Unicable – Bildaussetzer bei Senderwechsel

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z2015
Neuling
#1 erstellt: 02. Jan 2016, 23:58
Hallo,

ich habe offensichtlich ein Problem mit meiner Unicable Hausinstallation und bin auf der Suche nach Hilfe bei der Ursachenforschung.

Hauptproblem 1:
Ein- und Umschalten meines externen Receivers (Vuplus Solo2) an Fernseher 1 führt zu kurzen Bildstörungen an Fernseher 2 (Samsung TV mit internem Tuner)

Nebenproblem 2:
Die angezeigte Signalstärke bei Fernseher 2 ist laut Anzeige des Fernsehers zu gering (zwischen 37 und 44). Laut Samsung Support sollte diese um die 65 sein.
Allerdings habe ich derzeit keine merkbaren Probleme damit (ausser Hauptproblem 1)

Nun die Details:
Die SAT Installation wurde 2012 von einem Elektrotechnik Betrieb aus der Nachbarschaft durchgeführt und sieht wie folgt aus:
=> SAT Spiegel = Hirschmann 85cm ALU
=> LNB = Triax ALPS Quattro-LNB (ohne Switch)
(laut Rechnung, mehr Details sind nicht aufgeführt)
=> Multiswitch = WISI DY64 2410
=> danach folgen zwei 4-fach Verteiler = Kathrein EBC 14
* Verteiler 1 bedient das OG
* Verteiler 2 bedient das EG
=> Antennendosen (Unicable Durchgangsdosen) = WISI DB64

Koaxkabel sind von Kathrein und wurden mit F-Kompressions-Stecker bestückt.
Endwiderstände in den Dosen = WISI DV 27
Abschlusswiderstände am Multiswitch = WISI DV 25
Kabellängen vom Verteiler bis zu den Antennendosen sind geschätzt nicht mehr als 10 m.
Alle angeschlossenen Kabel enden in einer Antennendose – auch die derzeit ungenutzen.

Am 4-fach Verteiler im OG hängt derzeit nur 1 Receiver. Dort wurden bisher keine Probleme / Störungen festgestellt. Am 4-fach Verteiler im EG hing bis vor kurzem nur ein Twin-Receiver (Vuplus Solo2) und auch dort wurden keine Probleme festgestellt.

Jetzt zum Hauptproblem 1:
Wir haben im EG an einer 2. Antennendose einen neuen Samsung TV (J-Serie von 2015) angeschlossen und zwar mit dem eingebauten Tuner. Die beiden Antennendosen vom Vuplus Receiver und vom Samsung TV sind mit separaten Kabeln vom Verteiler 2 angebunden, also nicht hintereinander geschaltet.
Wenn der externe Receiver eingeschaltet wird, oder der Sender gewechselt wird, kommt es gleichzeitig zu kurzen Bildstörungen (Artefakte) am Samsung TV.
Der Fehler ist reproduzierbar und tritt bei allen SAT-Ebenen auf.
Umgekehrt führen Senderwechsel am Samsungs TV nicht zu Störungen am Vuplus Receiver.

Anscheinend schlägt also der Spannungssprung für die Einkabel-Steuerbefehle (Senderwechsel) von der Antennendose 1 durch den Verteiler bis zur Antennendose 2 durch und verursacht dort die Bildstörung. So zumindest meine Vermutung. Üblicherweise soll das an der fehlenden Diodenentkopplung liegen. Hier komme ich dann aber mit meinen Laien-Wissen an die Grenzen.
Nach meiner Recherche hat sowohl der 4-fach Verteiler (Kathrein EBC 14) als auch die Antennendose (WISI DB64 mit Endwiderstand) eine solche Diodenentkopplung.
Wer ist also "Schuld", dass der Spannungssprung doch bis zum Tuner im Samsung TV durchkommt ?

Wer kann mir hier weiterhelfen ?
Was kann ich noch tun / testen um den Verursacher ausfindig zu machen ?

Zu meinem Nebenproblem 2 noch eine folgende Frage:
Der Multiswitch WISI DY64 2410 hat angeblich einen geregelte Ausgangspegel von 85 dBµV
Die Dämpfung des nachfolgenden Verteilers Kathrein EBC 14 + 10m Kabel + Dose WISI DB64 sollten doch noch ein ausreichend starkes Signal am Fernseher ankommen lassen. Oder ?
Was könnte denn für eine zu geringe Signalstärke verantwortlich sein ?
Ich habe inzwischen gelernt, dass die Signalanzeige im Fernseher sowieso nichts Genaues ist, aber wenn der Unterschied zwischen den derzeit angezeigten 37 ? (Prozent ? dB ?) und den von Samsung empfohlenen 65 so deutlich ist, könnte doch noch irgendein Problemchen vorliegen.
Dipol
Inventar
#2 erstellt: 03. Jan 2016, 00:51
Herzlich Willkommen im Forum und ein gutes neues Jahr!


z2015 (Beitrag #1) schrieb:
Was kann ich noch tun / testen um den Verursacher ausfindig zu machen ?

Ohne Antennenmessgerät bietet sich bei einer Matrix mit zwei Unicable-Ports als Erstmaßnahme ein Tausch der beiden Ausgänge an.

Wenn diese Antenne ausnahmsweise normkonform geerdet und in den Potenzialausgleich einbezogen ist, ist das Restrisiko, bei einem DIY-Kabelwechsel etwas falsch zu machen, überschaubar.

z2015 (Beitrag #1) schrieb:
Was könnte denn für eine zu geringe Signalstärke verantwortlich sein ?
Ich habe inzwischen gelernt, dass die Signalanzeige im Fernseher sowieso nichts Genaues ist, aber wenn der Unterschied zwischen den derzeit angezeigten 37 ? (Prozent ? dB ?) und den von Samsung empfohlenen 65 so deutlich ist, könnte doch noch irgendein Problemchen vorliegen.

Rechnen mit dB ist mit Addieren und Subtrahieren kinderleicht:

85 dB(µV) Ausgangspegel ./. 13,5 dB Verteildämpfung ./. ~ 2,5 dB Kabel ./. 12,5 dB DB 64 = 56,5 dB(µV) Teilnehmerpegel

Bei intakter Matrix und ohne Bug im Verteilnetz errechnen sich somit für alle Userbänder normkonforme Teilnehmerpegel > 47 dB(µV). Nach dem Wechsel der Kabel weiß man vermutlich mehr.


[Beitrag von Dipol am 03. Jan 2016, 00:53 bearbeitet]
barsch,
Inventar
#3 erstellt: 03. Jan 2016, 20:37
Gesundes Neues auch hier!

Jetzt spiel ich mal den Besserwisser
Kathrein gibt die Dämpfung des EBC 14 ja nach Frequenz an.Somit dürften 11,5db zutreffender sein /862-2150 MHz als 13,5db für /2150-2400 MHz.So hoch in der Frequenz liegt ja keine unicable Umsetzung .
Also noch mehr Pegel als gedacht.
Wenn der vierfach Verteiler dort eh nicht von Nöten ist,könnte man sich den auch tauschen gegen einen zweifachen ,was mehr Pegel bringt.
z2015
Neuling
#4 erstellt: 04. Jan 2016, 11:29
@Dipol: Ich werde dann mal die Ports wechseln und berichte, ob sich dadurch Änderungen ergeben.
Eine Erdung ist auch vorhanden. Die hatte ich bei meiner Auflistung der Komponenten zur Vereinfachung weggelassen.
Die Kabel, welche vom LNB kommen enden erstmal per F-Stecker auf einem Erdungswinkel. Von dort geht es mit kurzen Kabeln weiter auf den Multiswitch. Auch die Kabel von den Kathrein Verteilern Richtung Antennendosen haben einen zweiten Erdungswinkel "zwischengeschaltet".
Vom Erdungswinkel geht es dann mit Erdungskabel zum Hauptpotentialausgleich im Keller. Der Multiswitch selbst ist ebenfalls per Erdungsaderl an den Erdungswinkel angeschlossen.

Zwei Verständnisfragen haben ich allerdings noch:
1. Wenn ich an einem 4-fach Verteiler nur 2 Kabel angeschlossen hätte (habe ich derzeit nicht), muss dann auf den ungenutzen Abgängen ein Widerstand aufgeschraubt werden ?
2. Thema Diodenentkopplung: Ist es sinnvoll / fachgerecht, eine Diodenentkopplung sowohl im Verteiler als auch in der Antennendose zu haben ?
Oder recht es diese nur an einer Stelle (in der Dose ?) zu haben ?

Danke schonmal für die Unterstützung. Ich melde mich demnächst mit Ergebnissen.
Dipol
Inventar
#5 erstellt: 04. Jan 2016, 13:24

z2015 (Beitrag #4) schrieb:
Die Kabel, welche vom LNB kommen enden erstmal per F-Stecker auf einem Erdungswinkel. Von dort geht es mit kurzen Kabeln weiter auf den Multiswitch. Auch die Kabel von den Kathrein Verteilern Richtung Antennendosen haben einen zweiten Erdungswinkel "zwischengeschaltet".
Vom Erdungswinkel geht es dann mit Erdungskabel zum Hauptpotentialausgleich im Keller. Der Multiswitch selbst ist ebenfalls per Erdungsaderl an den Erdungswinkel angeschlossen.

Das hört sich positiv an, aber der erste möglichst antennennahe Erdwinkel muss mit dem geerdeten Antennenträger verbunden sein.

Blitzschutz ist Brandschutz, eine möglichst antennennahe PA-Verbindung zum geerdeten Antennenträger verhindert zündende Überschläge und schützt auch LNBs. Bei Direkterdung sind Teilblitzströme in der Antennenanlage unvermeidlich.

Zur Vermeidung induktiver Blitzstromeintragungen ist der PA -auch bei einem Multischalter im UG- möglichst nur schleifenfrei am geerdeten Antennenträger anzuschließen. Wird gemäß Forderung der DIN 18015 ein zentraler Kommunikationsverteiler mit Verbindung zum Telefon-Festnetz oder einem BK-Anschluss installiert, muss der PA -wie bei Direkterdung an Blitzschutzanlagen- zwangsläufig auch an der HES vermascht werden.

z2015 (Beitrag #4) schrieb:
1. Wenn ich an einem 4-fach Verteiler nur 2 Kabel angeschlossen hätte (habe ich derzeit nicht), muss dann auf den ungenutzen Abgängen ein Widerstand aufgeschraubt werden ?

HF-BASICS:
  • Jeder offene HF-Anschluss ist eine potenzielle Fehlerquelle und sollte idealerweise hf-dicht und impedanzgerecht abgeschlossen werden.
  • An jeder nicht impedanzgerecht terminierten Leitung treten Mikroreflexionen -sog. Stehwellen- auf.
  • Bei Stammleitungen mit mehreren Dosen muss aber die letzte Dose unbedingt terminiert sein, ebenso bei Stammausgängen von Kaskadenbausteinen, da sonst an den vorgeschalteten Abzweigern oder Dosen durch Stehwellen partielle Pegeleinbrüche verursacht werden.
  • Unterlassene Terminierung von Stichleitungsausgängen oder ungenutzten Steckdosenausgängen bleibt gewöhnlich folgenlos.
  • Zweifachverteiler und die ungünstigsten Ausgangspärchen von 4-fach-Verteilern unterdrücken Stehwellen mit für wohnungsinterne Verteilung noch normkonformen 22 dB Port-to-Port-Entkopplung auch mit jeweils einer Stich-/Einzeldose ausreichend, freie Verteilerausgänge gehören trotzdem EMV-gerecht abgeschlossen.


z2015 (Beitrag #4) schrieb:
2. Thema Diodenentkopplung: Ist es sinnvoll / fachgerecht, eine Diodenentkopplung sowohl im Verteiler als auch in der Antennendose zu haben ?
Oder recht es diese nur an einer Stelle (in der Dose ?) zu haben ?

Eine Diode ist für störungsfreie Kommando-Übermittlung zwingend erforderlich, der Spannungsabfall einer zweiten Diode bei guten Kabeln noch tolerierbar, drei Dioden können zum Problem werden.


[Beitrag von Dipol am 04. Jan 2016, 13:27 bearbeitet]
z2015
Neuling
#6 erstellt: 06. Jan 2016, 18:42
So. Ich habe jetzt am Multischalter die beiden Ausgänge gewechselt.
Das heisst der betroffene Verteiler bzw. die Receiver dahinter hingen vorher am Multischalter OUT1 und hängen jetzt an OUT2.
Auswirkung: Die Bildaussetzer sind weg !
Die Signalstärke hat sich auch verbessert von vorher um die 40 (was auch immer) auf nun um die 50 !

Als Gegenprobe habe ich dann nochmal die Ausgänge zurück gewechselt und siehe da, das Problem ist wieder da.

Hmm.... was muss ich denn nun daraus folgern ?
Warum gibt es bei dem einen Ausgang das Problem und beim Anderen nicht ?
Hab ich das Problem jetzt nur von einen Verteiler auf den anderen verlagert ?
Der Verteiler für das OG, der jetzt am Multischalter-"Problemausgang" hängt, bedient derzeit nur einen Receiver, deswegen sollte es erstmal keine Störungen geben. Aber in absehbarer Zeit wird dort auch ein weiterer Receiver angeschlossen. Muss ich dann dort mit den gleichen Problemen rechnen ?

@Dipol: Anscheinend scheint das Problem ja nicht unbekannt zu sein, da du den Wechsel des Ausgangs vorgeschlagen hast. Was wäre denn die Erklärung dafür ?

Vielen Dank schonmal.
Dipol
Inventar
#7 erstellt: 06. Jan 2016, 23:00

z2015 (Beitrag #6) schrieb:
Warum gibt es bei dem einen Ausgang das Problem und beim Anderen nicht ?
Hab ich das Problem jetzt nur von einen Verteiler auf den anderen verlagert ?

Beide Fragen sind nur mit objektiven Pegelwerten und Bitfehlerverhältnissen zu beantworten. Nicht kalibrierte Receiveranzeigen taugen zur Beurteilung nur beschränkt, .

z2015 (Beitrag #6) schrieb:
Muss ich dann dort mit den gleichen Problemen rechnen ?

Ob der Fehler auf dem anderen Port schon jetzt oder erst später, wenn noch andere Tuner/Receiver angeschlossen werden, auftritt, kann bei messgeräteloser Stocherei im Nebel niemand vorhersagen.

z2015 (Beitrag #6) schrieb:
@Dipol: Anscheinend scheint das Problem ja nicht unbekannt zu sein, da du den Wechsel des Ausgangs vorgeschlagen hast. Was wäre denn die Erklärung dafür ?

Dass nur ein Port eine Macke hat.
z2015
Neuling
#8 erstellt: 30. Jan 2016, 15:58
VIelen Dank nochmal für die Unterstützung.
Da das Problem nach dem Port Wechsel erstmal weg ist, und ich auch trotz der "schwachen" Signalstärke keine Bildprobleme festgestellt habe,
werde ich das ganze erstmal dabei belassen.
Ob sich das Problem mit den Bildaussetzern wieder einstellt, wenn ich an dem fehlerhaften Multiswitch-Port einen zweiten Receiver in Betrieb nehme,
wird sich zeigen.

Danke


[Beitrag von z2015 am 30. Jan 2016, 15:59 bearbeitet]
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