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Ist HiFi verlogen oder naiv?

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maverick_df
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 23. Mrz 2004, 23:47
Hallo,
HiFi bedeutet, so zu tun, als ob Technik so eingesetzt wird, dass man sie später nicht merkt. Ich möchte diese Behauptung einmal in den Raum stellen: HiFi ist verlogen, wenn diese Position (Technik, die man nicht merkt) propagiert wird, und naiv, wenn sie einfach so hingenommen wird.
Tatsächlich verändert Technik immer die Rezeption. Es gibt keinen nicht-technischen, nicht-beeinflussten Klang durch eine Stereoanlage, das ist technisch (!) unmöglich. Deshalb ist der Versuch, so zu klingen, als sei gar keine Technik vorhanden, von vornherein unsinnig, denn die Technik ist unwiderlegbar da, sonst wäre ja auch nichts zu hören. Deshalb erscheint mir auch die Diskussion um "natürlichen Klang" unsinnig. Natürlich ist ganz allein der Klang des Instruments, im gleichen Raum mit den eigenen Ohren gehört (und auch ad schon durch die Luft vermittelt und womöglich verändert). Die Kategorie "natürlich" kann man auf HiFi-Klang nicht anwenden.

Bin gespannt, was dazu gesagt werden wird...

MfG
ROBOT
Inventar
#2 erstellt: 24. Mrz 2004, 00:16
Hi,


Natürlich ist ganz allein der Klang des Instruments, im gleichen Raum mit den eigenen Ohren gehört (und auch ad schon durch die Luft vermittelt und womöglich verändert).


Also dazu sage ich, daß zum Klang eines Instruments der Schall-Weg durch die Luft, die Brechung am Kopf, der Weg durchs Außen- und Mittelohr usw. natürlich dazugehört! Stell Dir nur mal den "Klang" eines Klaviers auf dem Mond vor

Unterschiedlichste Wiedergabe-Raumakustiken beeinflussen natürlich das Ergebnis stärker als irgendeine Spezial-Steckdose usw., das ist klar.
Genauso klar ist, daß dieses Klavier bei einer Open-Air Veranstaltung im Burg-Hof anders "klingt" als im Konzertsaal. Diese Gegebenheiten sind dann aber normalerweise schon auf der Aufnahme, welche wir über unsere Anlage hören, schon drauf. Insofern gibt es keinen "absolut-Klang" eines Instruments oder Klangkörpers.

Ich denke die meisten seriösen Hersteller von "HiFi" stellen in Ihrer Werbung die Technik auch nicht vollkommen in den Hintergrund, sondern behaupten nur, daß durch ihre Technik der Klang möglichst optimal sein wird.

Anders sieht es da bei einigen "High-Endern" aus; diese behaupten durchaus einiges, was als "verlogen" interpretiert werden kann. Diese Hersteller zeichnen sich IMHO allerdings durch Unwissenheit akustischer/technischer Gegebenheiten aus und versuchen mit der Werbetrommel dies zu verdecken.

Die original-Aussage von HiFi -high fidelity- entspricht im Deutschen ja auch "höchste Wiedergabetreue"....Wie dies Hersteller, Vertriebe, Presse und Konsumenten interpretieren, ist allerdings höchst unterschiedlich.
Oliver67
Inventar
#3 erstellt: 24. Mrz 2004, 08:24
Hallo Maverick-df,


HiFi bedeutet, so zu tun, als ob Technik so eingesetzt wird, dass man sie später nicht merkt.


Diese Definition ist tatsächlich naiv. Jedoch kenne ich niemanden, der sie ernsthaft vertritt.

HiFi ist die Bemühung Tonkonserven möglichst hochwertig herzustellen und wiederzugeben.

Mit Live-Konzerten hat das nichts zu tun. Nicht nur wegen der akustisch/technischen Unzulänglichkeiten, sondern erst recht wegen der einmaligen, nicht wiederholbaren Rezeption in einem Konzert (Interaktionen Musiker-Zuhörer) und danach (Diskussion mit dem Schlagzeuger bei einem Bier hinterher, etc.)

Oliver
mr_desorto
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 24. Mrz 2004, 09:01
Ich war noch nie ein Anhänger von krampfhaft "natürlicher" Wiedergabe. Ich höre Musik so, wie es mir gerade gefällt und meiner Stimmung entgegenkommt und scheue mich dabei auch nicht, Klangregler zu benutzen, ob das "echt" klingt oder anderen gefällt ist mir völlig egal. Wenn ich mich mal mit voller Konzentration der reinen Musik hingeben möchte schaue ich mir eben einen Liveauftritt an. Desweiteren ist mir aufgefallen, dass die Arroganz der "Linearen" gegenüber Andershörenden oft nicht unerheblich ist.


[Beitrag von mr_desorto am 24. Mrz 2004, 09:03 bearbeitet]
pinkdagmar
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 24. Mrz 2004, 09:19
so wie ich das sehe heißt natürlicher klang, das eine gitarre nach gitarre klingt und vor allem dingen keine verzerrungen oder nervigkeiten im klangbild sein sollen. nervigkeiten sind zum beispiel präsenzbetonung, das heißt, wenn die höhen angehoben (verstärkt) wurden. nachteilig ist auch wenn das musikspektrum eingeschränkt ist, das heißt, wenn die klangfarben nicht alle vorhanden sind oder nur angedeutet sind. dadurch leidet die lebendigkeit (es fehlt was) könnte da beispiele nennen. also ein lautsprecher der die volle bandbreite von ich glaube null bis 32.000 Hrz (?) bringt ist das maß.
Dragonsage
Inventar
#6 erstellt: 24. Mrz 2004, 11:32
Also, HiFi heist High Fidelity, nicht Perfect Fidelity.

D.H. man versucht, mit einer Stereo Anlage dem echten Klang so nahe wie möglich zu kommen. Und ich habe schon Anlagen gehört, wie ein Cello fast genauso klingt, wie das Cello, wenn es im Raum gespielt wird.

100% sind meines Wissens nach heute noch nicht erreichbar.

Gruß DS

PS: Gibt es nicht auch eine HiFi- Definition für Surround?


[Beitrag von Dragonsage am 24. Mrz 2004, 11:33 bearbeitet]
hifi-privat
Inventar
#7 erstellt: 24. Mrz 2004, 12:18

Also, HiFi heist High Fidelity, nicht Perfect Fidelity.

D.H. man versucht, mit einer Stereo Anlage dem echten Klang so nahe wie möglich zu kommen.


Hi,

falsch! HiFi ist nicht per Stereo definiert. Somit erübrigt sich die Nachfrage der nach der Definition im Surroundbereich.
HiFi bedeutet auf der Wiedergabeseite nichts mehr, als die möglichst originalgetreue Wiedergabe dessen was auf einem Tonträger vorliegt. Da ist es absolut unerheblich, ob das Mono, Stereo, Quadro, 5.1 oder gar 7.1 ist.
driesvds
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 24. Mrz 2004, 13:53
so wie geld ist auch sprache für inflation anfällig.

wenn bose seine anlagen als "HIFI" vermarktet sag dass genug.
Marlowe_
Inventar
#9 erstellt: 24. Mrz 2004, 20:43
Vermutlich OffTopic :

Mal abgesehen davon, dass die Rezeption, die durch ein Medium (und ich meine damit nicht, die Schallwellen übertragende Atmosphäre) vermittelt erfolgt, nie 'natürlich' (was immer das sein mag und dahingestellt, ob es erstrebenswert ist) sein kann...

Musik findet, wie alle menschlichen Wahrnehmungen, im Hirn (das Ohr ist nur Wandler) statt. Und das ist die unberechenbarste und entscheidende Variable in diesem Spiel. Das erklärt z.B. auch, warum Dieter Bohlen Platten verkaufen kann
Oliver67
Inventar
#10 erstellt: 25. Mrz 2004, 08:20

Musik findet, wie alle menschlichen Wahrnehmungen, im Hirn (das Ohr ist nur Wandler) statt. Und das ist die unberechenbarste und entscheidende Variable in diesem Spiel. Das erklärt z.B. auch, warum Dieter Bohlen Platten verkaufen kann :D


Der Verkauf von Bohlens Platten beweist meiner Meinung nach, dass die Wahrnehmung bei vielen Leuten zumindest nicht im Groß-hirn stattfindet sondern wohl eher im verlängerten Rückenmark.

Oliver
maverick_df
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 25. Mrz 2004, 12:49
danke für die interessanten antworten!

mir ging es - durchaus etwas polemisch - , wie ihr vielleicht schon erkannt habt, darum, auf das Medium aufmerksam zu machen, dass hier und anderswo oft zu unrecht vergessen wird. musik ist immer medial vermittelt. wenn ich das erreicht habe, hat der thread seinen sinn erfüllt
bonesaw
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 25. Mrz 2004, 18:39
Die Aufnahme eines Musikstückes klingt nie so, wie das Original, sondern immer so, wie der Studiotechniker meint, daß sie klingen müßte.
jazzfusion
Stammgast
#13 erstellt: 25. Mrz 2004, 21:29
Mir ergeht's oft so:

Wenn ich Musik höre, die mich tief im Inneren berührt, ist für mich der Klang nebensächlich.

Läuft wieder Software mit wenig Emotion, stellt sich mein Verstand wieder auf den Klang ein.

Komisch, nicht?
Marlowe_
Inventar
#14 erstellt: 25. Mrz 2004, 21:35

Komisch, nicht?


Nein, nicht komisch. Zu erwarten. Klang kann ein vorübergehender Ersatz für Musik sein. Ein Surrogat
Dragonsage
Inventar
#15 erstellt: 26. Mrz 2004, 11:43

Wenn ich Musik höre, die mich tief im Inneren berührt, ist für mich der Klang nebensächlich.

Es gibt aber auch Musik, die Dich (evtl.) nicht berühren kann, weil zu ungenau wiedergegeben wird.
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