Günstige Class D Verstärker, sollen angeblich durch einfachen Umbau zur Spitzenklasse werden

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NextValfaris222
Stammgast
#1 erstellt: Heute, 10:34
Guten Tag liebe Forumsmenschen,

ich hab auf YouTube etwas Interessantes gefunden. Leo Kirchner zeigt dort einen einfachen Umbau, bei dem vier zusätzliche Spulen eingebaut werden. Dadurch sollen günstige Class D Verstärker klanglich in die Spitzenklasse aufsteigen und sogar mit Geräten im Bereich von 30.000 Euro mithalten können.

Hier die beiden Videos dazu:
https://www.youtube.com/watch?v=fcEioenTNJA
https://www.youtube.com/watch?v=iaBhg-2LuQc&t=235s

Ich selbst würde so einen Umbau gerne ausprobieren. Allerdings besitze ich keinen Fosi ZA3, sondern einen Aiyima A20. Für dieses Gerät gibt es aber bislang keine Umbauanleitung. Grundsätzlich soll der Umbau jedoch bei fast allen Class D Verstärkern möglich sein.

Was meint ihr dazu? Ist das realistisch oder übertrieben?


[Beitrag von NextValfaris222 am 19. Mrz 2026, 10:43 bearbeitet]
BMPBrother
Ist häufiger hier
#2 erstellt: Heute, 11:40
Manche spritzen Weihwasser auf ihre Verstärker, damit sie wie 50000€-Verstärker aus der Zukunft klingen, und manche beschwören ihre Lautsprecher mit Voodoo, um auch das letzte Quäntchen Klang aus ihnen rauszukitzeln. So hat jedes Tierchen sein Pläsierchen.

Dass man mit dem Austausch billiger Bauteile gegen Hochwertige Verbesserungen erzielen kann, ist durchaus realistisch, aber ein Smart wird nicht zum Ferrari, nur weil man einen Fuchsschwanz an die Antenne friemelt. Das hat schon damals beim guten alten Manta nicht funktioniert

Das Einzige, was man damit erreicht, sind viele Klicks auf Youtube
stoske
Inventar
#3 erstellt: Heute, 11:48
Das ist hochgradiger Suggestiv-Quark.
NextValfaris222
Stammgast
#4 erstellt: Heute, 12:32

BMPBrother (Beitrag #2) schrieb:
Das Einzige, was man damit erreicht, sind viele Klicks auf Youtube :X


Sicherlich geht es ihm nicht um Klicks. Der Kanal ist klar ein sehr kleiner Kanal, und Herr Kirchner ist auch schon recht alt. Ich denke, er möchte einfach seine Erfahrung weitergeben. Kirchner ist ein alter Hase und sicherlich nicht unwissend.

Hast du die Videos denn überhaupt angesehen? Den Austausch der Spulen finde ich durchaus sinnvoll, weil diese nicht so schnell in Sättigung gehen und dadurch die Verzerrungen geringer sein können.

Ich wollte diese Art des Umbaus einfach einmal ins Forum bringen und auch die Frage stellen, ob die Aussage realistisch ist, dass dadurch wirklich eine so große Verbesserung eintritt.

@stoske

Dass es eine Verbesserung bringt, denke ich schon. Ich frage mich nur, ob die Auswirkung tatsächlich so groß ist. Letztlich lässt sich das aber nur mit einem A-B-Vergleich feststellen, am besten auch noch blind, besonders wenn die Veränderung eher gering ausfällt <- was ich nicht weiß.


[Beitrag von NextValfaris222 am 19. Mrz 2026, 12:51 bearbeitet]
ZeeeM
Inventar
#5 erstellt: Heute, 12:36

NextValfaris222 (Beitrag #4) schrieb:
Den Austausch der Spulen finde ich durchaus sinnvoll, weil diese nicht so schnell in Sättigung gehen und dadurch die Verzerrungen geringer sein können.


Welche Funktion haben denn die Spulen? ;-)
Ich glaube, ich denke, damit kommt man icht weiter.

NextValfaris222
Stammgast
#6 erstellt: Heute, 12:39

ZeeeM (Beitrag #5) schrieb:
Welche Funktion haben denn die Spulen? ;-)
Ich glaube, ich denke, damit kommt man icht weiter.


Es geht um die Ausgangsfilterung.
Wenn ich die Videos verlinke, sollte man sie sich auch ansehen – zumindest das zweite, in dem es direkt um den Umbau geht. Da wird alles soweit erklärt.


[Beitrag von NextValfaris222 am 19. Mrz 2026, 12:39 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#7 erstellt: Heute, 13:39
Hallo,

was da wohl Stephen Butterworth sagen würde?


Peter
BMPBrother
Ist häufiger hier
#8 erstellt: Heute, 14:14

NextValfaris222 (Beitrag #4) schrieb:

BMPBrother (Beitrag #2) schrieb:
Das Einzige, was man damit erreicht, sind viele Klicks auf Youtube :X


Sicherlich geht es ihm nicht um Klicks. Der Kanal ist klar ein sehr kleiner Kanal, und Herr Kirchner ist auch schon recht alt. Ich denke, er möchte einfach seine Erfahrung weitergeben. Kirchner ist ein alter Hase und sicherlich nicht unwissend.

Hast du die Videos denn überhaupt angesehen?


Ich habe nur die reißerischen Videotitel in bester BILD-Manier gelesen und da verspürte ich keinen Drang mehr, mir auch noch die dazugehörigen Videos anzutun

PS: dass der Ersatz billiger Bauteile durch Hochwertige (dabei geht es in erster Linie um Toleranzen) durchaus Verbesserungen mit sich bringen hatte ich ja durchaus eingeräumt, aber wegen 4 Spulen wird aus einem 10€- ClassD-Verstärker von Ali oder Temu eben keine 30k Endstufe, auch wenn solche in der Herstellung vielleicht auch „nur“ 5-10k kosten.


[Beitrag von BMPBrother am 19. Mrz 2026, 14:18 bearbeitet]
stoske
Inventar
#9 erstellt: Heute, 14:32

NextValfaris222 (Beitrag #4) schrieb:
Dass es eine Verbesserung bringt, denke ich schon.


Das ist der Zweck der Sache, der Video-Opa denkt das ja auch. Es gibt aber keinerlei Indiz dafür, dass das irgendwas „verbessert“.


NextValfaris222 (Beitrag #4) schrieb:
Ich frage mich nur, ob die Auswirkung tatsächlich so groß ist.


Die wird genauso groß oder klein sein, wie du dir das vorstellst, denn mehr ist nicht.


NextValfaris222 (Beitrag #4) schrieb:
Letztlich lässt sich das aber nur mit einem A-B-Vergleich feststellen, am besten auch noch blind, besonders wenn die Veränderung eher gering ausfällt <- was ich nicht weiß.


Selbst wenn sich ein minimaler Unterschied ergeben sollte, z.B. weil die Spulen sich bei diesem Aufbau schon gegenseitig beeinflussen, geht die Chance gegen Null, dass die Änderung technisch „richtig“ wirkt (dazu müsste auch ein Defizit existieren und genau bekannt sein). Und davon völlig unabhängig ist dann deine suggestive Ansicht. Alleine die Erwartungshaltung, die hier ja gezielt aufgebaut wird, erhöht die Chance, dass es für dich „besser“ klingt, sogar dann wenn die Sache messtechnisch eigentlich schlechter wird.

Mit dieser Methode bist du dann auf dem Weg zu speziellen Kabeln, HighEnd-Sicherungen und Entstöraufklebern.

Im besten Falle geht nichts kaputt, das ist alles, objektiv, technisch, physikalisch und sachlich bekommst du nichts. Das musst du suggestiv alles selbst machen. Und wenn du das machst, brauchst du keine neuen Teile oder Geräte, sondern kannst dir auch Wattestäbe in die Nase stecken. Und das ist nur deshalb lächerlich, weil es dazu kein Video gibt.

Ich bin übrigens auch so ein „Opa“, allerdings ein gelernter R/F-Techniker der viele Jahre in der Werkstatt eines HiFi-Studios gearbeitet hat. Früher haben wir zweimal die Woche öffentliche Sessions veranstaltet in denen wir Geräte, Kabel, Bauteile und unfassbaren Schwachsinn getestet haben. Mit allem Ernst aber ohne jeden Effekt.


[Beitrag von stoske am 19. Mrz 2026, 14:39 bearbeitet]
NextValfaris222
Stammgast
#10 erstellt: Heute, 15:09
@BMPBrother und stoske

Vielen Dank für Eure Einschätzung. Ich denke, dass ich einen solchen Umbau in Erwägung ziehe, ist nun sehr unwahrscheinlich.

Da ich dazu ein Gespräch mit ChatGPT geführt hatte und es nunmal zum Thema passt, unten in einem Zitatblock die Einschätzung der KI:
(Hinweis: Für technische Dinge halte ich KI für in Ordnung)

Die Einschätzung: Klanglich leichte Unterschiede.


Solche Umbauten werden im Hi-Fi-Bereich tatsächlich manchmal empfohlen. Man muss aber genau verstehen, was dabei technisch passiert, sonst kann man leicht falsche Erwartungen haben.

Was mit vier Spulen meist wirklich gemeint ist

In vielen Fällen werden vier gleiche Spulen parallel eingesetzt. Das hat zwei Effekte:

Der Strom verteilt sich auf mehrere Spulen
Jede Spule muss weniger Strom tragen.

Der Serienwiderstand sinkt stark
Mehr Drahtquerschnitt → geringerer Gleichstromwiderstand.

Damit kann der Ausgangsfilter:

weniger Energie verlieren

weniger warm werden

bei hohen Strömen später in die Sättigung gehen

Das ist also keine Änderung der eigentlichen Filterfunktion, sondern eine Verbesserung der Belastbarkeit.

Warum manche das als Klangverbesserung beschreiben

Es gibt drei mögliche technische Gründe:

geringere Verluste im Filter
Minimal mehr Ausgangsleistung am Lautsprecher.

weniger Kernsättigung bei hohen Pegeln
Das kann Verzerrungen reduzieren.

stabileres Verhalten bei niedriger Impedanz
Manche Lautsprecher fallen auf 3–4 Ohm.

Diese Effekte sind aber normalerweise relativ klein, solange die ursprüngliche Spule korrekt dimensioniert war.

Wichtig: Die Induktivität muss gleich bleiben

Der entscheidende Punkt ist:

Die Gesamtinduktivität des Filters darf sich nicht ändern.

Beispiel:

Original: 10 µH

Vier Spulen parallel → jede müsste etwa 40 µH haben

Sonst verschiebt sich die Filterfrequenz, und dann kann der Verstärker:

mehr Hochfrequenz an den Lautsprecher geben

mehr Störungen abstrahlen

instabil werden

Warum die Originalspule oft klein ist

Das liegt daran, dass Klasse-D-Verstärker mit sehr hoher Schaltfrequenz arbeiten. Dadurch reichen kleine Induktivitäten, die sich mit Ferritkernen kompakt bauen lassen.

Eine kleine Spule bedeutet also nicht automatisch schlechte Qualität.

Realistische Einschätzung

Der Umbau kann technisch sinnvoll sein, wenn:

die Originalspule sehr hohen Widerstand hat

der Kern bei hohen Strömen sättigt

In vielen Geräten ist der Unterschied jedoch messbar, aber klanglich gering.
BMPBrother
Ist häufiger hier
#11 erstellt: Heute, 15:23
Letztendlich ist das auch eine Frage, ob du überhaupt firm bist in solchen Bastelarbeiten, bspw mit einem Lötkolben umgehen kannst, ohne was kaputtzumachen, ob du Langeweile hast (also ne Beschäftigung suchst) und ob du den evtl auftretenden Schaden an Verstärker und evtl Boxen finanziell verkraften könntest.

Ich halte aber die Idee, die Zeit und das Geld vll lieber in einen besseren verstärker zu investieren, für zielführender

Ich habe meinen ersten Hifi-Verstärker übrigens noch komplett selber gebaut. Nur aus einem Schaltplan aus einer Fachzeitschrift so Mitte der 80er. Platinenlayout entwerfen, ätzen, bestücken (mit Bauteilen aus alten Fernsehern und Radios von der Müllkippe, die wir in der Station junger Naturforscher auf Funktion getestet haben), löten, Trafo wickeln (!), Netzteil bauen usw usf.

Einziger Haken daran war die Beschaffung der A2030 NF-Transistoren, die zwar nix kosteten, aber so rar waren wie heute seriöse Politiker. Nur das Gehäuse hab ich mir von einem Tischler bauen lassen. Im Tausch gegen zwei A2030, die ich dann nach etwa anderthalb Jahren Rennerei mal im RFT-Laden bekommen habe

Aber das waren auch noch andere Zeiten…
NextValfaris222
Stammgast
#12 erstellt: Heute, 15:52
@BMPBrother

Klar, ein paar Kabel anlöten kann ich. Ich müsste nur wissen, an welchen Stellen, und vor allem schauen, ob ich die vier Spulen in den A20 hineinbekäme.

Aber falls ich das überhaupt machen wollte, würde ich erst einmal abwarten, bis andere diese Art des Umbaus getestet haben und das auch jemand im A20 umgesetzt hat.

Von den 80ern weiß ich nicht viel zu berichten; da war ich noch ein Kleinkind. Erst die 90er hab ich akiv erlebt und leider stimmt es, dass früher vieles besser war.


[Beitrag von NextValfaris222 am 19. Mrz 2026, 16:04 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#13 erstellt: Heute, 16:58

BMPBrother (Beitrag #11) schrieb:

Ich halte aber die Idee, die Zeit und das Geld vll lieber in einen besseren verstärker zu investieren, für zielführender



Ach, selbst ein Verstärker der die olle DIN 45500 erreicht dürfte im "normalen" Betrieb nicht auffallen. Die Fehler die doch meistens gemacht werden wiegen viel, viel mehr (schlechte Raumakustik, falsche Aufstellung).

Da kann auch ein zig-fantastilliarden Euro teurer Verstärker nix mehr machen...

Ich hatte einmal eine Lidl-"Anlage" an meine damaligen Hecos angeschlossen (ok Lautstärke war nachbarschaftsfreundliche ca. 60 dB) Da hatte sich niemand beschwert, obwohl Goldohren anwesend waren - die hatten nur die Boxen gesehen... ich war nämlich zu faul meinen Kenwood extra für die Fete umzusetzen...

Peter
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