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Drehgeschwindigkeits Ausgleich

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Solex_Heizer
Stammgast
#1 erstellt: 07. Mrz 2015, 16:00
Moin moin, gleicht ein Plattenspieler die Drehgeschwindigkeit aus um so weiter die Nadel nach innen wandert!? Ist eventuell die platte so aufgenommen das es irrelevant ist das die platte sich aussen schneller dreht bzw pro Umdrehung mehr Weg zurück legt als innen!?

mfG Solex Heizer
Wuhduh
Inventar
#2 erstellt: 07. Mrz 2015, 16:13
Das ist eine sehr seltsame Frage.

Die Platte dreht sich immer mit der gewählten Geschwindigkeit und der Tonarm mit der Nadel wird mechanisch durch den Rillenverlauf weiterbewegt.

MfG,
Erik
Hörbert
Moderator
#3 erstellt: 07. Mrz 2015, 16:18
Hallo!

Plattenspielerlaufwerke sind recht einfache Dinger deren Grundkonstruktion etwa 120 Jahre alt ist, zwar gab es einige Veränderungen was den Antrieb an sich betrifft, -sie wurden ursprünglich mit Federwerken angetrieben und seit ca. 90-100 Jahren dann elektrisch- aber eines hat sich in all der Zeit nicht geändert und das ist die konstante Drehgeschwindigkeit ungeachtet der Stellung des Tonarmes.

Das bedeutet also das der Platz pro Schwingung von aussen nach innen ebenfalls abnimmt und höhere Frequenzen in der Innenrille nicht mehr unverzerrt dargestellt werden können, bei vielen Schallplatten im mPop-/Rockbereich hat man das früher berücksichtigt und so Titel mit deutlich geringerem Frequenzumfang nach innen gelegt.

MFG Günther
Solex_Heizer
Stammgast
#4 erstellt: 07. Mrz 2015, 16:18
Also ist die Platte so aufgenommen das es ausgeglichen wird? Denn die Platte legt aussen in einer Umdrehung mehr Weg zurück als innen, demnach Fährt die Nadel außen auch schneller die Platte ab als innen! Also muss das irgendwie ausgeglichen werden nehme ich an! Habe mir schon gedacht das die frage nicht ganz normal ist aber ich will es wissen

Danke Günther, das erklärt warum sich die Platte gegen ende schlechter anhört bei Hohen Frequenzen! Schönes Wochenende noch und genießt das Wetter!


[Beitrag von Solex_Heizer am 07. Mrz 2015, 16:30 bearbeitet]
lini
Inventar
#5 erstellt: 07. Mrz 2015, 17:42
S_H: Nö, ausgeglichen wird eben gar nichts dabei, sondern es wird einfach nur genauso mit konstanter Geschwindigkeit abgespielt, wie auch aufgenommen/geschnitten wird. Daher rühren dann eben die unterschiedlichen Strukturgrößen - und deshalb ist es eben auch so ungünstig, wenn das Mittelloch nicht ganz zentrisch ist, denn entsprechend schlecht passen dann die Strukturgrößen zum jeweiligen Abspielradius. Sprich: Nehmen wir an, wir hätten eine Exzentrizität von 0.1 mm, dann ergäbe das bei 100 mm Abspielradius, was so ziemlich der Mitte des LP-Apspielbereichs entspricht, schon eine maximale Geschwindigkeitsabweichung von +/- 0.1 % (oder ca. +/- 0.07 % im Durchschnitt). Und Gleichlaufschwankungen von +/- 0.1 % markieren bei Plattenspielern immerhin schon so etwa die Grenze von noch ganz ordentlichem zu nicht mehr so tollem Gleichlauf...

Grüße aus München!

Manfred / lini
akem
Inventar
#6 erstellt: 07. Mrz 2015, 18:04
Schön wär's, wenn das ausgeglichen würde. Aber wir sind hier nicht bei der CD, wo eine konstante Bitrate benötigt wird.
Deine Folgerung, daß sich im Innenbereich alles enger zusammenquetscht und der Klang entsprechend schlechter wird ist übrigens völlig richtig. Wobei hier ein möglichst scharfer Nadelschliff noch ein bischen was retten kann. Aber auch nicht wirklich viel...

Gruß
Andreas
tomtiger
Moderator
#7 erstellt: 07. Mrz 2015, 21:43
Hi,


Solex_Heizer (Beitrag #4) schrieb:
Also ist die Platte so aufgenommen das es ausgeglichen wird?


eine Platte wird "geschnitten", der Rohling, in den die Rille geschnitten wird dreht sich mit der selben konstanten Geschwindigkeit, wie der Plattenteller.

LG Tom
Wuhduh
Inventar
#8 erstellt: 07. Mrz 2015, 23:46
Nabend !

@ Andreas:

Was soll denn im Innenbereich angeblich gequetscht werden ?

@ Solex_Heizer:

Welche Platte soll sich denn zur Mitte hin schlechter anhören, weil hohe Frequenzen reduziert werden ?

Verwechselt Du eventuell Frequenz mit Amplitude ?

MfG,
Erik
akem
Inventar
#9 erstellt: 08. Mrz 2015, 14:19

Wuhduh (Beitrag #8) schrieb:

@ Andreas:

Was soll denn im Innenbereich angeblich gequetscht werden ?


Die Rillenmodulationen werden gequetscht. Wenn die Bahngeschwindigkeit sinkt (wegen gleicher Drehzahl aber geringerem Radius) und eine gegebene Frequenz dargestellt werden soll, dann wandern die Modulationen, also die Wellenberge und -täler näher zusammen. Deswegen verzerren schlechte Nadeln hier ja auch deutlich mehr als scharfe Nadeln, weil nur letztere den engen Modulationen noch halbwegs folgen können.

Gruß
Andreas
lini
Inventar
#10 erstellt: 08. Mrz 2015, 16:19
Erik, das kannst Du Dir ja leicht ausrechnen: Die Drehzahl/Winkelgeschwindigkeit ist konstant, und der Unfang ist direkt proportional zum jeweiligen Abspielradius; LP-Abspielbereich reicht ungefähr von 60 bis 145 mm. Das kann man also einfach ins Verhältnis setzen, macht dann 145/60, also rund 2,4. Eine Wellenform von beliebiger Frequenz hätte am Anfang der Platte also eine rund um den Faktor 2,4 größere Länge als am Ende der Platte. Bei 33 1/3 U/min wäre beispielsweise die Halbwelle eines 20-kHz-Sinus ganz innen nur noch rund 5 1/4 µm lang, ganz außen hingegen gute 12 1/2 µm.

Wenn man nun noch die üblichen Seitenverrundungsradien im Kopf hat, sieht man also, dass es für stumpfe Nadeln bei hohen Frequenzen nach innen hin recht schnell ganz schön eng wird. Wobei es freilich stimmt, dass hierbei auch Modulation/Schnelle/Pegel eine Rolle spielen - denn natürlich wird's umso enger, je weiter die Nadelflanke in eine kurze Wellenform eintauchen sollte...

Grüße aus München!

Manfred / lini


[Beitrag von lini am 08. Mrz 2015, 16:19 bearbeitet]
Solex_Heizer
Stammgast
#11 erstellt: 08. Mrz 2015, 19:43
@Erik

Mir viel es zuletzt bei Der Platte Holy Diver von Dio auf, das im inneren Bereich der platte Höhere Töne etwas Verzerrt rüber kommen! Was bei mir momentan auch an den Plattenspieler liegen kann da mein eigentlicher den Geist aufgegeben hat!
Erholsamen Sonntag noch
Wuhduh
Inventar
#12 erstellt: 09. Mrz 2015, 01:14
Moin !

@ Manfred:

Deine kurze Erklärung kann ich zwar nachvollziehen, doch habe ich mich bisher nicht allzusehr mit diesem mathematisch-physikalischen Aspekt beschäftigt.

Ich sehe das pragmatischer: Wenn die Abmischung inakzeptabel ist, kann auch die Platzierung eines hochtonhaltigen Musikstückes zum Außenrand hin und eine hochwertige Pressung nichts retten. Wir Hörer sind der Konserve ausgeliefert.

MfG,
Erik
Hörbert
Moderator
#13 erstellt: 09. Mrz 2015, 07:37
Hallo!

@Solex_Heizer

Verzerrungen im Innenbereich der Schallplatte werden dir noch öfter begegnen, zwar hat man zumindestens früher einiges getan um diese Verzerrungen möglichst zu kaschieren aber weg bekommt man sie eigentlich nicht.

Mit scharfen Schliffen und exakten Justagen kann man zwar Hardwaremäßig einiges tun um zumindestens aud dieser Sicht die Abtastverzerrungen unter 1% zu drücken aber an den eigentlichen Flaschenhals -die Schallplatte selbst-, kommt man nicht ran, mit diesen technischen Realitäten muß man einfach leben.

MFG Günther
akem
Inventar
#14 erstellt: 09. Mrz 2015, 13:07
Naja, heutzutage gibt es schon eine ganze Menge von Platten, bei denen der Inhalt auf zwei Platten verteilt wird anstatt den Inhalt auf eine Platte zu quetschen. Die manchmal angeführten Sampler mögen da als worst case gelten, aber es gab auch Alben, die bis kurz vor's Label geschnitten waren. Zum Beispiel die Hysteria von Def Leppard. Aber klar, damals durfte die Platte auch nicht viel kosten, heute werden problemlos Preise bis 40€ bezahlt. Da hat man als Produzent schon etwas mehr Spielraum.

Gruß
Andreas
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