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Günstige Class D Verstärker, sollen angeblich durch einfachen Umbau zur Spitzenklasse werden

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sealpin
Inventar
#201 erstellt: Heute, 09:02
Ok, mal wieder etwas schlicher: @NextValfaris222

Wenn Du ein Potentiometer zwischen Quelle und Endstufe zum Regeln des Pegels bauen willst, das kann funktionieren, aber technisch gibt es einige typische Stolpersteine. Die größten Risiken sind veränderliche Ausgangsimpedanz des Potis, Höhenverlust durch Kabelkapazität, Kanalungleichlauf bei Stereo und eine ungenaue Lautstärkekennlinie.

Die wichtigsten Probleme
•Impedanz wird nicht konstant. Ein Potentiometer bildet je nach Stellung eine andere Ausgangsimpedanz; bei passiver Lautstärkeregelung ist das normal, aber es macht die Beschaltung empfindlicher.

•Höhenabfall durch RC-Filter. Poti-Ausgangsimpedanz plus Kabelkapazität des Cinch-Kabels und Eingangskapazität des Verstärkers können einen Tiefpass bilden und die Höhen leicht bis deutlich bedämpfen - und DAS hört Mensch dann tatsächlich!

•Belastung der Quelle. Der ungeregelte Hochpegelausgang sollte den Poti gut treiben können; wenn seine Ausgangsimpedanz schon hoch ist, steigt die Gefahr von Pegelverlust und Klangverfärbung.

•Kanalabweichungen bei Stereo. Normale Doppelpotis haben oft nur begrenztes Tracking, besonders im unteren Lautstärkebereich; dann wandert die Stereomitte. Kann man durch Auswahl guter Bauteile und Selektion verhindern - was das dann aber ggf. teuer macht und man muss messen.

Wann es gut klappt
Es klappt meist gut, wenn der Ausgang niedrige Impedanz hat, der Endverstärker einen hochohmigen Eingang besitzt und die Kabel kurz sind. Line-Pegel arbeitet üblicherweise nach dem Prinzip „niederohmige Quelle treibt hochohmigen Eingang“, oft im Bereich von etwa 100 bis 600 Ohm Quelle gegen 10 kOhm oder mehr Eingang.

Praktische Empfehlungen
•Potiwert eher moderat wählen, oft 10 kOhm bis 50 kOhm, nicht unnötig hoch.
•Cinchkabel kurz halten, besonders auf der Ausgangsseite des Potis.
•Wenn möglich einen Pufferverstärker nutzen, also aktive Lautstärkeregelung statt rein passiv - was dann schon fast ein echter PreAmp ist
•Bei hohen Ansprüchen lieber ein präzises Stufenschaltwerk statt eines billigen Potis, weil Tracking und Wiederholgenauigkeit besser sind.

Kurz gesagt
Ein Potentiometer zwischen Line-Out und Endstufe ist technisch simpel, aber es ist keine ideale Lösung, wenn du maximale Klangneutralität willst. Die Hauptgefahr ist nicht der Pegel selbst, sondern die Kombination aus variabler Quellimpedanz, Kabelkapazität und Kanalungleichlauf.


Und ach so: Kabel klingen nicht
der_Lauscher
Inventar
#202 erstellt: Heute, 10:30

der_Lauscher (Beitrag #194) schrieb:
man kann selbst darüber urteilen. So muß man nicht auf anderer Meinung oder gar einer KI hören :P

ich meine damit, daß ich NICHT auf die Meinung der Theoretiker achte, ob etwas sein oder nicht sein darf, sondern lieber selbst erst das ausprobiere und mir mein eigenes Urteil darüber bilde. Die KI kann helfen, das Problem ist jedoch, daß man ggf. einiges an Hintergrundwissen schon braucht, um die Antworten auch entsprechend zu bewerten. Da sind machmal gute Infos's dabei, manchmal kann man die Hände über den Kopf zusammenschlagen (siehe hier mit dem "Wechselschalter" und der "Traforegelung" ).
Wenn es gleich/gut/besser für mich ist, darf es bleiben, ansonsten kommt es halt wieder weg. Bei dem geringen Invest für mich z.B. kein Thema, das Budget sollte aber natürlich immer im Hinterkopf bleiben
Schließlich sind wir hier im DiY Bereich, da geht es ja um neue/andere Ideen

P.S. Tipp für einen Test: jeder kennt seine Anlage doch selbst am Besten und weiß, warum er die genauso zusammengestellt hat. Gebt diese Kombination, Geräte, Lautsprecher und Kabel mal bei der KI ein und laßt diese darüber "urteilen" - da kommen z.T. auch unterschiedliche "Meinungen" heraus

@NextValfaris222
ich würde hier auch für "Versuchszwecke" nur minimalst investieren und mir lieber über die Jahre etwas "Höherwertigeres" zusammen sparen. Denn egal mit welchem "Tuning" du hier ran gehst, es bleibt ein Verstärker der "Einstiegsklasse". Jedoch ist die Steigerung in eine andere Klasse leider dann auch nur sehr gering im Vergleich zum benötigten Invest. Darum kannst es auch alles so belassen und einfach Musik genießen
NextValfaris222
Stammgast
#203 erstellt: Heute, 10:56
@sealpin
Danke für Deine technische Aufklärung. Die passive Lösung würde ich jedoch zumindest einmal ausprobieren.

Der Nobsound VOL-3 scheint überall gute Bewertungen zu erhalten - unterschiedliche Lautstärken wurden wohl nicht festgestellt. Ich müsste nur noch ein vernünftiges, kurzes RCA-Kabel für den Ausgang besorgen.

Vom DAC zum Regler könnte ich mein Klotz-Kabel verwenden, das 1,5 Meter lang ist. Für den Ausgang des Reglers würde ich dann ein 0,5 Meter langes Kabel nehmen.

Falls das Probleme macht, werde ich über eine andere Lösung nachdenken.

Nachtrag @der_Lauscher:

Ja, vorher werd ich mir noch das 15€ Poti holen und testen. Und ja, vielleicht bleib am Ende auch alles, wie es ist. Schaun wa mal.


[Beitrag von NextValfaris222 am 02. Apr 2026, 11:03 bearbeitet]
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