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nackt vs getippt

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Richard3108
Stammgast
#1 erstellt: 07. Apr 2015, 09:56
hallo,
was is der Unterschied zwischen einem nackten und getippten Diamanten? Und wie macht sich das klanglich bemerkbar?

GRUSS
Archibald
Inventar
#2 erstellt: 07. Apr 2015, 10:36
Hallo Richard,

ein nackter Diamant ist ein Stein, der direkt in den Nadelträger montiert ist. Bei den höherwertigen Diamanten ist der Schliff und damit auch die Ausrichtung der Nadel am Kristallgitter des Steins orientiert und damit "glatter" und auch haltbarer. Dadurch, dass keine Metallfassung benötigt wird, ist ein nackter Diamant üblicherweise leichter, was bedeutet, dass die bewegte Masse an der Nadelspitze geringer ist. Das ist wichtig, da eine geringere bewegte Masse zur Folge hat, dass die Nadel den Modulationen der Rille leichter folgen kann und deshalb meistens besser klingt. Ein nackter Diamant dessen Schliff sich am Kristallgitter orientiert wird gelegentlich auch "nacktes Stäbchen" genannt. Bei gefassten Steinen wird ein Diamantsplitter durch eine Metallfassung im Nadelträger gehalten. Der eigentliche Stein ist hierdurch üblicherweise kleiner und billiger. Eine Kristallorientierung des Schliffs ist hierbei nicht möglich. Die Unterschiede in der Haltbarkeit sind zum Teil sehr deutlich. Trotz allem kann man, wenn ich den ganzen Aussagen zum Thema SAS-Schliff glauben darf, mit gefassten Steinen durchaus gute klangliche Ergebnisse erzielen. Aus eigener Erfahrung kann ich zu dem JICO-Schliff jedoch nichts sagen. Die Tonabnehmer, die ich bis dato verwendet habe, hatten übrigens alle mit Ausnahme des ersten Systems (ADC VLM) nackte Steine.

Ich hoffe, dass Dir meine Ausführungen geholfen haben.

Gruß Werner aka Archibald


[Beitrag von Archibald am 07. Apr 2015, 10:37 bearbeitet]
akem
Inventar
#3 erstellt: 07. Apr 2015, 11:37
Die SAS-Nadeln sind meines Wissens nach schon nackte Diamanten. Aber es gibt andere JICO-Nadeln, die gebondet sind.
Aber: bei gebondeten Nadeln gibt es auch große Unterschiede. Da gibt es Nadeln mit einer sehr dünnen Bondingschicht und es gibt Nadeln, die zu 80% aus Lötzinn bestehen. Bei letzteren gibt es klanglich schon massive Einbußen, auch hinsichtlich Lebensdauer.

Gruß
Andreas
lini
Inventar
#4 erstellt: 07. Apr 2015, 12:34
Werner: Eine Kristallgitter-orientierte Ausrichtung ist auch bei gebondeten Diamanten möglich - nur wär das halt aufwendiger und daher fällt das halt bei günstigen Nadeln normalerweise aus.

Richard: Bei den nackten Nadeln gibt's übrigens auch noch deutliche Unterschiede im Miniaturisierungsgrad. So hat eine eher einfache ATN120E noch ein relativ fettes Diamantstäbchen mit rundem Schaft, während hochwertige Modelle typischerweise Steine mit rechteckigem oder quadratischem Schaft besitzen. Deren Grundflächen beginnen typischerweise so bei 0,2 x 0,1 mm (z.B. Denon DL110) und gehen bei den hochwertigsten runter bis 0,07 x 0,07 (z.B. Denon DL-S1) oder gar 0,06 x 0,06 mm (z.B. Audio Technica AT1000 oder Yamaha MC1000/2000). Allerdings macht so eine extreme Miniaturisierung zwecks Optimierung der ETM (= equivalent tip mass) alleine nur bedingt Sinn - daher sitzen solche Steine typischerweise auch nicht mehr auf normalen, geraden Alu-Nadelträgern, sondern mindestens auf konischen Eloxal- oder noch besseren Nadelträgern etwa aus Beryllium oder Bor.

Grüße aus München!

Manfred / lini

edit: typo extermination


[Beitrag von lini am 07. Apr 2015, 23:46 bearbeitet]
Bepone
Inventar
#5 erstellt: 07. Apr 2015, 12:46
Hallo,

ja, die Jico SAS haben sehr kleine, nackte Steine mit rechteckigem Querschnitt, montiert an Bor-Nadelträger. Und damit eine sehr hohe Qualität. Das trägt auch dazu bei, dass das ganz hervorragende Nachbaunadeln sind und oftmals besser als das Original.


Gruß
Benjamin
Richard3108
Stammgast
#6 erstellt: 08. Apr 2015, 07:35
super beantwortet. danke!
Wuhduh
Inventar
#7 erstellt: 08. Apr 2015, 16:30
Und das bisher ohne ergänzende bildähnliche Glubschbonbons zur näheren Erläuterung !

,
Erik
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