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MBU
Inventar
#1 erstellt: 27. Jan 2022, 04:11
Hi zusammen,

gestern hatte ich Holz bestellt und bald ist ein neues FaST in der Mache - mit dem Breitbänder der Tinuviêl und dem Bass der Luthien.

w4-1879 OE_E6_tmt

Gehäusebauplan:

geh_2 geh_3

Bis auf die Schallwand (19 mm MDF) wird das Gehäuse aus 21 mm Birke MPX gebaut.
bizarre
Inventar
#2 erstellt: 27. Jan 2022, 17:37
Michael geht "High-End"
Schade, daß es den Omnes Audio Exclusive6 wohl nicht mehr gibt, evtl. paßt ja der Nachfolger ...
MBU
Inventar
#3 erstellt: 27. Jan 2022, 18:22
Hi Manfred,

High End? Ich mag ja schon den Begriff nicht, weil dieser absolut überstrapaziert wird - wäre für mich auch mangels Jungfrauen, die bei Neumond das Dämpfungsmaterial spinnen und die Innenverkabelung flechten schwierig zu realisieren.

Der (ab April erhältliche?) Redcatt Exclusive 6 hat wohl den gleichen Korb und die Membrane sieht auch nach der des OA Exclusive 6 aus. Mechanisch passt der neue wohl schon. Die T/S-Parameter weichen etwas ab, aber nicht so, daß man den Treiber nicht mittels DSP zum Gehäuse passend machen könnte.
bizarre
Inventar
#4 erstellt: 27. Jan 2022, 19:55

MBU (Beitrag #3) schrieb:
High End wäre für mich auch mangels Jungfrauen, die bei Neumond das Dämpfungsmaterial spinnen und die Innenverkabelung flechten schwierig zu realisieren. :D.


Nee nee, besser gleich Engelshaar oder gar Einhornschweif
Merry
Stammgast
#5 erstellt: 28. Jan 2022, 07:34
Ich nehm mir mal nen freien Platz.
MBU
Inventar
#6 erstellt: 31. Jan 2022, 20:35
Holzzuschnitte sind heute angekommen - weiter geht's ...

IMG_0986

btw: Früher hatte ich mich immer gewundert, warum insbesondere bei größeren Gehäusen die erste Verleimung von Seiten- und Rückwand nicht fugenlos klappte, bis ich dann feststellte, daß meine Werkbankplatte durchhängt. Die beiden Leisten unter der Seitenwand sorgen für eine gerade Unterlage.

IMG_0989


[Beitrag von MBU am 31. Jan 2022, 21:18 bearbeitet]
tubescreamer61
Inventar
#7 erstellt: 31. Jan 2022, 21:15
Moin,

interessant - sowas ähnliches habe ich auch schon mal gebaut .............. allerdings in preiswerterer Ausführung
Visaton FRS 8 mit W 130S.
Einsatzbereich des FRS 8 ab ca. 250 Hz in 1,5L geschl..- drunter der W130S in ca. 12 L ........ ebenfalls geschlossenes Gehäuse.
Um die unterschiedliche Konustiefe (Phasenausgleich) in-etwa auszugleichen sitzt der W130S auf einem ca. 10mm hohem Montagering - so haben beide Staubschutzkalotten nahezu die gleiche vertikale Ebene.
Baumaterial ist 19mm Spanplatte ...... allerdings mit Aussteifungsmatrix innen.

Klingt unauffällig - aber gut .........kann man lange mit hören, ohne das es aufdringlich erscheint ....... natürlich mit Breitband-typischer phänomenalen Räumlichkeit.

Gruß
Arvid
MBU
Inventar
#8 erstellt: 01. Feb 2022, 00:25
IMG_0992

Es ist auch keine schlechte Idee, an die Kabeldurchführungen zu denken, bevor man die Innengehäusewände einleimt.

IMG_0995

IMG_0996


[Beitrag von MBU am 01. Feb 2022, 02:10 bearbeitet]
MBU
Inventar
#9 erstellt: 02. Feb 2022, 19:30
Bündig gefräst, vorgeschliffen, Löcher gebohrt und Gehäuseversteifungen angefertigt ...

IMG_1005
MBU
Inventar
#10 erstellt: 03. Feb 2022, 22:22
Hinterfräsung, damit die Treiber "Luft bekommen":

IMG_1010

Leim trocknet:

IMG_1013

Fronten verleimt:

IMG_1015

Aufgrund schlechter Erfahrungen (Zuschnitte der Tinuviêl 2 dicker als angegeben) hatte ich die Schallwände mit allseitig 4 mm Übermaß bestellt. Dumm nur, daß diesmal die MPX-Platten anstatt nominellen 21 deren 20 mm stark sind. Dadurch muß ich pro Seite 3 mm bündig fräsen, aber immer noch besser als "dreimal abgeschnitten und immer noch zu kurz".
MBU
Inventar
#11 erstellt: 04. Feb 2022, 21:16
Bündig gefräst, Kanten abgerundet und mit 80-er Körnung vorgeschliffen

IMG_1019 IMG_1020
holger63
Inventar
#12 erstellt: 04. Feb 2022, 21:24
Schön! 👍
MBU
Inventar
#13 erstellt: 05. Feb 2022, 19:30
Gedanken zur Trennfrequenz

Die maximale Membranauslenkung des Baßlautsprechers von 6 Millimetern wird bei 26 Watt erreicht.

tf_01



Bei 26 Watt hat der Bass folgenden Übertragungsverlauf.

tf_02



Ich lege meine gewünschte untere Grenzfrequenz (-3 dB) auf 40 Hz fest. Daraus ergibt sich ein nutzbarer Maximalpegel von 96 dB.

tf_03

Praktisch realisierbar ist das z.B. durch einen Linkwitz-Entzerrer oder einen überschwingenden Hochpass in Verbindung mit einem High-Shelf.



Empirisch ermittle ich, daß der Breitbänder für 96 dB Schalldruck 14 Watt benötigt.

tf_04



Die Membranauslenkung des Breitbänders über die Frequenz stellt sich bei 14 Watt Leistungszufuhr wie folgt dar.

tf_05



Die maximale Membranauslenkung des Breitbänders von 5 Millimetern lässt mir die freie Wahl. Zur Minimierung von Dopplerverzerrungen möchte ich den Membranhub möglichst gering halten und entscheide mich für 300 Hz.

tf_06

Das geht mit dem Tieftöner sehr gut, weil es sich hier um ein ordentliches Tieftonchassis handelt, das bis weit über 1000 Hz einsetzbar ist.


Bei einem Subwoofertreiber wäre es ggf. besser, die Trennfrequenz niedriger anzusetzen. Betrachtet man den Frequenzverlauf des Breitbänders, dann könnte man bis 107 Hz herunter gehen.

tf_07

In diesem Falle müßte die Membran des BB-ers aber "etwas mehr arbeiten".

tf_08



Anmerken möchte ich noch, daß dies eine worst-case-Betrachtung ist und der maximale Schallpegel vom jeweiligen Musikmaterial abhängig ist. Bei weniger tiefbasslastiger Musik sind höhere Pegel als 96 dB erreichbar.
BananaJoe
Inventar
#14 erstellt: 05. Feb 2022, 20:00
Interessant!

Da schau ich weiter zu.


[Beitrag von BananaJoe am 05. Feb 2022, 20:01 bearbeitet]
audio.novize
Stammgast
#15 erstellt: 05. Feb 2022, 21:57
Lese gespannt mit!

Habe auch gleich eine Frage:

MBU (Beitrag #1) schrieb:
Bis auf die Schallwand (19 mm MDF) ... gebaut.

Warum gerade die Schallwand in 19 mm und aus MDF? Meistens hört & liest man ja, dass die Schallwand eher etwas mehr Materialstärke hat - und ist MPX nicht "besser" als MDF? Das wird bei Deinem akribischen Vorgehen ja sicherlich kein Zufall sein ...


[Beitrag von audio.novize am 05. Feb 2022, 21:59 bearbeitet]
MBU
Inventar
#16 erstellt: 05. Feb 2022, 23:14
Die Schallwand wird durch das Innengehäuse versteift und besteht darüber hinaus hauptsächlich aus Auschnitten, welche durch die Körbe der Treiber stabilisiert werden.

IMG_1005 IMG_1020

Die innere Dämpfung des Materials ist deshalb unwichtig. Maßgeblich ist hier aber die Bearbeitbarkeit. Birke MPX ist in diesem Zusammenhang, wie es der Engländer in feinstem Oxford-English ausdrücken würde, "a pain in the ass"!

Das Zeug lässt sich nicht sauber fräsen, spreißelt gerne an den Kanten und eine ordentliche Einfräsung bekommt man meist auch nicht hin, ohne daß irgendwelche Furnierteile ausreissen - deshalb MDF - lässt sich hervorragend fräsen, schleifen und ist hinreichend fest und preisgünstig. Da ich sowieso wieder der "Schwarzmalerei" frönen werde - wayne!
bizarre
Inventar
#17 erstellt: 05. Feb 2022, 23:30
Mit der Gewindestange kann man wohl die Seitenwände unter Vorspannung setzen, oder ? Da vibriert dann nichts mehr....
holger63
Inventar
#18 erstellt: 06. Feb 2022, 03:13
Gewindestange??

Ah, jetzt gesehen 😊


[Beitrag von holger63 am 06. Feb 2022, 03:15 bearbeitet]
MBU
Inventar
#19 erstellt: 06. Feb 2022, 04:38

bizarre (Beitrag #17) schrieb:
Mit der Gewindestange kann man wohl die Seitenwände unter Vorspannung setzen ....


Bei der Luthien hatte ich noch zusätzlich Unterlegscheiben und Muttern verwendet.

020

Die Vorspannung sollte aber auch ausreichend sein - K&T machte das bei der Nada ähnlich. Wenn es nicht wunschgemäß funktionieren sollte sind die U-Scheiben und Muttern schnell nachgerüstet.
audio.novize
Stammgast
#20 erstellt: 06. Feb 2022, 19:46

MBU (Beitrag #16) schrieb:
Die Schallwand wird durch das Innengehäuse versteift ...

Danke für die Erläuterung!

Und anstelle von Ringversteifungen ist das mit der Gewindestange eine klasse Alternative - ich glaube, da werde ich Deinem Beispiel folgen!
lonelybabe69
Inventar
#21 erstellt: 08. Feb 2022, 13:56

MBU (Beitrag #19) schrieb:

bizarre (Beitrag #17) schrieb:
Mit der Gewindestange kann man wohl die Seitenwände unter Vorspannung setzen ....


020


Gibts da irgendwelche Vorteile dieser Gewindestangen oder ist es einfach das Gleiche in Grün?
Ich meine im Vergleich zur einfachen Strebe aus Holz von einer Wand zur anderen!

Oder ist es die dünne, filigrane Bauweise dieser Gewindestangen, die in so einem kleinen Gehäuse ihre platzsparenden Vorteile ausspielen kann?

Gruß Viktor


[Beitrag von lonelybabe69 am 08. Feb 2022, 13:58 bearbeitet]
MBU
Inventar
#22 erstellt: 08. Feb 2022, 15:00
Hallo Viktor,

die Gewindestangen verbrauchen so gut wie kein Volumen, behindern die Strömung im Gehäuse nicht und sind auch nachträglich in bestehende Boxen einbaubar. Einziger Nachteil sind die an den Seitenwänden sichtbaren Hülsenmuttern.
sagemer
Stammgast
#23 erstellt: 09. Feb 2022, 09:34

MBU (Beitrag #3) schrieb:

Der (ab April erhältliche?) Redcatt Exclusive 6 hat wohl den gleichen Korb und die Membrane sieht auch nach der des OA Exclusive 6 aus. Mechanisch passt der neue wohl schon. Die T/S-Parameter weichen etwas ab, aber nicht so, daß man den Treiber nicht mittels DSP zum Gehäuse passend machen könnte.

Ich habe mal beide Treiber (Exclusive 6 alt und neu) im geschlossenen Gehäuse mit BassCAD simuliert.

Der "alte" Exclusive 6 kommt in einem 9 Liter Gehäuse auf eine Einbaugüte von 0,554 und eine untere Grenzfrequenz von 87Hz bei -3dB. Bei der Abstimmfrequenz der Luthien von 40Hz sind es schon -11dB. Da muss also per DSP untenrum ordentlich reingepowert werden.

Der "neue" Exclusive 6 von Redcatt kommt im gleichen Gehäuse auf eine Einbaugüte von 0,564 und eine untere Grenzfrequenz von 110Hz bei -3dB. Bei 40Hz sind es etwa -15dB. Um auf die gleichen Werte wie beim "alten" Exclusive 6 zu kommen, müsste man schon ordentlich an der DSP-Schraube drehen.

Zum Vergleich, der von Michael ebenfalls empfohlene Wavecor WF182BD09 Tieftöner kommt in dem Gehäuse auf eine Einbaugüte von 0,664 und eine untere Grenzfrequenz von 66Hz bei -3dB. Bei 40Hz sind es nur etwa -8db, die vom DSP ausgeglichen werden müssten.
Diese Werte finde ich wesentlich sympatischer, allerdings kostet der Wavecor auch fast das doppelte.

Gruß
Ingo
wing787
Stammgast
#24 erstellt: 09. Feb 2022, 11:58
Kannst du noch den Reckhorn 165er simulieren? Hab gerade kein Simulationsprogramm zur Hand. Vermutung: Kennschalldruck niedriger, aber auch F3 relativ niedrig.
sagemer
Stammgast
#25 erstellt: 09. Feb 2022, 12:17

wing787 (Beitrag #24) schrieb:
Kannst du noch den Reckhorn 165er simulieren?

Beim Reckhorn 165 ist die Einbaugüte 0,515 (Linkwitz-Abstimmung) in 9 Liter geschlossen und die untere Grenzfrequenz bei -3dB ist 72Hz. Bei 40Hz sind es etwa -8dB. Bei Vorgabe einer Einbaugüte von 0,71 (Butterworth-Abstimmung) wird eine Nettovolumen von 3,8 Liter und eine untere Grenzfrequenz von 66Hz bei -3dB errechnet.
MBU
Inventar
#26 erstellt: 09. Feb 2022, 15:06
Der Bassteil des Gehäuses hat genauso 10 Liter, wie der der Luthien. Diese hatte ich auch gemessen und es kam heraus: fc: 64,24 Hz, qtc: 0,54 (meine Simulation mit selbst gemessenen T/S-Parametern: fs=68,3 Hz, qtc=0,55)

Beim Reckhorn im gleichen Gehäuse waren es 43 Hz und 0,44. Ein Gehäuse für den Reckhorn würde ich deshalb kleiner bauen.

Bass ist aber nicht gleich Bass! Der Reckhorn kommt tief herunter, klingt aber nicht so sauber und trocken wie der Omnes Audio. Als Partner für den hochpreisigen Tang Band Breitbänder würde ich den Reckhorn eher nicht verwenden wollen, in einem preiswerten FaST, wie ich es mit der Luthien 2 vorgestellt hatte passt der Reckhorn dagegen sehr gut zur Gesamtperformance.

Den neuen Redcatt 6-er müßte man bei Verfügbarkeit einfahren und selbst messen. Die von mir gemessenen Parameter des OA Excl. 6 weichen auch von den "Katalogangaben" ab, allerdings im Hinblick auf das Endergebnis im positivem Sinn.



PS: meine Simulation des Redcatt 6FHM mit den Daten der Redcatt-Website in 10 Litern: fc=80,5 Hz und qtc=0,51


[Beitrag von MBU am 09. Feb 2022, 15:12 bearbeitet]
wing787
Stammgast
#27 erstellt: 09. Feb 2022, 16:01
Hallo Michael,

danke für die Erklärungen! Ich verfolge deine Projekte sehr gern, deshalb war mein laienhafter Gedanke eben den Reckhorn zu nehmen, weil er erstens ein kleines Gehäuse brauch, zweitens günstig ist und ich drittens in Erinnerung habe, dass Tieftöner die entzerrt werden (z.B. nach Linkwitz) sich vom Klang annähern (im Bassbereich soll ja der Klirr eines Chassis auch nicht den großen Einfluss haben). Das ein tief spielender Tieftöner nicht so trocken/sauber klingt, wie ein ein nicht ganz so tief spielendes Chassis, ist denke ich klar.
Lass dich auf jeden Fall von meinem Geschwafel nicht stören! Ich finde gut, was du machst.

P.S. ich träume ja immernoch von einem kleinen PC-Lautsprecher mit schmaler Front (z.B. 3" Breitbänder) und einem Seitenbass. Leider kann ich das aber nicht entwickeln und habe auch streng genommen keine Verwendung dafür.
MBU
Inventar
#28 erstellt: 10. Feb 2022, 02:58

wing787 (Beitrag #27) schrieb:
Das ein tief spielender Tieftöner nicht so trocken/sauber klingt, wie ein ein nicht ganz so tief spielendes Chassis, ist denke ich klar.


Den Reckhorn in meiner Luthien 2 hatte ich auf den gleichen Frequenzverlauf und Trennfrequenz zum Breitbänder entzerrt wie den OA Excl. 6 in der Luthien, d.h. die Frequenzgänge waren annähernd gleich. Der Baß des OA klingt trotzdem deutlich trockener, "kontrollierter". Wie gesagt - für preiswerte Kombinationen, z.B. mit einem BB 4 black würde ich den Reckhorn durchaus einsetzen.




wing787 (Beitrag #27) schrieb:
ich träume ja immernoch von einem kleinen PC-Lautsprecher mit schmaler Front (z.B. 3" Breitbänder) und einem Seitenbass.


Die Gedanken hatte ich mir auch schon gemacht. Nehmen wir mal 0,9 Liter für einen 3"-Breitbänder und 6 Liter für einen Bass. Bei den Abmessungen des Breitbänders angemessener Breite von 130 mm wären das bei 202 mm Tiefe (Der Bass muß in die Seite passen ...) und 500 mm Höhe (16-er MDF).

1

Wählt man 140 mm Breite, dann landet man bei 456 mm Höhe.

2

Den "Goldenen Schnitt" realisiert keines der beiden Konstrukte. So etwas muß man einfach mögen.


[Beitrag von MBU am 10. Feb 2022, 03:05 bearbeitet]
sagemer
Stammgast
#29 erstellt: 10. Feb 2022, 10:35

MBU (Beitrag #28) schrieb:
Den "Goldenen Schnitt" realisiert keines der beiden Konstrukte. So etwas muß man einfach mögen. :.

Ich hatte eine ähnliche Idee einer schmalen Säule mit Seitenbass und finde sie gar nicht so schlecht. Mein 27" Monitor ist vom Schreibtisch aus 50cm hoch. Wenn da links und rechts zwei schmale Lautsprecher auf gleicher Höhe stehen, sieht das IMO gut aus. Außerdem kommen dann die Breitbänder fast exakt auf Ohrhöhe, was ein anwinkeln der Boxen unnötig macht. Und last but not least spart die hohe Bauweise Platz auf dem Schreibtisch.

Gruß
Ingo


[Beitrag von sagemer am 10. Feb 2022, 10:35 bearbeitet]
wing787
Stammgast
#30 erstellt: 10. Feb 2022, 13:21
Ich könnte mir mehr 25-30cm an Tiefe vorstellen- und nur 4 Liter für einen Reckhorn. Dann würde das auch schon kompakter werden.

Genug OT: Hier gehts um die LT (was ich erst als Linkwitz-Transformation verstanden hatte).
MBU
Inventar
#31 erstellt: 10. Feb 2022, 14:48

wing787 (Beitrag #30) schrieb:
Hier gehts um die LT (was ich erst als Linkwitz-Transformation verstanden hatte). :)


Luthien Tinuviel wäre etwas sperrig gewesen.
MBU
Inventar
#32 erstellt: 11. Feb 2022, 21:21
Die zweite Lackschicht trocknet.

IMG_1026
MBU
Inventar
#33 erstellt: 12. Feb 2022, 21:49
Viermal vorgerollt bis die MDF-Kanten gesperrt waren, mit 240-er geschliffen und einmal endgerollt:

IMG_1030
audio.novize
Stammgast
#34 erstellt: 12. Feb 2022, 23:18
Sieht sehr gut aus!

Ich frage mich jedes Mal, wie Du - gerollt - so ein tolles Finish hinbekommst ...
bizarre
Inventar
#35 erstellt: 12. Feb 2022, 23:30

audio.novize (Beitrag #34) schrieb:
Ich frage mich jedes Mal, wie Du - gerollt - so ein tolles Finish hinbekommst ... :hail


Nach hunderten gerollter Flächen kann man beim Michael schon von etwas wie "Erfahrung" ausgehen. Entscheidend ist auch das passende Werkzeug dabei, Geiz ist da nicht unbedingt geil.
audio.novize
Stammgast
#36 erstellt: 13. Feb 2022, 00:31

bizarre (Beitrag #35) schrieb:
Nach hunderten gerollter Flächen kann man beim Michael schon von etwas wie "Erfahrung" ausgehen.

Wohl wahr!

Ich bin nie so weit gekommen und relativ schnell auf "Dose" umgestiegen ...


bizarre (Beitrag #35) schrieb:
Entscheidend ist auch das passende Werkzeug dabei, Geiz ist da nicht unbedingt geil.

Oh ja! Die Erfahrung mache ich ja gerade mit einer Tauchkreissäge ... das passt dann schon ziemlich genau (138 mm sollten es werden):

138 mm im Selbstschnitt
MBU
Inventar
#37 erstellt: 13. Feb 2022, 00:37
Ich verwende (Super-) Flock-Lackierwalzen und Acryl-Lack (wasserverdünnbar). Die Walzen sind deutlich besser als welche aus Schaumstoff.

Vor der ersten Verwendung muß man diese abwaschen - Wasser und Seife und ein bißchen "rubbeln", denn neue Walzen "haaren". Zum Walzen darf diesselbe ruhig noch feucht sein, dann braucht man nicht soviel Lack. Ich nutze für den "Vorstrich" meist gebrauchte Walzen vom letzten Mal und erst für den letzten Vorstrich (vor dem Zwischenschliff) eine neue Walze, weil diese immer etwas haart. Die "Haare" entfernt der Zwischenschliff dann und der nächste Walzvorgang wird sauber.

Das Wichtigste beim Walzen ist die Beleuchtung. Da meine im Bastelkeller "verbesserungswürdig" ist halte ich beim Walzen eine (LED-) Taschenlampe in der linken Hand. Damit sehe ich, wo ich nochmal drüber muß.

@audio.novice: knappe 0,1 Millimeter Abweichung sind Spitze - da kann man "nichts gutes" drüber sagen.


[Beitrag von MBU am 13. Feb 2022, 00:44 bearbeitet]
Merry
Stammgast
#38 erstellt: 13. Feb 2022, 07:50
Tolles Finish, edel und dezent. Danke auch für die ausführliche Beschreibung mit den Arbeitsschritten und Werkzeugen.
Das Einzige, was sich mir sperrt, ist die äußere Sichtbarkeit einer Querstrebe. Ich hätte es schöner gefunden, wenn das Loch verspachtelt wäre.
Am End sind das aber Nebensachen...


[Beitrag von Merry am 13. Feb 2022, 07:51 bearbeitet]
tubescreamer61
Inventar
#39 erstellt: 13. Feb 2022, 11:29
Moin,

versuch` mal als letzte Lackschicht Clou Yachtlack hochglänzend
https://www.obi.de/b...f7ff1bf934e91bbebf#/

In 2 oder 3 Schichten mit Zwischenschliff mittels Scotch Schleifflies Schleifflieshttps://...4466&utm_content=all]https://www.contorio...4466&utm_content=all[/url] ergibt das ein Oberflächenfinish wie "Glasiert" ................ und auf Holzmaserung ein fast schon unglaubliche "Tiefe".

Ausserdem wird die Oberfläche sehr belastbar/unempfindlich/hart .....

Gruß
Arvid


[Beitrag von tubescreamer61 am 13. Feb 2022, 11:31 bearbeitet]
MBU
Inventar
#40 erstellt: 13. Feb 2022, 15:09

Merry (Beitrag #38) schrieb:
Das Einzige, was sich mir sperrt, ist die äußere Sichtbarkeit einer Querstrebe.


Wenn mich das interessieren würde hätte ich anstatt der Gewindestange eine Holzleiste eingeleimt. Gespachtelt wird bei mir nichts.

Die Optik ist bei mir aber auch nicht so wichtig, denn in meinem Arbeitszimmer ist es selten besonders hell. Die Sonne ist schon um 12 Uhr um die (Haus-) Ecke und die indirekte Beleuchtung (LED-Spots hinter dem Bildschirm, Tischbeleuchtung über Reflektion von der Zimmerdecke) ist so gestaltet, dass hauptsächlich der mittlere Bereich des Schreibtischs "erhellt" wird. Die Boxen fristen ihr Dasein die meiste Zeit im "Zwielicht".



tubescreamer61 (Beitrag #39) schrieb:

versuch` mal als letzte Lackschicht Clou Yachtlack hochglänzend


Ich hatte einmal eine Box für meinen Sohn glänzend gewalzt. Wie schön die glänzt kommt auf dem Bild aber gar nicht raus.

mita2asym_g

Das hatte mir eine Sehnenscheidenentzündung vom Schleifen eingebracht. Zudem sieht man auf der Box jedes einzelne Staubkörnchen. Beim Abstauben schiebt man den Staub von einer Seite auf die andere. Der Staub haftet an der Box, nicht am Staublappen.

Das tue ich mir nicht mehr an. Seit geraumer Zeit nehme ich nur noch schwarz seidenmatt. Staub (und kleinere Ungenauigkeiten) sieht man so gut wie gar nicht.


[Beitrag von MBU am 13. Feb 2022, 15:17 bearbeitet]
holger63
Inventar
#41 erstellt: 13. Feb 2022, 15:57
Ausserdem wird jeder ehrfürchtig vor den seitlichen Schrauben stehen und sich fragen, wozu die sind. Und du kannst dir dann dazu die wunderbarsten Voodoo Sachen ausdenken.. 😁
MBU
Inventar
#42 erstellt: 13. Feb 2022, 19:42
Die Boxen sind endmontiert und so sieht das abends bei mir aus, wenn ich vor dem PC sitze.

IMG_1046

Auch wenn das auf dem Bild sehr dunkel erscheint, so ist die Tastatur doch bestens ausgeleuchtet.

Wer erkennt jetzt meinen "nicht glänzenden Lack" und die Hutmuttern?
tubescreamer61
Inventar
#43 erstellt: 13. Feb 2022, 19:53
Okay Michael, wenn das für dich so gut und akzeptabel ist ........ dann ist es das für mich auch

Andererseits - wenn ich weiß, das ich da irgendwie "gepfuscht" habe - auch wenn andere es nicht sehen - nervt mich das.
Alleine der Gedanke, das da was nicht so ist, wie ich das will ............... ich weiß das und das genügt schon, damit ich da nicht vollends mit zufrieden bin.
Dumme Sache - ich weiß ........ ist aber leider so.
Meine Frau sagt auch schon manchmal ich wäre päpstlicher wie der Papst und ich solle mich mal nicht so anstellen

Gruß
Arvid
MBU
Inventar
#44 erstellt: 13. Feb 2022, 23:18
Von dem Gedanken, Boxen für "die Ewigkeit" zu bauen hatte ich mich vor geraumer Zeit schon distanziert, denn dumm ist, wenn diese "Ewigkeit", wegen meinem stetigem Streben nach Verbesserung, nur wenige Jahre lang andauert. Ohne Abstriche an die Klangqualität kann man bei der Oberfläche mit "gut genug" zufrieden sein und investiert die gesparte Zeit in den Klang.



OK - weiter im Text ...



Bohren ohne die Chassis-Einfräsungen zu "verhunzen"

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Eine "dritte Hand" ist Gold wert

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Mein 4-fach "Anschlußterminal" für ingesamt vier Euro

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Der "Hammer im Haus erspart den Zimmermann"

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Stabilisierung (Gewindestange) einschrauben

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Dämpfungsmaterial-Zuschnitte

IMG_1042

Das endmontierte Elaborat - an der rechten Seitenwand erkennbar: der Fluxkompensator!

IMG_1053

Die Totale

IMG_1043

Jetzt fehlt noch die Abstimmung der DSPs, aber das wird etwas dauern, denn morgen ist erstmal der alljährliche "Feiertag" der Floristen angesagt.
sagemer
Stammgast
#45 erstellt: 13. Feb 2022, 23:42
Die sind, wie immer, klasse geworden.

Aber mal ehrlich, den Schreibtisch räumst du doch für`s Foto leer?
So sieht unserer jedenfalls nicht aus.


[Beitrag von sagemer am 14. Feb 2022, 01:01 bearbeitet]
sagemer
Stammgast
#46 erstellt: 14. Feb 2022, 01:01

MBU (Beitrag #40) schrieb:
...Beim Abstauben schiebt man den Staub von einer Seite auf die andere. Der Staub haftet an der Box, nicht am Staublappen...

Hast du das Abstauben mal mit einem Staubbindetuch (Honigtuch) versucht? Ein befreundeter Lackierer hat mich mit so einem Tuch versorgt, seitdem klappt das staubfreie Lackieren deutlich besser. Er meinte, daß man ein gutes Staubbindetuch nehmen muß, Z.B. von 3M. Billige Tücher können mitunter mehr Schaden als Nutzen anrichten, weil man damit eine Art Klebefilm aufträgt.
holger63
Inventar
#47 erstellt: 14. Feb 2022, 04:01
Gut geht: erst feuchtes Microfaser Tuch, dann zweites trockenes. Klappt auch bei Plattenspielerhauben..

Aber egal, sieht gut aus, wie es ist!
Du könntest die Löcher ja auch als erstes bohren, also vor dem fräsen.
Und die Buchsen gibt es doch auch mit roter und schwarzer Markierung, das hätte ich dann schon noch schöner gefunden. Aber so für dich, reicht es natürlich so.

Sehr schön.
MBU
Inventar
#48 erstellt: 14. Feb 2022, 05:05

holger63 (Beitrag #47) schrieb:
Und die Buchsen gibt es doch auch mit roter und schwarzer Markierung


Das sind eigentlich keine Buchsen, sondern 4 mm Kupplungen. Wer eine Markierung möchte kann auch die vergoldeten dazu bestellen. Ich weiss, daß links = rot = plus ist.
holger63
Inventar
#49 erstellt: 14. Feb 2022, 20:16
Ich dachte an die hier:
https://www.conrad.d...rot-1-st-731256.html

Aber klar, du selber weißt natürlich, was was ist 👍
MBU
Inventar
#50 erstellt: 14. Feb 2022, 21:59
Die Stäublis sind nicht wirklich gut! Schwerer zu montieren als meine Lösung und der Steckkontakt ist gepresst, während die Hirschmann-Buchsen aus einem Stück sind. Zudem stehen die Stäublis über das Gehäuse raus, was ich gar nicht leiden kann.

Aber jeder, wie es ihm beliebt. Anschlussterminals sind das geringste "Problem" beim Lautsprecherbau.

Echte (Undichtigkeits-) Probleme kann es nur bei den Standard-Anschlußterminal in Verbindung mit geschlossenen oder Passiv-Membran-Boxen geben. Diese muß man zusätzlich abdichten.

005
MBU
Inventar
#51 erstellt: 15. Feb 2022, 22:50
Messungen + DSP-Einstellungen

Zunächst wurden mittels Impedanzmessungen die Resonanzfrequenz und Güte der Treiber im Gehäuse gemessen.

L_Bass_TS L_BB_TS

Im nächsten Schritt wurden die Frequenzgänge aus jeweils einer Nah- und Fernfeldmessung der beiden Treiber ermittelt.

zweige

Dem Bass wurde mit einer Linkwitz-Transformation zu Tiefbass verholfen und der Frequenzgang wurde linearisiert, damit das Verhalten bei der Trennfrequenz den Erfordernissen entspricht. Der Breitbänder wurde etwas entzerrt und dessen Pegel an den des Basses angepasst.

zweige_entzerrt

Nun wurden die Trennfrequenzen gesetzt.

zweige_weiche

Das ergab folgenden Summenfrequenzgang.

zweige_summe

Fernfeldmessung ohne Bass: 0, 15 und 30 Grad.

winkel

Auf besondere Linearität wurde oben keinen Wert gelegt, denn die Anpassung erfolgte im nächsten Schritt durch Entzerrung auf den Hörplatz mittels REW-Wedelmessungen. Hierbei wurden zwei verschiedene Entzerrungen ermittelt - eine mit der von Harman Kardon empfohlenen Zielkurve und eine mit linearem Bass.

Entzerrung_HK Entzerrung-Bass



Haben fertig!

IMG_1056



Den kompletten Bauplan gibts auf meiner Website, schade nur, daß es von dem Bass nur noch wenige Stück zum exorbitanten Preis von 195 Euro zu geben scheint. Gut - der Breitbänder ist mit knapp 200 Euro auch kein Schnapper, aber klingt hervorragend.


[Beitrag von MBU am 15. Feb 2022, 22:51 bearbeitet]
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