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Pyrrhus-Sieg der Musikindustrie

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cr
Moderator
#1 erstellt: 12. Okt 2007, 04:17
Zwar hat die Musikindustrie den Gerichsprozeß gegen die Amerikanerin Jammie Thomas im ersten Geschworenenprozeß in erster Instanz gewonnen und über 200.000 USD Schadenersatz zugesprochen bekommen. Doch dieser Sieg scheint sich für die Musikindustrie zunehmend als Pyrrhus-Sieg zu entpuppen.
Einerseits hat sich beträchtlicher Unmut in Teilen der Bevölkerung über dieses existenzbedrohende Urteil breit gemacht, doch weit schlimmer, nun laufen ihr auch noch die Künstler davon, die teilweise wenig Verständnis für die Eskapaden der Musikindustrie (wie etwa das Vergraulen der Fans) haben und von den Musik-Verkaufserlösen meist ohnehin nur einen winzigen Prozentsatz sehen.

Erst hat die britische Kultband Radiohead beschlossen, ihr neues Album "In Rainbows" via Internet ohne Mittelsmänner zu vertreiben und die Käufer den Preis bestimmen zu lassen. Dann hat Trent Reznor, Mastermind hinter den Nine Inch Nails, die Abkehr von seinem Label Interscope verkündet, das zum Universal-Konzern gehört.

Und jetzt bahnt sich ein weiterer Rückschlag an - der wohl größte bisher: Superstar Madonna, die am besten verdienende weibliche Künstlerin der Branche, will sich von ihrer langjährigen Plattenfirma, der Warner Music Group, trennen.

http://www.orf.at/071011-17528/index.html

Auch in der Schweiz wollte sich der Erfolg nicht so recht einstellen. Die Interventionen der Musikindustrie zum neuen Urheberrecht wurden von den Gesetzgebern nicht erhört.

Alles in allem - eine schwarze Woche für die Musikindustrie. Und Mitgefühl will insbesondere nach dem amerikanischen Gerichtsurteil bei niemandem wirklich aufkommen, vielmehr nimmt man zunehmend Schadenfreude wahr.

Noch ein Auszug aus einem Interview mit dem Medienexperten Gerd Leonhard:

ORF.at: Der US-Musikindustrieverband RIAA hat sich vor kurzem im ersten Schwurgerichtsprozess um eine Tauschbörsenklage durchgesetzt und angekündigt, auch weiterhin Klagen gegen Urheberrechtsverletzungen in Tauschbörsen einbringen zu wollen. Kann diese Strategie erfolgreich sein?
Leonhard: Ich lache darüber. Es gibt heute so viele Möglichkeiten, Musik umsonst zu bekommen. Tauschbörsennutzer zu klagen ist totaler Blödsinn, damit wird sich die Musikindustrie niemals behaupten können. Das sind Verzweiflungstaten.

http://futurezone.orf.at/it/stories/227756/

Zum Schluß noch ein weiterer Fall, wie man sich Freunde macht:


Radio zu laut: KFZ-Werkstatt wegen Copyright-Verletzung verklagt
Britische Verwertungsgesellschaft fordert 290.000 Euro - Verletzung des Urheberrechts und nicht gezahlter Abgaben.

http://derstandard.at/?id=3065763

PS: Vielleicht ist das ja eine neue Methode, seinen musiklauten Nachbarn auf Urheberrechtsverletzung verklagen zu lassen und so zum Schweigen zu bringen.


[Beitrag von cr am 12. Okt 2007, 05:54 bearbeitet]
op111
Moderator
#2 erstellt: 13. Okt 2007, 10:02
Der Spiegel hat in seiner Online-Rubrik Netzwelt die "Die 220.000-Dollar-Playlist" veröffentlicht.
Mproper
Stammgast
#3 erstellt: 17. Okt 2007, 14:46
Au Mann, was waren das damals noch Zeiten, als zu seinem Kumpel gegeangen ist und eine " auf Kassette-aufnehm-Orgie" gefeiert hat...war zwar nicht legal ( glaub ich) hat aber keinen gejuckt, mittlerweile geht man besser kleine Mädchen po*** ( sorry) da kommt man besser weg, als Songs zu kopieren.
Ziemlich kranke Entwicklung, zumal der Künstler an sich wohl den Kleinsten Teil an Kohle bekommt von dem was die Labels da einnehmen..
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