
Ich denke kaum das es ein Problem darstellen wird. Aber auch hier kommt es wiederum auf die "Belastung" an. Wenn du einen sehr potenten Verstärker (Watt) hast und er immer in Partylautstärke betrieben wird, wird es u.U. zu einer Spannungsüberlastung führen. Aber die anliegende Spannung ist auch immer Lautstärke- UND frequenzabhängig und somit ist es dabei nochmals schwerer einzuschätzen ...... also ausprobieren oder nach spannungsfesteren Elkos suchen. |
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CarlM.
Inventar |
#14
erstellt: 29. Nov 2025, 18:54
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Die Leiterbahnen sind ja auf dem Photo erkennbar. Demnach gehört der 56µF zum Tieftöner (in Reihe mit dem weißen Keramikwiderstand rechts daneben - beide zusammen dann parallel zum TT). 15µF und 27µF gehören zum Mitteltöner (parallel und in Reihe via Widerstand) Der Hochtöner/Tweeter wird durch die Folienkondesatoren versorgt. Indirekt wirken natürlich auch die Elkos auf den HT, sie befinden sich nur nicht im direkten Signalweg. |
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SkyRicci
Ist häufiger hier |
#15
erstellt: 06. Jan 2026, 10:11
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Hallo, hat zwar etwas gedauert aber ich habe das Projekt nun abgeschlossen und wollte hier nochmal eine Rückmeldung geben. Ich habe mich letztendlich für die "einfachere" Variante entschieden, sprich die alten Wego Elko`s 1:1 gegen neue Elko`s (Jantzen Audio EleCap) getauscht. Mit dem Klang bin ich sehr zufrieden, dieser hat sich eindeutig und hörbar "verbessert", vor allem im Mitteltonbereich. Zu Ergänzung, hier die gemessene Kapazität der alten Wego Elko`s: 56uF -> 75/78uF 27uF -> 43/42,5uF 15uF -> 19,8/20uF Schon interessant das die Kapazitäten zu hoch sind und auch noch relativ gut aussehen (ausgenommen der 27uF). |
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CarlM.
Inventar |
#16
erstellt: 06. Jan 2026, 10:34
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Schön, dass Du ein gutes Ergebnis erzielen konntest. Scheinbar hohe Kapazitätswerte sprechen für ausgetrocknete Elkos und hohe Leckströme. Bei der Messung wird ja quasi die Ladungsmenge gemessen, die unter definierten Bedingungen aufgenommen wird. Bei defekten Elkos fließt eine höhere Ladungsmenge, die aber nicht zur Aufladung genutzt werden kann. Das ist quasi so, als würde man einen löcherigen 10L-Eimer mit Hilfe eines Wasserschlauchs füllen. Wenn während des Füllvorgangs 2L durch die Löcher "verschwinden" fasst der Eimer scheinbar 12L. [Beitrag von CarlM. am 06. Jan 2026, 10:34 bearbeitet] |
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