Beste Wahl der Absorber, mit Messungen!

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kaideu
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 16. Okt 2021, 17:53
Hey,

ich habe den heutigen Vormittag damit verbracht die beste Aufstellung meiner Lautsprecher zu finden, bzw. den besten Kompromiss. Messungen sind mit REW und einem Behringer ECM8000 verfolgt, ohne Kalibrierungsdatei. Am vorherigen Tag habe ich die Lautsprecher nach Gehör aufgestellt und die Messungen haben doch überraschend gezeigt, dass ich vom Optimum dann recht ordentlich entfernt war.
Die Aufstellung nach Gehör und ungefähr 1m Wandabstand ergab eine dicke Senke zwischen 80dB und 90dB, mit Reduzierung des Wandabstands auf 50cm ergab sich eine Halbierung dieser Senke und insgesamt ein homogenerer Verlauf. Der Seitenabstand war bereits vorher schon sehr gut passend. Die Sitzposition rückte auch noch einige Zentimeter nach vorne. Zum Schluss habe ich dann noch einige Messungen um den Sweetspot herum gemacht und gemittelt und schließlich eine EQ Datei erstellt und etwas mit dem target level experimentiert. Der EQ Vorgang wurde auf Basis einer house curve in Richtung Harman angepasst.

Zum Raum: ~21qm, 5,6mx3,7mx2,5m, Bett, offener Kleiderablage und Kleiderstange, zwei große Fenster mit Vorhängen, die LS stehen auf der langen Seite des Raumes. Ansonsten Pflanzen und zwei Sessel, also durchaus eingerichtet und nicht komplett kahl.

Messungen vor EQ:

Sweetspot
Messung vor EQ

Gemittelt
Messung vor EQ AVG

Messung nach EQ:

Messung mit EQ

Wasserfall:

Wasserfall 300ms
Wasserfall 300ms

Wasserfall 1000ms

Wasserfall 1000ms

Das also erst einmal die Datenlage. Nun die Überlegung, wie man hier sinnvoll eingreifen kann. An sich finde ich den Frequenzgang schon ganz okay, ich würde aber gerne den Nachhall beschränken, beim Klatschen kommt schon ein hörbares Echo. Dann würde ich mindestens an der Decke Deckensegel anbringen, auf dem Boden liegt ein Hochflorteppich. Die Frage ist, ob ich die seitlichen Reflexionen auch bearbeite und was mit der Rückwand ist. Abstand von Hörposition zur Rückwand sind 125cm. Ursprünglicher Plan waren insgesamt 8 Absorber je 1mx0,625m, zwei an die Decke, zwei zur Seite, einer an die Rückwand und drei an die Front. Jetzt frage ich mit bei dem Wasserfall und Frequenzgang, ob ich nicht auch mit weniger auskomme. Mit der Bühne bin ich durchaus schon zufrieden, auch wenn die Ortung noch nicht optimal ist. Bassfallen sind so eine Sache, es ist ein Wohn/Lebensraum und ich will mit die Ecken eigentlich nicht vollklatschen, bzw. wäre das überhaupt auch nur in einer Ecke möglich. In zwei Ecken wäre noch sowas wie Hofa Basstraps möglich, aber was bringen zwei davon schon im Raum?

Wie würdet ihr bei den gezeigten Messungen vorgehen?


[Beitrag von kaideu am 16. Okt 2021, 17:58 bearbeitet]
BassTrap
Inventar
#2 erstellt: 16. Okt 2021, 21:58

kaideu (Beitrag #1) schrieb:
Wie würdet ihr bei den gezeigten Messungen vorgehen?

Gar nicht. Die sind nicht aussagekräftig, außer, daß es mit dem Tiefbass ziemlich mau aussieht.
Lies doch mal ein paar Threads hier im Akustik-Forum. Sonst müssen die Leute immer wieder dasselbe schreiben.
kaideu
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 17. Okt 2021, 10:34
Dass die LS keinen großen Tiefbassanteil haben, war eh klar. Ist ein 5,25" Tiefmitteltöner in 25l Volumen.

Zu den Messungen, ich hab jetzt nochmal alle Messungen wiederholt jeweils für rechts und links in 9 verschiedenen Positionen. Damit werde ich dann mal ausprobieren, ob die Trennung zwischen linkem und rechtem channel praktisch einen Unterschied für den EQ macht. Aber grundsätzlich war die Frage ja nach der allgemeinen Raumakustik und Verbesserungsmöglichkeiten.

Also Versuch Nummer 2:

Impuls nun nur ETC:
links:
Wasserfall links
rechts
Wasserfall rechts

Mittelung des FG:
links:
Mittelung links
rechts:
Mittelung rechts

Wasserfall:
links:
Wasserfall links
rechts:
Wasserfall rechts

Darüber hinaus wäre ich jetzt auch nach dem Lesen und Tutorial Videos eher ratlos, da es tausend unterschiedliche Herangehensweisen zu geben scheint.
BassTrap
Inventar
#4 erstellt: 17. Okt 2021, 13:50
Der Wasserfall sollte von der maximal gemessenen Lautstärke ausgehend runter bis 60dB leiser zeigen. Bei Dir sind es nur ca. 48dB.
Das SPL dagegen ist mit 0-100dB viel zu stark skaliert. Ausgehend vom lautesten Signal sollten es ebenfalls 60dB Umfang sein.

Die heftige Berg- und Talfahrt des linken Lautsprechers zwischen 40 und 150Hz wäre mir ein Dorn im Auge. Evtl. stammen die Berge nur von angeregten Moden, und die Lautsprecher spielen unterhalb 200Hz grundsätzlich um 10dB zu leise. Eigentlich sollten die Berge dort unten alles andere im SPL überragen. Oder ist ein EQ im Einsatz? Kannst Du von dem linken mal eine Nahfeldmessung machen?

Im ETC sind ein paar Peaks, die es m.E. lohnt zu bedämpfen (Erstreflexionen).
Gegen Hall können Absorber nahezu an beliebigen Positionen angebracht werden. Ich würde aber die Stellen, an denen Direktschall zuerst auftrifft, bevorzugen, also z.B. eher die hintere Wand als die vordere, wenn nicht beide bedämpft werden.
kaideu
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 17. Okt 2021, 19:24
Alles klar, danke für den Hinweis zu den Skalierungen.

Korrekte Skalierung des Frequenzganges 1/12 Glättung
links:
Mittelung links korrekte Skala
rechts:
Mittelung rechts korrekte Skala

Wasserfalldiagramme:
links:
Wasserfall links korrekte Skala
rechts:
Wasserfall rechts korrekte Skala

Bei den Messungen ist kein EQ im Einsatz, nein, einen EQ habe ich erst im Nachgang erstellt. Die Nahfeldmessung des linken Lautsprechers reiche ich morgen nach.
Zum Hall und den Absorbern. Die Rückwand ist leider mit einem Schreibtisch belegt, da könnte ich einen Absorber auf Ohrhöhe und einen Absorber längs unterm Schreibtisch platzieren, dann aber ohne extra Wandabstand, morgen mache ich einfach mal ein paar Fotos, ich glaube das klärt die Raumsituation auch besser. Die Front kann ich eigentlich recht beliebig bedämpfen. Laut Raumsimulation müsste ich für einen RT60 Wert von 0.5 rund 15m² des Raumes als Absorptionsfläche nutzen. Wie viel davon schon die Matratze, Kleidung und Vorhänge ausmachen, ist dann natürlich relativ offen.

Für mich stellt sich da auch die Frage, ob ich die Absorber so baue, dass ich die Absorption des Hochtons mit Folie begrenzen soll.

EDIT:
Ergänzung der Nahfeldmessung:
Nahfeld links

Bilder des Raumes:
20211018_10560320211018_10562020211018_10565320211018_10572420211018_105735

Ersichtlich ist denke ich, dass ich die LS für das Hören immer aufstelle und sie ansonsten regulär neben dem Fernseher stehen.
Nächste Variante wäre dann doch Lautsprecher auf die kurze Seite des Raumes, vor das Bett aufstellen.


[Beitrag von kaideu am 18. Okt 2021, 11:13 bearbeitet]
kaideu
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 26. Okt 2021, 17:14
Gut, das Thema stieß jetzt nicht auf sonderlich Interesse, aber ich hab selbstständig weiter gemacht und heute sechs 10cm Breitbandabsorber gebaut und an die Erstreflexionspunkte platziert, also Decke und Seiten sowie hinter dem Hörplatz und zwischen den Lautsprechern an der Front. Messungen mache ich, wenn ich wieder Zugang zu einem Audiointerface habe.

Aber subjektiv kann ich schon sagen, dass ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden bin. Wenn ich ehrlich bin, ich habe eigentlich gar nichts erwartet, ich war darauf eingestellt, keinen Unterschied zu hören. Natürlich machen sechs Breitbandabsorber keinen Unterschied wie Tag und Nacht, allerdings merkbar.
Der Nachhall im Raum ist deutlich geringer, kein starkes ringen mehr. Ich habe das Gefühl mehr den Raum der Aufnahme zu hören, Hall in den Stimmen ist besser erkennbar. Ortung ist nicht unbedingt viel besser, aber der Gesamteindruck ist leicht klarer geworden. Vielleicht kann man auch sagen, dass der Hintergrund etwas schwärzer geworden ist, aber das ist glaube ich etwas zu viel Geschwurbel.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden für den moderaten Materialeinsatz, 100€. Hätte ich mir Basotect für mehrere hundert Euro in den Raum gepackt, wäre ich sicher nicht so angenehm überrascht, aber das ist ja auch das schöne an DIY

Ich bin jedenfalls gespannt auf die Messungen und ob nicht doch Placebo den Ton angibt.
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