Updated: Die mittlere (Ent)Täuschung - Blaupunkt Plattenspieler TT 100

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Yamahonkyo
Inventar
#1 erstellt: 07. Jun 2020, 13:40
Hi Folks,

nachdem ich letztens den vollautomatischen TechniSat TECHNIPLAYER LP 200 / Dual DT 400 getestet habe, wollte ich mir mal einen einfacheren Spieler im Low Budget Bereich bis 200 Euro anschauen, der, ähnlich wie die Brettchendreher anderer Herstellen, ohne eine große Ausstattung daherkommt.

Dazu habe ich mir einen

Blaupunkt TT 100 - 01

kommen lassen um ihn unter die Lupe zu nehmen.

Die Austattung und Funktion steht freundlicherweise direkt auf dem Karton:

Blaupunkt TT 100 - 02

Der Blaupunkt TT 100 ist ohne Abdeckhaube und als Blaupunkt TT 100 C mit Abdeckhaube erhältlich.
Stand heute kostet das Gerät neu zwischen 119,95 € bei Blaupunkt Audio und 179,95 € bei fast allen anderen Händlern,
mit Deckel ist es, auch bei Blaupunkt Audio, für 189,95 € zu haben.

Los geht's!

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Unboxing
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Was befindet sich im Karton?

Der Plattenspieler selbst:

Blaupunkt TT 100 - 03

Darunter der Plattenteller mit der Gummimatte:

Blaupunkt TT 100 - 04

eine Tüte mit Bedienungsanleitung, Single Puk, Gegengewicht und Cinch Kabel ohne Erdung, sowie ein Tütchen mit dem Stromkabel:

Blaupunkt TT 100 - 05

Die Gummimatte ist an den dicksten Stellen etwa 1 mm dick, sehr wabbelig und riecht stark nach Lösungsmittel.
Ein paar Tage sollte sie schon auslüften.

Blaupunkt TT 100 - 07

Der Plattenteller ist sehr gut verarbeitet und relativ schwer. Von unten ist ein gezahnter Kunststoffring montiert.

Blaupunkt TT 100 - 08

Der Riemen ist um den Teller gelegt. Leider gibt es keine Montagehilfe, der das Anbringen am Pulley erleichtert.

Blaupunkt TT 100 - 09

Die Gummifüße sind gefedert und nicht höhenverstellbar:

Blaupunkt TT 100 - 10

Am Anschluss-Panel befinden sich die Cinchbuchsen, ein Schalter um den integrierten Phonovorverstärker an- / anzuschalten und der Sromanschluss.
Auf einen USB-Anschluss wurde verzichtet.
Obwohl dies die Varianten ohne Abdeckhaube ist, sind die Halterungen dennoch vormontiert. Ohne diese wäre es stimmiger.

Blaupunkt TT 100 - 11

Der Tonabnehmer AT-2600L ist bereits mit Inbusschrauben vormontiert. Die Headshell ist nicht abnehmbar und von unten mit einer Schraube fest am Tonarm befestigt. Rechts vom Tonarm befindet sich das Einstellrad für das Antiskating.
Nun wird auch erkennbar wofür der gezahnte Ring unterhalb des Plattentellers da ist. kurz vor dem Pulley ist eine Art Lichtschranke, die offensichtlich für den Gleichlauf des Plattenspielers sorgt. Nicht schlecht.

Blaupunkt TT 100 - 12

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Aufbau und Anschluss
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Der Aufbau ist simpel.
Kabel anschließen, Plattenspieler hinstellen, Teller Auflegen, Riemen um den Pulley legen, Matte drauf ,Gegengewicht von hinten auf den Arm schieben.
Fertig.

Blaupunkt TT 100 - 13

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Betrieb und Verarbeitung
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Natürlich müssen noch das Auflagegewicht und das Antiskating eingestellt werden.
Beim Auspendeln des Tonarms fällt mir auf, dass dieser nicht besonders gut gelagert ist. Er bleibt auch noch in Waage, wenn man das Gegengewicht um etwa 0,2g verstellt. Man sollte daher eine Waage verwenden, um dies zu kontrollieren. Das Antiskating funktioniert jedoch korrekt.

Das Gehäuse ist aus schwerem MDF Gewicht, ca. 5,1 kg, ist gut verarbeitet und fühlt sich wertig an.

Die gefederten Füße machen auf den ersten Blick zwar einen guten Eindruck, bieten jedoch keine wirkliche Trittschalldämpfung. Das Schwere Chassee neigt dazu sich schnell aufzuschaukeln, wenn man nur leicht am Tisch wackelt, oder man es mit dem Finger antippt. Hierfür wären steifere Füße besser.

Erfreulich ist, dass beide Geschwindigkeiten gut gehalten werden, das Antiskating sauber funktioniert und der Phono Pre einen guten Job verrichtet und sich wirklich abschalten lässt.

Kleines Schmankerl: Am Emde der Schallplatte wird der Tonarm angehoben und der Motor stoppt.

Nicht ganz so schön:
Die Farbe am Tonarm im Bereich des Fixier-Bügels reibt sich ab und die "nur" locker aufgesteckte Blaupunkt-Gummikappe am Fingerbügel fällt relativ leicht ab.

Bis dahin könnte man dennoch das Gerät, trotz kleinerer Macken, als durchaus gelungen betrachten, gäbe es da nicht noch

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gravierende Mängel:
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Das Tonarmlager, das sich unter einer Plastikabdeckung befindet hat ein seitliches Spiel von etwa 1mm und in der Höhe um fast 2mm.

Der Tonarm ist verdreht montiert, sodass der Azimut völlig schief ist, ein halber Millimeter Unterschied links und rechts geht gar nicht:

Blaupunkt TT 100 - 15

Gibt es eine Möglichkeit der Azimuthkorrektur? Fehlanzeige. Ich habe mal sowohl die Schraube an der Headshell, als auch die Schrauben in dem abenteuerlichen Kuststofflager gelöst und konnte nichts verdrehen.

Der Motor brummt und erzeugt zudem ein hochfrequentes Pfeifen, das sehr unangenehm und auch bei lauter Musik wahrnehmbar ist. Bei aufgelegten Plattenteller wird das Ganze nochmals lauter. In Tellernähe sind es bei 45 UPM etwa 38 dB.
Das Brummen hört man noch in 6 m Entfernung und das hochfrequente Pfeifen schmerzt in den Ohren.

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Mein Fazit
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Mit dem Chassee, dem Plattenteller, dem guten Gleichlauf, einem funktionierenden Phono Vorverstärker und Antiskating, sowie der Ebdabschaltung wurde hier alles richtig gemacht.
Mit den zu stark gefederten Füßen, ja selbst mit dem nicht wirklich guten Tonarmlager könnte man noch einigermaßen leben.

Wenn aber fundamentale Dinge nicht funktionieren, wie ein brummender Motor und ein völlig schief sitzender Tonabnehmer, dann geht das gar nicht.

Vielleicht habe ich ein Montagsgerät erwischt, da es auf dem großen Einkaufsportal auch positive Rezensionen gibt, aber ich wage ehrlich gesagt keinen weiteren Versuch und möchte dieses Gerät nicht empfehlen.

Ich hoffe, der Test hat euch gefallen und kann euch vor einem Fehlkauf bewahren.

Gruß Roland


[Beitrag von Yamahonkyo am 07. Jun 2020, 17:54 bearbeitet]
ParrotHH
Inventar
#2 erstellt: 07. Jun 2020, 14:08
Halo,

lustiger Bericht Danke!

Zum schiefen Tonabnehmer: lässt sich das denn mit Hilfe eines Schraubendrehers evtl. beheben?

Motor: über den Zahnkranz im Teller bin ich beim Betrachten Deiner Bilder auch sofort gestolpert. Zusammen mit der Lichtschranke und dem hochfrequenten Pfeiffen wird aber ein Schuh darauf: die Regelung der Geschwindigkeit erfolgt offenbar mittels eines kleines Microcontrollers und PWM. Mit ähnlicher Technik werden ja auch PC-Lüfter gesteuert oder LEDs gedimmt, daher ist das billig und zuverlässig verfügbar. Daher finde ich das vom Prinzip eine recht gute und zeitgemäße Lösung!

Bloß ist offenbar die Trägerfrequenz so bescheuert niedrig gewählt, sodass sie über den Motor hörbar wird. Im Maker-Bereich ist das eine Binse.

Und dort wo es dann mechanisch auch nur ein wenig aufwendiger wird, nämlich beim Lager und der Motoraufhängung, macht sich dann der Preis endgültig bemerkbar.

Was wiegt die Kiste denn?

Parrot
siciliano1
Stammgast
#3 erstellt: 07. Jun 2020, 15:05
Hallo Roland,

danke für Deinen Bericht.

Ich sage dazu nur: au weia

Ciao siciliano1
Yamahonkyo
Inventar
#4 erstellt: 07. Jun 2020, 15:05
Hallo Ralph,

Gewicht: ca. 5,1 kg (ohne Deckel), habe ich ergänzt.

Das mit dem Brummen und Pfeifen ist echt ärgerlich. Zumal dies auch schon ohne Teller auftritt.

Azimuthkorrektur? Fehlanzeige. Ich habe gerade mal sowohl die Schraube an der Headshell, als auch die Schrauben in dem abenteuerlichen Kuststofflager gelöst und konnte nichts verdrehen.

Gruß Roland


[Beitrag von Yamahonkyo am 07. Jun 2020, 15:08 bearbeitet]
misfits
Inventar
#5 erstellt: 07. Jun 2020, 17:01
Schade um das Geld.Aber wenn man schon einen Aufpreis zahlen muss um eine Haube zu bekommen

Aber danke das du dich geopfert hast
8bitRisc
Inventar
#6 erstellt: 07. Jun 2020, 17:01
Ich denke du hast ein Montagsgerät erwischt. Ich würde eine Reklamation wagen. Beim zweiten Anlauf sollte zumindest mit dem Tonarm alles im Lot sein.

Schade, daß der TT-100 nicht besser abschneidet. Er könnte sonst aufgrund seiner Ausstattung durchaus als Geheimtipp gelten.

Man sollte sich mal direkt an Blaupunkt wenden. Evtl. sind die kooperativ und bessern an Motorsteuerung und Tonarm nach.

Bei Rega & Project bekommt man sicherlich bessere Brettchen zu etwas höheren Preisen aber leider ohne jeglichen Komfort.
Vogone
Inventar
#7 erstellt: 07. Jun 2020, 17:14
so eine Kiste würde ich mir nicht einmal in den Keller stellen
oremilac
Stammgast
#8 erstellt: 07. Jun 2020, 20:17
Moin!

Danke für den Test, auch wenn er diesmal nicht so positv ausgefallen ist.

Btw. ich glaube nicht, dass Blaupunkt der Hersteller ist, Hanpin wohl auch nicht
die Tonarme von denen sind auf jeden Fall nicht mehr so schlimm.

Gruß
Thomas
Yamahonkyo
Inventar
#9 erstellt: 19. Jun 2020, 02:35
Soooooo! Heute gibt es mal ein Update zu meinem Bericht.

Ich konnte es mir nicht verkneifen, dem Plattenspieler doch noch eine zweite Chance zu geben, denn es könnte ja tatsächlich ein Montagsgeräte gewesen sein.

Nachdem ich das erste Gerät beim größten Online Händler A... für 179,95 € bestellt hatte, habe ich mir, direkt über den Blaupunkt Store für nur 111,56 € (mit RabattCode), einen neuen geordert.

Ich habe bewusst auf eine "Reklamation" verzichtet, da ich einerseits das Gerät ja nicht behalten möchte, und andererseits kein "extra geprüftes" Exemplar haben wollte.

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Kommen wir zum Positiven:
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- Der Motor surrt zwar leicht, ist aber, sobald Musik läuft, selbst, wenn man daneben sitzt, sogut wie nicht nehr zu hören. Ab 1m Abstand ist es ruhig.

- Die Headshell ist gerade montiert und der Tonabnehmer sitzt nun einwandfrei.

- Das Tonarnlager, das, wie ich feststellen musste, eine einfache Kuststoffkonstruktion ist, hat in jede Richtung "nur" noch etwa 1/2mm Spiel. Immer noch nicht schön, aber dennoch aktzeptabel. Wir reden hier über ein Gerät, das gerade einmal knapp 120 € regulär kostet.

- Kleine Korrektur zum Eingangsbericht:
Am Ende einer Platte schaltet sich der Motor ab. Der Tonarm wird nicht angehoben.

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Aber wo es Licht gibt, gibt es wiederum "neue" Schattenseiten:
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- Der Plattenteller ist nicht so gut verarbeitet wie bei dem ersten Testkandidaten. Er eiert ganz leicht und der Rand ist ungleichmäßig gegossen. Es ist jetzt nicht schlimmer, als eine leicht eiernde Schallplatte. Schwamm drüber: Das ist ein preisgünstiges Gerät!

- Das Gegengewicht hat eine andere Kontrollskala, nämlich nicht wie beim ersten Gerät, alle 90° (0 - 0,5 - 1,0 - 1,5), also pro Umdrehehung = 2g, sondern alle 60° (0 - 0,5 - 1,0 - 1,5 - 2,0 - 2,5), was, und so ist es im Handbuch beschrieben, 3g bei einer Umdrehung ausmachen soll.
Aber Pustekuchen: Das Gewicht ist tatsächlich dasselbe, nur die Skala eben nicht. Dadurch kann man sich darauf auch nicht verlassen.
Gut, dass ich eine Tonarmwaage habe.
Das dumme daran ist, dass die Abweichung von Punkt zu Punkt ist ja nicht linear, sondern exponentiell ist. Hat man bei 1,5g auf der Skala noch eine Abweichung von 0,59g, sind es bei 2,2g der Skala schon 0,73g und man mag es nicht glauben bei einer vollen Umdrehung nicht wie gedacht 1g, sondern 0,87g. Entweder ist das Gegengewicht jetzt 0,13g leichter, der Führungsstift für das Gewicht sitz zu weit hinten, oder der Tonarm selbst ist wieder nicht richtig montiert.
Das ist lächerlich und das Dümmste, das ich je gesehen habe. Da ich den Dreher ja eh nicht behalten will, werden ich nicht den Blaupunkt Support kontktieren um, wovon ich mal ausgehe, dass sie es machen, mir ein neues Gegengewicht zuschicken zu lassen.

- Was ich bei meiner ersten Begutachtung noch nicht erwähnt habe, ist dass das Kunststoff-Tonarmlager nur auf ein Alurohr augesteckt ist und sich, sollte man den Tonarm versehentlich mit etwas zu viel Kraft zu hoch anheben, aus den Arretierung löst. Gut, man kann ihn wieder, auch das ist ein wenig fummelig, wieder aufstecken.

====================================================
Mein endgültiges Fazit:
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Der Blaupunkt TT 100 läuft zumindest halbwegs gut, wenn man denn einen erwischt, der keine allzu großen Macken hat.

Dennoch kann ich ihn weiterhin nicht ruhige Gewissens weiterempfehlen, weil die Qualität insgesamt so unterschiedlich ausfällt, dass es einem Enthusiasten fast übel wird, und ein Anfänger, der gar keine Ahnung hat, nicht einschätzen kann, ist er nun ok, oder sollte er besser gleich in die Tonne. Das empfindliche Tonarmlager gibt dem Ganzen den Rest.

Eigentlich finde ich das sehr schade, denn optisch sieht er garnicht so schlecht aus und technisch fehlt nicht wirklich viel. Es mangelt leider an einer vernüftigen Qualitätskontrolle, sonst wäre der TT-100 ein echter Preisbrecher.

Aber so! Sorry "Blaupunkt" das war nix!

Gruß Roland


[Beitrag von Yamahonkyo am 19. Jun 2020, 03:27 bearbeitet]
Thowie
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 19. Jun 2020, 04:17
Moin Roland,

Danke für den ausführlichen und objektiven Test.
Ich würde mir so ein Ding auch nicht mal für eine Wochenendhütte kaufen...

Allerdings: bei einem Preis von 111,56€ ist auch keine Endkontrolle drin. Die wäre ja teurer als das Produkt...

Gruß Thomas
/OMEGA/
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 19. Jun 2020, 06:10
Danke für den Bericht, die Kiste ist aber nichts für mich.,,
hoehne
Inventar
#12 erstellt: 19. Jun 2020, 06:41
Danke für den Bericht. Ich hatte bereits mal tatsächlich erwägt, diesen Dreher fürs Kind zu kaufen. Ist also damit raus.
Rascas
Stammgast
#13 erstellt: 19. Jun 2020, 07:19
Das es Blaupunkt-Produkte überhaupt noch gibt überrascht mich sehr...

Eigentlich eine Frechheit, dass solche Produkte mit diesem Namen verkauft werden.

Meine Erinnerung an Blaupunkt Plattenspieler rührt aus den 80ern und das waren meines Wissens umgelabelete Technics-Dreher.

Also von einem ehedem klangvollem Marken-Namen auf ein aktuelles Produkt zu schliessen führt so solchen Fehlkäufen. Das ist meines Erachtens den Versuch nicht wert...

Das hat mit dem Blaupunkt, was wir von früher kennen so gar nichts mehr zu tun.

Die Frage, die ich mir bei solchen Geräten immer stelle: würde ich tatsächlich auf einem solchen Dreher ernsthaft Schallplatten hören wollen? Die Antwort lautet einfach: Nein! Selbst für "Märchen-Platten" wäre mir das zu schade. Da würde ich dann eher zu einem originalen Mister Hit greifen. Da wäre zumindest ein echter Kult- bzw. Nostalgie-Faktor mit dabei.

Mister Hit

Und selbst da habe ich Bedenken. Das sieht nämlich cooler aus als es funktioniert...

Bei dem Blaupunkt kann ich nur sagen: schade um das Geld und schade um die damit verschwendete Zeit.

Schallplatten sind heute keine "Geiz-ist-geil" - Thema. Zum Glück! Solche Produkt sind so was von überflüssig! Ressourcen-Verschwendung ersten Grades!

So! Genug aufgeregt... Trotzdem: viel Spaß weiterhin...
Thowie
Hat sich gelöscht
#14 erstellt: 19. Jun 2020, 07:33
Tscha! Wenn halt von der glorreichen Vergangenheit nicht mehr als der Name übrig bleibt...

Gibt viele Beispiele. Telefunken, Kreidler, Zündapp, Horex, etc..

Traurig. Wir sind aber kollektiv selbst schuld. Wenn’s halt immer billig sein muss, sterben unsere Unternehmen. Wie beim Billigfleisch. Bis Gammel, Corona und niedrigste Sozialstandards auch im Land der cleveren Billigkäufer zurück angekommen sind.

Einfach mal konsequent weniger kaufen, dafür gut, und darauf achten, wo es herkommt.

Bei manchen Produkten ist das allerdings schwer geworden. So zum Beispiel Klamotten...

Gruß Thomas
Rascas
Stammgast
#15 erstellt: 19. Jun 2020, 14:58
Der Mister Hit war übrigens von Telefunken... So glorreich war der auch nicht. Aber er passte besser in die Zeit und hatte zumindest ein ordentliches Design. Das Blaupunkt-Teil hat … nichts, was ihn in irgendeiner Weise erstrebenswert macht. Außer, dass er den Hype um Plattenspieler bedient. Eigentlich ist das Betrug am Kunden mit einem vermeintlich guten Namen zu werben und dann so ein billiges sinnfreies Produkt zu liefern.

Mein Mister Hit hat mir zumindest mit meinen Märchenplatten damals jede Menge Spaß gemacht... Hui Buuuh!
Burkie
Inventar
#16 erstellt: 19. Jun 2020, 19:59
Hallo,

"unsere" Unternehmen sind es in dem Sinne ja auch nicht. Ich habe keine Aktien.

Und so gut waren die auch nur eine Zeit lang, dann sind sie träge geworden.
Dual z.B. bekam dann das Image der biederen Schwarzwälder Kuckucksuhren.
Und wenn man die Dinger aufgemacht hatte, sah es da drinnen auch so aus.

Hinzu kamen bei der deutschen Industrie noch so tolle Starrsinnigkeiten wie das DIN-Stecker-System, was mehr Frust als Lust machte.

Grüße
8bitRisc
Inventar
#17 erstellt: 19. Jun 2020, 21:56
Zumindest stellt der Blaupunkt Dreher gegenüber einem NoName Modell vom Discounter mit Plastikteller und Keramiktonabnehmer eine gewisse Steigerung dar.

Und die heutige junge Generation kann mit Namen wie Blaupunkt, SABA & Co. eh nichts mehr anfangen. Ältere Semester welche wieder ins Thema einsteigen wollen geben sicherlich mehr als 120-200€ für einen Plattenspieler aus oder lassen ihr Altgerät vom Dachboden reparieren.

Das DIN Steckersystem versagt bei den Lautsprecheranschlüssen. Bei den Hochpegeleingängen halte ich es für das bessere System; genauso wie das Klinkensystem (6,3mm).
Das RCA/Cinch-System ist in meinen Augen schon bei Verbreitung in den 60ern als veraltet anzusehen.
hoehne
Inventar
#18 erstellt: 22. Jun 2020, 05:47

Burkie (Beitrag #16) schrieb:
Dual z.B. bekam dann das Image der biederen Schwarzwälder Kuckucksuhren.

Das haben die für mich heute noch - schön ist tatsächlich was anderes.
Burkie
Inventar
#19 erstellt: 22. Jun 2020, 10:36

8bitRisc (Beitrag #17) schrieb:

Das DIN Steckersystem versagt bei den Lautsprecheranschlüssen. Bei den Hochpegeleingängen halte ich es für das bessere System; genauso wie das Klinkensystem (6,3mm).
Das RCA/Cinch-System ist in meinen Augen schon bei Verbreitung in den 60ern als veraltet anzusehen.


DIN hat zu geringe Übersprechdämpfung und zu hohes Rauschen, und kann schon nicht mehr bei Kassetten mit Dolby C mithalten - von CD ganz zu schweigen.
Klinke macht Kurzschluss beim einstecken.
RCA macht Brummen beim einstecken. Allerdings liegt der heiße Pol gut geschützt innen in der Abschirmung der Buchsen.

Verwendet wird RCA zuhause bei allen digitalen Quellen, wie etwa CD oder SACD (analoge Anschlüsse), sowie digital-koax; und Klinke symmetrisch im professionellen Umfeld, oder dort gerne auch XLR.

Das zeigt, was in welchem Umfeld was getaugt hat.

Grüße
Thowie
Hat sich gelöscht
#20 erstellt: 22. Jun 2020, 16:46

Burkie (Beitrag #16) schrieb:

Dual z.B. bekam dann das Image der biederen Schwarzwälder Kuckucksuhren.


Ich hatte als Teenie einen 1019. Vom Vater abgelegt, bis ich den Braun PS500 bekam.
Mein Gott, was hab ich das altbackene Teil mit der Rauchglashaube mit Holzseitenteilen gehasst!
Aber er spielte gut! Und heute ist er Kult...
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