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Phono-Vorverstärker: Umstieg auf Röhren-Gerät?

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Autor
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Basti-96
Neuling
#1 erstellt: 07. Aug 2015, 13:09
Hallo Community!

Schon länger überlege ich mir, einen Röhren-Preamp zu kaufen.
Ich stehe nun vor der Frage, was Phono Röhren-Preamps wirklich taugen. Mein Tonabnehmer ist ein Benz-Micro SLR-Gullwing. Bisher habe ich ihn mit dem, in meiner Vorstufe integrierten Modul benutzt und war eigentlich zufrieden....
Vor kurzem habe ich unerwartet einen C-27 von der Firma Accuphase geschenkt bekommen. Klanglich ein hörbarer Schritt nach vorne, aber nun ist dieser C-27 auch ein Transistor-Gerät! Ich wüsste nun gerne, worin die Vor- und Nachteile dieser beiden Gerätetypen bestehen und ob es überhaupt klangliche Unterschiede gibt oder es rein eine Frage des Geschmacks des Hörers ist?

Auf eure Meinungen bin ich sehr gespannt!
akem
Inventar
#2 erstellt: 07. Aug 2015, 14:26
Röhren wird ein "warmer" Klang nachgesagt, was aber in erster Linie am deutlich höheren geradzahligen Klirrfaktor liegt. Den empfindet das ungeübte Ohr oft als angenehm (aber wohl auch nur, solange die Musik leise gehört wird).
Im Sinne von Hifi sind Transistoren imho die bessere Wahl. Zumal Du mit einem Accuphase schon ziemlich weit oben dabei bist und wir hier nicht über einen 30€ Pre reden.
Wenn es denn eine ernsthafte Konkurrenz zu dem Accu sein soll, dann wirst Du mit einem Röhrengerät wohl auch preislich ziemlich hoch greifen müssen. Und da sollte ein guter Händler schon willens sein, ein solches Gerät mal ein paar Tage auszuleihen, ggf. gegen Kautionszahlung. Auf einen Vergleichstest beim Händler würde ich mich eher nicht einlassen (weil Du die Kette nicht kennst und ja auch die Wechselwirkung zum Tonabnehmer eine Rolle spielt - also macht ein Test mit einem anderen Dir unbekannten TA keinen Sinn).

Gruß
Andreas
Wuhduh
Inventar
#3 erstellt: 07. Aug 2015, 18:45
Nabend !

Ich weiß nicht, ob die Anschlußwerte des Accuphase zu Deinen System optimal passen.

Aber eine Steigerung ist m. E. kaum möglich, weil Du bereits - mit Verlaub - überversorgt bist. Egal, welche Komponenten hinten dran hängen mögen.

Bitte mehr Musik hören und weniger philosophieren !

,
Erik
cumbb
Gesperrt
#4 erstellt: 07. Aug 2015, 18:56
Was ist Deine "Vorstufe"?
günni777
Stammgast
#5 erstellt: 07. Aug 2015, 19:31
Ich hatte mal ca. 1 Jahr eine Pure Sound P 10 Roehre, nur MM. Wenn ich die über Hochpegel angeschlossen hatte, war die nicht besser als meine Phonoplatine im Creek Amp. Direkt mit der Endstufe angeschlossen, war das schon ein Schritt nach vorn. Braucht man aber einen Amp, mit dem sich die Lautstärke so angeschlossen auspegeln lässt.

Inzwischen bin ich mit einem anderen TA wieder auf interne Platine vom Creek gelandet. Die Pure Sound hab ich verkauft. Bin sehr zufrieden mit der Musikwiedergabe auch ohne Roehre. Mich hat die Platzmaessig gestoert und die Chinchbuchsen hatten geringeren Durchmesser. Die Stecker rutschten fast von alleine rein beim Anstoepseln.
Basti-96
Neuling
#6 erstellt: 08. Aug 2015, 01:46
Hallo alle miteinander!
Zunächst einmal danke für eure Reaktionen!

@cumbb: Ja, stimmt! Mal zum Rest der Anlage was zu Schreiben, wäre clever gewesen...
Meine Vorstufe ist eine Accuphase C-2000. Meine Endstufen sind zwei MBL 8010 für den Bass-Bereich und eine Accuphase A-35 Class-A für den Mid/Hi-Bereich.

@Wuhduh: Und genau das war das Problem, das der Integrierte Entzerrer in der Vorstufe hatte! Er lies sich nicht einstellen! Auch am C-27 kann man leider nicht die Impedanz einstellen, aber er erlaubt zumindest den Abschlusswiderstand einzustellen. Man kann zwischen folgenden Werten wählen: 3, 10, 30, 100, 300 und 1k Ohm. Das war schonmal Vorteil #1 von diesem Gerät. Der TA hat einen Innenwiderstand von 40Ω. Hab jetzt also 30Ω am Preamp eingestellt.
cumbb
Gesperrt
#7 erstellt: 08. Aug 2015, 06:51
Hihi,-)

Wesentliche Unterschiede, Gründe, warum eine Röhre um Welten sauberer, feiner, homogener als die C-27 spielen sollte:
Röhre enthält nicht Komplementär-Bauteile-Verstärker,
Röhre wird einhergehend nicht an zwei "Komplementär"-Spannungen (gerne symmetrisches Netzteil genannt, bezüglich Signal aber unsymmetrisch!) laufen,
Röhre sollte, wird mit weniger aktiven/verstärkenden Stufen aufgebaut sein,
Röhre sollte nicht kanalgetrennte Netzteile haben,
Röhre wird nicht eine Bauteile-Parallelschaltungs-Orgie sein - bei Parallelschaltung wird von Entwicklern und Herstellern noch immer nicht "Stromkreis" beachtet,
Röhre sollte keine ICs ...-(was in denen abgeht) zu laufen haben.
Vielleicht bekommst Du irgendwo sogar eine symmetrisch laufende Röhre. Dann würde "Gullwing" auch Flügel bekommen. Nachdem! auch alle anderen Kisten getauscht worden sein werden.

Die AD-10 wird, richtig behandelt, wesentlich "besser" als die C-27 spielen.


[Beitrag von cumbb am 08. Aug 2015, 07:05 bearbeitet]
LP-Fan
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 08. Aug 2015, 08:13
Hallo,

das Gullwing ist mit 30 Ohm zu niederohmig abgeschlossen. Nach der Faustformel sollte der Abschlusswiderstand ungefähr das 10-fache des Innenwiderstands des Tonabnehmers betragen. Benz Micro selbst empfiehlt einen Abschlusswiderstand von 500 bis 47.000 Ohm.

Probiere doch bitte an Deinem C-27 Phono-Pre 300 Ohm und 1kOhm.

Grüße
Gunter
Basti-96
Neuling
#9 erstellt: 08. Aug 2015, 11:36
Hallo. Danke für den Tipp!
Da ich mit MC-Systemen noch nicht sehr viel Erfahrung habe, kannte ich diese Faustformel noch gar nicht! Habe es soeben ausprobiert. Der Bass klingt deutlich präziser, direkter und sauberer. Heute Vormittag sagte mir der Verkäufer im hiesigen HiFi-Geschäft, dass viele seiner Kunden die Accuphase-Geräte generell als sehr steril und fast schon langweilig beschreiben würden! Dem Klang fehlt angeblich das "gewisse Etwas"... Habt ihr mit Accuphase ähnliche Erfahrungen gemacht?
akem
Inventar
#10 erstellt: 08. Aug 2015, 12:25
Andere würden sowas als neutral beschreiben

Gruß
Andreas
günni777
Stammgast
#11 erstellt: 08. Aug 2015, 13:21
Lautsprecher am richtigen Platz im geeigneten Raum aufstellen und feinjustieren, dann sollte das kein Problem mehr darstellen, aber wer macht das schon?
Basti-96
Neuling
#12 erstellt: 08. Aug 2015, 13:26

akem (Beitrag #10) schrieb:
Andere würden sowas als neutral beschreiben


Das habe ich daraufhin auch gesagt...
Offenbar ist "neutral" vielen zu langweilig...
cumbb
Gesperrt
#13 erstellt: 08. Aug 2015, 13:29
Wuhduh
Inventar
#14 erstellt: 08. Aug 2015, 23:07
Nabend !

@Basti:

Geschmacksempfindungen sind immer subjektiv. So mancher Verkäufer muß halt dem Kunden erstmal " ein Ohr abkauen " , bevor dieser die Börse öffnet.

Abschlußwiderstand und -impedanz sind Synonyme für einen Wert in Ohm.

MfG,
Erik
Basti-96
Neuling
#15 erstellt: 09. Aug 2015, 05:31
Hallo.

Ja, da magst du recht haben... Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten... und was Verkäufer angeht, erzählen die auch schon mal viel, wenn der Tag lang ist.

Ach übrigens: Abschlusswiderstand und Impedanz sind nicht das Gleiche. Auch wenn die Impedanz in Ohm angegeben wird, ist sie physikalisch gesehen immer die komplexe Größe aus ohmschem, kapazitivem und induktivem Anteil. Bei manchen Preamps kann man, soweit ich weiß, zusätzlich auch die Eingangskapazität einstellen. (Bei Pro-Ject z.B. glaube ich)
akem
Inventar
#16 erstellt: 09. Aug 2015, 12:50

Basti-96 (Beitrag #15) schrieb:

Ach übrigens: Abschlusswiderstand und Impedanz sind nicht das Gleiche. Auch wenn die Impedanz in Ohm angegeben wird, ist sie physikalisch gesehen immer die komplexe Größe aus ohmschem, kapazitivem und induktivem Anteil. Bei manchen Preamps kann man, soweit ich weiß, zusätzlich auch die Eingangskapazität einstellen. (Bei Pro-Ject z.B. glaube ich)


Aber die einstellbare Kapazität ist dann nur für den MM-Eingang wirksam...
Einstellbare Kapazität für den MC-Eingang gibt es zwar auch, ist aber die absolute (!) Ausnahme. Hab ich bisher erst einmal gesehen (frag mich bitte nicht, welches Gerät das war). Kapazitäten im pF Bereich wirken sich bei MCs auch nicht aus, da muß man schon in den nF Bereich gehen.

Gruß
Andreas
Basti-96
Neuling
#17 erstellt: 12. Aug 2015, 21:38
Hallo an alle,
zunächst einmal Danke für all eure Anmerkungen!

Ich habe mir nun gedacht: "Probieren geht über Studieren"!
Vergangenen Montag war ich bei einem HiFi-Händler und habe mir einen Röhren Phono Preamp gegen Kaution ausgeliehen. Entschieden habe ich mich für den Fosgate-Signature von Musical Surroundings.
Zugegeben: Designtechnisch nicht ganz mein Geschmack, aber "Form follows Function".
Das Resultat ist unbestritten: Der Klang ist Atemberaubend!
Dieser Preamp bringt eine Dynamik und eine Präzision in das Klangbild, die ich vorher so noch nie gehört habe! Sicherlich gibt es irgendwo auf der Welt noch etwas Besseres, aber zur Zeit bin ich mit meiner Anlage zum ersten Mal wunschlos glücklich! Habe das Teil also heute Morgen sofort gekauft und meine Vorbehalte gegenüber Röhrenverstärkern sind ausgemerzt!

Was den Accuphase betrifft? Mein erster Gedanke: ABFACKELN!
Doch die Vernunft obsiegte und ich habe ihn schnellstmöglich abgegeben...

Mfg
Basti-96
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