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Limiter/Kompressor in Audacity - wie verwenden?

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Django8
Inventar
#1 erstellt: 21. Jun 2013, 14:24
Hallo Leute

Angenommen, ich habe ein Musikstück von einer (älteren) Audio-CD gerippt, das einen Durchschnittspegel von -15 dB hat und möchte die Lautstärke dieses Tracks nun mit Audacity auf möglichst "gehörrichtige" Weise auf -10 dB erhöhen... Wie mache ich das am besten? Audacity bietet ja sowohl einen Expander (siehe Bildchen unten) wie auch einen Limiter (den ich zuerst mal als Plug-In organisieren müsste). Welchen nehmen? Und was muss ich einstellen?
Kompressor
Danke für Eure Hilfe

PS: Ich möchte hier keine Diskussion über Sinn und Unsinn von Dynamischer Kompression vom Zaun reissen - ich möchte nur wissen, wie es mit Audacity funktioniert
audiophilanthrop
Inventar
#2 erstellt: 21. Jun 2013, 23:07
Der abgebildete Dynamikkompressor ist im Prinzip so einzustellen wie der von Rockbox und viele andere.

Zum Verständnis:

Der abgebildete Graph stellt die statische Zuordnung von Eingangs- zu Ausgangspegel dar.
Gibst du einen näherungsweise unendlich langen Sinuston mit Pegel x dBFS darauf, kommen y dBFS raus. (Es sind übrigens in beiden Fällen negative dBFS-Werte. 0 dBFS ist Nenn-Vollaussteuerung.)

Unterhalb der Ansprechschwelle (threshold) macht der Kompressor erst einmal gar nichts. Erst darüber wird er aktiv und verringert die Steigung der Ein-Ausgangspegel-Zuordnung. Eine Kompression von 2:1 bedeutet dabei 2 dB zu 1 dB.

Rockbox bietet zusätzlich noch eine Einstellung für den Übergangsbereich (knee) - mit knick ("hard") oder abgerundet ("soft").

Für das dynamische Verhalten sind die Ansprechzeit (attack time) und Abfallzeit (decay time) relevant. Der Kompressor ist im Prinzip nichts anderes als eine AGC (Schwundregelung, bei NF-Anwendungen oft als ALC bezeichnet), wie sie u.a. auf den AM-Rundfunkbereichen unverzichtbar ist. Er versucht immer auf die statische Zuordnung auszuregeln. Gibt man einen Pegelsprung nach oben darauf, ist die Ansprechzeit relevant, bei einem Pegelsprung nach unten die Abfallzeit.

In der Praxis hat es sich gezeigt, daß eine lange Ansprechzeit störend ist. Peaks sollten möglichst schnell runtergezogen werden (Knackser etwa von Platte dürfen dabei aber noch nicht viel bewirken). Dann sollte der Pegel aber nicht zu schnell wieder hochgefahren werden, weil das zu störendem "Pumpen" führt, also darf die Abfallzeit nicht zu kurz sein. Typische Werte liegen grob im zweistelligen ms-Bereich für die Ansprechzeit und ~1 s für die Abfallzeit. Wie das jetzt im Audacity-Kompressor-Plugin gemacht wird, müßte man mal im Quälkot nachschauen. Hoffentlich ist nicht attack = decay, das wäre Mist.

BTW, dein Ansatz ist zwar verständlich, aber verkehrtherum. Wenn, dann sollte man das lautere Material leiser machen und sich an der besseren Dynamik des leiseren Materials erfreuen. Sieh dir mal ReplayGain an, das ist das bewährte Mittel im Umgang mit heterogenen CD-Sammlungen. Nebenbei kann man damit auch das Problem der Peaks jenseits der 0 dBFS in verlustbehafteten Formaten in den Griff bekommen, wenn man es richtig anstellt. Der Einsatz von Dynamikkompressoren sollte auf laute Umgebungen beschränkt bleiben und der Praktikabilität halber beim Abspielen stattfinden (zumindest würde ich nicht fürs Auto mein ganzes Material ein zweites Mal in dynamikkomprimiert vorhalten wollen).


[Beitrag von audiophilanthrop am 21. Jun 2013, 23:12 bearbeitet]
TomGroove
Inventar
#3 erstellt: 22. Jun 2013, 11:38
Ich würde dies auch mit replaygain machen
Django8
Inventar
#4 erstellt: 22. Jun 2013, 17:06
Danke - ich werde bei Gelegenheit mal ein bisschen herumexperimentieren
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