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Stereo Platten Mono abspielen?

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Autor
Beitrag
wimbel5
Neuling
#1 erstellt: 28. Aug 2013, 18:16
Hallo liebe Forumsfachleute,
ich als Novize habe eine für die meisten wohl doofe Frage.
Was passiert, wenn ich Stereo Platten aus den 70ern auf einem Monogerät wie dem Schneewittchensarg von BRAUN abspiele.
Ist das anzuraten?
Herzlichen Dank.
cesmue
Inventar
#2 erstellt: 28. Aug 2013, 18:24
Ausser das du nicht in den Genuss des Stereoeffektes kommst, passiert nix.
Stereo ist quasi abwärtskompatibel zu mono.

Gruß
cr
Moderator
#3 erstellt: 28. Aug 2013, 20:00
Soferne die Nadel nicht die Platte ruiniert. Bei diesen Musiktruhen waren die Plattenspieler ja oft richtige Rillenfräsen.


[Beitrag von cr am 28. Aug 2013, 20:01 bearbeitet]
Curlew
Stammgast
#4 erstellt: 28. Aug 2013, 20:44
Seid Ihr euch sicher? Ich meine, dass man Stereo-Platten auf keinen Fall mit einem Mono-Tonabnehmer abspielen sollte. Mono-Tonabnehmer sind m.W. nur für Seitenschrift (Mono) geeignet und nicht für Flankenschrift (Stereo). Die Rille einer Stereo-Platte würde beschädigt werden.

Andersherum (Mono-Platte mit Stereo-Tonabnehmer abspielen) ist es kein Problem.

Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

Gruß
Vincent
cr
Moderator
#5 erstellt: 28. Aug 2013, 20:58
Ein Monoabnehmer kann dieselben Spitzenverrundeungen wir ein Stereoabnehmer haben, die Stereoplatte ist Abwärts- und Aufwärtskompatibel:



Prinzip der Flankenschrift

Die von Alan Blumlein bereits um 1930 entwickelte, aber erst 1957 von der EMI vermarktete Flankenschrift ermöglichte erstmals monokompatible Stereo-Aufzeichnungen. Die Schallinformation für den linken und rechten Kanal wird dabei in die 45°-Flanken der Rille eingeprägt. In der innenliegenden Flanke wird dabei der linke Kanal, in der außenliegenden Rillenflanke der rechte Kanal abgespeichert. Die Richtung der Auslenkung des Schneidstichels ist beim linken und rechten Kanal gegenphasig, so dass ein Monosignal, das mit einem Stereoschneidkopf aufgezeichnet wird, eine Seitenschrift erzeugt. Dadurch ist die Abwärtskompatibilität zu Mono-Systemen gewährleistet: Wenn eine Stereo-Schallplatte auf einem Mono-Abspielgerät wiedergegeben wird, wird lediglich die horizontale Auslenkung der Rille wiedergegeben. Diese entspricht der Summe (L + R) beider Kanäle.

http://de.wikipedia.org/wiki/Schallplatte#Flankenschrift
HiFi_Addicted
Inventar
#6 erstellt: 28. Aug 2013, 21:39
Wenn der Mono Tonabnehmer nicht in der vertikalen Richtung beweglich ist ruiniert er definitiv die Rille.

Dazu kommt dass Mono Abnehmer in der Regel einen 25µm Verrundungsradius haben und Stereotonabnehmer 15µm oder modernere elliptische Schliffe haben. Die Mono Nadel ist einfach zu groß für die Rille.

Da kann man IMHO auch den Eisennagel von einem Grammophon genauso gut nehmen
Curlew
Stammgast
#7 erstellt: 28. Aug 2013, 21:45
Ich habe vom User Hörbert eine Aussage dazu gefunden, die meine Theorie zu stützen scheint:

Ach ja, falls dir einer der alten echten Mono-Tonabnehmer über den Weg läuft ist Vorsicht geboten. Sterero-Schallplatten die damit abgespielt werden sind hinterher ganz sicher zerstört da diese Tonabnehmer nur die Seitenschrift abtasten und eine Compliance von null für die Tiefenschrift haben.

siehe hier im Forum

Und hier wurde auch schonmal über alte Mono-Tonabnehmer diskutiert.

Gruß
Vincent
cr
Moderator
#8 erstellt: 28. Aug 2013, 21:51
Bist du sicher, dass das nicht nur für Geräte vor 1960 gilt?
Unser alter Philips-Kübel hatte eine Saphirnadel, die aber auch horizontal nachgab.
Beschädigt eine sphärisch verrundete Spitze mit 25µm wirklich die Platte, oder taucht sie einfach weniger tief in die Stereo-Rille ein?
(prinzipiell gemeint; ich würde davon ausgehen, dass alle diese alten Plattenspieler die Platten stark beschädigen, denn Tonarm zu schwer, Nadel zu hart aufgehängt bzw. Gummidurchführung versprödet....)

Ich möchte insb. auf diesen Beitrag verweisen!

http://www.hifi-foru...ead=16259&postID=5#5


[Beitrag von cr am 28. Aug 2013, 21:57 bearbeitet]
Curlew
Stammgast
#9 erstellt: 28. Aug 2013, 22:18
Selbst wenn - der Braun Schneewittchensarg des Threaderstellers ist doch so ein Gerät von vor 1960.

Zu diesen merkwürdigen mono-kompatiblen Stereoplatten kann ich nichts sagen. Das war mir bis jetzt auch neu. Aber der gesunde Menschenverstand sagt mir, keine Platten mit Flankenschrift (= Seiten- und Tiefenschrift) mit einem Tonabnehmer abzuspielen, der nur Seitenschrift kann. Vielleicht gibt es Mono-Tonabnehmer, die auch vertikal nachgeben. Ob das beim Schneewittchensarg der Fall ist, weiß ich nicht. Ich würde lieber kein Risiko eingehen.

Gruß
Vincent

Edit: Wenn die fragliche Schallplatte ausdrücklich als mono-kompatibel beschriftet ist, wie in dem Link beschrieben, könnte man es vielleicht wagen. Aber schon wegen der Nadelgröße würde ich eher abraten. Vinyl ist ein ziemlich weiches Material - da ist schnell mal was beschädigt.

Edit 2: Wikipedia sagt, es gibt tatsächlich auch Schneewittchensärge mit Stereo-Tonabnehmer (ab Modell SK 5):
http://de.wikipedia.org/wiki/Braun_SK_4


[Beitrag von Curlew am 28. Aug 2013, 22:30 bearbeitet]
cr
Moderator
#10 erstellt: 29. Aug 2013, 00:19
Ich habe dunkel in Erinnerung, dass auf vielen Platten früher "auch mono abspielbar" zu lesen war.
Aber wie gesagt, die Diskussion erscheint mir irgendwie müßig, denn solche alten Plattenspieler beschädigen die Platten sowieso, monokompatibel oder nicht.

Interessanter erscheint der Aspekt, dass man Monoplatten mit einem 25 µm Monoabnehmer spielen sollte, weil man mit den 17 µm Stereoabnehmern vor allem Rauschen und Knacksen abspielt, weil sie zu tief in der Rillenflanke sind.
8erberg
Inventar
#11 erstellt: 29. Aug 2013, 07:16
Hallo,

entscheidend ist welches System mit welcher Nadel tatsächlich verbaut IST, meist wurde ja "nachgerüstet". Braun setzte damals häufig Schumann und Elac-Kristallsysteme ein (über die Auflagekraft reden wir lieber nicht).

Frag im Braun-Hifi-Forum nach, die kennen sich dort genau aus.

http://braun-hifi-forum.de/


Peter
akem
Inventar
#12 erstellt: 29. Aug 2013, 07:26

cr (Beitrag #8) schrieb:
Beschädigt eine sphärisch verrundete Spitze mit 25µm wirklich die Platte, oder taucht sie einfach weniger tief in die Stereo-Rille ein?

Wenn eine Rundnadel mit 25µm die Rille beschädigen würde - was würde dann erst diese Nadel anrichten?
http://www.zum-shop....17-319_p10839_x2.htm
Das ist ein gut beleumundeter Tonabnehmer mit einer Shibatanadel Und die hat 6x50µm...
Oder doppelt so schlimm: http://www.zum-shop....317-319_p8520_x2.htm mit 5x100µm Der müßte direkt nen Span aus der Platte hobeln

Gruß
Andreas
Holger
Inventar
#13 erstellt: 29. Aug 2013, 08:42

HiFi_Addicted (Beitrag #6) schrieb:

Dazu kommt dass Mono Abnehmer in der Regel einen 25µm Verrundungsradius haben und Stereotonabnehmer 15µm oder modernere elliptische Schliffe haben. Die Mono Nadel ist einfach zu groß für die Rille.


Sorry, aber das ist Quatsch - die Rille ist natürlich breit genug für eine 25er Mononadel. Ich spiele fast ausschließlich sehr hochwertige Japan-Mono-Jazzplatten (Reissues von z. B. Miles-Davis-LPs von 1954) und habe diese sowohl mit normalen Stereo-MCs als auch mit den Mono-Abtastern Denon DL-102 und Ortofon SPU GM Mono abgespielt, da ist nix von wegen "zu groß für die Rille"... es klingt einfach nur gut und richtig.
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