AIWA AP 2300 Reparatur

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20Oldschool78
Neuling
#1 erstellt: 06. Nov 2020, 22:10
Hallo zusammen.
Ich habe eien AIWA AP 2300 Plattenspieler der eigentlich mal funktionierte. Aber nach dem reaktivieren, stand halt einige Jahre, streikt die Automatik, das Stroboskoplicht und die Nadel ist defekt (Shure M75 ED Type2). Der Deckel war schnell geöffnet aber an der Mechanik konnte ich keinen defekt feststellen. Nach einem telefonat mit einem Service Techniker für HIFI-Geräte wurde mir gesagt ich müsste schnell mit 500€ rechnen. Ist das Reel? Gelegentlich liest man was von 100 - 200 Euronen für reparaturen. Eine Nadel, Nachbau glaube ich, lag bei 40-50 Euro und eine Glühbirne kann doch auch nur einig Cent kosten, oder?
Lohnt sich überhaupt eine Reparatur? Kennt einer einen Servicedienst aus RE oder Umkreis 50km?


[Beitrag von 20Oldschool78 am 06. Nov 2020, 22:25 bearbeitet]
HiFi_Sepp
Inventar
#2 erstellt: 07. Nov 2020, 08:47
500 Euro halte ich schon für sportlich, wobei der Dreher halt schon 40 Jahre alt ist.
Da kann die Elektronik schon mal schlapp machen. Ich denke, daß die Arbeitszeit sehr viel ausmacht.
Ersatzteile werden da wohl einen geringen Anteil haben.
Außerdem sagt Dein Techniker kann 500 Euro kosten, muss ja nicht zwangschweise sein.

Ob sich das lohnt musst du selber entscheiden. Der Dreher ist auf jeden Fall nicht schlecht und optisch finde ich den hübsch
Burkie
Inventar
#3 erstellt: 07. Nov 2020, 08:58
Hallo,

du hast beim reinblicken ja auch keinen offensichtlichen Defekt auf Anhieb erkennen können.
So wird es wohl auch dem Service-Techniker gehen, der den Defekt erst einmal finden muss.

Besonders, wenn es sich um eine raffinierte verwinkelte Kuckucksuhren-Mechanik handelt, sucht man sich da mal schnell einen Wolf.

Und das ist beim Profi, der davon leben muss, Steuern, Ladenmiete, Abgaben und Rente bezahlen muss, nun mal bezahlte Arbeitszeit.


Grüße


[Beitrag von Burkie am 07. Nov 2020, 09:58 bearbeitet]
Puuhbaer68
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 07. Nov 2020, 09:50
Klar,
beim Gewerblichen wird´s teuer.

Kennst du "zufällig" jemanden, der sich mit solchen Geräten (müssen ja nicht zwangsweise Plattenspieler sein) auskennt und gerne mal daran rumbastelt? Sollte halt schon jemand sein, bei dem die Geräte nach dem "basteln" auch noch funktionieren .

Ich kenne diesen Plattenspieler nicht, habe mir nur eben mal ein paar Bildchen im Netz angesehen. Das scheint doch nun nicht nur Elektroschrott zu sein (jedenfalls in funktionsfähigem Zustand). Da könnte sich etwas Mühe und Aufwand schon noch lohnen. Eine Nachbaunadel für das M75 gibt es in vielen verschiedenen Qualitäten und Preislagen, da ist sicherlich für jeden Geldbeutel was dabei. Ich bin mit der günstigen elliptischen Nachbaunadel für 30,-€ schon recht zufrieden.

Nicht funktionierende Automatiken bei alten Plattensdrehern kommen oftmals von verhärtetm Fett, oder (wie z.B. bei den alten Duals) von zerbröselten Plastikteilchen.

Wo kommst du denn her? Wenn du deine Postleitzahl nennst, dann meldet sich eventuell jemand, der dir helfen kann/möchte ... .
20Oldschool78
Neuling
#5 erstellt: 07. Nov 2020, 10:26
Moin und danke erst mal. Nein leider kenne ich Privat niemanden der so etwas macht. Gibt es denn im Bereich 45657 oder Umkreis 30km eine Seriöse Firma?
Also einschalten läßt er sich. Er dreht sich auch, nur nach dem betätigen der Start Taste zuckt der Arm, kommt aber nicht aus seiner Ruheposition. Den Arm von Hand aufelgen funktioniert. Nur zur Endposition muss der Arm weit über die Plattenmitte geführt werden damit der Arm Selbstständig zur Ausgangsposition zurückfährt. Eigentlich könnte sich ja nur etwas verstellt haben, oder.
Habbich
Stammgast
#6 erstellt: 07. Nov 2020, 12:43
Hallo "20OldSchool78",
hier ein Foto der Mimik in Ruheposition.
Aiwa 2300 Mimik

Mal abgleichen. Auf 6 Uhr ist der wahrscheinliche Übeltäter unter dem Zahnrad, der die Rückführautomatik auslöst. Der ist gerne mal verharzt. Mal mit Wattestäbchen und Isoprop oder, besser noch, Brennspiritus reinigen, durchbewegen und wieder testen, bevor du auf die Suche nach säurefreiem Fett gehst. Mehr als Halbautomatik hat der Aiwa ja eh nicht. Eine hübsche Zarge hat er, aber 500 Euro ist der Spaß nicht wert.

Auf das Strobo würde ich verzichten, das Lämpchen haben die damals ziemlich unschön in Pampe gebettet. Gleichlauf lässt sich auch mit einer Scheibe ermitteln. Dann bleibt nur noch eine neue Nadel, die macht Sinn und lässt sich immer wieder finden, besser noch ein neuer Tonabnehmer für 100 bis 150 Euro. Damit spielt er schon ganz gut, obwohl ich seinen Vorgänger 2200 weitaus interessanter finde.
Grüße
Frank
20Oldschool78
Neuling
#7 erstellt: 07. Nov 2020, 18:42
Danke. Ich schaue mir das Später mal genauer an ob dabei schon der Fehler liegt.
Ich finde der AP 2200 und der 2300 tun sich nicht viel. Der Aufbau und die Mechanik dürften fast identisch sein.
Habbich
Stammgast
#8 erstellt: 07. Nov 2020, 20:25
Richtig. Gleiche Zarge. Wesentlichster Unterschied ist der Tonarm. Das Laufwerk ist bei beiden gut.
Viel Erfog mit der Reinigungsarbeit!
Grüße
Puuhbaer68
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 08. Nov 2020, 09:43
Oh,
da hatte mir die Bildersuche gestern einen Streich gespielt und den AIWA AP2500 angezeigt. Das wäre dann wohl ein Vollautomat. Sorry.

Der AIWA AP2300 ist ein Halbautomat, bei dem sollte der Arm gar nicht "zucken", wenn man die Starttaste betätigt . Den Arm muss man bei diesem Halbautomaten nämlich selbst per Hand über die Platte führen. Lediglich am Ende der Scheibe sollte der Arm von selbst in die Ruheposition zurück fahren.

Nein, leider kenne ich keinen Reparaturservice in deiner Gegend, komme aus einem anderen Eck in D.

Aber deine Fehlerberschreibung hört sich weiterhin danach an, dass dort etwas in der Mechanik "verharzt" sein könnte. Bitte mal den Tipp von Frank beherzigen.


[Beitrag von Puuhbaer68 am 08. Nov 2020, 09:45 bearbeitet]
20Oldschool78
Neuling
#10 erstellt: 15. Nov 2020, 18:15
Hallo.
Nach dem ich den Dreher bei einer Hifi-Reparaturservice abgegeben hatte und die nach 3 Wochen sagten: ,,Keine Reparatur möglich wegen einem defektem Plastikzahnrad, es wäre schließlich nach all den Jahren Weich geworden und die defekte Stroboskopleuchte hätte 64 Volt würde es auch so nicht mehr geben.
30€ Lösegeld musste ich zahlen damit ich ihn wieder bekomme, entsorgung wäre umsonst.
Ja nee, is klar.

Ich habe mich dann mal der Sache selbst bemüht, die Unterseite geöffnet und mir erst einmal eine Übersicht sowie deren mechanischen funktion gemacht. Mit anderen Worten wann macht der Dreher was bzw. was nicht.
20201107_192751

Im Bereich des Tonarm´s viel mir nach einiger Zeit auf, das am Microschalter schleifspuren zu sehen waren.
Allerdings erkannte ich nicht gleich warum. Ja manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.
20201107_201835

Desweiteren fiel mir die Fehlstellung dieser Platte auf.
20201107_201847

Ich hatte mir darauf hin ein Service Manuell vom AP 2200 herunter geladen. Die Mechanik ist identisch also konnte ich das als vergleich heranziehen. Hierbei erkennt man leider nicht auf Anhieb das es sich um zwei übereinander liegende Blechplatten handelt die sich getrennt von einander bewegen können. Erst die Stellschraube mit der Zugfeder hält beide Platten in einem eingestellten abstand zusammen. Bei mir war die eine Platte mit dem Kontakt zum Microschalter um fast 90 Grad nach Rechts verdreht und auch mit der unteren Platte verharzt, so das sie sehr fest saß.Dadurch entstanden dann auch die Schleifspuren am Schalter. In dem Schema unten sind die Platte fast in einener Parallel verlaufenden Linie
Kontaktplatte

Die Platte hat, soweit ich das beurteilen kann, zwei Aufgaben:
1. wird über die Platte der Microschalter gedrück. D. h. der Tonarm befindet sich in Anfangstellung und der Plattenteller dreht nicht. Sobald der Arm Richtung Platte gedreht wird, schließt der Schalter den Stromkreis und der Plattenteller fängt an sich zu drehen.
2. wird am Ende der Schallplatte die Rückführautomatik eingeleitet. Dazu dient die Einschraube mit der Zugfeder auf diese Kontaktplatte. Bei mir ist diese extrem gelenkt gewesen und daher defekt.
20201109_000935

In einem bekannten Elektronik und Bastellgeschäft besorgte ich daraufhin Federstahldraht und bog mir selbst eine Zugfeder (hier 2). Ist zwar nicht Perfekt aber läuft
20201111_202258 20201111_230452

Nach einer Feineinstellung lief er wieder.

Danach baute ich noch den Tonarmlift aus um ihn zu reinigen und weil er entweder den Tonarm fallen läßt bzw. zu schnell sinkt oder aber bei heben den Arm Regelrecht hoch katapultiert.
20201111_232505
Allerdings muß ich den Heber noch einmal ausbauen, da ich nicht das passende Silikonöl mit der passenden Viskosität habe. Ich hatte mal gelesen das man eines mit 300000 oder 500000 Viskosität braucht. Meines nur 200er. Hat jemand vielleicht noch etwas übrig? Da braucht man praktisch nur ein Tropfen.

Zur Stroboskopleucht hatte ich, ich bin kein Elektroniker, eine s. g. Glimmlampe mit einem 100Kohm Widerstand besorgt. Leider konnte man mir in dem Fachmarkt nicht weiter helfen. Nachdem ich erklärt hatte wofür ich diese Leuchte benötige und das dort nur 160 Volt ankommen. Verkaufte man mir hat diese oben erwähnte. Die Glimmlampe ist zwar verbaut, funktioniert aber ist von der Leuchtintensität nicht wirklich das wahre. Auch finde ich im Netz keine hinreichende Antwort, welchen Widerstand ich benötige.
Stroboskopleuchte
Ggf. ist hier jemand der mir das beantworten kann?


Jetzt lesst noch mal den Erfahrungbericht ganz oben und da soll man nicht gegenüber solchen Servicedienstleistern misstrauisch werden?


[Beitrag von 20Oldschool78 am 15. Nov 2020, 18:44 bearbeitet]
Puuhbaer68
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 15. Nov 2020, 19:07
Als erstes: Deine letzte Frage kann ich dir auch nicht beantworten .

Als zweites: Herzlichen Glückwunsch, dass du den Dreher selbst wieder so weit hinbekommen hast. Und Respekt dafür, kann auch nicht Jeder, vor allem nicht, wenn man so ein Ding noch nie von innen gesehen hat.

Zum Lift: Da hilft leider kein haushaltsübliches Öl.
Ich hatte mal alles Mögliche durchprobiert, was wir so in unserer Firma auf Lager und im Labor hatten. Da war immerhin Zeugs mit einer 4000er Viskosität dabei. Selbst damit fiel der Tonarm noch wie ein Fallbeil.
Es wird nichts anderes übrig bleiben, als sich das Öl mit 300.000er und/oder 500.000er Viskosität zu besorgen. Im Internet werden dazu 2ml-Spritzen angeboten, reichen schon für weit mehr als nur einen Lift aus. Schau mal z.B. bei e..y. Kostet um die 5,-€ mit Versand.

Glimmlampe:
Verstehe ich es richtig, dass die zwar leuchtet, aber sehr schwach?
Da ich jetzt nicht weiß, welche Glimmlampe man dir gegeben hat (für wieviel Volt ist diese selbst ausgelegt?), kann man auch nichts genaues zum benötigten Vorwiderstand sagen. Eine Glimmlampe für 230V würde ja auch ohne Vorwiderstand an den 160V (hast du die gemessen?) funktionieren, aber eben auch nicht mit voller Leuchtkraft.
Du könntest theoretisch mit "try and error" einfach mal einen halb so großen Widerstand probieren und testen. Aber Achtung, je kleiner der Vorwiderstand, desto größer der Strom, desto größer die Belastung des Vorwiderstandes. Da könnte dann ein 1/4-Watt Widerstand schnell zu heiß werden und durchbrennen.
20Oldschool78
Neuling
#12 erstellt: 15. Nov 2020, 19:45
Danke.
Ja das mit dem Öl wird wohl dann auch so sein. Meines ist deutlich zu Dünnflüssig.
Die Glimmleuchte ist für 230 Volt ausgelegt und findet sich als Kontrollampe in Bügeleisen oder Lichtschalter wieder. Wie gesagt funktioniert, ist aber eindeutig zu schwach.
Am Dreher gemessen kommt ein Strom von 160 Volt an.
Also ich kenne jetzt keine Glimmlampe ohne Widerstand die direkt an 230 Volt funktioniert und wenn nur einmal, denke ich.
Für LEDs habe ich jede menge Tabellen zum Umrechnen gefunden aber halt nicht für Glimmlampen
Puuhbaer68
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 16. Nov 2020, 14:26
Ok,
an der Lampenfassung eine Spannung (!) von 160V Wechsel (nehme ich an).

Sicher gibt es Glimmlämpchen, die direkt an 230V funktionieren. So verbaut z.B. in einigen alten Dual-Plattenspielern. Aber eben auch welche, die nur eine geringere Spannung vertragen. Die Lämpchen in den Lichtschaltern liegen im Allgemeinen auch direkt an 230V an.

Das, was du jetzt verkauft bekommen hast, ist als "Einheit" zu sehen (also Vorwiderstand direkt an Glimmlampe gelötet), eventuell sogar in einem Gehäuse?? Wenn nicht, dann kannst du ja mal den Vorwiderstand verkleinern.
Aber ACHTUNG, immer vor dem Basteln den Netzstecker ziehen. Auch 160V können einen schon beim "ersten Mal" in die ewigen Jagdgründe befördern.
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