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Verändert Luftfeuchte den Klang ?

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Beitrag
themroc
Neuling
#1 erstellt: 26. Feb 2003, 23:35
Hallo,

vorweg folgendes:

Ich hab mal die Luftfeuchte in meinem Zimmer gemessen: 31% !?
Hab mir sagen lassen, dass dies für die Gesundheit nicht optimal ist.
Deshalb Luftbefeuchter her und den halben Tag laufengelassen....
komme nun auf 50 %,... also genau richtig !

Danach habe ich was verblüffendes festgestellt:

Also, meine Anlage steht im besagten Zimmer (32qm, Teppichboden, normal möbliert)
Habe dort in den letzten Tagen besonders viel Musik gehört. Hauptsächlich meine Lieblings-CDs.
Das sind Telarc-Aufnahmen und einige Pop-Scheiben, die ich schon einige Jahre besitze und immer wieder gerne höre. Deren Klangeigenschaften sind mir mittlerweile sehr vertraut. Auch kenne ich den Charakter meiner Anlage so gut, dass ich mir sicher bin, auch kleine Klangveränderungen ohne Doppelblindtest heraushören zu können. Warum ich das kann ?
Weil ich eine Low-Budget-Anlage besitze welche ich durch jahrelanges Tuning (hauptsächlich der Austausch von Bauteilen) immer wieder verbessern konnte. Gerade bei guten Einsteigergeräten kann man
übrigens sehr viel herausholen.
Dadurch kenne ich die klanglichen Stärken und Schwächen meiner Anlage inzwischen sehr gut.
Positiver Nebeneffekt dabei war -(oder auch negativer Effekt, denn die eigentliche Musik tritt ja in den Hintergrund), dass ich ein sensibles Gehör für Veränderungen in meiner Kette entwickelt habe.


Und nun zu meiner Frage.
Kann es möglich sein, dass die Erhöhung der Luftfeuchte,
wie oben beschrieben, die Wiedergabequalität meiner Anlage beeinflußt ?

Ich habe nämlich festgestellt, dass meine Lautsprecher nun deutlich wärmer im Grundtonbereich spielen. Auch sind Instrumente, welche sich vorher nur in der Tiefe des Stereodreiecks befanden (also räumlich weiter hinten), sind nun mehr zwischen den Lautsprechen und sogar etwas vor den Lautsprechern gerückt.
Die Musik kommt präsenter und satter. Vorher waren Instrumente mit zuviel Hall überlagert und dadurch konturloser und ausgedünnt.

Da ich kein Fachmann bin, habe ich mir jetzt meine eigene Theorie dazu gebastelt.
.
Erstens: Durch die Luftfeuchtigkeit hat sich die Masse der Pappmembranen meiner Lautsprecher
erhöht. Dadurch haben sich die Parameter der Lautsprecher verändert.

Zweitens: Die Masse der Luftmoleküle wird durch Wasseraufnahme höher.
Diese verändern dann irgendwie die Schallübertragung im Raum.
Ich denke da an Schalldiffusion oder Absorption.

Drittens: Durch die feuchtere Luft fühle ich mich endlich besser und alles andere ist nur Einbildung.

Ich hätte mal ganz gerne die Meinung der Fachleute hierzu gehört.

Danke schon mal.
Oliver
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 27. Feb 2003, 01:07
Hallo themroc,
ich würde eher mal auf Deinen dritten Punkt tippen. Meine Frau trocknet im Winter auch die Wäsche im Wohnzimmer, wodurch sich die Luftfeuchte auf ca. 70% erhöht. Ich habe da noch keinen Unterschied gehört. Ob dies aber auch wie Du unter 1. und 2. beschrieben durch pysikalische Veränderungen besser klingen kann, kann ich nicht sagen aber vielleicht weiß jemand anderes dazu mehr.
Highfidele
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 27. Feb 2003, 07:23
Hallo Themroc,

wie lange hast Du den Luftbefeuchter schon im Raum stehen?
Interessant wäre nämlich folgendes: reinige alle Steckverbindugen der Kabel mit Isopropylalkohol. Stellt sich dann eher wieder das alte Klangbild ein?

Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto öfter muss man im Regelfall die Stecker und Buchsen reinigen. In meinem Zimmer, in dem die Stereoanlage steht, befindet sich auch noch ein Aquarium. Und die Stecker in diesem Zimmer zeigen beim Reinigen deutlich mehr "schwarzen Abrieb" als die an den Anlagen in den anderen Zimmern mit geringerer Luftfeuchte, wo z.B. die Surroundanlage steht.
Und nein - im meinem Zimmer befindet sich kein Kohleofen, somit kein Ruß !

Gruß
Highfidele


[Beitrag von Highfidele am 27. Feb 2003, 07:25 bearbeitet]
Interpol
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 27. Feb 2003, 07:41
ich habe auch schon festgestellt, dass die baesse fetter kommen, wenn die luftfeuchte hoeher ist. habe das aber als einbildung abgetan.

mir gefaellt deine letzte erklaerung am besten:

" Durch die feuchtere Luft fühle ich mich endlich besser und alles andere ist nur Einbildung."

vielleicht veraender sich auch was im gehoergang oder am trommelfell.

jedenfalls scheint mir eine biologische begruendung sehr viel wahrscheinlicher, als eine technische.

mfg
Bruno
Stammgast
#5 erstellt: 27. Feb 2003, 09:43
Hey,

ein anderer (fragender) Erklärungsversuch:

Kann es sein, dass dasselbe Luftvolumen eine andere Masse hat, wenn die Luftfeuchte sich ändert ?

Kann es sein, dass das sich auf die Weitergabe der Membranschwingungen "an den Raum", die Ausbreitung der Wellen im Raum und evtl. sogar die Dämpfung auswirkt ?

Ich behaupte mal, einiges davon könnte zutreffen, die Frage ist nur, ob sich dies hörbar auswirkt.
Was bei Abtastern und Lagern (d.h. Plattenspielern) eine Rolle spielt, ist die Temperatur - auch hier hab ich allerdings die Hörbarkeit nie untersucht.

Fragen über Fragen... ;-)
Bruno
Died
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 27. Feb 2003, 10:07
Ich denke, die Frage sollte lieber einem HNO-Arzt gestellt werden, als hier im Forum.

Da ich jahrelang unter einer chronischen Nasennebenhöhlenerkrankung gelitten habe, war unter besserer Luft (z.B. am Meer oder in den Alpen) mein Hörvermögen jedesmal besser. Auch hat feuchtere Luft meinen Schleimhäuten sehr gut getan und ich hatte positivere Auswirkungen auf´s Hörvermögen gespürt, da ja das ganze System (Nase-Hals-Ohren) zusammenhängt.

Denke mal, dass das hier die Lösung ist.

Gruss Died
Sonus
Stammgast
#7 erstellt: 27. Feb 2003, 11:04
Hallo Themroc,

was einem Blüthner,Bechstein,Bösendorfer
oder Burguetgitarre gut tut, könnte auch
zum Wohlbefinden anderer Holzinstrumente
beitragen.

Sonus
Wiesonik
Inventar
#8 erstellt: 27. Feb 2003, 11:33
Hi,

also das mit der Masseerhöhung auf der Papiermembran oder der Luftmasse allgemein kannst Du vergessen.
Bei einer Luftfeuchteerhöhung von 30 auf 50% ändert sich die Anzahl der Wasserteilchen von 7000ppm auf 12000ppm (ppm bedeutet: z.B. 7000 Wasserteilchen von 1 Million anderer Teilchen (in Luft halt Stickstoff und Sauerstoff)).
Du siehst, Massemäßig verändert sich dadurch fast nichts !

Wahrscheinlich fühlst Du Dich einfach wohler und kannst dadurch entspannter Musik hören.
Grüße
Wiesonik
Bruno
Stammgast
#9 erstellt: 27. Feb 2003, 11:41
Hey Wiesonik,

"Bei einer Luftfeuchteerhöhung von 30 auf 50% ändert sich die Anzahl der Wasserteilchen von 7000ppm auf 12000ppm".

Danke, genau sowas woll ich wissen - die Luftfeuchte ist zwar relativ zur maximal möglichen Wasseraufnahmefähigkeit eines Luftvolumens (also auch noch temperaturabhängig).

Wenn aber deine Zahlen stimmen (z.B. für Raumtemperatur), wär das einmal 7 Promille und einmal 12Promille - eine Wirkung wäre schwer vorstellbar.

Grüsse
Bruno
Wiesonik
Inventar
#10 erstellt: 27. Feb 2003, 11:58
Hallo Bruno,

die Werte die ich genannt habe stimmen. Als Bezugstemperatur habe ich normale Raumtemperatur von 20 Grad angenommen. Bei normalen Raumtemperaturänderungen (z.B. von 15...25Grad) ändern sich die genannten Werte nur sehr geringfügig !
Habe mich mal beruflich sehr intensiv mit dem Thema Feuchte auseinandergestzt, deshalb kann ich Dir solche Werte berechnen.
Grüße
Wiesonik
stype
Stammgast
#11 erstellt: 03. Mrz 2003, 23:30
Hallo Themroc,

ich kann Deine Beobachtungen nur bestätigen. Deine Beschreibung der Klangunterschiede treffen in meinem Raum genau so zu, wie Du es beschreibst.
Ich habe eine Wetterstation mit Hygrometer neben der Anlage stehen. Unterhalb 45% (bei mir ging es leider bis zu 20% runter) klingt die Anlage zunehmend "dünn, zerhackt, rauh und nervig". Oberhalb zunehmend "musikalisch, satt und geschmeidig".
Glücklicherweise habe ich jetzt auch aus anderen Gründen (Gesundheit, Parkett) einen Luftbefeuchter aufgestellt.

Den Zusammenhang hatte ich nach einem halben Jahr der Verwunderung, warum die Anlage manchmal schlechter klingt, zufällig beobachtet (extrem guter Klang an einem schwülen Gewittertag) und dann über einen längeren Zeitraum verifiziert. Der Unterschied ist so krass, dass man es meiner Meinung nach nicht mit Autosuggestion erklären kann.
Eine physikalische Erklärung fehlt mir leider auch dazu, aber Hauptsache der Befeuchter hilft :-)

Gruß

Klaus
Oliver67
Inventar
#12 erstellt: 04. Mrz 2003, 08:54
Hmm, wenn ich mich schwach erinnere, verbessert sich Schalleitung der Luft mit zunehmender Luftfeuchtigkeit. Der Effekt tritt aber verstärkt bei hohen Frequenzen auf!

Falls der Effekt also wirklich auf die Minientfernungen im Zimmer hörbar wäre, müßte es eigentlich im trockenen Raum eher dumpf klingen...

Es liegt wohl doch am Wohlbefinden der Schleimhäute.

Oliver
jan
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 04. Mrz 2003, 10:42
hallo,

ich schliesse mich sonus an:
meine Akkustik-Gitarre klingt wie ein wunderwerk, wenn die Luftfeuchtigkeit höher ist und sie klingt flach und ohne dimension,
wenn es sehr trocken ist. vielleicht spielt dieser effekt bei LS eine Rolle?
nur ne idee...

also bei der gitarre ist das definitiv keine einbildung, die unterschiede sind so deutlich, die hört jeder.

gruss
jan
Oliver67
Inventar
#14 erstellt: 04. Mrz 2003, 11:15
Das ist nicht nur bei der Gitarre so, sondern bei allen Holzinstrumenten, insbesondere auch Holzblasinstrunente.

NUR: bei einer Box, die gut konstruiert ist, sollte nicht das MDF-Gehäuse resonieren und auch die Membranen keine Partialschwingungen ausführen.

Sprich: die Schwingspule in Verbindung mit der Membran führt von der Luftfeuchtigkeit unabhängige Bewegungen aus (kolbenförmig). Kondenswasser ausgenommen

Oliver
Sonus
Stammgast
#15 erstellt: 04. Mrz 2003, 17:17
Hallo Jan,

ich sehe den Lautsprecher eher als "Holzinstrument".

Das Klavier, der Flügel ist auch ein solches
mit Metallresonanzboden.

Und Holz arbeitet.


Sonus
themroc
Neuling
#16 erstellt: 06. Mrz 2003, 18:55
Hallo nochmal,

nach ca 1 Woche 50%er Luftfeuchte habe ich bemerkt, daß die Klangveränderung sich scheinbar schrittweise einstellt. Der Klang hat sich nochmals verbessert. War vorher hauptsächlich der Grundton betroffen, so scheinen jetzt auch die tiefsten Töne davon zu profitieren. Die Bässe “grummelten” vorher undefiniert vor sich hin und schienen der Musik “nachzulaufen” , jetzt sind sie klarer, druckvoller und bilden eine Einheit mit den höheren Tönen. Das Klangbild ist wahnsinnig voluminös und körperhaft geworden. Das was “stype” schreibt, kann ich voll bestätigen. Ich würde es auch als zunehmend “musikalischer und geschmeidiger” bezeichnen.

Der Vergleich mit den Musikinstrumenten scheint einleuchtend. Ich denke, daß das Holz der Lautsprecher einige Zeit braucht, um die Luftfeuchtigkeit aufzunehmen. Daher wahrscheinlich auch die schrittweise Verbesserung.

Aber was passiert mit den Holzmöbeln, Rauhfasertapete, Teppichboden, Stoffe, und besonders mein Hifi-Rack aus Holz? Nehmen diese Dinge denn nicht auch Feuchtigkeit auf, und klingen dann, angeregt durch die Musik, nun anders. Ein Mitschwingen der Möbel bei lauter Wiedergabe ist mir bekannt. Beim Teppichboden denke ich mal, daß sich die Dämpfungseigenschaften verändern (die Fasern sind nun weicher wenn ich mit den Füßen drüber laufe). Der Rauhfasertapete sagt man ja auch geringfügige Dämpfungseigenschaften nach, und Papier verändert bei Feuchtigkeit sein Volumen.
Und was stellt feuchtere Luft mit der Elektronik an ....?
Ist vielleicht die Summe all dieser kleinen Veränderungen der Grund für die Klangverbesserung?
Edede
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 06. Mrz 2003, 19:26
Sonus, Metall arbeitet auch. Es ist zwar unabhängig von der Luftfeuchtigkeit (bis es rostet), reagiert aber demgegenüber viel mehr auf Temperaturschwankungen.

themrock, Holz schwingt bei höherer Feuchtigkeit weniger. Es stellt sich eine höhere Dämpfung ein.


[Beitrag von Edede am 06. Mrz 2003, 19:29 bearbeitet]
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