Qualitätsunterschiede DAT-Longplay zu DAT-Standardplay?

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Demo01
Ist häufiger hier
erstellt: 20. Feb 2008, 00:56
Hallo Forumiten, habe das Thema DAT für mich entdeckt (ja, ich weiß... ist lange her, aber die Technik halte ich für gut) und frage mich ernsthaft, ob für den Heimgebrauch DAT-Aufnahmen im Longplaymodus sich stark von DAT-Aufnahmen im Standardplaymodus unterscheiden? Ich erstelle mit meinem neuen (gebrauchten) SONY DTC 59-ES hauptsächlich Sampler aus meinen gekauften CDs und würde gern Euch Fachleute fragen, ob Ihr zum SP oder LP-Modus raten würdet? Ist die Qualität im LP-Modus hörbar/deutlich schlechter? Danke für Eure Tips!
cr
Moderator
erstellt: 20. Feb 2008, 01:01
Longplay hat 12 bit (aber logarithmisch, was in etwa 14 bit linear entspricht. Bei meinem DAT Sony-57 wurde der Rauschabstand mit etwa 80 dB angegeben, so ich mich richtig erinnere). Ferner ist das Signal mit 16 kHz bandbegrenzt, dh de facto bis etwa 14 oder 15 kHz verfügbar. Leider hatte mein Gerät bei Longplay ein leises Restbrummen, weshalb ich nur selten davon Gebrauch machte.
Demo01
Ist häufiger hier
erstellt: 20. Feb 2008, 01:11

cr schrieb:
Longplay hat 12 bit (aber logarithmisch, was in etwa 14 bit linear entspricht. Bei meinem DAT Sony-57 wurde der Rauschabstand mit etwa 80 dB angegeben, so ich mich richtig erinnere). Ferner ist das Signal mit 16 kHz bandbegrenzt, dh de facto bis etwa 14 oder 15 kHz verfügbar. Leider hatte mein Gerät bei Longplay ein leises Restbrummen, weshalb ich nur selten davon Gebrauch machte.


Danke für die schnelle Antwort! Das war mir als (Noch)-Laie aber leider noch etwas zu technisch mit den kHz und so - könntest Du das für Anfänger wie mich in einfacheren Worten nochmal wiederholen? Lohnt sich LP-Modus oder nicht? Und: funktioniert im LP-Modus die digitale Aufnahme noch über den Digital-Eingang, oder muß ich auf die analogen Eingänge ausweichen? Manche CDs kann ich über Digital gar nicht aufnehmen, wie ich festgestellt habe, nicht mal im SP-Modus. Irgend ein Kopierschutz (SCMS oder so???) stört da (wird jedenfalls im Display des DAT angezeigt). Kann ich das irgendwie umgehen, ohne auf Analog-Eingänge umschalten zu müssen?! Danke nochmal...
Reset
Gesperrt
erstellt: 20. Feb 2008, 01:20

Demo01 schrieb:
(...) Danke für die schnelle Antwort! Das war mir als (Noch)-Laie aber leider noch etwas zu technisch mit den kHz und so - könntest Du das für Anfänger wie mich in einfacheren Worten nochmal wiederholen?


Das bedeutet letztlich, dass die hohen Töne fehlen und das Rauschen ggf. etwas höher ist. Es entspricht also etwa UKW-Radio - rein von den Möglichkeiten her.


Demo01 schrieb:
Lohnt sich LP-Modus oder nicht?


Das kommt darauf an, was du willst und was die Bänder kosten. Ich denke jedoch, dass es sich eher nicht lohnt.


Demo01 schrieb:
Und: funktioniert im LP-Modus die digitale Aufnahme noch über den Digital-Eingang, oder muß ich auf die analogen Eingänge ausweichen?


Da bin ich überfragt.


Demo01 schrieb:
Manche CDs kann ich über Digital gar nicht aufnehmen, wie ich festgestellt habe, nicht mal im SP-Modus. Irgend ein Kopierschutz (SCMS oder so???) stört da (wird jedenfalls im Display des DAT angezeigt). Kann ich das irgendwie umgehen, ohne auf Analog-Eingänge umschalten zu müssen?! Danke nochmal...


Früher gab es dazu die sog. "Kopierschutzknacker", welche das SCMS-Flag aus dem SPDIF-Datenstrom entfernt haben. Diese Geräte (resp. deren Einsatz) sind heute jedoch verboten...
cr
Moderator
erstellt: 20. Feb 2008, 01:30
Bei vielen kopiergeschützen CD ist das Kopierbit auf nein gesetzt (übrigens ein Bruch des SCMS-Abkommens durch die Musikindustrie). Da mußt du mit dem DAT analog aufnehmen. Richtige Aussteuerung ermitteln. Günstig wäre eine CD mit einem -0-dB Sinus-Ton, aber du kannst auch eine neuere POP-CD nehmen, am besten irgendeinen Hitparaden-Schrott (ist immer voll ausgesteuert) und dann so aussteuern, daß du möglichst nahe bei 0 dB bist (aber nicht darüber im "roten" Bereich) und dir diese Einstellung merken.
nobex
Stammgast
erstellt: 20. Feb 2008, 23:39

Demo01 schrieb:
Und: funktioniert im LP-Modus die digitale Aufnahme noch über den Digital-Eingang, oder muß ich auf die analogen Eingänge ausweichen?

Hierbei wirst Du über den Analog-Eingang aufnehmen müssen, der Recorder kann die Digitalsignale nicht umwandeln.
Evtl. würde eine Digitalafnahme von einem Zuspieler funktionieren, der auch mit 32 kHz digital wiedergibt (z.B. ein anderer DAT in Longplay)
cr
Moderator
erstellt: 21. Feb 2008, 00:53
Ein DAT mit Abtastratenwandler sollte 44 auf 32 kHz digital aufnehmen können (aber zumindest die frühen DAT hatten keinen).


Hierbei wirst Du über den Analog-Eingang aufnehmen müssen, der Recorder kann die Digitalsignale nicht umwandeln.
Evtl. würde eine Digitalafnahme von einem Zuspieler funktionieren, der auch mit 32 kHz digital wiedergibt (z.B. ein anderer DAT in Longplay)


Aufnahme vom Sat-Radio sollte bei 32 kHz Sendungen so funktionieren.
Die digitale Ausgabe einer Longplay-Aufnahme erfolgt immer als 32 kHz/16 Bit (linear) Signal. Dh. bei einer Überspielung auf einen zweiten DAT müßte wieder logarithmiert werden, d.h. Longplay ist ev. nicht ganz verlustfrei kopierbar (delogarithmieren, erneut logarithmieren).


[Beitrag von cr am 21. Feb 2008, 00:55 bearbeitet]
zlois
Stammgast
erstellt: 22. Feb 2008, 14:44
So, dann will ich auch mal:

Ob es klangliche Unterschiede zwischen SP und LP gibt, hängt von der Musik und den verwendeten Geräten ab.
Bei totkomprimierten Pop-Charts sowie allgemein klanglich weniger anspruchsvoller Musik höre ich persönlich keinen Unterschied zwischen SP und LP, weshalb ich für solche Musik grundsätzlich LP verwende. Bei guten Klassikaufnahmen zum Beispiel sieht die Sache wieder ganz anders aus, da hört man durchaus einen Unterschied. Wie stark der ist, hängt wie gesagt von den Geräten und von deinem Hörvermögen ab. Es sei aber gesagt, dass DAT im LP-Modus meiner Meinung nach immer noch deutlich besser ist als jede MP3.

Zur digitalen Aufnahme: DAT-Recorder nehmen über den Digitaleingang üblicherweise immer verlustfrei, und daher mit der gleichen Samplingrate wie das Eingangssignal, auf. DAT-Recorder mit internem Samplingratenwandler sind mir nicht bekannt, was nicht heißt, dass es solche nicht gibt, aber zumindest ich habe noch nie einen gesehen.
Um Digital von CD/MD im Longplaymodus aufnehmen zu können, brauchst du einen externen Wandler, wie z.B. den Behringer Ultramatch. Kostet neu um die 100 Euro, das ältere Modell (SRC 2000) ist u.U. sogar etwas günstiger und für solche Zwecke völlig ausreichend, und ermöglicht neben dem beliebigen Konvertieren der Samplingrate auch das Entfernen des Kopierschutz-Bits (bzw. macht dies ohnehin automatisch). Dieses Gerät ist - im Gegensatz zu reinen "Kopierschutz-Killern" wie sie früher üblich waren (Hucht, etc.) - überall legal erhältlich, da es für den professionellen Gebrauch bestimmt ist und das Entfernen der Kopierschutzes nicht die hauptfunktion ist.
Demo01
Ist häufiger hier
erstellt: 24. Feb 2008, 04:19

zlois schrieb:
So, dann will ich auch mal:

Es sei aber gesagt, dass DAT im LP-Modus meiner Meinung nach immer noch deutlich besser ist als jede MP3.

Zur digitalen Aufnahme: DAT-Recorder nehmen über den Digitaleingang üblicherweise immer verlustfrei, und daher mit der gleichen Samplingrate wie das Eingangssignal, auf. DAT-Recorder mit internem Samplingratenwandler sind mir nicht bekannt, was nicht heißt, dass es solche nicht gibt, aber zumindest ich habe noch nie einen gesehen.
Um Digital von CD/MD im Longplaymodus aufnehmen zu können, brauchst du einen externen Wandler, wie z.B. den Behringer Ultramatch. Kostet neu um die 100 Euro, das ältere Modell (SRC 2000) ist u.U. sogar etwas günstiger und für solche Zwecke völlig ausreichend, und ermöglicht neben dem beliebigen Konvertieren der Samplingrate auch das Entfernen des Kopierschutz-Bits (bzw. macht dies ohnehin automatisch). Dieses Gerät ist - im Gegensatz zu reinen "Kopierschutz-Killern" wie sie früher üblich waren (Hucht, etc.) - überall legal erhältlich, da es für den professionellen Gebrauch bestimmt ist und das Entfernen der Kopierschutzes nicht die hauptfunktion ist.


Das ist doch mal 'ne Aussage! Vielen Dank, jetzt bin ich ein gutes Stück schlauer!
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