Abstimmen von Frequenzweichen eines Lautsprechers unter Berücksichtigung der Abstrahlcharakteristik

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Robert_K._
Inventar
#1 erstellt: 14. Dez 2005, 18:39
Hallo,

Folgendes soll von euch widerlegt werden (oder viel. bestätigt):

Ich behaupte einfach mal, dass ein Hörer es als angenehm empfindet, wenn alle Frequenzen im Raume an seinem Hörplatz zu gleicher Lautstärke vorhanden sind. Ich denke nicht nur an den ersten Impuls, sondern auch an den indirekten Schall, der sich nach einer gewissen Zeit zu den neuen Impulsen teils, nach Phasenlage, addiert.
Wenn ich nun einen Breitbänder als Beispiel verwende, der ab einer gewissen Frequenz stark bündelt. Den Frequenzgang auf Achse biege ich mittels Frequenzweiche gerade. Nun hat man aber oft den Eindruck, dass es trotzdem an Höhen mangelt, was zum Eindruck erhöhter Mitten führt. Das ist auch in der Addition aller Winkelfrequenzgänge zutreffend.

Nun soll wie folgt vorgegangen werden:
Ich gebe jedem Winkel eine prozentuale Zuordnung(Die natürlich vom Raum abhängig wäre, -möchte ich aber aussen vor lassen)
Diese prozentual bewerteten Frequenzgänge werden addiert. Den neuen Frequenzgang, würde ich dann wieder mittels einer Frequenzweiche gerade biegen.
Würde ich den Lautsprecher jetzt auf Achse messen, erhielte ich einen Frequenzgang mit angehobenen Höhen, den ich persönlich auch bevorzuge.

Was sagt ihr zu der Theorie?

Gruß

Robert
eoh
Stammgast
#2 erstellt: 14. Dez 2005, 20:13
hi robert,

denk an die erste wellenfront!

womit ich im moment gut fahre: ls neutral abgestimmt, im raum bass und grundton unterhalb schröder-frequenz stark dämmen, darüber so wenig wie möglich, nur etwas diffusion.

greetz
eoh
Cinch-Master
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 14. Dez 2005, 21:50
Hallo Robert!

Diese prozentual bewerteten Frequenzgänge werden addiert. Den neuen Frequenzgang, würde ich dann wieder mittels einer Frequenzweiche gerade biegen.


Da erschleicht mich nach erstem Lesen doch glatt der Gedanke zur Layoutfindung eines WG

Also,jedes Filter was man so benutzen kann hat eine Laufzeitkomponente,was das da reingeschickte Signal in seinem "direkten Durchmarsch" hindert.Man handelt sich also bei Saug-oder Sperrkreisen eine variable Laufzeitverzerrung ein,welche die Signale in seiner Umgebung bei max. Verzögerung "verwäscht".
Berücksichtigt man die Bandbreite des Filters und den Empfindlichkeitsbereich des Gehörs leuchtet es ein das da je nach Einsatz (fm) einem was fehlt.Der Diffusschall bleibt aussen vor.

Wenn mich meine alten grauen Zellen betrogen haben möge er mich gern korrigieren.


schröder-frequenz

Kenn ich nicht.Was sagt denn die?



Claudius
Robert_K._
Inventar
#4 erstellt: 15. Dez 2005, 18:31

denk an die erste wellenfront!


Die habe ich für meine Überlegungen extra ein wenig in die Kallakutten geschickt.

Wenn ich diese mit einbeziehe, komme ich zu folgendem Ergebnis: Beispiel: starke Hochtonbündelung:
Das Resultat des Frequenzganges, wäre ein überhöhter Hochtonbereich. Auch wenn im ersten Augenblick das Klangbild stimmig erscheint, wäre die erste Wellenfront zu "hoch". Nach einiger Zeit wird das Klangbild nervig.
Um die Nervigkeit zu reduzieren, würde ich den Hochton wieder zurücknehmen. Problem: Dann erscheint mir der Gesamthöhenanteil zu gering.

Schlussfolgerung: je besser ein Hochtöner rundstrahlt, um so entspannter kann man mit dem LS auf Dauer hören. Man bezahlt allerdings auch einen Preis dafür. Die Präzision des Systemes sinkt, durch den erhöhten Diffusschallanteil.


@Claudius

Aber es ist doch so, dass die Laufzeitkomponente an der Stelle des Filters am größten ist, wo er am meißten wirkt. Dann fehlt dort etwas. Meine Überlegungen lassen das aussen vor und beziehen sich auch auf die Bereiche, die ausserhalb eines Sperr/Saug-kreises liegen.


Gruß

Robert
Syntropus
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 15. Dez 2005, 18:55
@Robert_K._

Bei dem was Du zuerst geschrieben hast gebe ich Dir voll Recht, deswegen nützt es nichts eine BB nur auf Achse zu messen und sich zu freuen dass er linear ist. Selbst wenn man den Frequenzbereich in dem er bündelt anheben würde, erreicht man trotzdem nicht den Sound eines Hochtöners, eben weil die Leistungszunahme nur auf Achse wirkt.

Vielleicht macht es Sinn einen guten Kompromiss zwischen angenehmen Klang und Präzission zu suchen.
Mag sein, dass bei mir die Ankopplung des Technics-Bändchen an den Vifa-BB deswegen noch räumlich gut klingt, weil der Technics vertikal stark bündelt und somit Boden- und Deckenreflexion total entfallen, während er in der Horizontalen breit abstrahlt.

Gruss
Syntropus
kceenav
Stammgast
#6 erstellt: 15. Dez 2005, 20:19
Hallo Robert_K,

für den Fall, dass Du diesen (unter anderem) das Thema Abstrahlcharakteristik behandelnden Thread noch nicht kennst:
http://www.hifi-foru...um_id=30&thread=6535

Die von AH. diskutierten Voraussetzungen zur neutralen Wiedergabe sind vor allem in Bezug auf die geforderte Unverfärbtheit des Diffusschalls eine Herausforderung an etablierte HiFi-LS-Konzepte.

Mir gefällt an seinen Postulaten deren Schlüssigkeit. Ich konnte auch spontan mit der Behauptung, konventionelle HiFi-LS in normalen Wohn-Hörräumen hätten (fast) alle einen überbetonten UND unsauberen Grundton (weil sie Bass und Grundton rundherum abstrahlen, mittlere und hohe Frequenzen dagegen gerichtet..) etwas anfangen - ich besitze nämlich beispielsweise keine Klavieraufnahme, die wirklich "natürlich" klingt, vor allem nicht bei klassischer Musik, da ist tatsächlich oft viel "Mulm" zu ertragen...
Ob andererseits ein LS mit "unverfärbtem" Diffusschall - also z.B. weil auch in Mitten und Höhen sehr breit abstrahlend - UND einem perfekt linearen Frequenzgang auf Achse nicht zwangsläufig ungewohnt "hell" (und nervig) klingen müsste...? Wäre interessant, mal ein solches Konzept ausgiebig mit bekannten Aufnahmen probezuhören...

Gruß
kceenav
Robert_K._
Inventar
#7 erstellt: 16. Dez 2005, 17:59
Hallo,

Die Verfärbungen habe ich natürlich auch nach hinten geschoben. Vielleicht könnte man eine Art Waveguide in einer Raumecke, hinter und um den Lautsprecher, bauen, um Verbesserungen bei stark rundumstrahlenden Lautsprechern zu erzielen. Eventuell mit dämpfenden Elementen.

Ich kenne den genannten Thread teils.
Es ging mir hier speziell um die Abstimmung einer Frequenzweiche, bei schon gegebenen Umständen. Es sollte teils Umstände erklären, dass ein welliger Hochtonbereich auf Achse sowohl schrecklich als auch gut klingen kann, bei gleichem auf Achse gemessenen Frequenzgang.


Grüße

Robert
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