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Stereo Platten auf Mono Dreher

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Autor
Beitrag
frikkler
Stammgast
#1 erstellt: 01. Apr 2013, 11:58
Hi Leute!
Kann man Stereo Platten auf einem Mono Dreher abspielen (in meinem Fall ein Dual 280) ohne das sie Schäden nehmen?
Burkie
Inventar
#2 erstellt: 07. Apr 2013, 08:11
Das hängt vom Tonabnehmer ab.
Für Stereoplatten braucht man einen kompatiblen oder Stereo-Tonabnehmer.

Gruß
ratfink
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 07. Apr 2013, 13:09
Stereo Platten niemals mit einem " echten" Monotonabnehmer abspielen.Sie werden dadurch beschädigt.
Gruss Dieter
frikkler
Stammgast
#4 erstellt: 07. Apr 2013, 15:05
Danke für die Hinweise.
chrisz78
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 08. Apr 2013, 07:47
Das stimmt so nicht ganz. Das Problem bei den meisten echten Mono-Tonköpfen ist, dass die Nadel in vertikaler Richtung sehr steif aufgehängt ist, um den Auflagedruck abzufangen, und sich quasi nur in der horizontalen Ebene hin und her bewegen läßt. Die meisten Stereoplatten ab ca. 1968 sind mono-kompatibel geschnitten (d.h. die tiefen Frequenzen wurden auf mono abgemischt, sodaß die Nadelbewegung grundsätzlich überwiegend seitlich - wie bei einer echten Monoplatte - geschieht). Diese Platten können ohne übermäßige Abnutzung mit einem Mono-Tonkopf gefahren werden, genau aus diesem Grund steht nämlich "Stereo auch Mono abspielbar" auf dem Cover (bzw. "mono compatible" oder ein noch anders formulierter Ausdruck dieser Bedeutung)! Allerdings kenne ich kaum wirklich plattenschonende echte Mono-Abtaster, i.d.R. sind das ziemlich schwere Konstruktionen mit erheblichem Auflagedruck und Rundnadel, also mehr was fürs nostalgische Erlebnis als zum Genuß wertvoller Mint-Condition-Platten, dagegen bestens geeignet für ohnehin nicht mehr ganz taufrische Scheiben ("Flohmarktqualität"), bei denen man einerseits nicht mehr viel verderben kann, die andererseits mit einer schweren Mono-Dose oft deutlich weniger knistern und zerren als mit einem moderneren Abnehmer.

Ältere Stereoplatten hingegen (bzw. alle, die nicht als mono-kompatibel gekennzeichnet sind, ich wäre z.B. auch bei digital gemasterten Neuproduktionen vorsichtig), können auch im Baßbereich teilweise beträchtliche Stereo-Anteile (manchmal sogar gegenphasige Signalanteile) haben und verursachen dementsprechend heftige vertikale Nadelbewegungen beim Abtasten. Solche Platten dürfen NICHT mit einem Mono-Kopf gespielt werden, da die vertikal eingeschnittenen Signale durch die steife Nadelaufhängung den ganzen Arm zum Mitvibrieren bringen, die Nadel "hämmert" dann auf die Platte, hinterläßt Kratzer und Schleifspuren in der Rille, und springt bei lauten Bässen. Ein einziger Abspielversuch kann die Klangqualität einer solchen Platte verderben.

Vor Einführung der kompatiblen Stereoplatten gab es viele Titel deshalb in beiden Ausführungen, je nachdem auf welchem Plattenspieler sie abgespielt werden sollten. Für den Monodreher kaufte man halt die Monoversion, die obendrein bei manchen Firmen auch noch eine Mark billiger war. Bei deutschen EMI-Produktionen erkennt man den Unterschied auch am Präfix der Bestellnummer: ein einzelner Buchstabe = Mono, "ST" am Anfang = Stereo, "SM" am Anfang = mono-kompatibles Stereo.
ratfink
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 08. Apr 2013, 07:52
Sorry, aber da muss ich dir widersprechen. Ein "echter " Monotonabnehmer zerstört eine Stereorille.
Ich hab selber genug Monotonabnehmer und auch eine eigene Anlage nur dafür.
maddin2
Stammgast
#7 erstellt: 08. Apr 2013, 08:18
An dieser Stelle wäre es nicht unwichtig, etwas Klarheit in dieses Thema hineinzubringen:

Was ist ein "echter" Mono-Abtaster?

Was ist der Unterschied zu einem Monoabtaster, z.B. aus der Zeit der 50er Jahre auf Kristallpiezobasis?

Nach meinem Verständnis ist die Aussage "Stereo, auch Mono abspielbar" bezogen auf diese älteren Dreher und Systeme. An "echte" Mono-Abtaster, die heute käuflich zu erwerben sind, um alte Mono-Platten aus den 50es mit größtmöglicher Präzision abzutasten, hat da wohl kaum jemand gedacht.

Ich persönlich würde keine einzige Stereo-Platte mit einem Mono-System abspielen, um nichts zu riskieren - egal ob aus den 50es oder "echt"

Meine alten Dreher mit Kristallsystem aus den 50es verwende ich ausschließlich zur Wiedergabe von Schellackplatten oder ausnahmsweise auch mal alten Singles, dann gerne mit Zehnplattenwechsler.
ratfink
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 08. Apr 2013, 08:35
EIn echter Monotonabnehmer tastet nur Seitenschrift ab und zerstört Stereoplatten die Seiten und Höhenschrift haben.
"Echte " Monotonabnehmer gabs als Kristall, MM oder auch MC, heute gibts fast keine echten Mono TA mehr.
maddin2
Stammgast
#9 erstellt: 08. Apr 2013, 09:10
Und was ist der Grund für die Zerstörung der Stereo-Rille?
Die Art der Aufhängung des Diamanten?
Folgt der Diamant nicht unabhängig davon jedweder Rillenform? Hängt die Frage "Stereo" oder "Mono" nicht ausschließlich davon ab, wie das Signal im Systemkörper an die Spulen weitergegeben wird?
Fragen über Fragen...
ratfink
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 08. Apr 2013, 09:30
Sorry das zu erklären ist mir zu langwierig, da gibts genug darüber im Netz zu lesen für nächsten Wochen.
Bepone
Inventar
#11 erstellt: 08. Apr 2013, 10:20
Hallo,

meinem Verständnis nach ist das ganz einfach.

Der Nadelträger am "echten" Mono-Tonabnehmer ist nach oben hin sehr starr aufgehängt. Bei Höhenbewegung muss also der gesamte Tonarm ausweichen, du hast in dem Fall eine extrem hohe bewegte Masse. Das schlägt sich natürlich wortwörtlich in der Plattenrille nieder.

Es gibt diese Variante auch mit Abnehmern für Tiefenschrift - die sind dann eben seitlich starr.


Gruß
Benjamin
maddin2
Stammgast
#12 erstellt: 08. Apr 2013, 10:35
Das scheint in der Tat zunächst Sinn zu machen und war auch mein erster Gedanke. Es erklärt auch, warum eine Monoplatte am Besten klingt, wenn sie mit einem Mono-Abtaster abgespielt wird.
Jedoch:
Was ist dann bei denjenigen Platten anders, die "Stereo, auch Mono abspielbar " sind? Denn auch bei diesen handelt es sich doch um Stereorillen mit Höhenauslenkung in den Flanken.
sotakremalex52
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 08. Apr 2013, 10:43
Es gibt ja kaum Platten mit Höhen- und Seitenschrift. Das war nur mal ein kurzer Versuch, der große Probleme mit der unterschiedlichen Abtastfähigkeit der Kanäle brachte. Dann hat man sich schnell auf die 45° gekippte Variante geeinigt und die ist Mono-kompatibel.
Trotzdem wäre ich vorsichtig, denn die meisten Mono-Abtaster sind für die Schellacks gemacht, und da passt der Nadelschliff nicht.
Gruß
alex
Bepone
Inventar
#14 erstellt: 08. Apr 2013, 10:43
Hallo,


Jedoch:
Was ist dann bei denjenigen Platten anders, die "Stereo, auch Mono abspielbar " sind?

Sowas hab ich noch nie gesehen - nur andersrum wird ein Schuh draus.

Bei Stereo hat man zwangsläufig immer Seiten- und Tiefenschrift gemischt, d.h. ein Abtaster muss auch beides "können".

Vielleicht ist auch einfach gemeint, dass man sie an Mono-Anlagen abhören kann (mit Stereoabtaster), ohne dass das Signal nennenswert verloren geht.

Gruß
Benjamin
Burkie
Inventar
#15 erstellt: 08. Apr 2013, 10:44

maddin2 (Beitrag #12) schrieb:

Jedoch:

#5
Bepone
Inventar
#16 erstellt: 08. Apr 2013, 10:48
Hallo,

@alex:
Sorry aber das ist etwas seltsam, was du schreibst.
45°, sicher. Da hast du einen Höhen- und einen Seitenvektor >> Seiten- und Tiefenschrift!

Die Bässe sind auf Schallplatte übrigens immer ab einer bestimmten unteren Frequenz in Mono aufgezeichnet.


Gruß
Benjamin
8erberg
Inventar
#17 erstellt: 08. Apr 2013, 10:52
Hallo,

ersteinmal ist die Größe der Nadel wichtig: für Mikrorillen oder Stereorillen wird eine Nadel von 15 Micrometer Durchmesser genommen (daher oft bei alten Abtastsystemen das Zeichen "M", für Schell-Lackplatten (bei alten Systemen Zeichen "N") dagegen eine Nadel mit meist ca. 60 - 65 Micrometer.

Daher: mit einer "Normalnadel" für 78 UpM sollte man nie eine LP/Single abtasten!

Peter
Burkie
Inventar
#18 erstellt: 08. Apr 2013, 10:54
Richtig.
Man kann es so sehen: In der der Seitenschrift steckt die Summe links + rechts, also Mono, in der Tiefenschrift liegt der Unterschied links - rechts.
Das entspricht einem Stereo-MS-Signal (Mitte-Seite: Mitte = Mono, Seite=Unterschied zwischen links und rechts, also die Rauminformation).
Oder, wenn man es um 45° verdreht betrachtet, steckt in der einen Flanke links, in der anderen rechts.

Grüsse
maddin2
Stammgast
#19 erstellt: 08. Apr 2013, 12:01

Bepone (Beitrag #14) schrieb:


Jedoch:
Was ist dann bei denjenigen Platten anders, die "Stereo, auch Mono abspielbar " sind?

Sowas hab ich noch nie gesehen - nur andersrum wird ein Schuh draus.

Das steht auf fast allen Stereoplatten der späten 60er bis frühen 70er Jahre drauf. Wie kann das also sein, wenn ein Monoabtaster die Stereorillen beschädigt?
8erberg
Inventar
#20 erstellt: 08. Apr 2013, 12:07
Hallo,

wenn die Nadel "passt" geht das schon.

Das System ist extra kompatibel, wenn eben die Nadelgröße passt.

Peter
Burkie
Inventar
#21 erstellt: 08. Apr 2013, 12:32

maddin2 (Beitrag #19) schrieb:

Bepone (Beitrag #14) schrieb:


Jedoch:
Was ist dann bei denjenigen Platten anders, die "Stereo, auch Mono abspielbar " sind?

Sowas hab ich noch nie gesehen - nur andersrum wird ein Schuh draus.

Das steht auf fast allen Stereoplatten der späten 60er bis frühen 70er Jahre drauf. Wie kann das also sein, wenn ein Monoabtaster die Stereorillen beschädigt?

#5
sotakremalex52
Hat sich gelöscht
#22 erstellt: 08. Apr 2013, 16:25

Bepone (Beitrag #16) schrieb:


@alex:
Sorry aber das ist etwas seltsam, was du schreibst.
Benjamin


Was ist daran seltsam?
Es gab mal Platten, die nicht die 45° hatten, da war es eine reine Höhen- und Seitenschrift.
Bei den heutigen Platten ist der eine Kanal auf der rechten, der andere auf der linken Flanke.
Gruß
alex
Bepone
Inventar
#23 erstellt: 08. Apr 2013, 17:42
Hallo,

das Seltsame ist, dass ein Winkel von 45° halt ebenfalls Tiefen- und Seitenschrift bedeutet.
Für die Nadel ist das unerheblich.

Mich würde sehr interessieren, inwiefern sich die "Mono-Kompatiblen" Schallplatten mechanisch von den nicht- mono-kompatiblen unterscheiden. Rein von der Physik her geht es schlecht und wie gesagt, denke ich, dass das draufsteht, weil man auf die Mono-Kompatibilität der Musikanlage hinweisen wollte (?)

Aber vielleicht weiß jemand genaueres? Beitrag Nr. 5 ist dabei leider keine echte Hilfe, auch wenn noch zehnmal darauf verwiesen wird.
Oder sollte das Abmischen der tieferen Frequenzen in Mono deren einziges Merkmal darstellen?

chrisz78 führt ja aus, dass die Mono-Kompatibilität auf Platten nach '68 eingeführt geworden sein soll.
Diesen "mono-compatible" Hinweis kann ich aber auf keiner meiner Schallplatte entdecken; im Gegenteil, bei vielen steht der Hinweiß "NUR mit Stereo-Abtaster abspielen" drauf. Es sind fast alles Platten nach '68.


Edit:
Ich merke, dass ich eigentlich viel zuwenig Wissen in der Richtung "Mono" habe, um mitreden zu können.
Würde mich deswegen über noch ein paar fachliche Ausführungen freuen, am besten mit zeitgenössischer Literatur.


Gruß
Benjamin


[Beitrag von Bepone am 08. Apr 2013, 17:45 bearbeitet]
sotakremalex52
Hat sich gelöscht
#24 erstellt: 08. Apr 2013, 21:52
P1030254
Na denn schau mal hier.
Gruß
alex

PS: Physikalisch ist da kein Unterschied!
Bepone
Inventar
#25 erstellt: 09. Apr 2013, 10:16
Hallo,

danke für das Bild.
Wenn da physikalisch kein Unterschied zwischen "normalen" Stereoplatten besteht, ist die Platte wahrscheinlich nicht mit echtem Mono-Abtaster abspielbar und der Aufdruck besagt lediglich, dass man die Platte an einer Mono-Anlage abhören kann.
Oder?


Gruß
Benjamin
ratfink
Hat sich gelöscht
#26 erstellt: 09. Apr 2013, 10:38
Der Aufdruck besagt nur das Mono abspielbar ist, aber nicht mit einem "echten" Monotonabnehmer. Dieser beschädigt die Stereorille.
sotakremalex52
Hat sich gelöscht
#27 erstellt: 09. Apr 2013, 11:36
P1030256P1030255
Das ist Unfug!
Die 45° Schrift wurde entwickelt um mechanisch kompatibel zu sein.
Auf den Bildern ist ein echter Monoabtaster, durch den wird nichts beschädigt.
Der hat sogar 2 Nadeln, eine für Schellack, eine für normale Lps stereo oder mono.
Gruß
alex
8erberg
Inventar
#28 erstellt: 09. Apr 2013, 11:49
Hallo,

so steht es auch im Buch "His Masters Voice" zur Geschichte der Schallplatte.

Zur Zeit der Entwicklung der Microrille bzw. Stereoschallplatte achtete man darauf, dass es Kompatibel ist.

Natürlich muss die Nadel passen, da die Microrille (Mono) bzw. Stereonadel eben viel kleiner ist.
Daher kamen dann viele Systeme mit einfacher Umschaltung mit einem kleinen Hebelchen oder durch Umklappen der Nadel auf dem Markt.
Peter
ratfink
Hat sich gelöscht
#29 erstellt: 09. Apr 2013, 12:13
Die Nadel für Mono hat 25, die für Schellacks zwischen 65 und80 ( je nach Zeit) und die Stereonadel zwischen 13 und18 Verrundungsradius. Das abgebildete System ist ein GE VR II aus den 50ern, welches ich in verschiedenen Ausführungen besitze.
sotakremalex52
Hat sich gelöscht
#30 erstellt: 09. Apr 2013, 12:27
Das wurde ja schon erwähnt, dass man auf die Nadel achten muss.
D.h. aber nicht, dass es systembedingt Beschädigungen bei Monoabtastung gibt.
Dafür gibt es auch keinen nachvollziehbaren Grund.
Gruß
alex
ratfink
Hat sich gelöscht
#31 erstellt: 09. Apr 2013, 12:31
Hast du einen echten Mono TA wie zB das GE?
sotakremalex52
Hat sich gelöscht
#32 erstellt: 09. Apr 2013, 12:42
Woher, meinst Du, habe ich die Bilder?
ratfink
Hat sich gelöscht
#33 erstellt: 09. Apr 2013, 12:59
Und würdest du damit eine Stereoplatte abspielen?
sotakremalex52
Hat sich gelöscht
#34 erstellt: 09. Apr 2013, 13:35
P1030259P1030258

Hier die Bilder der 2 Nadeln mit 300facher Vergrößerung.
Zur Frage: Ja, habe ich schon, ohne das der geringste Schaden aufgetreten wäre.
alex
ratfink
Hat sich gelöscht
#35 erstellt: 09. Apr 2013, 13:50
Wenn du meinst,ist's ok . Ich würde nicht machen.
sotakremalex52
Hat sich gelöscht
#36 erstellt: 09. Apr 2013, 14:28
P1030260
Das ist auch nicht der Normalfall!
Ich habe es mal ausprobiert. Bei einer Compliance von 1,7 und einer erforderlichen Auflagekraft von 4 P.
sollte man das auch nicht so oft machen.
Das System wird eher selten benutzt, denn auch für meine Schellacks habe ich inzwischen etwas weit besseres. Siehe Bild.

alex
ratfink
Hat sich gelöscht
#37 erstellt: 09. Apr 2013, 18:08
Das AT hab ich als Version für Monos. Ist das ein TP63 Rohr? Ist der TP 16. nicht zu leicht fürs AT?
sotakremalex52
Hat sich gelöscht
#38 erstellt: 09. Apr 2013, 22:11
Eigentlich ja, aber man braucht halt einen Dreher mit 78 U/M, da habe ich nur den L 75, den Braun PS 1000 und den Thorens TD 126/ III . Den L75 habe ich umgerüstet auf einen SME 3009/ II. Der Braun hat auch einen relativ leichten Arm, der außerdem eine kurze Headshell benötigt. Der SME ist eh zu leicht, außerdem passt das GE dran, also ist das AT am Thorens ( alternativ, normalerweise ist ein Yamaha MC 9 dran ). Allerdings habe ich den Eindruck, dass bei den hohen Auflagekräften bei denSchellacks das nicht so eine große Rolle spielt.
Gruß
alex
Bepone
Inventar
#39 erstellt: 10. Apr 2013, 04:47
Hallo,

kann es sein, dass beim angesprochenen Tonabnehmer GE VR II die Nadel sowohl horizontal als auch vertikal beweglich ist? Dann wäre die Abtastung einer Stereorille ja schonmal mechanisch möglich.


8erberg (Beitrag #28) schrieb:

so steht es auch im Buch "His Masters Voice" zur Geschichte der Schallplatte.

Zur Zeit der Entwicklung der Microrille bzw. Stereoschallplatte achtete man darauf, dass es Kompatibel ist.


Ist dort ersichtlich, ob mit Kompatibilität der rein mechanische Abtastvorgang oder der elektrische Vorgang (Umformen + Verstärken) gemeint ist?
Kompatibilität wird außerdem meist in die Richtung "zurück" gefordert, also Abspielen von Mono-Schallplatten mittels Stereosystem. Was ja ohne weiteres möglich ist.


Wenn man ein wenig im Internet recherchiert, kommt man halt immer wieder auf die Behauptung, echte Mono-Tonabnehmer können die Stereorille zerstören. Für mich ist das, mechanisch gesehen, auch absolut plausibel.
Ich verweise z.B. auf:

http://www.analog-fo...hread&threadID=40679

http://www.ingoschroeder.de/ingoschroeder.de/Monoentzerrung.html

Teilzitat aus der letzten Quelle:

Echte Monotonabnehmer lassen mechanisch nur die Abtastung von Seitenschrift zu und sind somit geeignet Stereoschallplatten zu zerstören.


Gruß
Benjamin


[Beitrag von Bepone am 10. Apr 2013, 04:50 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#40 erstellt: 10. Apr 2013, 08:33
Hallo!

Im Grunde ist es recht einfach zu Erkennen ob es sich hier um ein echtes Moni-System handelt oder um einen monofonisierten Sterero-Tonabnehmer, ein echter Mono-Tonabnehmer hat nur zwei Abgriffe (Pins) für die Tonarmverdrahtung, sind vier Pins herausgeführt oder erkennbar das Gehäuse auf vier Pins vorbereitet und nur zwei an einer Seite heraussgeführt anstatt ein einziges Plaar mittig handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen monofonisierten Stereo-Tonabnehmer mit zwei Spulenpaaren der sehr wohl Stereroplatten abtasten kann. Ein echter Mono-Tonabnehmer müsste aus den frühen 50ger Jahren stammen, seit ca. 1956 wurden praktisch nur noch monofonisierte Sterero-Tonabnehmer hergestellt die auch Sterero-Schallplatten garantiert ohne Schäden abtasten können.

Die Gefahr einer Beschädigung durch echte Mono-Abtaster ist in der Tat sehr groß, allerdings sollte die 25µm Nadel eigentlich gar nicht erst in Stereoschallplatten mit einer Rillenbreite von 17µm eintauchen können, alledings gibt es einige wenige echte Mono-Tonabnehmer aus der vÜbergangszeit die mit den damals neuen 17µm Nadel ausgestattet wurden.

Ein weiterer Indiz für einen echten Mono-Tonabnehmer ist natürlich das Auflagegewicht, da echte Mono-Tonabnehmer nur die Seitenschrift abtasten können waren sie schlecht dazu geeignet wellige Schallplatten abzutasten, hier wirkte man vor allem mit hohem Auflagegewicht dagegen, 4-7 Gramm waren dabei durchaus keine Seltenheit und 3 Gramm sollte als ein Minimalwert gesehen werden, vereinzelte Modelle brachten es sogar auf Auflagedrücke von 8-10 Gramm.

MFG Günther
Bepone
Inventar
#41 erstellt: 10. Apr 2013, 10:15
Danke für die Aufklärung, Günter, das bestätigt meine Annahmen und Ausführungen.


Gruß
Benjamin
sotakremalex52
Hat sich gelöscht
#42 erstellt: 10. Apr 2013, 10:51
Flankenschrift
Dann schaut mal hier unter Flankenschrift.
Gruß
alex
ratfink
Hat sich gelöscht
#43 erstellt: 10. Apr 2013, 12:01
Ich bleib dabei, ein echter Mono TA zerstört die Stereorille.
Bepone
Inventar
#44 erstellt: 10. Apr 2013, 12:30
Hallo Alex,

sehr gut, dass du darauf hinweist.

Auszug des Artikels:
Dadurch ist die Abwärtskompatibilität zu Mono-Systemen gewährleistet: Wenn eine Stereo-Schallplatte auf einem Mono-Abspielgerät wiedergegeben wird, wird lediglich die horizontale Auslenkung der Rille wiedergegeben. Diese entspricht der Summe (L + R) beider Kanäle.

D.h., es wird die horizontale Auslenkung elektrisch wiedergeben. Rein mechanisch muss der Mono-Abtaster selbstverständlich auch die vertikalen Impulse abtasten.
Und da liegt der Hase im Pfeffer: Der "echte" Mono-Abtaster, dessen Nadelträger nur horizontal beweglich ist, kann das nicht und zerstört somit die Schallrille.


Gruß
Benjamin
ratfink
Hat sich gelöscht
#45 erstellt: 10. Apr 2013, 12:36
Richtig, darum würd ich niemals eine Stereoplatte mit einem echten Mono TA abspielen.
sotakremalex52
Hat sich gelöscht
#46 erstellt: 10. Apr 2013, 15:19
P1030261
Habe noch etwas gefunden. Allerdings gebe ich euch Recht.
Ich nehme an mit modern lightweight Tonabnehmern sind welche gemeint, die Nadelbewegungen in beiden Richtungen zulassen.
Theoretisch ist die Kompatibilität auch gegeben bei nur seitlicher Bewegung, aber die Belastung der Rille ist wohl zu hoch.
Gruß
alex
Burkie
Inventar
#47 erstellt: 10. Apr 2013, 19:40
Hallo,

solche Angaben finden sich sinngemäß häufig auf alten Platten.
Da steht dann sowas, dass die Stereo-Platte auch Mono abgespielt werden kann, vorrausgesetzt ein kompatibles oder ein Stereo-System, verkabelt für Mono, ist installiert. Der Stereo-Effekt ergäbe sich aber nur mit Stereo-Systemen.

Nun, ich denke, bei dem im Thread mal verlinkten Mono-Tonabnehmer steht der Cantilever nicht, wie bei Stereosystemen, waagerecht zur Platte, also parallel zur Plattenoberfläche, sondern senkrecht dazu!
Logischerweise kann dieser Cantilever keinen Rillenbewegungen der Tiefenschrift (auf und ab) folgen, diese Bewegungen werden direkt auf den Tonarm mit seine bewegten Masse weitergegeben.
Er kann sich nur hin und her (Seitenschrift = Mono) bewegen.
Mit kompatiblen Tonabnehmern sind wohl mehr oder weniger solche mit waagerechtem Cantilever gemeint.

Grüsse
Hörbert
Moderator
#48 erstellt: 10. Apr 2013, 20:47
Hallo!

@Burkie

Ab der Einführung der Sterero-Schallplatten hat man auch die Konstruktion von echten Mono-Tonabnehmern nicht mehr weitergeführt und die Ersatztonabnehmer für die alten Exemplare die seinerzeit ausliefen waren eigentlich zusammengeschaltete Sterero-Tonabnehmer bei denen nur zwei Pins herausgeführt wurden, erkennbar ist das an der breiteren Bauweise dieser Tonabnehmer und an den seitlich angeordeten Pins. Einzig noch die 25µm Nadel blieb vom alten Monotonabnehmer übrig, ab ca. 1965 hat man sogar völlig auf ein eigenes Mono-Gehäuse verzichtet und nur noch jeweils zwei der vier Pins mit einer Blechlasche verbunden, zwei der Pins wurden einfach nicht verwendet, auch die 25µm Nadel ist bei etlichen Exemplaren Sang- und Klanglos verschwunden und wurde einfach durch eine 17µm Nadel ersetzt.

Witzigerweise gab es noch bis zum Ende der 70ger Jahre auf Mono umgerüsterte HiFi-Plattenspieler z.B. den Philips GA 212 Electronic (1972) zu kaufen die sich nur durch eine Brücke im dreipoligen Din-Stecker von den Stereromodellen unterschieden.

MFG Günther
Burkie
Inventar
#49 erstellt: 10. Apr 2013, 21:06
Genau,

deshalb standen auf manchen Platten dann noch in den technischen Hinweisen sinngemäß, neues Equipment mag schon mit geeigneten Tonköpfen ausgestattet sein. Im Zweifel solle man seinen Händler konsultieren.

Von daher stimmen doch die Hinweise aus Beitrag #5, und auch der Beitrag mit der Verlinkung zu einem "echten" alten Monoabtaster.

Dass man weiterhin auf Mono verkabelte Tonabnehmer oder gar auf Mono verkabelte Plattenspieler auf den Markt brachte, hat wohl auch damit zu tun, dass viele Leute immer noch ihren Plattenspieler am Mono-Dampfradio angeschlossen hatten. Mit Stereo-DIN-Buchsen hätten sie bloß einen Kanal gehört... Man wollte die Leute technisch nicht überfordern, und hat halt Monoplattenspieler angeboten. Der DIN-Stecker geht ja eindeutig in Richtung DAU-User ohne technisches Interesse. Sollte benutzerfreundlich sein; ein Stecker pro Gerät. Im Gegensatz zu den Cinch-Steckern mit Massekabel (für jeden Kanal einen Stecker, und für Aufnahme-Geräte {Tonbänder} das ganz nochmal). Da muss der Benutzer schon wissen, wie und wo er seine 4 Stecker richtig einsteckt...

Grüsse
Hörbert
Moderator
#50 erstellt: 10. Apr 2013, 22:34
Hallo!

Ja, nicht von ungefähr gab es auch die externen Entzerrer mit Din-Anschluß mit denen man einem Magnettonabnehmer an ein solches plattgewalztes Dampfradio hängen konnte, viele dieser Dampfradios waren allerdings schon Stererogeräte die allerdings an den beiden eingebauten Lautsprechern krankten.

Mono-Anlagen mit Röhrenempfängern und mit zusätzlich angeflanschem HiFi-Plattenspielern sind mir sogar noch bis zur Mitte der 80ger Jahre zuweilen begegnet obwohl sie ab der Mitte der 70ger Jahre mehr und mehr von der allgegenwärtigen Kompaktanlage verdrängt wurden die vom Besitzer freilich keine große Umgewöhnung verlangt hat.

Funktionsfähige echte Mono-Systeme dürften heute allerdings aussergewöhnliche Seltenheiten sein die in diversen Sammlerkreisen wohl mittlerweile mit Gold aufgewogen werden, das letzte das mir begegnet ist und bei dem ich mir sicher sein kann das es noch funktionierte dürfte ich ganz zu Anfang der 90ger Jahre in den Fingern gehabt haben, zwar gibt es noch einige SPU-Monos und wohl auch noch einige EMT-Tondosen aber das sind leider schon umgestrickte Stererosysteme mit 25µm Nadeln. Entsprechende Tonarme dürften inzwischen ebenfalls nur noch in verschwindend geringer Anzahl zu erwerben sein, den letzten auf Ebay habe ich glaube ich 2006 erspäht.

Die Wahrscheinlichkeit -ausser eventuell mit dem einen oder anderem noch funktionsfähigem Kofferplattenspieler aus den 60gern in die die letzten noch produzierten Kristall-Monos verbaut wurden-, heute seine Schallplatten mit einem echten Mono-System zu ruinieren durfte also äusserst gering sein, da ist wohl die Gefahr sich seine Schallplatten mit einer beschädigten oder abgeschrubbten Flohmarktnadel zu ruinieren erheblich größer.

MFG Günther
maddin2
Stammgast
#51 erstellt: 11. Apr 2013, 09:24
Also nochmal konkret:
Ein Dreher aus den 50er Jahren, wie z.B: dieser hier:
http://bilder.hifi-f...-aus-1956_191308.jpg
ist definitiv schädlich für Stereoplatten.
Richtig?
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