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Verständnisfrage zu Passivmembranen.

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Don-Pedro
Inventar
#1 erstellt: 18. Mrz 2010, 15:49
Rein logisch durchdacht passiert doch folgendes:

Die aktive Membran bewegt sich aus dem Gehäuse heraus bei positiver Amplitude... es entsteht ein Unterdruck im Gehäuse, worauf sich die Passivmembran ins Gehäuse reinbewegt.

Insofern sollte doch eigentlich eine Schalldruckauslöschung passieren... was sehe ich falsch??
Otrepjew
Schaut ab und zu mal vorbei
#2 erstellt: 18. Mrz 2010, 19:36
Hallo Don Pedro,

Die Sache läuft insofern noch ein bißchen anders, als Du die Federwirkung der Luft im Gehäuse und die Aufhängung der PM nicht berücksichtigt hast. Beides bewirkt aber eine Phasenverschiebung, wie es auch die Filterwirkung der Einbauresonanz des Chassis tut. Also gleich mehrere ´Phasendreher´. Hinzu kommt, dass die PM um ihre Resonanzfrequenz einen Helmholtzresonator darstellt und damit quasi aus wenig Antrieb durch die Luftfeder viel Hub macht, mehr als das Chassis selbst bei dieser Frequenz.

Und wenn man das alles richtig berechnet und auslegt, sind die erzeugten Schwingungen eben nicht gegenphasig sondern addieren sich im Idealfall auch noch sauber.

Im Prinzip funktionierts genauso wie ein Bassreflexrohr nur dass Du mit der Aufhängung der Membran und ihrer Masse zusätzliche Stellschrauben bei der Abstimmung hast.

Grüße, O.
Mwf
Inventar
#3 erstellt: 18. Mrz 2010, 22:51
Hi,
Don-Pedro schrieb:
...was sehe ich falsch??

Du siehst es zu statisch, oder genauer, Dein System bewegt sich zu langsam, denn dann triffen Deine Vorstellungen zu.

Bei schnelleren Bewegungen kommen die von Otrepjew genannten Effekte ins Spiel:

-- die i.d.R. schwere Passivmembran (oder PR = Passivradiator),
-- das komprimierbare Luftvolumen im Gehäuse (als Feder wirkend)
-- das aktive Chassis als Motor

Im Bereich der Grundresonanz (Fp bzw. Fbox bei BR-Systemen), z.B. bei 30 Hz, dominiert die Auslenkung des PR stark, die Gegenphasigkeit hat sich schon auf 90° reduziert.

Im Arbeitsbereich darüber (immer schneller...) kommen sich aktives Chassis und PR phasenmäßig immer näher.
Der Anteil des PR wird dabei immer kleiner ("Massenträgheit"), das aktive Chassis dominiert.

Gruss,
Michael
Don-Pedro
Inventar
#4 erstellt: 18. Mrz 2010, 23:01
Ausgezeichnet!

Vielen Dank!
m2catter
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 19. Mrz 2010, 01:22
Hi Perdro,
kann meinen Vorgaengern nur beipflichten. Wenn die aktive Membran sich bewegt, braucht es ein wenig, bis die passive dies umsetzen kann(wenn mechanisch nicht angekoppelt).
Spuert man, wenn man die Finger auf beide Chassis leicht auflegt. Ein gutes Beispiel hierfuer waren die KEF Reference 104AB aus den spaeten Siebzigern/fruehen Achtzigern. Im Prinzip ein grosser Zweiweg Monitor mit zusaetzlich flacher passiv Membran. Habe die Dinger hier noch rumstehen.
Vorteil: recht tiefreichender Bass, Nachteil relativ schwammig. Insgesamt langzeit Charakter durch ein eher weiches warmes Klangbild, aber die Praezision und Schnelligkeit ist nicht zu Vergleichen mit zeitgemaessen LS.
In den Neunzigern hatte KEF mal ein paar Modelle im Programm, wo die passive Membran mechanisch ueber duennste Staengelchen angegliedert waren. Viele der KEF Liebhaber schwoeren auf die KEFs dieser Generation.
Liebe Gruesse Michael


[Beitrag von m2catter am 19. Mrz 2010, 01:23 bearbeitet]
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