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Verständnisfrage zu Bi-Amping

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borland123
Stammgast
#1 erstellt: 05. Jul 2016, 07:59
Moin,

ich würde das gerne verstehen, wissen wie man das anschließt und welchen Nutzen man davon in einem genau definierten Fall hat.

Also:
Ich nutze einen Creek Evolution 50A Stereo AMP, daran hängen ASW Genius 400.
Alles ganz normal verkabelt (also ein Kabel vom Verstärker zum jeweiligen Lautsprecher, die Lautsprecheranschlüsse sind am Terminal gebrückt).
Bin damit auch sehr zufrieden, aber man ist ja immer auch ohne konkretem Bedarf auf der Suche nach "mehr" ;-)

Ein "mehr", leistungstechnisch gesehen, könnte ja z.B. die passende Endstufe 100P sein, der 50A dient dann als Vorverstärker.

Jetzt gibt's aus der Reihe aber auch noch die Endstufe 50P (also gleich der 100P nur mit weniger Leistung)
Da steht jetzt das man die am 50A im Bi-Amping anschließen könnte.
(http://www.hifi-regler.de/shop/creek/creek_evolution_50p-silber-100007220-si.php)

Wie muss ich mir das vorstellen. Wird dann einer der Lautsprecher mit 2 Kabeln am 50A und einer der Lautsprecher mit 2 Kabel am 50P angeschlossen (die Brücken an den Lautsprechern werden dann entfernt)?
Habe ich dann die gleiche Leistung als würde ich die 100P als normale Endstufe ohne Bi-Amping am 50A anschließen?
Wenn das nicht so ist, welchen Nutzen zieht man aus dem Bi-Amping in diesem Fall.

Irgendwie verstehe ich das nicht...

Danke und Gruß

B.


[Beitrag von borland123 am 05. Jul 2016, 08:00 bearbeitet]
Passat
Moderator
#2 erstellt: 05. Jul 2016, 08:37
Bi-Amping geht nur, wenn die Lautsprecher 2 Paar Lautsprecherklemmen haben.
Normalerweise sind diese beiden Paare mit einer Brücke miteinander verbunden.
Diese Brücke muß man für Bi-Amping entfernen.

Das eine Paar Lautsprecherklemmen geht zum Tieftöner, das andere Paar zum Rest (Mitteltöner, Hochtöner).
Der eine Verstärker wird an die Klemmen zum Tieftöner angeschlossen, der andere Verstärker an die Klemmen zum Mittel- und Hochtöner.

Vorteile durchs Bi-Amping hat man nur in absoluten Grenzbereichen.
Bei normalen Lautstärken ist es schlicht Geldverschwendung.
Und selbst für Grenzbereiche würde ich mir eher einen Verstärker mit mehr Leistung zulegen als Bi-Amping zu machen.

Grüße
Roman
Slatibartfass
Inventar
#3 erstellt: 05. Jul 2016, 08:48
Mehr Lesitung macht nur Sinn, wenn die Leistung des aktuell genutzten Verstärkers für die Lautsprecher nicht ausreicht.
Soll dann kein größerer Verstärker angeschafft werden, da z.B. ein weiterer schwacher Verstärker noch rumsteht, kann man die Leistung beider Verstärker per Bi-Amping nutzen. That's all.

Slati
Mickey_Mouse
Inventar
#4 erstellt: 05. Jul 2016, 11:18
der Punkt ist der: 2*50W sind in Form von Bi-Amping eben keine 100W!

ein Verstärker versorgt den Bass/Tiefton, der andere den Mittel- & Hochton. Meist wird aber der deutlich höhere Anteil der Leistung für den Tiefton benötigt.

Mal angenommen es kommt ein Impuls der ca. 35W für den Bass und 15W für den Hochton benötigt, dann sind das zusammen 50W und das schafft der 50W Verstärker alleine.
Nimmt man jetzt zwei 50W Verstärker, dann kann man soweit aufdrehen, biss der Bass bei 50W ist. Das ist etwas mehr aber nur Faktor 1,4, das bedeutet 1,5dB mehr! Das liegt im Bereich, den man ohne einen direkten Vergleich kaum hören kann (nur zur Erinnerung: damit es sich doppelt so laut anhört brauchst du die 10 (zehn!) fache Leistung).

jetzt noch zu einem 100W Verstärker. Da kann man jetzt bis 70/30W aufdrehen und erreicht immerhin +3dB mehr. Das kann man wenigstens hören, ist aber immer noch verdammt wenig.

Auf jeden Fall zeigt das, dass im Zweifelsfall ein "starker" Verstärker immer besser bzw. flexibler ist als zwei "halbe Portionen"!
borland123
Stammgast
#5 erstellt: 05. Jul 2016, 11:22
Dankeschön, bestens erklärt und meinerseits verstanden!

Gruß

B.
akem
Inventar
#6 erstellt: 06. Jul 2016, 13:49
Sorry, aber diese Argumentation würde nur dann greifen, wenn die Frequenzweiche VOR den Endstufen liegt. Aber beim normalen Bi-Amping verstärken immer beide Verstärker den gesamten Frequenzbereich! Von daher kann keine Rede davon sein, daß der eine Verstärker dann nur die tiefen und der andere nur die hohen Frequenzen verstärken würde.
Dazu kommt noch, daß beide Verstärkerzweige unbedingt einen identischen Verstärkungsfaktor haben müssen! Und das ist etwas, was bei Consumer-Hifi höchst selten angegeben wird und das mit Wattzahlen rein gar nix zu tun hat...
Der einzige "Vorteil" von Bi-Amping ist lediglich folgender: durch die Auftrennung des Lautsprechers verändert sich die Lastimpedanz, die der einzelne Verstärker sieht. So sieht der Baßverstärker bei hohen Frequenzen eine hohe (induktiv dominierte) Impedanz, der Hochtonverstärker sieht bei tiefen Frequenzen eine (kapazitiv dominierte) hohe Impedanz. Das bedeutet, daß der Verstärker im jeweils hochohmigen Bereich zwar mit einer elektrischen Phasendrehung belastet wird, jedoch kaum Strom liefern muß. Das führt bei schlechten Verstärkern zu einer Entlastung, die zu geringeren Verzerrungen führt, insbesondere bei höheren Pegeln. Das war's dann aber auch schon. "Mehr Leistung" hast Du bei Verwendung zweier Endstufen keineswegs zur Verfügung als mit nur einer - die maximale Ausgangsspannung bleibt nämlich exakt dieselbe...

Gruß
Andreas
Mickey_Mouse
Inventar
#7 erstellt: 06. Jul 2016, 14:04
du bestätigst zu 100% das was ich geschrieben habe, nur dein einleitender Satz:

akem (Beitrag #6) schrieb:
Sorry, aber diese Argumentation würde nur dann greifen, wenn die Frequenzweiche VOR den Endstufen liegt.

dazu ist leider falsch!


Aber beim normalen Bi-Amping verstärken immer beide Verstärker den gesamten Frequenzbereich! Von daher kann keine Rede davon sein, daß der eine Verstärker dann nur die tiefen und der andere nur die hohen Frequenzen verstärken würde.

es war niemals davon die Rede, dass ein Verstärker nur einen Teil verstärken würde, ich habe von versorgen geschrieben!
und jetzt lies dir mal durch was du geschrieben hast:

Der einzige "Vorteil" von Bi-Amping ist lediglich folgender: durch die Auftrennung des Lautsprechers verändert sich die Lastimpedanz, die der einzelne Verstärker sieht. So sieht der Maßverstärker bei hohen Frequenzen eine hohe (induktiv dominierte) Impedanz, der Hochtonverstärker sieht bei tiefen Frequenzen eine (kapazitiv dominierte) hohe Impedanz.
...
die maximale Ausgangsspannung bleibt nämlich exakt dieselbe...

und wie berechnet sich die Leistung? P=U^2/R
bei dem an den "Bass-Verstärker" angeschlossene Teil des LS geht die Impedanz hoch, daher wird dort keine bzw. kaum "Leistung entnommen", dieser Verstärker versorgt nur den Bass, natürlich verstärkt er auch den Hochton!
akem
Inventar
#8 erstellt: 06. Jul 2016, 15:21

Mickey_Mouse (Beitrag #7) schrieb:

es war niemals davon die Rede, dass ein Verstärker nur einen Teil verstärken würde, ich habe von versorgen geschrieben!

Okay, dieses Detail hab ich glatt übersehen - dürfte aber wohl nicht nur mir so gegangen sein...

Gruß
Andreas
cr
Moderator
#9 erstellt: 07. Jul 2016, 01:47
Ich sehe eigentlich nur einen Fall, wo Bi-Amping eventuell was bringen kann: Wenn man sich einen Röhrenverstärker aus klanglichen Gründen einbildet. Wenn dieser nur den HT versorgen muss, läßt sich das mit wenig Leistung realisieren. Und die gewünschten klanglichen Verfälschungen spielen sich ohnehin v.a. in diesem Bereich ab (bei einem Zweiweger mit zB 2000 Hz), sodass man den Tieftöner ruhig mit einem normalen Verstärker versorgen kann
silberfux
Inventar
#10 erstellt: 13. Jul 2016, 14:19
Hi, ich habe Bi-Amping (mit Transistor-Endstufen) ausprobiert und wieder rückgebaut, weil es klanglich keinen Fortschritt gebracht, aber den Stromverbrauch gesteigert hat. Heute mache ich Bi-Wiring, und zwar nur weil die vorhandene Kabellänge ohnehin für jeweils 2 Verbindungen reicht. Einen klanglichen Fortschritt kann ich auch dabei nicht feststellen. Möglicherweise hilft es dann, wenn die LS-Kabel sehr dünn sind.
BG Konrad


[Beitrag von silberfux am 13. Jul 2016, 14:27 bearbeitet]
cr
Moderator
#11 erstellt: 13. Jul 2016, 15:42
Es hilft genau in dem Ausmaß, als sich die Dicke der LS-Kabel durch die doppelte Verwendung erhöht.


[Beitrag von cr am 13. Jul 2016, 15:43 bearbeitet]
Mickey_Mouse
Inventar
#12 erstellt: 13. Jul 2016, 15:55
wobei ja aber für einen Zweig trotzdem nur "die Hälfte" zur Verfügung steht!
wenn z.B. Bass einsetzt, dann geht der nur über den Tiefton Zweig, da hilft es überhaupt nicht wie dick der zweite Zweig zum HT ist.

wenn man es so sieht dann ist der einzige Vorteil, dass sich der dabei entstehende Spannungsabfall auf dem Tiefton-Zweig nicht auf den HT-Zweig auswirkt.
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