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Netzstörungen

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pelmazo
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 20. Nov 2005, 17:35
Ich will hier ein paar Kommentare zu Netzkabeln und -filtern beisteuern, die in erster Linie technischer Art sein sollen, sich also auf Funktion und Wirkung derselben beziehen. Die Motivation dafür ist die verbreitete Desinformation in diesem Bereich.

Was ich hier bewußt ausspare ist die eher emotionale Seite, also wenn jemand gefallen an solide gebauten und schön aussehenden Geräten und Kabeln hat und dafür auch einen höheren Preis zu zahlen bereit ist, dann gestehe ich ihm das gerne zu. Bei jeder Anschaffung können auch nichttechnische Gründe eine Rolle spielen – oft sogar die wichtigste – und da kann ich nichts Kritikwürdiges daran finden.

Nach dieser Klarstellung ist der Weg frei für technische Argumentation. Die allermeisten HiFi-Geräte sind auf Netzstrom angewiesen, und es ist zunächst einmal einleuchtend, daß die Qualität des Netzstroms auch auf die Qualität des wiedergegebenen Audiosignals Einfluß haben könnte. Auf dieser Grundannahme fußt eine Zubehörindustrie, die mit Hilfe von speziellen Netzkabeln, Netzleisten, Netzfiltern, audiophilen Sicherungen etc. dafür sorgen will, daß die Audiokomponenten mit Netzstrom optimaler Qualität versorgt werden. Die dafür verlangten Preise können die Preise für eine Hifi-Komponente in den Schatten stellen, und man fragt sich ob das denn in irgendeiner vernünftigen Relation zum Gewinn steht.

Meine Antwort darauf ist: Nein, mit wenigen Ausnahmen ist der Gewinn den Aufwand nicht wert. Die Hersteller und Verkäufer übertreiben nicht selten in ihren Beschreibungen die Wirkungen kraß, und verallgemeinern in unzulässiger Weise.

Hier die Begründung:

Der Netzstrom besteht in unseren Breiten aus einem Wechselstrom mit 50Hz Frequenz und einer Spannung von 230V. Kein Hifi-Gerät benutzt diese Versorgung direkt. Intern werden für die Funktion Gleichstrom mit (fast immer) niedrigerer Spannung gebraucht. Oft werden mehr als eine interne Spannung benötigt, so arbeiten digitale Schaltkreise meist mit 5V oder 3,3V, während für Analogschaltkreise nicht selten zwei Spannungen von +15V und -15V gebraucht werden. Endstufen brauchen noch höhere Spannungen. Es ist die Aufgabe des Netzteils im Gerät, diese Gleichspannungen aus dem Netzstrom zu erzeugen.

Es gibt zwei grundsätzliche Arten von Netzteil: Das Schaltnetzteil und das konventionelle Netzteil. Der Name suggeriert schon daß das konventionelle Netzteil die ältere und immer noch weiter verbreitete Variante ist. Ihr auffälligstes Merkmal ist der Netztrafo, der insbesondere bei Endstufen imposante Dimensionen annehmen kann. Schaltnetzteile haben ebenfalls einen Trafo, bloß ist der erheblich kleiner und leichter, weil eine Art Zerhacker den Netzstrom mit einer wesentlich höheren Frequenz als 50Hz zerhackt. Je höher die Frequenz ist, desto kleiner kann ein Trafo mit einer bestimmten Leistung sein. Ein Schaltnetzteil ist wegen des zusätzlichen Zerhackers zwar komplizierter als ein konventionelles Netzteil, aber es kann wegen der eingesparten Trafogröße trotzdem günstiger sein. Da die benötigten Bauelemente immer billiger werden, wird das Schaltnetzteil auch im Hifi-Bereich immer populärer. Bei Computern hat es das konventionelle Netzteil schon fast völlig verdrängt.

Nun ist das Netzteil selbst ja nicht direkt an der Verarbeitung des Audiosignals beteiligt. Das sind andere Schaltkreise, und die beziehen lediglich ihre dafür benötigte Energie vom Netzteil. Wenn man auch in dieser Energieversorgung idealerweise keine Störungen haben will, so landet doch nicht automatisch jede Störung in der Stromversorgung auch im Audiosignal. Ein vernünftig konstruierter analoger Verstärker hat beispielsweise auch eine geringe Empfindlichkeit gegenüber Schwankungen der Versorgungsspannung. Bei Endstufen ist die regelmäßig so gut, daß man auf eine separate Stabilisierung im Netzteil verzichten kann. Bei digitalen Schaltkreisen sind Störungen auf der Spannungsversorgung normalerweise komplett ohne Konsequenz, solange sie ein in den Datenblättern angegebenes Maximum nicht überschreiten, und wenn man das überschreitet sind in der Regel Fehlfunktionen die Folge, die krassere Auswirkungen haben als die bloße Beeinträchtigung der Audioqualität.

Im Prinzip sollten also Störungen im Netzstrom keine Konsequenzen haben, solange sie im Rahmen bleiben, und man kann nicht von einer direkten Beziehung zwischen der Qualität des Netzstroms und der Audioqualität ausgehen – im Gegensatz zu dem was Zubehörhersteller gern suggerieren. Das heißt aber nicht, daß es solche Beeinflussungen in keinem Fall geben kann. In der Tat gibt es viele Möglichkeiten, wie eine Störung auf dem Netzstrom Einfluß auf die Audioqualität nehmen kann, aber wegen dieser vielen Möglichkeiten fällt es schwer, generelle Aussagen zu treffen. Bei der Konstruktion der Geräte werden viele dieser Möglichkeiten berücksichtigt und ausgeschlossen, und ein gut konstruiertes Gerät sollte unempfindlich gegenüber den im Normalfall zu erwartenden Störungen sein, so daß zusätzliche Maßnahmen nichts ausrichten.

Für eine genauere Betrachtung ist es nötig, die wichtigsten Störquellen und Beeinflussungsmechanismen auseinanderzunehmen, damit man beurteilen kann, ob Gegenmaßnahmen angeraten sind oder nicht.

Wir sind ja bloß an Störungen interessiert, wenn diese einen Einfluß auf die Qualität des Audiosignals haben, alle anderen Störungen können in unserem Zusammenhang getrost ignoriert werden. Es müssen also einige Umstände zusammentreffen:

o Es muß eine Störquelle geben
o Es muß einen Weg bzw. Mechanismus geben, wie die Störung in das Audiosignal gelangt
o Die Störung muß so beschaffen sein, daß sie zu einer Beeinträchtigung der Audioqualität führt

Gegenmaßnahmen können also an allen drei Stellen angreifen, und wir müssen die verschiedenen Fälle getrennt betrachten.

Störquellen:

Manche Störquellen befinden sich außerhalb der Kontrolle des Besitzers der Hifi-Anlage. Dazu gehören z.B. Rundfunksender in der Nähe, oder auch Industriebetriebe bzw. Geräte in der Nachbarschaft, die das Stromnetz verunreinigen. Solche Störquellen kann man in aller Regel nicht beseitigen (oder nicht legal beseitigen ). Einige davon haben ihre Störungen schon außerhalb der eigenen Wohnung ins Stromnetz „eingespeist“, andere können auch auf den letzten Metern noch dazukommen (Rundfunksender). Manche Störquellen haben auch eine gewollte Funktion und können schon deswegen nicht beseitigt werden, z.B. das Rundsteuersignal im Stromnetz, das zum Umschalten zwischen Nacht- und Tagstrom benutzt wird.

Andere Störungen hingegen entstehen in der eigenen Wohnung und können durchaus abgestellt werden. Es ist wichtig das zu erwähnen, da die Beseitigung des Störers oft die einfachste, billigste und wirkungsvollste Maßnahme ist. Mögliche Störer gibt’s leider immer mehr, parallel mit der steigenden „Elektrifizierung“ des Haushalts. Manche Geräte betätigen sich als Störer weil sie schlicht defekt sind. Einige Beispiele fur solche möglichen Störer sind: Licht-Dimmer, Elektromotoren in Haushaltsgeräten, elektronische Halogentrafos, Netzteile elektronischer Geräte (insbesondere Schaltnetzteile), Powerline-Modems (zur Verwendung des Stromnetzes als Computernetzwerk). Knackstörungen können auch von einfachen Schaltern kommen, besonders wenn induktive Lasten geschaltet werden.

Netzteile elektronischer Geräte als Störer? Ja, in der Tat, und das heißt daß sich unter Umständen Hifi-Geräte auch selbst oder gegenseitig stören können. Der Zerhacker eines Schaltnetzteils ist eine potenzielle Störquelle, und die Gleichrichter in allen Arten von Netzteil ebenso. Beide können – wenn sie nicht ausreichend entstört sind, Frequenzanteile von weit oberhalb von 50Hz sowohl in das eigene Gerät, also in die Gleichstromversorgungen im eigenen Gerät abgeben, als auch solche Störungen ins versorgende Stromnetz abgeben.Weil das im Lauf der Zeit zu immer mehr Problemen geführt hat, gibt es inzwischen Vorschriften, die ein Gerätehersteller einhalten muß damit er das Gerät verkaufen darf.

Ein Gerät, das sich selbst stört, ist natürlich in gewissem Sinn fehlkonstruiert, und man kann als Käufer kaum etwas dagegen unternehmen außer reklamieren. Bei einem Gerät, das andere stört, kann man nur einen Vorwurf daraus stricken wenn die erlaubten Grenzwerte überschritten werden, es also u.U. das CE-Zeichen zu Unrecht trägt. Falls es die Grenzwerte einhält muß man eher vom gestörten Gerät eine höhere Immunität fordern. Das bringt uns zum zweiten Punkt:

Störweg bzw. Störmechanismus:

Störquellen sind unbedeutend, wenn sie es nicht schaffen, das Audiosignal zu beeinträchtigen. Wenn man eine Störquelle nicht abschaffen kann, dann kann man versuchen, die Hifi-Anlage dagegen immun zu machen. Für die Immunität gibt es im Zusammenhang mit dem CE-Zeichen ebenfalls Vorschriften, bei deren Nichteinhaltung man ein Gerät nicht verkaufen darf.

Diese Vorschriften besagen, daß ein Gerät eine bestimmte Menge an vorhandenen Störungen verkraften muß, ohne zu versagen, und daß es bei den ans Stromnetz abgegebenen Störungen ein bestimmtes Limit nicht überschreiten darf. Als Nebeneffekt kann man so ungefähr abschätzen, mit welchem Ausmaß an Störungen im Stromnetz man als Gerätehersteller rechnen muß, und kann sein Gerät entsprechend auslegen. Eine geringfügige Beeinträchtigung der Audioqualität zählt noch nicht als Funktionsstörung, deswegen kann man nicht davon ausgehen, daß ein Gerät, das man kauft, völlig unempfindlich für Störungen ist, sondern nur daß es deswegen nicht aufhört korrekt zu funktionieren.

Es gibt zwei prinzipielle Wege, wie eine Störung in ein Gerät eindringen kann: Durch die Luft als elektromagnetische Welle, oder über ein angeschlossenes Kabel. Wir interessieren uns hier speziell über den Weg über das Netzkabel, und da interessiert und, auf welchem Weg im Gerät eine durch's Netzkabel hereinkommende Störung ins Audiosignal gelangen kann. Eine Betrachtung der typischen Netzteilschaltungen legt nahe, daß dort durch ohnehin vorhandene Filterung und Siebung solche Störungen ohnehin unterdrückt werden. Da Störungen durch den Gleichrichter ja auch schon intern erzeugt werden ist es ja nötig, schon intern eine gewisse Filterung vorzusehen. Ein externes Filter wäre da schon am falschen Platz. Ein weiterer Weg wäre durch eine nicht optimale Masseführung denkbar, wodurch ein Störsignal am Filter vorbei ins Audiosignal gelangen könnte. Masseführungen werden in Audiogeräten aber normalerweise sehr sorgfältig gemacht.

Wenn ein Gerät ein Problem mit der Störimmunität hat, so müßte zunächst bekannt sein welche Art von Störung das Problem verursacht, weil es kein Filter oder Zubehörgerät gibt das gegen alle Störungsarten zugleich hilft. Wenn ein Gerät auf Gleichspannungsanteile im Netzstrom empfindlich ist, so ist eine ganz andere Art von Abhilfe nötig als wenn eine Empfindlichkeit für Radiowellen besteht. Da nicht alle Störungen über's Netzkabel eingekoppelt werden, ist auch u.U. an ganz anderer Stelle anzugreifen.

Generell gilt daß man die Geräte nicht über einen Kamm scheren kann, daß also jedes Gerät eine gewisse Immunität hat, und man nicht davon ausgehen kann, daß Erfahrungen mit einem Gerät auf ein anderes übertragbar sind. Es wäre eine Aufgabe für die Tester von Produkten (hallo Fachzeitschriften, hört ihr zu? ), festzustellen ob irgendwelche Immunitätsprobleme existieren, also ob das Gerät bei bestimmten Arten von Störungen mit verminderter Audioqualität reagiert. Daraus kann man dann ableiten, welche externen Maßnahmen ggf. nötig sind oder Erfolg versprechen.

Beeinträchtigung des Audiosignals:

Nicht jede Störung, die auf das Audiosignal einkoppelt, verursacht auch eine merkliche Beeinträchtigung der Audioqualität. Zum Einen könnte der Einfluß einfach zu schwach sein, so daß er vielleicht meßbar, aber nicht mehr hörbar ist. Zum Anderen könnte er sich in ohnehin unhörbaren Frequenzbereichen abspielen, und die hörbaren Frequenzbereiche unbeeinflußt lassen. Ein unmoduliertes Rundfunk-Trägersignal hat z.B oft keine hörbaren Konsequenzen, erst wenn eine Modulation dazukommt (ein ausgestrahltes Programm), wird’s hörbar. Powerline-Modems haben z.B oft eine Modulation, die audiomäßig so wie Rauschen ist, sie verstärken dann also evtl. das Rauschen im Audiosignal ein wenig, aber erzeugen keine Klangverfärbungen.

Vorgehen beim Entstören von Anlagen:

Aus dem bisher gesagten sollte klar sein, daß man mit pauschalen Aussagen und Maßnahmen wenig ausrichten kann. Da Geräte ihre individuellen Eigenschaften bzgl. Immunität und Störungserzeugung haben, kann man die Erfahrungen mit einem Gerät nicht auf ein anderes übertragen, und da die vorhandenen Störungen nicht in jeder Wohnung dieselben sind, kann man sogar die Erfahrungen in einer Wohnung nicht unbedingt auf eine andere übertragen, selbst wenn die Anlage identisch sein sollte. Aussagen wie: „Netzkabel A klingt besser als Netzkabel B“ oder „Netzfilter X verbessert den Klang ihrer Anlage“ sind daher wertlos, weil zu pauschal. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle ändert sich durch den Einsatz solchen speziellen Zubehörs überhaupt nichts, sei es weil das Zubehör überhaupt keinen nennenswerten Effekt hat, oder weil keine entsprechende Störung vorhanden ist, oder weil eine vorhandene Störung nicht zum Unterdrückungsmechanismus des Zubehörteils paßt, und daher auch nicht verringert wird. Angesichts der Vielfältigkeit des Problems und der gezielten Desinformation, die hier betrieben wird, ist ein Erfolg oftmals reiner Zufall.

Ein planmäßiges Vorgehen fängt damit an, daß man sich überlegt: „Habe ich überhaupt ein Problem?“. Eine Anlage zu entstören, so daß sie auf der Höhe ihrer Möglichkeiten spielt, ist ein Detektivspiel. Zweifel am einwandfreien Zustand seiner Anlage hat wohl jeder schon einmal gehabt, aber als erstes sollte man vielleicht einzugrenzen versuchen, welche Anhaltspunkte für ein Störungsproblem es eigentlich gibt. Wer einen Mord aufklären will sollte sich vielleicht zuerst vergewissern, ob es überhaupt eine Leiche gibt. Es gilt, die heißen von den falschen Spuren zu trennen, und die Fakten von den Täuschungen.

Hilfreiche Indizien bzw. Fragestellungen können zum Beispiel sein:

o Spielt die Anlage zu verschiedenen Tageszeiten, oder Wochentagen, unterschiedlich gut? Kann man da ein Muster feststellen? Oder hat das Muster weniger mit der Anlage als damit zu tun, wie man gerade „drauf“ ist?
o Hängt der Klang irgendwie mit dem Betrieb anderer Geräte zusammen, also speziell: Gibt es ein bestimmtes Gerät, entweder in der Anlage selbst oder sonstwo im Haushalt, das den Klang verändert wenn es in Betrieb ist?
o Was geben die Laustprecher von sich, wenn die Anlage in Betrieb ist, aber nichts abgespielt wird? Ist es Rauschen, Brummen, Surren, oder kann man gar ganz leise ein Radioprogramm vernehmen? Neutrales gleichmäßiges Rauschen ist wahrscheinlich harmlos, falls nicht zu laut, aber etwas Anderes deutet auf eine Störquelle hin. Wenn sich die Lautstärke des Rauschens erhöht, sobald ein bestimmtes Gerät in der Umgebung eingeschaltet wird, ist das auch ein Indiz.
o Produziert die Anlage ein Knacken oder Klicken, wenn unbeteiligte Geräte in der Umgebung ein- oder ausgeschaltet werden?

Wenn die obigen Fragen keine Indizien ergeben, dann gibt’s sehr wahrscheilich auch keine Leiche, soll heißen der Einsatz zusätzlicher Entstörmittel wie geschirmter Netzkabel, Netzfilter o.Ä. wird sehr wahrscheinlich keine merkliche Wirkung haben, und man kann sich die Investition getrost sparen.

Falls obige Fragen tatsächlich Indizien zutage gefördert haben, dann ist entweder schon klar, wo der Schlingel sitzt, oder man kann mit den gewonnenen Erkenntnissen einen Fachmann „belästigen“, der einem entweder weitere Ermittlungen empfehlen kann, oder zu einem bestimmten Gegenmittel raten kann.An dieser Stelle kann es auch Sinn machen, sich probeweise ein paar verschiedene Filter zu besorgen, und in der Anlage auszuprobieren.

In aller Regel ist die Behebung eines auf diese Weise eingegrenzten Problems einfach und verhältnismäßig billig. Aufwändige und teure Lösungen sind höchstens in krassen Fällen nötig, und da wäre es oft besser, man würde die empfindlichen Komponenten einfach durch solche austauschen, die unempfindlich sind. Entgegen weitverbreiteter Ansicht ist es kein Qualitätsmerkmal für eine Audiokomponente, wenn sie besonders empfindlich auf Störungen reagiert, eher im Gegenteil. Die besonders sensible Diva ist ein Mythos, unempfindliche Diven können genauso schön singen. Der Hersteller eines Gerätes kann im Gerät bei der Konstruktion für Immunität für einen kleinen Bruchteil des Preises sorgen, den man als Endanwender für externe Filtermaßnahmen ausgeben müßte. Ein übermäßig empfindliches Gerät ist daher ein Zeichen für die Sorglosigkeit des Herstellers oder für seine Bereitschaft, Kompromisse zu machen.

Desinformation

Wenn ich daher Vergleichstests von Entstörungs-Zubehör in der Fachpresse mitkriege (normalerweise indirekt, weil ich die Desinformation nicht mitfinanzieren will), ganz zu schweigen von den Aussagen der Hersteller auf ihren Webseiten, dann fällt mir regelmäßig dabei einiges auf was mir nicht gefällt:

o Die Tests finden oft an einer „Referenzanlage“ statt, mit der impliziten Annahme, sie würde die Unterschiede besonders gut „auflösen“. Wenn sie das tatsächlich tut, gilt das als Bestätigung für die Qualität der Anlage, für mich aber bedeutet es daß die Anlage – bzw. ihre Komponenten – nicht ausreichend störungsimmun sind. Die ideale Referenzanlage wäre die, die schon ohne spezielles Zubehör sehr störungsimmun ist, und damit wäre sie für den Test von Entstörungs-Zubehör ungeeignet.

o Wenn eine getestete Entstörungs-Komponente besonders effektiv bei einer bestimmten Art von Störung wirkt, diese Art von Störung beim Test aber nicht aufgetreten ist, oder nicht zu den Störungsarten gehört, für die die Anlage empfindlich ist, dann wird der Test fälschlicherweise ergeben, daß die Komponente wirkungslos ist.

o Beim Test festgestellte klangliche Effekte werden oftmals direkt den getesteten Zubehörteilen zugeordnet, ungeachtet der Tatsache, daß der Effekt an einer andere Anlage oder auch bei einer anderen Störungssituation völlig verschieden sein kann, einschließlich der Möglichkeit daß die Komponente überhaupt keinen Effekt hat.

o Im Ergebnis des Tests wird dann eine Rangfolge zwischen einzelnen Komponenten festgestellt, ungeachtet der Tatsache daß die Unterschiede oft von vorn herein schon minimal gering sind, und zudem derart von den Umständen abhängig, daß ein anderer Test an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, mit einer anderen Anlage, oder mit anderen Testern zu einer ganz anderen Reihenfolge kommen müßte.

o Was man trotzdem als potenzieller Kunde nicht weiß ist, unter welchen Umständen denn welches Produkt an der eigenen Anlage eine Verbesserung erwarten läßt. Eine sinnvolle Hilfestellung für eine Kaufentscheidung ist so ein Test daher in aller Regel nicht, und es stellt sich folglich die Frage worin der Sinn dann bestehen soll.

Viel sinnvoller wäre es nach meiner Ansicht, wenn beim Test der normalen Hifi-Komponenten auch auf ihre Störimmunität geschaut würde. Beim Test einer Endstufe könnte man z.B. ein Radiosignal ins LS-Kabel einkoppeln und sehen wie der Verstärker damit fertig wird. Oder ins Netzkabel die Schaltfrequenz eines Schaltnetzteils einkoppeln, und schauen wieviel man davon im Lautsprechersignal noch findet. Das Ergebnis wäre wesentlich praxisgerechter: Wenn z.B. ein Verstärker empfindlich auf Einstrahlungen ins LS-Kabel ist, dann wird man den vielleicht eher nicht kaufen wollen, wenn man in der Nähe eines Radiosenders wohnt. Im Endergebnis käme dabei vielleicht sogar heraus, daß die Hersteller der Geräte schon von sich aus stärker auf Immunität erpicht sind. Entsprechend seltener käme es vor, daß man der Immunität mit teurem und zweifelhaftem Zubehör nachhelfen muß.

Und was durchaus ebenfalls herauskommen könnte ist, daß die heutigen Geräte zum Großteil bezüglich Immunität schon ganz gut sind, und daß die teuren Zubehörteile oftmals eher für's gute Gefühl als irgendeiner realen Verbesserung wegen eingesetzt werden.
richi44
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 24. Nov 2005, 18:25
Zu dem ausgezeichneten Artikel mal uneingeschränkte Gratulation. Ich möchte aber noch zwei Punkte ins Spiel bringen:
Erstens ist es seit alters her so, dass man elektrische Störer entstört und nicht die Entstörung bei der Anlage vornimmt. Es macht Sinn, bei einem Haartrockner einen einfachen Störschutzkondensator (im Minimum) einzusetzten, der damit die Funkenstörungen des Kollektors aus dem Netz fern hällt. Meistens sind die Dinger schon recht gut entstört und wenn halt eins "aus der Reihe tanzt", weil sein Störschutz defekt ist, so ist ein Ersatz des Kondensators keine Welt und auch ein neues Gerät wäre kein Weltuntergang.
Und mit dieser Massnahme macht man nicht nur sich, sondern auch allen Nachbarn eine Freude, denn da stört mein Haartrockner auch.

Das zweite Kapitel ist die Schutzerdung. Diese hat primär den Sinn, dass man sich keinen elektrischen Schlag holt, wenn mal ein Gerät defekt ist. Da fliegt einfach die Sicherung raus. Aber es gibt eine zweite Sicht dazu. Wenn man beispielsweise einen PC am Netz betreibt, so ist dieser wegen des Schaltnetzteils und den daraus entstehenden Störungen mit einem integrierten Netzfilter ausgerüstet. Dieses verhindert nicht, dass Störungen in den PC gelangen, sondern dass Störungen vom PC ins Netz abgegeben werden (das Filter kann eben beides). Dabei werden die Störungen auf das Gerätechassis (Masseanschluss des Netzfilters) geleitet. Wenn nun der PC mittels Schuko an der Erde hängt (wobei diese leider meist etwas dürftig ist), werden die Störungen auf Erde abgeleitet. Ist er aber nur zweipolig angeschlossen (und auch andere störenden Geräte), so kann das Netzfilter praktisch nichts erreichen. Im Gegenteil. Jetzt sind alle Störungen auf der recht grossen metallenen Gehäusefläche, welche als Sendeantenne wirkt. Mit allen Kabeln und eben dem Gehäuse strahlt unser PC munter in der Gegend rum. Und da er ja (möglicherweise) mit an der Anlage hängt, kommen alle Störungen direkt in dieAnlage, ohne Umweg übers Netz.

Wenn man also beispielsweise Probleme mit billigen Elektrogeräten hat, so sollte man diese austauschen. Und wenn der PC oder die Mikrowelle oder sonst ein "highendiges" Gerät stört, sollte man mal die ganze Verkabelung im Hinblick auf eine Erdung überprüfen (lassen). Wenn man die Stromverteilung der Anlage sternförmig (alles ab einer Steckdose) plant, kann es auch keine Probleme mit Masse- und Brummschlaufen geben.
rw2
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 13. Mrz 2006, 14:41
Ich glaube, man muß hier zwischen grundsätzlich unterschiedlichen "Störungen" unterscheiden. Wenn mein Fön in der Anlage zu hören ist, dann werde ich sicher nicht anfangen, die Anlage zu optimieren, sondern den Fön.

"Störungen" aus dem Stromnetz (egal welcher Art) kann man in seiner Wohnung manchmal noch beheben, wenn aber der liebe Nachbar diverse Dimmer betreibt, die "stören", dann tut man sich schon schwerer. Wenn solche Störungen dann noch innerhalb der von der Norm festgelegten Grenzwerte liegen, dann hilft einem das auch nur bedingt.

Bevor man sich irgendein solches Zusatzgerät zulegt, kann ich jedem nur empfehlen, es sich zuhause an der eigenen Anlage anzuhören. Wenn man keinen Unterschied hört, kann man sich die Ausgabe sparen. Sollte sich ein Unterschied ausmachen lassen, muß jeder für sich entscheiden, ob er das Geld ausgeben will.

Blind nach Testbereichten kaufen, macht ja wohl hoffentlich niemand mehr...
fratz
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 10. Mai 2006, 12:07
....vielen lieben dank, genau zu dieser thematik
hatte ich einige fragen,die jetzt aber ausnahmslos beantwortet sind.
grüße jürgen
Xaver_Koch
Inventar
#6 erstellt: 07. Jun 2006, 14:29
@ pelmazo
Danke für den sehr ausführlichen und kompetenten Beitrag!


@ rw2
Besser kann man es nicht zusammenfassen.
sirb
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 29. Dez 2007, 14:55
Hallo Pelmazo,

ein prima Vortrag. Was hältst du von der eine doppelwandler USV vor die Kette zu schalten?

Diese Sorte USVs baut den Sinus bei 230v und 50Hz komplett neu auf. Unabhängig was aus dem Netz geliefert wird.

Netter Gruß,
Micha
pelmazo
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 29. Dez 2007, 17:25

sirb schrieb:
Diese Sorte USVs baut den Sinus bei 230v und 50Hz komplett neu auf. Unabhängig was aus dem Netz geliefert wird.


Wenn sie den Sinus besser als den Netzsinus generieren will, also mit weniger Verzerrungen, dann ist das nicht billig. Die meisten USVs werden deutlich mehr Oberwellen produzieren als im Netz normalerweise auftreten. Dazu kommt bei der Doppelwandlertechnik noch der unvermeidliche Energieverlust, denn die Dinger haben nun einmal nicht 100% Wirkungsgrad.

Man sollte sich fragen was man damit erreichen will. Der Sinn einer USV liegt hauptsächlich darin (wie der Name sagt), Unterbrechungen in der Stromversorgung zu überbrücken. Bei mir treten die aber nicht oft genug auf um daraus ein Problem für die Hifi-Anlage werden zu lassen. Ob daneben noch ein positiver Effekt auf die Stromqualität zu bemerken ist hängt stark vom Gerät ab, und ob dadurch eine Klangverbesserung der Anlage resultiert kann man getrost bezweifeln.

Mir wäre das zu viel Kosten für etwas, das die Situation ebenso gut verschlimmern wie verbessern kann, wenn sich überhaupt was ändert.

Statt Dich zu fragen ob eine USV was bringen könnte fragst Du Dich besser: Habe ich ein Problem in der Anlage, und wenn ja, welches?
seysa
Stammgast
#9 erstellt: 20. Okt 2008, 15:28
Hallo pelmazo oder auch die anderen,

ich nutze in meiner Wohnung das Devolo Dlan Kit.
Seit ein paar Tagen bin ich besitzer der Logitech z5500 Surround Anlage.
Jedenfalls sind mir ziemlich laute Knackgeräusche aus meinem Subwoofer aufgefallen und nach langer Recherche bin ich als Ursache auf mein Dlan gekommen. Dann habe ich es aus der Steckdose entfernt und siehe da die Geräusche waren weg.
Nun habe ich ausprobiert, ob diese Geräusche immernoch auftauchen, wenn ich andere Steckdosen in der Wohnung für mein Dlan nutze, auch andere Zimmer, und tatsächlich ist es so.
Jetzt bin ich natürlich verzweifelt, ich möchte weder auf die Anlage noch auf mein Liebgewonnenen Dlan verzichten.

Ich hoffe auf ein Paar Experten-Tipps

Bitte hilft mir, ich bin verzweifelt.

Viele Grüße
seysa


[Beitrag von seysa am 20. Okt 2008, 15:34 bearbeitet]
pelmazo
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 20. Okt 2008, 15:48
Bei den Logitech-Systemen hört man immer wieder von Problemen mit Störungen. Du kannst ja mal das Forum daraufhin durchforsten. Das scheint auch in Fällen aufzutreten, in denen kein Power-LAN im Spiel ist. Offenbar hat man bei Logitech mit dem Thema Störempfindlichkeit so seine liebe Not.

Darum wäre mein erster Weg der zu Logitech. Es kann nicht angehen daß man solche Probleme auf die Kunden (oder die Foren) abwälzt. Die sollen gefälligst bessere Produkte machen, und dafür brauchen sie anscheinend Druck.
seysa
Stammgast
#11 erstellt: 20. Okt 2008, 16:17
Ich habe es leider gebraucht gekauft und habe somit keine Garantie mehr drauf. Aber eine Reklamation würde ja dann auch nichts bringen, da es ja ansscheinend kein defekt sondern eine Fehlproduktion ist.
Ich möchte mich auch ungernen von diesem Gerät trennen, ansonsten habe ich ja auch keine Probleme damit.

Vielleicht hat ja jemand noch einen Insidertipp für mich.
Gibt es denn nicht Netzfilter oder ähnliches, die ich zwischen subwoofer und Steckdose stecken kann?
Uwe_Mettmann
Inventar
#12 erstellt: 20. Okt 2008, 23:14

pelmazo schrieb:
Darum wäre mein erster Weg der zu Logitech. Es kann nicht angehen daß man solche Probleme auf die Kunden (oder die Foren) abwälzt. Die sollen gefälligst bessere Produkte machen, und dafür brauchen sie anscheinend Druck.

Hallo ,

das sehe ich genauso. Das ist ein Mangel, den Logitech im Rahmen der Gewährleistung kostenlos in Ordnung bringen muss. Es gibt Anforderungen bezüglich der Störfestigkeit, die das Soundsystem einhalten muss, damit es überhaupt in Europa verkauft werden darf. Diese Anforderungen finden sich in der Norm EN 55020. In dieser Norm wird ein Test mit einer Beaufschlagung des Netzeingangs mit 3 V und des Cincheingangs mit 1 V HF-Signalen gefordert. Der HF-Pegel des D-Links ist von diesen Pegeln weit entfernt, so dass ganz klar ist, dass das Soundsystem die Norm nicht erfüllt.

Bevor Du Dich mit Logitech auseinandersetzt, erkundige Dich bei der Bundesnetzagentur (hier oder hier} und lasse das bei dem Gespräch mit Logitech durchblicken. Die wären schön blöd, Dich dann abzuwimmeln, denn wenn die Bundesnetzagentur das weiter verfolgen würde, könnte Logitech Probleme bekommen.


Gruß

Uwe


[Beitrag von Uwe_Mettmann am 20. Okt 2008, 23:15 bearbeitet]
seysa
Stammgast
#13 erstellt: 21. Okt 2008, 08:44
Erstmal Danke für die netten Antworten!

Ich möchte Dank eurer Motivation etwas dagegen unternehmen.
Und wie genau soll ich jetzt dagegen am besten vorgehen, soll ich Logitech einen Brief schreiben und mich auf die Norm und die Bundesnetzangentur beziehen, oder besser Logitech anrufen, wenn ja wo? Ich lande doch bestimmt nicht bei autorisierten Mitarbeitern oder habt Ihr eine bessere Idee?

Danke für Eure Unterstützung.
Uwe_Mettmann
Inventar
#14 erstellt: 22. Okt 2008, 01:27
Haben wir das nicht geschrieben? Ich schlage vor, zuerst bei der Bundesnetzagentur anzurufen (erstes hier) und denen den Fall zu schildern. Ganz wichtig ist, die darauf hinzuweisen, dass Dein Gerät kein Einzelfall ist und dass Knackstörungen und Radioempfang bei dem Z-5500 wohl häufiger auftreten. Wenn Du Glück hast, sind die sehr interessiert. Wenn Du Pech hast, verweisen die Dich auf die Nummer vom Störungsdienst (zweites hier). Dann rufe halt dort an. Vielleicht bekommst Du so Informationen, die Du im Gespräch mit Logitech verwenden kannst.

Anschließend rufst Du bei Logitech an und lässt in dem Gespräch nebenbei durchblicken, dass Du mit der Bundesnetzagentur gesprochen hast. Verlange, dass Dein Z-5500 in Ordnung gebracht wird.

Egal ob Dir nun das Gespräch mit der Bundesnetzagentur bei Logitech hilft oder nicht, vielleicht bekommt Logitech dadurch etwas Ärger. Die Bundesnetzagentur ist zuständig für die Marktüberwachung. Die kaufen in Geschäften Geräte ein und prüfen ob die EMV-Anforderungen eingehalten werden. Vielleicht werfen sie dabei dann mal ein Auge auf Logitech-Produkte.



Gruß

Uwe
seysa
Stammgast
#15 erstellt: 22. Okt 2008, 08:49
Stimmt so ähnlich hattest Du es schon geschrieben aber vielen Dank dafür.
Ich werde mich dann die Tage darum kümmern. Mal sehen was passiert, ich bin gespannt.
seysa
Stammgast
#16 erstellt: 24. Okt 2008, 16:43
Habe mit Logitech telef. und die Sache geschildert, ebenso die Bundesnetzagentur erwähnt.
Der Mitarbeiter war sehr unfreundlich zu mir und meinte ich solle vorsichtig mit den Aussagen wie nicht Normgerecht usw sein. Er möchte jetzt etwas schriftiches von mir haben.
Ich werde ausführlich mit der Bundesnetzagentur darüber sprechen und evtl. von denen diese Anlage mal genauer kontrollieren lassen.
Im Internet ist die nicht Normgerechte Abschiermung eigentlich bekannt, ich lese nichts anderes. Dennoch behauptet der Mitarbeiter, dass ihm solche Fälle nicht bekannt sind.
pelmazo
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 24. Okt 2008, 18:06
Das wird interessant zu verfolgen sein. Bitte halte uns auf dem Laufenden, vielleicht können wir in dieser Sache auch noch weiterhin helfen. Daß Logitech von Störungsempfindlichkeiten ihrer Surround-Systeme noch nichts gehört haben will deutet nicht gerade auf offene Ohren dort hin. Mir scheint die probieren das Problem auszusitzen.

Im Extremfall müßte man vielleicht auch mal versuchen die Fachpresse zu interessieren. Das kann man sich aber für den Fall vorbehalten wenn sie sich stur stellen.
Uwe_Mettmann
Inventar
#18 erstellt: 25. Okt 2008, 11:56
Ja interessant, halte uns bitte auf dem Laufenden.


seysa schrieb:
Er möchte jetzt etwas schriftiches von mir haben.

Sei bei der Formulierung vorsichtig mit absoluten Aussagen. Falls Du schreiben möchtest, dass das Logitech-Teil die Normen nicht einhält, schreibe "liegt die Vermutung nahe" oder "vermutlich". Das ist wichtig, weil die Dich sonst festnageln können und Du persönlich kannst ja nicht nachweisen, dass das Teil die Normen nicht einhält.

Ich würde denen aber gar nichts schreiben, denn bei Logitech wirst Du wahrscheinlich nichts erreichen.



seysa schrieb:
Ich werde ausführlich mit der Bundesnetzagentur darüber sprechen und evtl. von denen diese Anlage mal genauer kontrollieren lassen.

Ja, mache dies. Da gibt es zwei Möglichkeiten. Die überprüfen die gesamte Anlage bei Dir zu Hause oder nur das Logitech-Teil bei denen im Labor. Wahrscheinlich wird aber das erstere der Fall sein. Frage vorsichtshalber nach, ob Kosten auf Dich zukommen können. Ich denke aber, dass das nicht der Fall sein wird.


Gruß

Uwe
cr
Inventar
#19 erstellt: 05. Okt 2011, 15:49
Hier nochmals ein aktueller Beitrag von Pelmazo aus einem anderen Thread, auch wenn er sich tw. mit dem ersten Posting überschneidet:

Überhaupt ist der ganze Thread relativ interessant und die Konklusio ist, dass Netzfilter in den meisten Fällen nicht den gewünschten Effekt bringen (können):
http://www.hifi-foru...m_id=29&thread=11986




Das Problem ist bei solchen Sachen leider, daß der ungefähr gleiche Effekt von sehr unterschiedlichen Ursachen und Wirkungsmechanismen herkommen kann, die man oft noch nicht einmal als Fachmann, geschweige denn als Laie, so recht auseinander halten kann. Entsprechend schwierig kann's daher auch mit den Gegenmaßnahmen werden.

Wenn man Ferndiagnose betreibt, oder eher generelle Antworten geben will, dann läuft's zwangsweise eher auf Daumenregeln und Erfahrungswerte hinaus, und ob das sich im konkreten Problemfall bewahrheitet oder nicht, steht dahin.

Für einen ersten Überblick sollte man sich die verschiedenen Mechanismen ansehen, über die es zu Störungen kommen kann:

Die Störung kann über unterschiedliche Massepotenziale entstehen
Die Störung kann über induktive Kopplung entstehen
Die Störung kann über kapazitive Kopplung entstehen
Die Störung kann als moduliertes Hochfrequenzsignal über angeschlossene Kabel ins Gerät gelangen, und dort demoduliert werden
Die Störung kann als moduliertes Hochfrequenzsignal über die Luft (als Funksignal) ins Gerät gelangen, und dort ebenfalls demoduliert werden.

Weil diese Mechanismen verschieden sind, sind auch die Maßnahmen verschieden, die dagegen helfen. Weil man ohne teure Meßtechnik oft nicht rauskriegt, welcher Mechanismus vorliegt, ist es oft so daß man dem Mechanismus indirekt dadurch auf die Spur kommt, daß man Gegenmaßnahmen ausprobiert, und aus deren Funktionieren bzw. Nichtfunktionieren darauf schließt was die Ursache gewesen sein müßte.

Dazu muß man aber ein bißchen was von der Sache verstehen. Ein paar allgemeine Faustregeln können dafür schon einmal ein Anfang sein:

Induktive und kapazitive Kopplungen sind ausgesprochene Naheffekte. Der Störer und das Störopfer müssen sich ziemlich nahe sein, und schon relativ geringe Distanzvergrößerungen verkleinern das Problem beträchtlich. Ein Beispiel dafür ist das Streufeld eines Trafos, das ein benachbartes Gerät (z.B. im Stapel darüber oder darunter) stört - eine induktive (Brumm-)Störung. Schon ein paar cm mehr Abstand können sich da deutlich bemerkbar machen.

Der gleiche Effekt kann auch von Kabel zu Kabel stören, wenn das Störerkabel und das Störopfer-Kabel über längere Distanz sehr dicht nebeneinander laufen. Für die übliche "wilde" Verkabelung hinter dem Rack ist das kein Problem, aber wer Stromkabel und Signalkabel im gleichen Kabelkanal oder Rohr über mehrere Meter nebeneinander führt kann davon betroffen sein. Das kann sowohl kapazitiv als auch induktiv koppeln, wobei die hohen Frequenzen besser kapazitiv koppeln, und die niedrigen besser induktiv.

Die beste und einfachste Gegenmaßnahme gegen induktive oder kapazitive Kopplung ist Distanz. Umgekehrt kann man schlußfolgern, daß wenn ein bißchen größere Distanz schon hilft, daß es dann wohl induktive oder kapazitive Kopplung gewesen sein wird.

Die Störung über unterschiedliche Massepotenziale ist das klassische Brummschleifenproblem. Es erzeugt aber nicht unbedingt nur Brummen, sondern kann auch für Knackser verantwortlich sein. Das kommt dann aber nicht daher, daß es einen Schaltfunken irgendwo gibt, sondern es kommt davon daß irgendwo eine große Last geschaltet wird, die sich auf das Massenetz auswirkt. Sowas kriegt man am besten dadurch in den Griff daß man sich ansieht (oder schematisch aufmalt) wie die Masseverbindungen, einschließlich Antennen und Schutzleiter, in und um die Anlage aussehen. Dann kann man zielgerichtet durch strategisches Auftrennen damit experimentieren welchen Weg die Störströme nehmen.

Die modulierte Hochfrequenz ist eher das was bisher im Thread hier diskutiert wurde. Die kann über die Verkabelung ins Gerät kommen, oder direkt als Funksignal ins Gehäuse dringen. Einmal drin, muß auch noch die Elektronik darin für solche Störungen empfindlich sein. Das ist beileibe nicht immer der Fall. Wenn, dann ist jedoch immer eine Demodulation im Spiel, denn die Hochfrequenz selbst ist unhörbar. Demodulation heißt daß zeitliche Änderungen des Hochfrequenzsignals aus diesem extrahiert werden und als hörbares Signal wirksam werden. Das passiert besonders leicht bei amplitudenmodulierten Funksignalen. Das Handy-Funksignal ist zum Beispiel gepulst, das ist quasi die ultimative Amplitudenmodulation. Wird so etwas demoduliert, dann resultiert das wohl vielen Leuten bekannte tackernde Geräusch.

Die Demodulation ist ein unbeabsichtigter Nebeneffekt, der in vielen elektronischen Schaltungen in der einen oder anderen Form passiert. Demodulation von amplitudenmodulierten Funksignalen kann ja schon durch eine Diode passieren, wie man von den alten Detektorempfängern weiß. Dioden oder andere Detektoren gibt's aber in realen Schaltungen immer.

Die meisten Audiogeräte haben ein Blechgehäuse, das einen gewissen Schutz bietet vor Störungen, die über Funkwellen hineinkommen. Leider funktioniert dieser Schutz mit höherer Frequenz immer schlechter. Das hat mit der Wellenlänge der Funksignale zu tun. Wenn es in einem Gehäuse eine Öffnung gibt, und sei es nur ein ganz schmaler Schlitz, wie z.B. die Fuge zwischen Deckel und Boden des Gehäuses, dann kommen Funksignale durch, deren Wellenlänge zur Länge der Öffnung paßt.

Traditionell waren die schlimmsten Störer die Radio- und Fernsehsender, und deren Wellenlängen sind im Bereich von einem Meter oder mehr. Mit den Handies, WLAN & Co. hat sich das aber geändert. Hier herrschen Wellenlängen von 10 cm aufwärts vor, und dagegen sind die typischen Blechgehäuse üblicher Audiokomponenten kein besonders wirksamer Schutz.

Die Gehäuseschirmung nutzt aber wenig, wenn die Störungen über die Kabel ins Gerät kommen. Bei den kurzen Wellenlängen kann es passieren, daß ein paar cm Kabel außen als Antenne wirken, und die HF ins Gerät transportieren, und innen wird das Signal dann wieder abgestrahlt, von einem ebenso kurzen Leitungs-Stummel.

Will man so etwas ausschließen, dann muß man an jeder Steckverbindung filtern. Wichtig ist es dabei, daß die Filterung unmittelbar am Eintritt ins Gerät passiert, und daß sowohl gegen störende Ströme als auch Spannungen gefiltert wird, also ein sog. Pi-Filter oder T-Filter. Der Grund liegt darin, daß bei solchen kurzen Wellen sich auf einer Leitung Stromknoten und Spannungsknoten abwechseln, und ein Spannungsfilter (Kondensator) wirkt am Stromknoten nicht, während ein Stromfilter (Induktivität) am Spannungsknoten nutzlos ist. Nur beides zusammen wirkt immer.

So wird's aber bei vielen Hifi-Geräten nicht gemacht. Dazu müßte man die Massekontakte der Cinch-Buchsen direkt und rundum mit dem Gehäuse verbinden, es ist aber billiger die Masseverbindung erst auf der Platine zu machen. Außerdem hätte das Konsequenzen, die mit der Masseführung zur Vermeidung von Brummschleifen oftmals im Konflikt sind. Zudem würde das bei den Kabeln selbst, in Form von einer vernünftigen Schirmung, weitergehen müssen, und da wird bekanntlich auch viel Murks angeboten.

Beim Rumprobieren zwecks Problembehebung bietet sich an, die Kabel abzustecken, um zu sehen ob der Handy-Störtest Unterschiede zutage fördert, aus denen man schließen kann ob die Störung über's Kabel oder über die Luft reinkommt. Ist es die Luft, müßte man die Gehäuseabdichtung pimpen. Ich schätze aber daß es öfter die Kabel sein werden. In dem Fall ist die Frage, ob sich das mit vertretbarem Aufwand pimpen läßt, denn der konstruktive Eingriff ins Gerät ist nicht ganz trivial. Im Grunde ist das Problem der unsymmetrischen Übertragung geschuldet, denn bei der symmetrischen Übertragung hätte man den Konflikt zwischen Brummschleifen-Vermeidung und korrekter HF-Schirmung nicht.

Ich hoffe ich habe mit dem Aufsatz ein bißchen Einblick verschaffen können.

________
Gruß
pelmazo
Cyberandi
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 17. Mrz 2012, 00:21
reiner Sinus-Spannungswandler 12 auf 230 Volt stört Radioempfang.
Ist das normal?
cr
Inventar
#21 erstellt: 17. Mrz 2012, 00:59
Wenn das Radio nur eine Zimmerantenne hat, ist das möglich.
Cyberandi
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 17. Mrz 2012, 01:42
Es ist ein Radiorecorder aus den frühen 80-er Jahren, desweiteren wollte ich fragen ,ob ich an diesem "pure Sinus" Spannungswandler von Solartronics auch mein altes Röhrenradio von 1960 bedenkenlos betreiben kann?
Uwe_Mettmann
Inventar
#23 erstellt: 17. Mrz 2012, 17:20
Wenn der Spannungswandler einen reinen Sinus liefert, gibt es keinerlei Bedenken den alten Radiorecorder daran zu betreiben.

Natürlich kann so ein Spannungswandler den Radioempfang dennoch stören. Die Grenzwerte für die Störaussendungen sind so ausgelegt, dass es in der Regel keine Probleme mit Störungen gibt und die Entstörmaßnahmen in den Geräten nicht extrem teuer werden. Man geht davon aus, dass in einer Entfernung von 10 m kein Empfangsgerät gestört werden darf. Dies ist der Fall, wenn eine ordentlich installierte Antennenanlage vorhanden ist. Geräte die direkt neben der Störquelle betrieben werden, können somit gestört werden.


Gruß

Uwe
soundrealist
Gesperrt
#24 erstellt: 17. Dez 2014, 16:33
Über einige Umwege (bzw. Modi-Tip) bin ich aus gegebenem Anlass auf diesen sehr interessanten Thread hier gestoßen.

Da hier sehr viele Möglichkeiten für eine Störung aufgezeigt werden, ist es wichtig - wie hier ja auch schon mehrfach beschrieben - bei der Fehlersuche gezielt und strukturiert vorzugehen. Das herausziehen von Audioverbindungen, von Netzkabeln oder das Verschieben von Geräten, die möglicherweise im dierketen Umfeld über die Luft einstreuen, hilft hierbei recht gut, zuerst einmal den Störenfried und das betroffene Gerät zu lokalisieren (soweit nicht der Nachbar oder andere außerhäuslichen Ursachen verantwortlich sind.)

Um nun aber weiter in die Tiefe zu gehen, fände ich es hilfreich, wenn man über die Art des Störgeräusches ergänzende Eingrenzungen vornehmen könnte.
Einige wurden ja bereits schon grob umrissen, längst aber noch nicht alle. Daher möchte an dieser Stelle die gängigsten zusammenfassen.


- Brummton (Strom/Netz/Masse)

- "windähnliches" Pfeifen, mit unregelmäßiger, ständig wechselnder Frequenz

- verstärktes Rauschen

- hochfrequenter Ton

- Knack- oder Schaltgeräusche im LS

Es wäre toll, wenn die Technik-Profis unter uns hier ein paar ergänzende Schlagworte anhängen könnten (so wie beim Beispiel Brummton)

Vielleicht sogar - falls zu beheben - ein geeignetes "Hausmittelchen" nennen, oder einen laienverständlichen Hinweis wie "Defekt/Werkstatt" oder sogar "Fehlkonstruktion Störquellengerät" bzw "Fehlkonstruktion Problemgerät" anhängen.

Und eine weitere Sache gilt es unbedingt noch zu besprechen. Nämlich Ursachen für unlogische Fehlerbilder.

Was ist darunter zu verstehen ?

Zunächst sollte man davon ausgehen, daß mit der Deaktivierung der Störquelle auch der Fehler nicht mehr auftreten dürfte.
Leider ist dies jedoch nicht grundsätzlich so.

Aktuelles Beispiel: Meine Soundbar = Alle Signalverbindungen sind gekappt und nur der Strom-Stecker der Soundbar steckt in der Steckdose. Wenn jetzt der Verstärker ebenfalls mit dem Stromnetz verbunden wird, entsteht ein "windähnliches Pfeifen".

Logisch betrachtet müsste das Geräusch weg sein, wenn man den Verstärker wieder komplett vom Netz trennt. Das ist aber nicht der Fall.


Was also sind mögliche Ursachen für derart unlogische Fehlerbilder ?? So etwas richtig einordnen zu können halte ich für extrem wichtig, da man sich sonst unter Umständen zu Tode sucht.

Was ebenfalls mal sehr hilfreich wäre: Eine Auflistung von problemlösendem Zubehör und dazu jeweils eine allgemein verständlichen Beschreibung, für was die einzelnen Dinger überhaupt da sind. So wurde beispielsweise schon oft zum Thema Netzfilter erläutert, waß diese alles nicht können.
Wofür man diese aber tatsächlich brauchen kann, hat sich mir leider noch immer nicht so recht erschlossen.


[Beitrag von soundrealist am 17. Dez 2014, 16:46 bearbeitet]
Hörschnecke
Inventar
#25 erstellt: 17. Dez 2014, 20:14
Schon die normalen Netzschwankungen sind nicht ohne. Letzte Woche habe ich z.B. an einer unbelasteten Steckdose hier bei mir folgenden Verlauf gemessen und aufgezeichnet:

Netzspannung-20141217
Uwe_Mettmann
Inventar
#26 erstellt: 18. Dez 2014, 00:53

soundrealist (Beitrag #24) schrieb:
Um nun aber weiter in die Tiefe zu gehen, fände ich es hilfreich, wenn man über die Art des Störgeräusches ergänzende Eingrenzungen vornehmen könnte.
Einige wurden ja bereits schon grob umrissen, längst aber noch nicht alle. Daher möchte an dieser Stelle die gängigsten zusammenfassen.


- Brummton (Strom/Netz/Masse)

Siehe hier und hier
Selten aber auch möglich ist die Einstrahlung eines DECT-Telefons.


- "windähnliches" Pfeifen, mit unregelmäßiger, ständig wechselnder Frequenz

Oft Masseschleife, dadurch fließt ein Teil der Gerätestromversorgung über die NF-Verkabelung. Abhilfe Auftrennung der Masseschleife z.B. durch einen Ground-Loop-Isolator in der NF-Verbindung. Je nach Anlagenkonstellation gibt es viele verschiedene Abhilfemöglichkeiten.


- Knack- oder Schaltgeräusche im LS

Ursache ist der Abreißfunken beim Ausschalten von Verbrauchern oder Lampen. Tritt das bei nur einem Verbraucher oder einer Lampe auf, ist der entsprechende Schalter auszutauschen. Tritt es bei mehreren Schaltern auf, so kann können gut geschirmte NF-Kabel (beidseitig aufgelegter Schirm) Abhilfe bringen. Manchmal helfen auch Netzfilter, aber nicht alle, daher verschiedene ausprobieren. Auch hier muss für die Anlagenkonstellation die richtige Lösung gefunden werden.


Aktuelles Beispiel: Meine Soundbar = Alle Signalverbindungen sind gekappt und nur der Strom-Stecker der Soundbar steckt in der Steckdose. Wenn jetzt der Verstärker ebenfalls mit dem Stromnetz verbunden wird, entsteht ein "windähnliches Pfeifen".

Logisch betrachtet müsste das Geräusch weg sein, wenn man den Verstärker wieder komplett vom Netz trennt. [b]Das ist aber nicht der Fall.

Soundbar ist defekt.

Noch ein Thread zum Thema Netzstörungen: Klick mich


-------

Hörschnecke (Beitrag #25) schrieb:
Schon die normalen Netzschwankungen sind nicht ohne. Letzte Woche habe ich z.B. an einer unbelasteten Steckdose hier bei mir folgenden Verlauf gemessen und aufgezeichnet:

Das sind doch nur Schwankungen im Bereich von +/-2%. Da die Stromversorger nur eine Konstanz von +/-10% garantieren, darf kein Gerät mit den 2% Probleme haben.

Was aber auffällt ist, dass die Spannung grundsätzlich um 10 V zu hoch ist. Bist du sicher, dass dein Messgerät korrekt kalibriert ist?


Gruß

Uwe
Hörschnecke
Inventar
#27 erstellt: 18. Dez 2014, 01:33

Uwe_Mettmann (Beitrag #26) schrieb:


Hörschnecke (Beitrag #25) schrieb:
Schon die normalen Netzschwankungen sind nicht ohne. Letzte Woche habe ich z.B. an einer unbelasteten Steckdose hier bei mir folgenden Verlauf gemessen und aufgezeichnet:

Das sind doch nur Schwankungen im Bereich von +/-2%. Da die Stromversorger nur eine Konstanz von +/-10% garantieren, darf kein Gerät mit den 2% Probleme haben.

Was aber auffällt ist, dass die Spannung grundsätzlich um 10 V zu hoch ist. Bist du sicher, dass dein Messgerät korrekt kalibriert ist?


Ja, die Kalibrierung ist ok. Eine Gegenprobe mit einem Digitalvoltmeter zeigt 240 VAC, wenn die kontinuierliche Messung bei 241 VAC ist. Glaubst Du, daß die durchschnittliche Spannung in Deutschland tatsächlich 230VAC ist?? Im Jahresmittel bin ich davon weit entfernt:

Netzschwankung-2014


[Beitrag von Hörschnecke am 18. Dez 2014, 01:41 bearbeitet]
Uwe_Mettmann
Inventar
#28 erstellt: 18. Dez 2014, 02:35

Hörschnecke (Beitrag #27) schrieb:
Glaubst Du, daß die durchschnittliche Spannung in Deutschland tatsächlich 230VAC ist?? Im Jahresmittel bin ich davon weit entfernt:

Bei den Messungen, die ich bisher gemacht habe, passte es mit den 230 V in etwa. Das hängt aber wohl auch damit zusammen, wie weit man vom Mittelspannungstrafo entfernt wohnt. Ist die Entfernung gering, ist eine etwas höhere Spannung durchaus denkbar.


Gruß

Uwe
soundrealist
Gesperrt
#29 erstellt: 18. Dez 2014, 18:06
Alle die es noch nicht getan haben: Bitte unbedingt auf die kleinen "hier"- Pfeilchen in den Posts von Uwe Mettmann drücken. Ganz sicher für jeden Anlagenbesitzer von höchstem Interesse und so auch nicht immer ohne weiteres über die normale Suchfunktion zu finden (ohne passende Schlüsselworte) Keine Angst, der Umfang hält sich in einem überschaubaren Rahmen, alles ist sehr gut verständlich und eindrucksvoll erklärt.

Allerwärmstens zu empfehlen !!!!!
Hörschnecke
Inventar
#30 erstellt: 30. Jan 2015, 19:08
Offenbar gibt es neben den Netzschwankungen im Tagesverlauf auch auf der großen Zeitskala des Jahresverlaufs Schwankungsmuster.

Die auffallendste Häufung von hohen Spannungen (max. 245V) trat hier um Weihnachten herum auf. Mag sein, daß das noch im Rahmen des Zufalls liegt, aber da das Land in diesen Tagen im Ausnahmezustand und z.B. "Festbeleuchtung" eine von vielen geänderten Verhaltensweisen ;-) ist, darf man da schon einen Zusammenhang vermuten:

Weihnachts-Peak
soundrealist
Gesperrt
#31 erstellt: 30. Jan 2015, 20:18
245 V ??? Kommt man da nicht schon in einen Bereich, der für manche Geräte gefährlich sein kann (Überspannung) ?


[Beitrag von soundrealist am 30. Jan 2015, 20:19 bearbeitet]
Uwe_Mettmann
Inventar
#32 erstellt: 30. Jan 2015, 20:48

soundrealist (Beitrag #31) schrieb:
245 V ??? Kommt man da nicht schon in einen Bereich, der für manche Geräte gefährlich sein kann (Überspannung) ? :.

Nein, Geräte müssen für einen Spannungsbereich von 207 bis 253 V ausgelegt sein.

Die Spannung bei Hörschnecke ist zwar grundsätzlich etwas hoch, aber die Schwankungen liegen, wenn man mal von den paar Ausreißern absieht, mit +/- 2% im absolut grünen Bereich.


Gruß

Uwe


[Beitrag von Uwe_Mettmann am 30. Jan 2015, 20:49 bearbeitet]
soundrealist
Gesperrt
#33 erstellt: 30. Jan 2015, 20:55
War das auch so, als noch 220 V anstelle der heute üblichen 230 V deklariert war ? Viele dieser Geräte sind ja bis heute im Einsatz.


[Beitrag von soundrealist am 30. Jan 2015, 20:55 bearbeitet]
Uwe_Mettmann
Inventar
#34 erstellt: 30. Jan 2015, 21:05

soundrealist (Beitrag #33) schrieb:
War das auch so, als noch 220 V anstelle der heute üblichen 230 V deklariert war ?.

Bei 220 V war der Spannungsbereich zwischen 198 und 242 V. Nach Umstellung auf 230 V wurde der Bereich auf 207 bis 242 V geändert und nach einer Übergangsfrist wurde die obere Grenze vor einigen Jahren auf 253 V erhöht. Nähere Infos findest du bestimmt auf Wikipedia.


Viele dieser Geräte sind ja bis heute im Einsatz.

Können aber oft auf 240 oder 245 V umgestellt werden.


Gruß

Uwe


[Beitrag von Uwe_Mettmann am 30. Jan 2015, 21:06 bearbeitet]
Hörschnecke
Inventar
#35 erstellt: 30. Jan 2015, 22:36

soundrealist schrieb:

War das auch so, als noch 220 V anstelle der heute üblichen 230 V deklariert war ? Viele dieser Geräte sind ja bis heute im Einsatz.


Nein, bis 1987 war die obere Toleranzgrenze unserer Netzspannung 242V. Wenn ein Gerät für 220V Nennspannung ausgelegt war, musste es also mit 242V aus dem Netz rechnen. Heute ist die obere Toleranzgrenze mit 253V höher, als damals, und wenn ein Gerät damals für max. 242V ausgelegt war, kann dieser Grenzwert heutzutage von unserer Netzspannung somit um knapp 5% überschritten werden.

Ob man diesen Grenzfall schon als "Netzstörung" aus Sicht des Endgerätes bezeichnen darf, weiß ich aber auch nicht ...

Quelle: Folge vorigem Beitrag.
soundrealist
Gesperrt
#36 erstellt: 31. Jan 2015, 00:21
[quote="Uwe_Mettmann (Beitrag #34)"][quote="soundrealist (Beitrag #33)"]
[q]Viele dieser Geräte sind ja bis heute im Einsatz.[/q]
Können aber oft auf 240 oder 245 V umgestellt werden.
[/quote]

Oh... ich glaube mit meinem Ex-Verstärker Luxman L410 hätte ich da wohl unter Umständen tatsächlich ein Problem bekommen können: Der hatte leider keine Umschaltung.
Uwe_Mettmann
Inventar
#37 erstellt: 02. Feb 2015, 00:45

Hörschnecke (Beitrag #35) schrieb:

Nein, bis 1987 war die obere Toleranzgrenze unserer Netzspannung 242V.

Genau genommen:

  • bis 1987 war die maximale Spannung 242 V
  • bis 2009 war es 244 V
  • ab 2009 dann 253 V

Das kann man z.B. auch bei Wikipedia nachlesen. Dass das korrekt ist, weiß ich auch aus anderen Quellen.

Die Übergangsfrist bis 2009 hat man wohl eingeräumt, damit ältere Geräte nicht mit einer zu hohne Spannung belastet werden. Man ist wohl davon ausgegangen, dass ab dann es kaum Geräte älter als 20 Jahre nocht gibt, was ja auch weitgehend stimmt. Dass es solche Chaoten wie mich gibt, die noch Geräte von 1976 in Betrieb haben, hat man wohl nicht einkalkuliert.

In meiner Wohnung liegt die Spannung aber immer unter 240 V, so dass meine alten Geräte keine Probleme haben. Desweiteren lässt sich die Spannung bei den meisten meiner Geräten auch umstellen, wobei ich jetzt nicht einmal genau weiß, ob ich das auch gemacht habe.


Gruß


Uwe
Hörschnecke
Inventar
#38 erstellt: 02. Feb 2015, 02:02
Auch die obere Toleranzgrenze von 244 V, welche bis 2009 im Netz galt, wird heutzutage in schöner Regelmäßigkeit gerissen. Kann man im nächsten Diagramm sehen, wenn für den überwachten Zeitraum nicht die Durchschnittswerte, sondern die Maximalwerte herangezogen werden:

Netzspannung-Maximalwerte
Uwe_Mettmann
Inventar
#39 erstellt: 02. Feb 2015, 02:25
Ja, dass das bei dir so ist, wissen wir. Das heißt aber nicht, dass das ein Regelfall ist. Ich habe in verschiedenen Wohnungen, in denen ich gewohnt habe, die Spannung öfters mal gemessen. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie jemals über 235 V lag.

Wie schon geschrieben, kann es sein, dass deine Hauseinspeisung nahe eines Mittelspannungstrafos erfolgt. Eine andere Ursache könnte auch eine Photovoltaikanlage in deinem Haus bei einem recht hochohmigen Hausanschluss sein.

Letzendlich dürfen aktuelle Geräte auch mit den Spannungen, die in deiner Wohnung anliegen, keine Probleme haben.

Wer ältere, für 220 V ausgelegte Geräte betreibt, kann doch einfach mit einem Multimeter die Spannung an der Steckdose messen und bei Bedarf handeln.


Gruß

Uwe
soundrealist
Gesperrt
#40 erstellt: 02. Feb 2015, 15:55

Uwe_Mettmann (Beitrag #39) schrieb:

Wer ältere, für 220 V ausgelegte Geräte betreibt, kann doch einfach mit einem Multimeter die Spannung an der Steckdose messen und bei Bedarf handeln.


Gruß

Uwe


Aber wie ? Ich stelle mir da gerade meinen ehemaligen Luxman L 410 vor, der keine Umschaltmöglichkeit besitzt..

Kann eine Fachwerkstatt in solchen Fällen das Netzteil irgendwie modifizieren ??
Uwe_Mettmann
Inventar
#41 erstellt: 02. Feb 2015, 16:05

soundrealist (Beitrag #40) schrieb:
Aber wie ? Ich stelle mir da gerade meinen ehemaligen Luxman L 410 vor, der keine Umschaltmöglichkeit besitzt..

Kann eine Fachwerkstatt in solchen Fällen das Netzteil irgendwie modifizieren ?? :?

Der erste Schritt ist doch einfach mit einem Multimeter die Spannung in der Wohnung zu messen. So eine Multimeter bekommt man in jedem Baumarkt, für ca. 30,- €. Nur wenn die gemessene Spannung an der Steckdose deutlich über 230 V liegt, besteht Handlungsbedarf.

Warum willst du dir über Maßnahmen an deinem Luxman Gedanken machen, wenn du nicht einmal weißt, ob überhaupt Handlungsbedarf besteht?


Gruß

Uwe
Uwe_Mettmann
Inventar
#42 erstellt: 02. Feb 2015, 16:22
Ich habe ein bisschen recherchiert.
Bei dem Luxman gibt es eventuell Umstellmöglichkeiten auf 240 V. Das ist abhängig vom Trafo, siehe das Servicemanual, Seite 22: Klick mich

Bei dem mittleren Trafo lässt sich die Spannung umschalten. Bei den oberen Trafo kann es sein, dass man nur auf den oberen Anschluss (RED) des Trafos umklemmen muss. Das zu ermitteln ist für eine Servicewerkstatt kein Problem.


Gruß

Uwe
soundrealist
Gesperrt
#43 erstellt: 02. Feb 2015, 19:56
Den Luxman hatte ich einfach mal as stellvetretendes Beispiel für vergleichbare Geräte aus dieser Ära genannt, die vermutlich noch häufig im Umlauf sind. Allein der "Klassiker-Fotot-Tread zeigt, daß diese darüber hinaus sogar oft ganz bewusst als Liebhaberstücke gebraucht beschaffen.

Vermutlich denken da die wenigsten über die Netzspannung nach.

Das Multimeter kann leider nur eine "Moment-Aufnahme" wiedergeben. Daher besteht bei allen Geräten dieser Gattung .
der von Dir bereits sehr zutreffend angesprochene Handlungsbedarf.

Deshalb meine Frage: Was macht man mit Kandidaten, die man weder extern noch Intern umschalten kann.? Lassen sich Netzteile notfalls irgendwie modifizieren ? ...... (soweit man das überhaupt pauschal beantworten kann)
Uwe_Mettmann
Inventar
#44 erstellt: 02. Feb 2015, 20:29

soundrealist (Beitrag #43) schrieb:
Das Multimeter kann leider nur eine "Moment-Aufnahme" wiedergeben. Daher besteht bei allen Geräten dieser Gattung .
der von Dir bereits sehr zutreffend angesprochene Handlungsbedarf.


Wenn du zu verschiedenen Tageszeiten misst und der Maximalwert z.B. 235 V beträgt, so kann man davon ausgehen, dass Spannungen oberhalb von 240 V sehr unwahrscheinlich sind. Mache dir mal die Mühe und messe das bei dir nach. Du wirst sehen, es gibt kein Problem.


soundrealist (Beitrag #43) schrieb:
Das Deshalb meine Frage: Was macht man mit Kandidaten, die man weder extern noch Intern umschalten kann.? Lassen sich Netzteile notfalls irgendwie modifizieren ? ...... (soweit man das überhaupt pauschal beantworten kann)

Wie soll man darauf eine pauschale Antwort geben, denn das doch wohl individuell von dem Gerät abhängig. In den meisten Fällen wird es eine Möglichkeit geben, ansonsten kann man auch einen Stelltrafo vorschalten.

Wie gesagt, ich sehe aber kein Problem (höchstens in Einzelfällen), weil in den allermeisten Wohnungen eben die 242 V nicht überschritten werden. Wäre das Ganze wirklich problematisch, hätten wir doch schon öfters von diesen Problemen gehört, so auch in diesem Forum.


Gruß

Uwe
soundrealist
Gesperrt
#45 erstellt: 02. Feb 2015, 20:57
Dann ist ja alles prima
Hörschnecke
Inventar
#46 erstellt: 02. Feb 2015, 20:57

Uwe_Mettmann schrieb:

Wenn du zu verschiedenen Tageszeiten misst und der Maximalwert z.B. 235 V beträgt, so kann man davon ausgehen, dass Spannungen oberhalb von 240 V sehr unwahrscheinlich sind.


Man muß nur zu den richtigen Zeiten messen, um die gewünschten Ergebnisse zu erhalten
Hätte ich gestern gegen 19:20 gemessen, wären es auch nur 235 V gewesen ...

Netzspannung-2015-02-02
Uwe_Mettmann
Inventar
#47 erstellt: 02. Feb 2015, 21:28

Hörschnecke (Beitrag #46) schrieb:

Uwe_Mettmann schrieb:

Wenn du zu verschiedenen Tageszeiten misst und der Maximalwert z.B. 235 V beträgt, so kann man davon ausgehen, dass Spannungen oberhalb von 240 V sehr unwahrscheinlich sind.

Man muß nur zu den richtigen Zeiten messen, um die gewünschten Ergebnisse zu erhalten
Hätte ich gestern gegen 19:20 gemessen, wären es auch nur 235 V gewesen ...


Ja, du hast eine Daueraufzeichnung durchgeführt und hast nur eine Messung gefunden die 235 V (wohl eher 236 V) betrug.


Uwe_Mettmann schrieb:

Wenn du zu verschiedenen Tageszeiten misst und der Maximalwert z.B. 235 V beträgt, so kann man davon ausgehen, dass Spannungen oberhalb von 240 V sehr unwahrscheinlich sind.



Gruß

Uwe


[Beitrag von Uwe_Mettmann am 02. Feb 2015, 21:29 bearbeitet]
AOE
Ist häufiger hier
#48 erstellt: 04. Feb 2015, 18:01
Servus

An Umspannstationen mit langen Netzen werden Transformatoren mit schaltbaren Spannungsstufen eingesetzt, was zu Spannungen bis 245 V nahe der Station führt.

Seit dem massenhaften Zubau regenerativer Energie über dezentrale Anlagen im Niederspannungsnetz sind selbst Netzspannungen über 250 V keine Seltenheit mehr. Die zulässige Spannungsbandbreite von 207 V bis 253 V wird mittlerweile voll genutzt.

Diese Bandbreite gilt übrigens für den Netzbetreiber am Übergabepunkt zur Kundenanlage, also dem Hausanschlusskasten. Innerhalb der Kundenanlage ist ein weiterer Spannungsfall von 4 % erlaubt. Für die Einhaltung ist der Anlagenerrichter verantwortlich. Damit darf die Spannung unter Last (!) an einer Steckdose innerhalb der Anlage bis auf 198 V fallen und praktisch alle Geräte kommen sogar mit Spannungen deutlich darunter zurecht.


[Beitrag von AOE am 04. Feb 2015, 18:01 bearbeitet]
soundrealist
Gesperrt
#49 erstellt: 04. Feb 2015, 18:29
Was mich auch noch interessieren würde:

Drosseln Netzteile in Geräten nach dem "Faktor-Prinzip", so daß bei höherer Spannung aus der Steckdose auch die gedrosselte, also dem Geräte-Innenleben zur Verfügung stehende Spannung prozentual gleich ansteigt ? Ich weiß, für die Techniker unter Euch eine Frage, die vermutlich eher zum Schmunzeln anregt. Aber ich weiß es wirklich nicht. Ich vermute es lediglich, da ein Trafo ja aus einer Spulenwicklung besteht, die statisch ist. Anders kann ich mir auch Überspannungsschäden nicht erklären.

Wenn dem also so ist: Kann es sein, daß ein HiFi-Verstärker dann zu unterschiedlichen Tageszeiten auch unterschiedlich klingen kann, weil ihm mal mehr und mal weniger Strom zur Verfügung steht ?
Uwe_Mettmann
Inventar
#50 erstellt: 04. Feb 2015, 20:15
Bei Netzteilen mit einem normalen Trafo ändert sich die Spannung hinter dem Trafo und hinter dem Gleichrichter proportional zu der Netzspannung. Die Versorgungsspannung der meisten Schaltungsteile ändert sich nicht, weil noch ein Spannungsregler zwischengeschaltet ist. Eine Ausnahme bildet die Endstufe, denn die wird meist ungeregelt betrieben. Dennoch sind keine klanglichen Veränderungen zu erwarten. Was sich ändert, ist die maximale Ausgangsleistung. Da man aber den Verstärker in der Regel bei Weitem nicht ausfährt, ist das kein Problem.

Bei Geräten mit Schaltnetzeilen ändert bleiben auch bei starker Änderung der Netzspannung die Ausgangsspannungen des Netzteils konstant.


Gruß

Uwe
Hörschnecke
Inventar
#51 erstellt: 04. Feb 2015, 23:20

AOE schrieb:

An Umspannstationen mit langen Netzen werden Transformatoren mit schaltbaren Spannungsstufen eingesetzt, was zu Spannungen bis 245 V nahe der Station führt.


Hast Du eventuell etwas praktische Erfahrung mit diesen "schaltbaren Spannungsstufen"?
Sehen wir in den markierten Flanken deren Ausprägung?

Netzspannung-2015-02-02-Steilflanken
AOE
Ist häufiger hier
#52 erstellt: 06. Feb 2015, 17:28
Servus

Sehen wir in den markierten Flanken deren Ausprägung?


Das wäre durchaus denkbar, wenn es sich um selbstregelnde, sogenannte 'intelligente' Trafos handeln würde. Diese sind aber noch sehr selten anzutreffen, da exorbitant teuer, und regeln deutlich feiner.

Üblicherweise werden (meist dreistufige) Transformatoren eingesetzt, die einmal manuell auf die gewünschte, früher meist höchste Unterspannung eingestellt wurden, damit am Ende einer langen Leitung die Einhaltung des zulässigen Spannungsfalls unter Last sicher gewährleistet werden konnte. Bei entsprechender Einspeiseleistung werden diese Trafos heute jedoch oft wieder heruntergeregelt, um 'Luft' nach oben zu bekommen.

Wahrscheinlicher ist in Deinem Fall aber die Zu- und Abschaltung großer Lasten. Dem zeitlichen Verlauf nach tippe ich bei den ersten beiden Flanken auf Speicherheizung(en). Ansonsten zeigt die Kurve eigentlich den Verlauf in Wohn- oder Mischgebieten mit der dafür typischen Abendsenke. Nur der steile Abfall am Vormittag ist hier etwas ungewöhnlich. Bei näherer Betrachtung / beserer Kenntnis des Netzes ließe sich aber auch dafür eine Erklärung finden.
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