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(Einsteiger) Plattenspieler gesucht

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>Hifi-Flo
Neuling
#1 erstellt: 05. Jul 2016, 17:26
Hallo HiFi-Forum Mitglieder,

da ich schon seit längerem von Schallplatten fasziniert war (Kindheitserinnerungen bei der Oma ) habe ich mir vor kurzem spontan beim Flohmarkt einen gebrauchten gepflegten Sony PS-LX150H für 10€ zum Testen gekauft. Mein Mischpult (Inkel System 800) hat einen Phonoeingang, also alles zusammengestöpselt und alte Discoplatten vom Flohmarkt aufgelegt.

Klanglich hatte ich bis gestern nicht viel zu bemängeln, es klang eben alles recht authentisch (leicht dumpf) wie ich es von "älteren", "langsameren" Liedern auf älteren Platten erwartet hätte, ich war recht zufrieden.

Gestern jedoch kamen zwei neue LPs per Post. Beide Alben enthalten sehr schnelle dynamische Musik und an bestimmten dynamischen Stellen verzerren die Höhen extrem.
Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=mtz-jxdkyoE#t=1m33s @ 1 Minute, 33 Sekunden
Das YouTube Video soll jetzt nicht als Referenz dienen wie es klingen sollte, es soll nur die Dynamik repräsentieren .
An bestimmten Stellen verzerrt die Stimme durchgehend, an anderen gehen Höhen unter und die Drums klingen dadurch versetzt. Die Dynamik geht an diesen Stellen verloren und alles klingt matschig.

So macht das Musikhören jedenfalls garkeinen Spaß, da stecke ich lieber mein Handy per Aux ans Mischpult an trotz aller Vorzüge der Schallplatte. Da klingt es wenigstens richtig.

Am Plattenspieler selbst lässt sich weder Auflagekraft noch Antiskating einstellen. Die Nadel ist sauber. Ich denke also ein neuer Spieler muss her.


Meine Fragen an euch sind nun:

1.) Welchen Plattenspieler (inkl. Tonabnehmer) würdet ihr mir für 200€, max. 300€ empfehlen? Dieser soll größtenteils recht dynamische, schnelle Musik (Skatepunk) abspielen.

2.) Mit welchen Ergebnissen kann ich mit dem empfohlenen Plattenspielersystem im Vergleich zur CD bezüglich Klangqualität, besonders bei meiner angesprochenen Musikrichtung, rechnen?

3.) Warum sind gute Plattenspieler heutzutage (meines Erachtens nach) so teuer? Liegt dies daran, dass die Technik selbst in der Fertigung aufwändig ist, oder weil heutzutage einfach eine vergleichsweise kleine Nische bedient wird?

Viele Dank
akem
Inventar
#2 erstellt: 05. Jul 2016, 17:43
1.) Welchen Plattenspieler (inkl. Tonabnehmer) würdet ihr mir für 200€, max. 300€ empfehlen? Dieser soll größtenteils recht dynamische, schnelle Musik (Skatepunk) abspielen.
--> Ein paar mehr Infos wären hilfreich: was ist für ein Phonozweig vorhanden (Phonostufe oder Verstärker - Modell)? Was soll der Plattenspieler alles können (Nullautomat, Halbautomat oder Vollautomat)? Subchassis erforderlich? Scratching-tauglich?

2.) Mit welchen Ergebnissen kann ich mit dem empfohlenen Plattenspielersystem im Vergleich zur CD bezüglich Klangqualität, besonders bei meiner angesprochenen Musikrichtung, rechnen?
--> Naja, besser bestimmt nicht. Um CD-Qualität zumindest halbwegs zu erreichen müßtest Du schon erheblich tiefer in die Tasche greifen, da wird's dann schon vierstellig...

3.) Warum sind gute Plattenspieler heutzutage (meines Erachtens nach) so teuer? Liegt dies daran, dass die Technik selbst in der Fertigung aufwändig ist, oder weil heutzutage einfach eine vergleichsweise kleine Nische bedient wird?
--> Beides! Die allermeisten modernen Dreher sind im Grunde genommen mit Mitteln der Einzelstück-Fertigung gebaut. Dinge wie Alu-Druckguß-Werkzeuge rechnen sich halt erst bei Stückzahlen, von denen die meisten Hersteller heute meilenweit entfernt sind. Dazu kommt, daß wir Rillenmodulationen im Mikrometer-Bereich (tausendstel Millimeter) abtasten wollen. Das bedeutet: Plattenspieler bzw. Teile davon müssen feinmechanische Präzisionsgeräte sein. Alleine für den Tonabnehmer (vulgo Nadel) sind 100€ gar nix, da kriegste noch nix Gescheites...

Gruß
Andreas
Tywin
Inventar
#3 erstellt: 05. Jul 2016, 17:45
Hallo,


1.) Welchen Plattenspieler (inkl. Tonabnehmer) würdet ihr mir für 200€, max. 300€ empfehlen? Dieser soll größtenteils recht dynamische, schnelle Musik (Skatepunk) abspielen.


z.B. einen gebrauchten Technics SL-Q2 oder oder SL-Q3 für etwa 100 Euro.

Dazu ein Expert/Nagaoka Quadra/JT322 3104 für etwa 160 Euro, welches dann für guten Klang an nahezu jedem Phono-Vorverstärker sorgt.

Dazu wirst Du Dir jede Menge Wissen/Verständnis/Fähigkeiten und einiges an Zubehör aneignen müssen um gut Platten hören zu können.

Hier ein Video mit ein paar der relevanten Basics:

https://www.youtube.com/watch?v=H2jqA_fwi3o


2.) Mit welchen Ergebnissen kann ich mit dem empfohlenen Plattenspielersystem im Vergleich zur CD bezüglich Klangqualität, besonders bei meiner angesprochenen Musikrichtung, rechnen?


Mit der genannten Kombination ist man hörbar - im Rahmen der diversen systemimmanenten Mängel der Musikreproduktion von der Schallplatte - nicht mehr weit vom hörbaren Klang von einer CD entfernt. - Wenn alles richtig auf- und eingestellt ist und die gehörte Schallplatte überhaupt guten Klang ermöglicht.


3.) Warum sind gute Plattenspieler heutzutage (meines Erachtens nach) so teuer? Liegt dies daran, dass die Technik selbst in der Fertigung aufwändig ist, oder weil heutzutage einfach eine vergleichsweise kleine Nische bedient wird?


Es ist eine Nische in der sich einige Menschen tummeln die nicht unbedingt auf den Cent schauen....

VG Tywin


[Beitrag von Tywin am 05. Jul 2016, 18:07 bearbeitet]
evilknievel
Inventar
#4 erstellt: 05. Jul 2016, 20:34
Hallo,

der Sony ist eine Fräse. Der Tonabnehmer ist nicht wechselbar, die Nadel untere Schiene ohne Aufrüstmöglichkeit.
Daß es bei dir verzerrt klingt, kann mehrere Gründe haben.
Nadel verschlissen, Nadel dreckig, auch wenn sie sauber erscheint, Dreher steht nicht exakt waagerecht.

Selbst für laut Überschrift "Einsteiger" kein geeigneter Dreher. Fazit: Weg damit.

Die vorgeschlagene Kombi ist in der Summe absolut zu empfehlen und bietet weit mehr als Einsteigerniveau.
Wenn du das Geld dafür locker hast, würde ich in die Richtung gehen.
Das vorgeschlagene System ist ein best buy. Die Nadel ist beim Plattenspieler der entscheidende Faktor. Günstige Nadeln mit einfachen Schliffen tasten nicht so sauber ab und verschleißen vor allem schneller, was den scheinbar hohen Preis in diesem Fall mehr als relativiert.

Zusätzliche Kosten zum sauberhalten von Platten wären eine Carbonfaserbürste und für die Nadel ein Stückchen Radierschwamm aus der Drogerie,
Wenn man seine Plattensammlung durch regelmäßige Flohmarktbesuche erweitert, sollte man sich auch mit dem Therma Plattenwäsche beschäftigen.
Stichworte: "Cheap Thrill Plattenwäsche" oder "Knosti".

Gruß Evil
>Hifi-Flo
Neuling
#5 erstellt: 05. Jul 2016, 23:27
Erst einmal vielen Dank für die vielen Antworten.


evilknievel (Beitrag #4) schrieb:
Hallo,

der Sony ist eine Fräse.


Das habe ich mir schon gedacht


akem (Beitrag #2) schrieb:
--> Ein paar mehr Infos wären hilfreich: was ist für ein Phonozweig vorhanden (Phonostufe oder Verstärker - Modell)?


Ähm, ist damit der "Phonovorverstärker" gemeint? Aktuell macht das mein Mischpult "Inkel System 800" an dem auch PC und TV hängen, es hat einen Phono in.


akem (Beitrag #2) schrieb:
Was soll der Plattenspieler alles können (Nullautomat, Halbautomat oder Vollautomat)?


Mindestens Halbautomat.


akem (Beitrag #2) schrieb:
Subchassis erforderlich?


Nein


akem (Beitrag #2) schrieb:
Scratching-tauglich?


Nein


Mein Vater meinte er hat irgendwo auf dem Dachboden noch einen Plattenspieler den er mir bei Bedarf geben könnte und hat diesen staubigen Dual CS 630Q gefunden:

Dual CS 630Q

Laut Google garkein so schlechter Spieler. Der Tonabnehmer soll irgendein "Ortofon" sein.

Lohnt es sich darauf aufzubauen (wenn ja, wie? anderer TA nötig?) oder ist der angesprochene Technics eine wesentlich bessere Wahl?


Viele Grüße

Florian
CarstenO
Inventar
#6 erstellt: 06. Jul 2016, 05:47

>Hifi-Flo (Beitrag #5) schrieb:
Dual CS 630Q ... Der Tonabnehmer soll irgendein "Ortofon" sein. Lohnt es sich darauf aufzubauen (wenn ja, wie? anderer TA nötig?) ...?


Hallo Florian,

ja, darauf würde ich aufbauen und dem Ortofon OM 10 eine neue Nadel spendieren. Mit einer originalen Nadel 10 kann es losgehen, richtig gut wird es mit Nadel 30 und 40. Dennoch solltest Du Dich außerdem mit den Grundlagen zu Plattenspielern befassen, wenn Du Dich klanglich einem CD-Player nähern willst. Speziell die Justage dieses Ortofonsystems ist nicht ganz einfach, weil die parallelen Flächen an dessen Korpus von der Nadelspitze weit entfernt sind.

Das Inkel-Pult kannst Du sehr gut für den Plattenspieler nutzen. Ich würde es den aktuellen Pulten, etwa von IMG Stage Line vorziehen.

Viele Grüße,

Carsten
akem
Inventar
#7 erstellt: 06. Jul 2016, 08:38
Der Dual ist zwar noch weit von High-End entfernt (auch von CD-Qualität), jedoch wirklich schlecht ist er auch nicht. Immerhin hat er einen Direktantrieb der trotz eines Fliegengewichts-Plattentellers einen guten Gleichlauf ermöglicht. Der Tonarm gehört leider zur Low-Mass-Ära, wirklich passende Nadeln gibt es heute kaum noch. Die Ortofon OM-Systeme (und deren Ableger unter dem Label Dual) hatten ursprünglich mal Nadelnachgiebigkeiten (engl. Compliance) im Bereich um die 35 oder 40. Heute sind die Nadeln nicht mehr halb so weich aufgehängt sondern eher für mittelschwere Tonarme ausgelegt.
Neulich hat jemand ein System von Elac verlinkt, welches gut passen könnte (wenn die Compliance-Daten stimmen): https://www.thakker....-tonabnehmer/a-5002/ Das System ist NOS (New Old Stock), Ersatznadeln dürfte es nicht mehr lange geben. Wenn Du es kaufen solltest und es gefällt Dir klanglich, dann würde ich mir direkt noch ein, zwei Nadeln als Reserve dazu holen: https://www.thakker....5-e-original/a-6163/

Gruß
Andreas
8erberg
Inventar
#8 erstellt: 06. Jul 2016, 10:18
Hallo,

Anleitung zum Dual passt die vom 2235 http://dual.pytalhost.eu/2235/

nur hat der 630 kein "Repeat", also Wiederholung.

Plattenspieler und vor allen Dingen den Tonarm genau nach Anleitung einstellen! Die leichten Tonarme sind bei der Grundeinstellung (auspendeln bei "Lift" unten und Auflagekraft 0) etwas zickig.

10er Nadel Auflagekraft 1,5 Pond, die ersten Stunden ruhig etwas höher (1,75 Pond).

Der Dreher sieht zwar sehr nach Plastik aus aber ist nicht übel, vor allen Dingen der Tonarm und der Antrieb sind wirklich gut.

Peter


[Beitrag von 8erberg am 06. Jul 2016, 10:21 bearbeitet]
akem
Inventar
#9 erstellt: 06. Jul 2016, 10:26
Das Plastik ist nur Fassade (schien damals "modern" gewesen zu sein...zumindest in den Augen der Designer...). Das mechanische Innenleben ist aber auf Metall aufgebaut. Der Dreher ist stabiler als er aussieht.

Gruß
Andreas
8erberg
Inventar
#10 erstellt: 06. Jul 2016, 11:48
Hallo,

jepp, die 80er Jahre ist ja bekannt für ihre "Modeverbrechen" wie Vokuhila, Schulterpolster, Karottenhosen oder Betondauerwelle...

Das Chassis selber setzte u.A. auch Braun bei ihren Drehern ein...

Peter
>Hifi-Flo
Neuling
#11 erstellt: 08. Jul 2016, 14:39
So, ich hab den Dreher mittlerweile bei mir stehen.
Eine wirklich ganz andere Verarbeitungsliga als der Sony.
Das Verzerren ist nach Einstellen von Auflagekraft und Antiskating noch gering vorhanden, aber wesentlich besser als beim Sony, bei manchen Liedern sogar komplett verschwunden. Vielleicht ist ja die Nadel nicht mehr ganz ok oder nicht ganz sauber.

Am TA steckt eine Dual DN 166 E als Nadel.
Diese gibt es heute noch bei Ortofon zu kaufen:
http://www.ortofon.com/stylus-dn-166e-p-378
In der Beschreibung steht "Recommended for Dual ULM 66 E cartridge" obwohl die Compliance mit "Compliance, dynamic, lateral 25 µm/mN" angegeben wird. Mein TA "Dual ULM 66 E" hat laut Handbuch "Compliance horizontal 35 uM/mN, vertikal 30 uM/mN. Warum wird diese Nadel dann für meinen TA laut Ortofon empfohlen?

Die CD-Qualität habe ich nur als allgemeine Referenz angesprochen, mein Ziel ist es nicht diese zu Erreichen. Wenn die kleineren Verzerrungen bei manchen Liedern nicht mehr wären würde mir die aktuelle Klangqualität ausreichen.


Viele Grüße

Florian


[Beitrag von >Hifi-Flo am 08. Jul 2016, 14:41 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#12 erstellt: 08. Jul 2016, 16:36
Hallo,

reinige mal die Nadel mit Isopropanol und einem kleinen Bürstchen (immer nur von "hinten nach vorne"). Vielleicht ist sie ja nur verschmutzt.

Ortofon haut auf seiner Website einiges mit seinen eigenen Daten durcheinander ... schon manchmal merkwürdig.
Der Preis für eine popelige gebondete Ellipse ist schon arg heftig.

Ich bin für eine 20er Nadel, kostet zwar knapp 40 Euro mehr beim Thakker, aber ist ne ganz andere Baustelle.

Peter
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