Gewinnspanne Vinyl?

+A -A
Autor
Beitrag
Mister_Hit
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 18. Sep 2014, 00:21
Hallo,

wie groß ist eigentlich die Gewinnspanne für den Händler beim Vinyl-Verkauf?

Hintergrund: bei uns gibt es einen Plattenladen, der hauptsächlich gebrauchtes Vinyl verkauft. Er hat Werbegutscheine rausgebracht, die für den Einkauf 25% Nachlass angeben. Ohne weitere Einschränkungen.

Heute wollte ich ein paar neue Platten bestellen, jedoch verdiene er an neuen Platten nur rd. 2 Euro das Stück, sodass er dabei bares Geld zulege und deshalb dies nicht machen wolle.

Kann die Gewinnspanne so gering sein???
Toko70
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 18. Sep 2014, 09:21
Hi,

das ist doch völlig schnuppe, wie hoch die Gewinnspanne der Händler bei Neuware ist.

Du bekommst das so raus:

Ladenlokal mieten, Gewerbe anmelden, Plattenladen eröffnen!
Holger
Inventar
#3 erstellt: 18. Sep 2014, 10:46

Mister_Hit (Beitrag #1) schrieb:


Heute wollte ich ein paar neue Platten bestellen, jedoch verdiene er an neuen Platten nur rd. 2 Euro das Stück, sodass er dabei bares Geld zulege und deshalb dies nicht machen wolle.

Kann die Gewinnspanne so gering sein???


Nun ja - kommt ja auch darauf an, was er glaubt dass du zu zahlen bereit bist...

Die neue Leonard-Cohen-LP kostet z. B. bei Amazon.de knappe 5 Euro mehr als bei JPC. Beide dürften Gewinn machen - der eine eben 5 Euro mehr als der andere (wenn der EK vergleichbar ist).
schmiddi
Inventar
#4 erstellt: 19. Sep 2014, 13:46
Die Gewinnspannen kenne ich auch nicht.Aber es dürfte ausreichen um einen Nachlass zu gewähren. Insbesondere Deswegen, da der Plattenhändler den Verkaufspreis beliebig hoch ansetzen kann.

Wenn er dir also eine neue Platte bestellt, kann er doch dafür z.B. 30,- verlangen und gibt dir 25% Nachlass. dann geht die Platte doch trotzdem für den üblichen Preis von 22,50€ über den Ladentisch.

Aber es scheinen doch recht große Margen zu existieren, ich hatte vor kurzem eine neue Platte beim Händler vor Ort für 17,00 € gekauft. Die gleiche Platte kostete bei Amazon satte 27,00€.

Galub mir der Händler vor Ort hat bestimmt nicht drauf gelegt.


[Beitrag von schmiddi am 19. Sep 2014, 13:47 bearbeitet]
Hörbert
Inventar
#5 erstellt: 19. Sep 2014, 15:42
Hallo!

Der durchschnittliche Ladenpreis sollte eigentlich neben den 19% Unwertsteuer auch noch die Betriebskosten anteilig decken und einen gewissen Gewinn beinhalten also rechne einmal als Faustregel daß der Händler ca. 25-30% des Ladenpreises an den Großhändler abdrücken muß.

Bei Schallplatten als schwer verkäufliche Waren sind es eventuell auch nur 20%.

MFG Günther
audiokron
Neuling
#6 erstellt: 21. Nov 2014, 15:08
Hallo,
da ich selbst seit einigen Wochen nebenberuflich einen Plattenladen betreibe kann ich bestätigen, dass die Gewinnspanne nicht sehr hoch ist. Wenn ich nicht teurer als díe Online-Anbieter sein will, ist oft bei 3 € Gewinn pro Scheibe Schluß. Rechnet man das mal auf den Tag/den Monat um, z.B. bei einem Tagesverkauf von 10 Schallplatten (und das muss man erst mal schaffen!), kommt nicht so sehr viel dabei raus . Das geht nur, wenn man nicht noch extra Mietkosten etc, zahlen muss. Und nicht vergessen: Die Ware muss ja erst einmal eingekauft werden. Da liegen schnell mal ein paar Tausend Euro in den Regalen, die wieder verkauft werden müssen.
Trotzdem - es macht einen Riesenspaß! Ich werde bestimmt weitermachen


[Beitrag von audiokron am 21. Nov 2014, 15:10 bearbeitet]
Dietbert
Stammgast
#7 erstellt: 21. Nov 2014, 15:24

Hörbert (Beitrag #5) schrieb:
Hallo!

Der durchschnittliche Ladenpreis sollte eigentlich neben den 19% Unwertsteuer auch noch die Betriebskosten anteilig decken und einen gewissen Gewinn beinhalten also rechne einmal als Faustregel daß der Händler ca. 25-30% des Ladenpreises an den Großhändler abdrücken muß.

Bei Schallplatten als schwer verkäufliche Waren sind es eventuell auch nur 20%.

MFG Günther

Sorry, wenn ich ich dem Mod widersprechen muss, die Me(e)hrschweinchensteuer spielt in der kaufm. Kalkulation für den WRE keine Rolle, da es ein durchlaufender Posten ist. Oder ich mache seit 30 Jahren was falsch. Vereinfacht ausgedrückt: Die MwSt. ist erfolgsneutral / kalkulationsneutral weil die Unternehmen die Ust. vereinnahmen vom Verbraucher und diese dann an das Finanzamt abführen. Im Einkauf können die Unternehmen die Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen und können diese mit der Umsatzsteuerschuld verrechnen. Somit stellt die Umsatzsteuer weder Erlös und noch Kosten für einen Händler nichtsmit der Kalkulation zu tun.
P.S.: Wäre in meiner Branche heftig, wenn wir die MwSt. einkalukulieren müssten, wir haben einen Durchschnitt WRE von 35% und ein EBT von 8%, da passen keine 19% mehr rein, da wären wir schon insolvent.


[Beitrag von Dietbert am 21. Nov 2014, 15:31 bearbeitet]
kinodehemm
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 21. Nov 2014, 15:55
Moin

das die brutto-marge des Händlers idR im einstelligen Eurobereich liegt, und meist unter 5€, ist korrekt.

Natürlich kann er auch mal Kohle machen, wenn er ein limitiertes Album, für das sich kein Schwein interessiert, in grosser Stückzahl kauft und ein paar Wochen später jeder diese Platte haben will..

Das kann aber auch, wie jede Spekualtion, richtig in die Hose gehen..
Mit ausschliesslich neuem Vinyl ist imo kein Ladengeschäft zu betreiben- dafür ist einfach auch der Durchsatz zu gering.
Q-tip-records
Neuling
#9 erstellt: 20. Mai 2016, 09:33
Hallo !
Da ich selbst einen Plattenladen habe kann ich das bestätigen .
Es gibt dort Unterschiede .
Wenn ich die Platten beim Großhändler bestelle , will der natürlich auch verdienen .
Da sind die Preise unterschiedlich , U.s. , Japan Importe u.s.w. sind natürlich wesentlich teurer .
Wenn man direkt beim Label bestellt geht es meistens ein bißchen guenstiger , da muss ich dann aber auch mehr aus dem Katalog bestellen , und das braucht man halt nicht umbedingt .
Bei den grossen major Labels überhaupt nicht möglich , wenn man nicht grad Mediamarkt oder Saturn ist .
Ich habe auch überwiegend 2.Hand Ware .
Da es aber immer schwieriger wird guten Nachschub zu besorgen habe ich damit angefangen reissues zu verkaufen , da so manche Klassiker einfach in nem Plattenladen gehören .
Die Gewinnspanne ist in der Tat bei 3-5 Euro ( Steuer , Porto kosten u.s.w .abgerechnet )
Ladenmiete , Strom u.s.w nicht mit gerechnet .
Hinzu kommt das man ne Menge vor finanzieren muss , und man auch nicht weiß ob sich jede Platte gut verkauft .
Daher ist das voll klar , das ein Rabatt nicht möglich ist .
Bei mir im Laden kann man bei 2. Hand über Preis reden .
Neuware sind aber knapp kalkuliert und Festpreis .
Ich gehe ja auch nicht zum Bäcker und diskutiere über den Preis des coffe to go .
Liebe Grüße !
Quasi
Suche:
Das könnte Dich auch interessieren:
vinyl platten sammlung
alanon am 08.09.2011  –  Letzte Antwort am 22.09.2011  –  3 Beiträge
Wo verkauft man über 3500 Vinyl Platten?
Oernifly am 01.02.2017  –  Letzte Antwort am 08.05.2017  –  27 Beiträge
Vinyl antistatisch machen
FlowRecords am 16.07.2019  –  Letzte Antwort am 09.08.2019  –  14 Beiträge
Stirbt Vinyl?
Musikfloh am 02.10.2010  –  Letzte Antwort am 24.12.2015  –  13 Beiträge
Vinyl - heute gekauft!
DrNice am 22.09.2004  –  Letzte Antwort am 13.10.2019  –  15764 Beiträge
Schallplattenbörsen / Wert vom Vinyl
B1gT4nk am 30.05.2016  –  Letzte Antwort am 03.06.2016  –  6 Beiträge
Qualität euerer neu gekauften Vinyl Platten
Lucky_8473 am 02.10.2014  –  Letzte Antwort am 30.06.2016  –  21 Beiträge
Vinyl-Pflegeaustattung für den Anfang?
Seneka am 08.12.2015  –  Letzte Antwort am 16.01.2016  –  12 Beiträge
Vinyl ZU dick?
Flipside77 am 03.12.2014  –  Letzte Antwort am 02.01.2015  –  4 Beiträge
Vinyl Qualität - Diana Krall
Richard3108 am 23.02.2015  –  Letzte Antwort am 09.03.2015  –  2 Beiträge

Anzeige

Aktuelle Aktion

Partner Widget schließen

  • beyerdynamic Logo
  • DALI Logo
  • SAMSUNG Logo
  • TCL Logo

Forumsstatistik Widget schließen

  • Registrierte Mitglieder870.820 ( Heute: 4 )
  • Neuestes MitgliedAns246
  • Gesamtzahl an Themen1.451.503
  • Gesamtzahl an Beiträgen19.617.725

Top Hersteller in Schallplatten (LP) / Vinyl Widget schließen