DUAL 1219

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Frank-Ulrich_Fuchs
Neuling
#1 erstellt: 05. Nov 2018, 21:16
Hallo zusammen,

nachdem ich mir 1984 einen CD-Player zugelegt habe, ist drei Jahre später mein DUAL1219 nebst Plattensammlung auf den Speicher gewandert. Um Tonabnehmer und Nadel zu schützen habe ich diese abmontiert und sicher verwahrt.

Nachdem ich jetzt geschieden bin, das Haus verkauft ist und ich umgezogen bin steht der Plattenspieler wieder im neuen Wohnzimmer. Leider habe ich damals Tonabnehmer und Nadel so sicher verpackt, das ich Sie heute nicht mehr finde. Evtl. ist meine Ex auch inzwischen Besitzer dieser Teile. Nun wie auch immer, ich hätte da jetzt zwei Fragen:

1. Was benötige ich vorne am Tonarm damit ich wieder Platten hören kann?
2. An der Abdeckung ist oben von der Klappe ein Scharnier gerissen. Kann man das Reparieren oder
benötigt man eine neue Abdeckung?

Zum besseren Verständnis hänge ich mal ein paar Bilder an.

Viele Grüße
Uli
Plattenspieler
Tonarm
Defektes Scharnier
Marsilio
Inventar
#2 erstellt: 05. Nov 2018, 23:45
Hallo Uli

Einen schönen Dreher hast Du da eingelagert. Zur Scharnierfrage kann ich Dir nichts gescheites sagen, mein Dual 1219 hat die einfache Haube. Auf www.dual-board.de tummeln sich aber all die Freaks, die da sofort Bescheid wissen.

Damit Du an Deinem Plattenspieler wieder einen Tonabnehmer montieren kannst, benötigst Du einen Systemträger, im Dual-Jargon TK genannt. So einen hier: https://www.ebay.de/...SwzThb3Zug:rk:5:pf:0
Gibt es sogar noch in neu.

Grundsätzlich kannst Du da jeden erhältlichen 1/2-Zoll-Tonabnehmer darunterschrauben. Allerdings lässt sich der Tonarm des 1219 nicht endlos ausbalancieren, so brachte ich es beispielsweise nicht fertig, ein Audio Technica AT13 (1. Generation) in die Waage zu bringen. Daher also einen Tonabnehmer suchen, der nicht zu schwer ist. Ortofon geht immer, auch Shure.

Oder Du suchst Dir ein Dual-TK mit Dual-Klick und bereits eingeklicktem Vintage-Tonabnehmer - das war damals so eine Dual-Spezialität, damit die Tonabnehmer nicht mehr justiert werden mussten. Zum Beispiel so ein Shure M95 hier:
https://www.ebay.de/...waalb31bi:rk:20:pf:0
Für kleines Geld ganz ordentlich ist die elliptische Nachbaunadel von Cleorec:
www.cleorec.de (anmailen, elliptische N95 fürs Shure M95 verlangen, kostet rund 25.-)

Schon etwas besser sind die gebondeten Hyperellipsen von Jico:
https://www.ebay.de/...wksBbUDGk:rk:42:pf:0

Und mit der SAS-Nadel wird das alte Shure M95 zum Highendabtaster:
https://www.thakker....5-ed-nachbau/a-9379/

Natürlich kannst Du auch das etwas bass-lastigere Shure M75 oder das eher neutrale Dual M20e nehmen, die es ebenfalls fix am TK gab.

LG
Mauel


[Beitrag von Marsilio am 05. Nov 2018, 23:46 bearbeitet]
akem
Inventar
#3 erstellt: 06. Nov 2018, 10:54
Naja, das Gros aller MM-Tonabnehmer kann man recht problemlos ausbalancieren. Man kann ja die Achse, auf der das Gegengewicht sitzt, auch weiter rausziehen (seitliche Rändelschraube eine Viertel-Umdrehung aufschrauben). Kritischer ist da schon die Begrenzung der Baugröße. So bereitet z.B. die Breite der Ortofon 2M Serie gewisse Probleme, die je nach genauer Ausführung des TK kleiner oder größer ausfallen. Ich könnte mir auch vorstellen, daß man eines Holz-Grados nicht unterbringen würde.
Ein TA mit dem Dual Klick-In System ist natürlich bequem weil damit auch die geometrische Justage gleich mit erledigt ist. Die ist aber dank einiger Markierungen am TK auch mit einem normalen Halbzoll-TA kein Problem und in 30sec erledigt. Allerdings hätte ich bedenken, daß da die Federkraft der Snap-In-Zungen noch in Ordnung ist da hier ja auch der Weichmacher über die Jahrzehnte flöten gegangen ist. Und man muß auch aufpassen, daß man nicht versehentlich eines der Keramiksysteme erwischt... Ein Shure M44 oder M75 würde ich nicht nehmen, die sind im Baß doch etwas speziell. Kann man mögen, muß man aber nicht (ich mag die Dinger nicht). Ein Shure V15 dagegen soll schon wesentlich neutraler klingen. Zwar immer noch mit einem gesunden Baß aber eben nicht übertrieben. Ich hab selber noch kein V15 gehört, ich gebe hier nur angelesenens "Wissen" weiter... (ein M44, M75 und eine M85 hatte ich aber schon und die haben mir nicht gefallen, die "aktuellen" M97xE und ein M35SC oder C oder was das ist hingegen finde ich ganz gut).

Gruß
Andreas
8erberg
Inventar
#4 erstellt: 06. Nov 2018, 11:20
Hallo,

Haube: das Material ist Acrylglas, kleben kann man das mit Acryfix, einen speziellen Klebstoff https://www.amazon.d...rbonat/dp/B00BG5FE40

Sicherheitsbestimmungen beachten!

Check als Erstes den Dreher (siehe auch Anleitung http://www.hifi-archiv.info/Dual/1219/

Der 1219 ist ein Dreher in Maschinenbauqualität, robust und für die Ewigkeit gebaut.

Die Feinmechanik verlangt aber auch, dass man vor allen Dingen nach langer Standzeit sich ein wenig drum kümmert, die Schmiermittel können wie Honig oder sogar noch fester werden und dann funktioniert nichts mehr.
Daher der Ratschlag sich im Dual-Board anzumelden und dort dann Schritt für Schritt den Dual wieder "ins Leben holen", sprich reinigen und neu schmieren.
Einen Motor der 30 Jahre lang stand schmeisst man auch nicht einfach wieder an...

Peter
Marsilio
Inventar
#5 erstellt: 06. Nov 2018, 12:23

akem (Beitrag #3) schrieb:
Ein Shure V15 dagegen soll schon wesentlich neutraler klingen. Zwar immer noch mit einem gesunden Baß aber eben nicht übertrieben. Ich hab selber noch kein V15 gehört, ich gebe hier nur angelesenens "Wissen" weiter...

Gruß
Andreas


Du musst Dir mal eins besorgen - mit guter Originalnadel oder der SAS sind bereits das V15III und V15IV schon sehr gut. V15V und Ultra 500 sind richtige MM-Kracher und der Wiederverkauf bei Nichtgefallen überhaupt kein Problem.

Uli: @Das von mir erwähnte Shure M95 ist im Prinzip ein leicht abgespecktes V15III, aber deutlich günstiger. Nicht wenige User sind sogar der Meinung. dass man klanglich eigentlich keinen Unterschied hört.

LG
Manuel

EDIT: Ein Dual 1219 darf man durchaus mit einem hochklassigen Toabnehmersystem betreiben.


[Beitrag von Marsilio am 06. Nov 2018, 12:51 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#6 erstellt: 06. Nov 2018, 13:47
Hallo,

die 1219 waren vor allen Dingen in den (in der Hinsicht neutralen) USA sehr beliebt, weil es wirklich Klassedreher sind.

Daher lohnt es sich auch etwas Arbeit reinzustecken.

Peter
Frank-Ulrich_Fuchs
Neuling
#7 erstellt: 06. Nov 2018, 20:12
Vielen Dank für die vielen guten Tipps euch allen. Speziell der Beitrag von Manuel hat mir erstmal sehr viel weitergeholfen.

Wenn ichs richtig verstanden habe benötige ich also einen 1/2 Zoll Tonabnehmer oder einen mit dem DUAL Klicksystem und zusätzlich noch eine Nadel.

Nach fast 35 Jahren "Nichtbenutzung" bin ich absoluter Analog-Laie. Welche Kombination würdet Ihr mir denn aus eigener Erfahrung empfehlen?

Das Man Acryl kleben kann ist mir schon klar. Das Scharnier ist aber ja genau im Gelenk durch. Gibt es da Ersatz?

Werde jetzt auch mal bei den DUAL-Gurus anfragen.
Nochmals vielen Dank für die schnelle Hilfe.
Uli
tinnitusede
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 06. Nov 2018, 20:29
Hi, alle loben den 1219, aber was ist mit dem 1229?, kann der da nicht ganz mithalten?

Gruß Hans
8erberg
Inventar
#9 erstellt: 06. Nov 2018, 20:41
Hallo,

der 1229 ist ja (fast) baugleich mit nur 3 Unterschieden:

1. nur noch 2 Drehzahlen (Schellack war schon selten)
2. Plattendurchmesser für die Automatik ist an Drehzahl gekoppelt
3. beleuchtetes Stroboskop

Gut, man hat auch noch etwas Feintuning hinbekommen, denn die US-Fachpresse schrieb 1972 es wäre der "leiseste jemals getestete Plattenspieler" - jaja, in Japan wird man dicke Augen bekommen haben - hatte man doch schon die ersten Directdrive für damals sehr teuer Geld auf den Markt gebracht.

Noch heute sind die 1219 oder 1229 absolut leise, wenn nicht hat jemand in den letzten 45 Jahren das Ding nicht anständig behandelt.

Peter
tinnitusede
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 06. Nov 2018, 21:02
danke,
sollte ich mal einen 1229 in einer Wega Zarge zum akzeptablen Preis bekommen, werd ich mich wohl nicht zurückhalten können.

Hans
8erberg
Inventar
#11 erstellt: 06. Nov 2018, 21:19
Hallo,

ja, sind wirklich feine Geräte.

Selbst wenn die Mechanik streikt ist das eher eine Fleißarbeit.
"Mal eben" hier dran drehen und dann mal dort ist die allerschlechteste aller denkbaren Ideen...

Es ist und bleibt feinmechanische Präzisionstechnik die entsprechend behandelt werden will.
Nix für Grobmotoriker, für die sind ja die Dissendreher....

Peter
tinnitusede
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 06. Nov 2018, 21:21
Gibt´s denn noch neue Reibräder für den 1229?
8erberg
Inventar
#13 erstellt: 06. Nov 2018, 22:47
Hallo

Wimre ja im Dual-Board weiss man wohl.mehr.

Peter
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