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Campfire Audio

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quietnight
Stammgast
#51 erstellt: 12. Aug 2017, 18:14
Wenn es der einzige Inear sein soll, dann sollte man immer ein paar Tage lang probehören, bevor man kauft. Möchte man seine Sammlung an Inears ausbauen, dann wird die Sache hier deutlich einfacher. Den Andromeda kann man getrost ungehört kaufen, nicht nur weil die Qualität in allen Bereichen stimmt, sondern auch, weil er so anders klingt. Ein unglaublich luftiger, offener Klang, der zum stundenlangen Eintauchen in Klangwelten einlädt. Durchaus höhenbetont, aber nie scharf.
bartzky
Inventar
#52 erstellt: 01. Nov 2017, 19:50
So, es tut sich was. Headphone Company (Klick!) hat wohl endlich den Vertrieb für Campfire in Deutschland übernommen. Damit gibt es jetzt eine offizielle Bezugsquelle und das noch ca. 100€ günstiger als die österreichischen Angebote. Auf der Website findet sich ebenfalls ein Formular, um eine "Testmuster" anzufragen
bartzky
Inventar
#53 erstellt: 02. Feb 2018, 11:55
Und plötzlich ist da der Cascade: Ein geschlossener Bügler von Campfire Audio.

Kostenpunkt: 800$

https://campfireaudio.com/shop/cascade/

Cascade-Image-2-1400x1400
Huo
Inventar
#54 erstellt: 02. Feb 2018, 12:10
Die Verarbeitung sieht schon auf den Fotos klasse aus. Ich denke basierend auf den IEMs kann man da auch wirklich die Ansprüche hoch schrauben. Und die Pads sehen auch sehr bequem aus!

Ich mag das minimalistische Design und trotzdem erinnert die Ohrmuschel an das IEM-Gehäuse. Das haben sie wirklich gut hinbekommen. Etwas komisch finde ich aber den Kabelanschluss. Mit dem Winkel der Muscheln müsste das Kabel ja fast orthogonal zum Bügel abstehen.

Beim Sound erwarte ich eine Badewanne:

the unique sound you expect from a Campfire Audio headphone... exceptional musicality... a soundstage that expands well beyond the listening space... Powerful and impactful sound... Superior highs... Cascade has excellent high-frequency extension; cymbals sparkle... The bass response is special; rich in texture


[Beitrag von Huo am 02. Feb 2018, 12:11 bearbeitet]
frix
Inventar
#55 erstellt: 02. Feb 2018, 12:11
überraschend, hübsch finde ich ihn jetzt nicht.
S0und
Stammgast
#56 erstellt: 02. Feb 2018, 12:48
Wie auch bei den In-Ears ist das Design eher Geschmackssache, aber ich stimm Huo da auch zu, dass sie einen an die IEM Gehäuse erinnern.
Sie bleiben ihrer Linie treu, dass find ich gut so. Ihre In-Ears gefallen mir trotzdem besser.
DevilsIsland
Ist häufiger hier
#57 erstellt: 02. Feb 2018, 15:51
Ich habe den Cascade letzte Woche in USA in einem Hifi-Shop kurz hören können.

Die Verarbeitung ist in der Tat sehr gut, der Sound ist eine (aus meiner Sicht) stärkere Badewanne - wobei ich einschränkend sagen muss, dass ich die letzten zwei Wochen nur PP8 und K812 in/auf den Ohren hatte. Mir ist die Bassbetonung mit aktivierten Schaltern beim PP8 schon zuviel, von daher sollte man jetzt meine Aussage über 20 Minuten Hören am iPhone X nicht überbewerten.


[Beitrag von DevilsIsland am 02. Feb 2018, 15:52 bearbeitet]
ReekGreyjoy
Ist häufiger hier
#58 erstellt: 02. Feb 2018, 17:04
Der soll ja klanglich am Vega orientiert sein, welcher laut Reviews ne Bassbombe ist.
Hätte mir eher nen Andromeda im Kopfhörergehäuse gewünscht.
BartSimpson1976
Inventar
#59 erstellt: 03. Feb 2018, 05:33
Und der Cascade kommt auch mit dem von den IEMs bekannten Case, natuerlich in der entsprechenden Groesse.


[Beitrag von BartSimpson1976 am 03. Feb 2018, 05:39 bearbeitet]
gordle
Stammgast
#60 erstellt: 25. Feb 2018, 14:44
An alle Campfire-IE-Besitzer:

Welches der drei Modelle Jupiter, Polaris und Lyra II kann man am ehesten blind kaufen?

Sie sollten irgendwie alles können und dabei Spass machen, vom tiefsten Electro-Rumms zum Jazz-Drum-Saxophon-Klavier-Solo...
S0und
Stammgast
#61 erstellt: 25. Feb 2018, 21:02
Ich glaube, ohne die drei jetzt gehört zu haben, dass der Polaris da die beste Wahl sein könnte.
Jupiter soll etwas komische Mitten haben und könnte als reiner Spaßhörer evtl. zu wenig Bass haben. Höhen sollen Richtung Andromeda gehen, der für mich im Hochton bisher der beeindruckenste Hörer war (wenn auch einen Hauch zu viel). Die vermisse ich sogar beim PP8 etwas, diese Brillianz und Offenheit waren wirklich toll. Bevor ich mir den Jupiter holen würde, würde ich eher schauen, ob ich einen gebrauchten Andromeda kriege. Sollten sich dann preislich nichts nehmen.
Polaris durch den dynamischen Treiber ordentlich Bums untenrum und was ich sonst so gelesen habe, kam er auch ganz gut weg.
Zum Lyra kann ich nichts sagen, da mich reindynamische wenig interessieren.
Die nächsten Tage kann ich noch was zum Orion schreiben, der mir als Mini-Andromeda beschrieben wird mit etwas weniger Bass und Abstriche im Hochton. Dafür ausgeprägteren Präsenzbereich. Der ist aber noch nicht bei mir, könnte Ende der Woche evtl. soweit sein.
Edit: Vlt. solltest du aber trotzdem näher definieren, was du schon kennst und was für dich Spaß ausmacht. Warst du nicht der, der schon die Shure und die Nuforce HEM so sibilant fand?


[Beitrag von S0und am 25. Feb 2018, 21:24 bearbeitet]
gordle
Stammgast
#62 erstellt: 25. Feb 2018, 22:52
Vielen Dank! Ja, der bin ich.

Den Polaris habe ich schon einmal probegehört, war sehr, sehr gut. Bzgl. Sibilanz erinnere ich mich leider nicht mehr. Er war mir aber damals zu teuer.

Mittlerweile überlege ich es mir aber wieder. Ich suche momentan den "perfekten" BA, werde aber nicht fündig. Ein Allroundtalent mit ordentlich Bass, gut betreibbar am A&K XB10 und Auflösung wie ich es von BAs kenne. Und nicht anstrengend bei erhöhter Lautstärke...

Der Sony XBA-4 ist immernoch mein bester IE, sowas suche ich ungefähr bbzgl. Abstimmung...
S0und
Stammgast
#63 erstellt: 03. Mrz 2018, 21:38
Ich wollte auch mal kurz was zum Orion schreiben, da ich das vor ein paar Tagen ja angedeutet hatte.
Er erinnert mich irgendwie an eine Mischung aus SD2 und Andromeda (Ausgangsimpedanz meiner Quelle 1,7 Ohm). Bass und Mitten erinnern mich sowohl von Quantität als auch Qualität an den SD2, im Hochton dann an einen etwas gezähmteren Andromeda.
Auch die Bühne finde ich sehr ordentlich (auch etwa auf SD2 Niveau auch wenn ich den jetzt schon länger nicht mehr habe).
Für einen Single BA mehr als ordentlich; könnte durchaus eine Alternative zum SD2 werden jetzt wo Amazon den führt. Leistungstechnisch bezogen auf den Klang würde ich den SD2 zwar etwas besser einordnen. Das Gesamtpaket aus Verarbeitung, Aufmachung, Design und dank dem deutlich besseren Kabel beim Orion würde ich die aber durchaus auf einer Ebene sehen.
bartzky
Inventar
#64 erstellt: 03. Mrz 2018, 22:23
Hier übrigens schöne Messungen vom Orion: https://clarityfidel...audio-orion-iem.html
S0und
Stammgast
#65 erstellt: 04. Mrz 2018, 01:05
Ja das deckt sich ja auch so ungefähr, wie ich ihn empfinde.
Ich kann auch durchaus die Bezeichnung "Mini-Andromeda" ganz gut nachvollziehen. Der Orion hat logischerweise mit seinem einem Treiber nicht diese geniale räumliche Trennung des Andromeda, aber ich habe ja damals schon gesagt, das mir Vocals nicht so zurückgesetzt vorkamen beim Andromeda. Ich gehe stark davon aus, da mein Fokus vor allem darauf liegt, dass durch diese räumliche Trennung mir das ganze etwas präsenter war.
Der Orion kompensiert das dadurch, dass er im Präsenzbereich direkter spielt. Bass und Hochton sind da etwas weniger ausgeprägt auch weniger anstrengend.
Auch wenn die Graphen sich zwar stark unterscheiden, kann ich die Idee des "Mini-Andro" verstehen.
Das nur noch zur Ergänzung, da Single-BAs ja auch gerne etwas belächelt werden.
Tomm2016
Ist häufiger hier
#66 erstellt: 15. Mrz 2018, 15:51
Hi, habe in der letzten Woche den Polaris und den Lyra 2 probegehört und bin von Beiden wirklich begeistert.

Der Polaris ist sehr genau mit einer tiefen Bühne und spielt weit runter.. Marcus Millers Bass schnalzt wirklich schön und in der Abbildung ist er wirklich sehr genau. Einzelne Instrument und Stimmen kann man sehr
gut räumlich zuordnen und sind klar umrissen. Irgendwo bei den Mitten hat er eine kleine Senke, die aber nur
selten auffällt. Für mich ein InEar für Jazz, Klassik... alles sehr exakt, aber nie langweilig...

Von der Verarbeitung und vom Sitz brauche ich nicht zu sprechen, ist wirklich super, sollte bei dem Preis aber auch so sein...(gilt auch für den Lyra 2, der wahrscheinlich ein quentchen besser sitzt, da er kleiner ist)

Der Lyra 2 war für mich eine Überraschung, denn normalerweise stehe ich auf den Polarissound, da mir diese tiefe, klare Abbildung eigentlich besser gefällt. Eigentlich, den mehr gehört habe ich mit dem Lyra 2.
Eine richtige Spaßmaschine, dynamisch, Punch im Bass, dafür nicht ganz so tief, wie der Polaris... neutraler, aber nicht so klar umrissen, dafür mehr Schmelz bei stimmen...kurz für mich musikalischer...

Übrigens, dass mitgelieferte Kabel bei beiden IE ist klasse und das Lederetui auch....

einen Andromeda oder Verga habe ich übrigens bewußt nicht probegehört, da ich mein Budget nicht überschreiten willl

Daher freue ich mich bald auf einen Lyra 2, der mich auf meinen Geschäftsreisen begleiten wird...
bartzky
Inventar
#67 erstellt: 29. Mrz 2018, 11:00
Wem das Gehäuse zu scharfkantig ist

https://www.head-fi....page-4#post-14135978
S0und
Stammgast
#68 erstellt: 29. Mrz 2018, 11:52
Hmm ich bin da ja skeptisch. Wenn das Gehäuse zu scharfkantig ist, drückt es ja schon irgendwo. Das sieht ja aus wie ein Überzug und dann wird es insgesamt noch größer -> mehr Druck. Aber gut evtl. wird auch durch den "Haken" die Lage im Ohr etwas variiert, so dass es wieder kompensiert wird.

Aber mal was anderes: Kann es sein das dieses Stück, das direkt in den Gehörgang geht von dem Durchmesser bei den verschiedenen Campfire Ohrhörern variiert? Ich verliere nämlich ab und zu beim Orion, in Bewegung, ganz kurz Seal und das hatte ich beim Andromeda nicht. Oder aber meine Gehörgänge haben sich etwas verändert
BartSimpson1976
Inventar
#69 erstellt: 04. Apr 2018, 03:22
Es gibt (schon wieder) was Neues:

Den Atlas und den den Comet. Der Atlas als neues Dynamiker-Flaggschiff und der Comet ein SingleBA Entry level IEM. Dementsprechend die Preise: Atlas fuer 1299 USD und Comet 199 USD. Der Comet kommt leider als Standard mit einem Kabel mit Fernbedienung, haette sonst evtl interessant sein koennen. So muss man sich erst noch wieder ein richtiges Kabel separat kaufen.

Beide im polierten Edelstahlgehaeuse

2018-04-04 09_20_57-NEW - Campfire Comet and Atlas _ Head-Fi.org


Besonders die Soundbeschreibubg des Atlas ueberzeugt mich: Gigantic and fantastic!
Und fuer den Treiber hat man sich wieder tolle neue Buzzwords ausgedacht: Plasma enhanced chemical vapor deposition amorphous diamond-like
carbpn diaphragm (!)

Aber auch der Comet muss toll sein: Denn er klingt "awesome"!


[Beitrag von BartSimpson1976 am 04. Apr 2018, 04:46 bearbeitet]
frix
Inventar
#70 erstellt: 04. Apr 2018, 07:45
uh dass sind aber mal haessliche IEs. Polierter edelstahl find ich irgendwie fies.
BartSimpson1976
Inventar
#71 erstellt: 04. Apr 2018, 08:27
Ueber Geschmack laesst sich natuerlich streiten. Matt gebuerstet wuerd ich aber auch besser finden.

Auf dem polierten Zeug sieht man jeden Fingerabdruck und jeden Minikratzer. Ich erinnere mich an das Aufbewahrungscase
meiner Heaven-IEMs. Sieht super aus, aber alleine durch das Entnehmen aus der Schachtel hat man unschoene Kratzer und Abdruecke drauf....


[Beitrag von BartSimpson1976 am 04. Apr 2018, 08:31 bearbeitet]
Huo
Inventar
#72 erstellt: 04. Apr 2018, 11:04
Also Atlas geht in Richtung Vega, aber noch mehr Bass...

Ken Ball schrieb:
The Atlas is similar to the Vega in sound, I hear the Atlas as having a slightly larger sound, larger impact from A-Z, pushes more air... I would rather have others dive deeper into the AB Vega / Atlas so that will come soon. However we feel that this size 10mm, is as good as it will get. If we go over 10mm the high freq starts to not be as nice. I prefer the Atlas over the Vega, sorry I am not being more descriptive here.
...
I cant say enough about how sweet the stainless steel body is, no more rubbing off anodized colors and I like the way stainless steel ages as it gets uses. To me the more its used the better/cooler it looks.

Zum Comet gibt es bisher keinerlei Soundbeschreibung.

Best bang for the $$, the Comet is really going to be a treat and nothing I have heard at this price point comes close. These new IEMs look feel and sound like a million $$, we are thrilled to be able to offer these.
S0und
Stammgast
#73 erstellt: 04. Apr 2018, 12:52
Also so wie es aussieht trägt man die mit Kabel nach unten und aus dem Ohr stehend oder?
Damit leider für mich schon komplett uninteressant.
Salento
Neuling
#74 erstellt: 04. Apr 2018, 16:57
Das Kabel nach unten passt mir auch nicht.
hanesbeef
Stammgast
#75 erstellt: 04. Apr 2018, 18:21
Laut Post und Foto von Ken Ball bei Headfi kann man beide Hörer sowohl nach unten als auch über dem Ohr tragen!


[Beitrag von hanesbeef am 04. Apr 2018, 18:22 bearbeitet]
bartzky
Inventar
#76 erstellt: 04. Apr 2018, 18:36

Huo (Beitrag #72) schrieb:
Also Atlas geht in Richtung Vega, aber noch mehr Bass...

Wow, der Vega ist ja schon nicht gerade schüchtern.. Glaube langsam, dass Ken ein richtiger Basshead ist. Wahrscheinlich war der Andromeda ein Ausrutscher
S0und
Stammgast
#77 erstellt: 04. Apr 2018, 20:42
Naja der Orion ist sehr basszahm


Laut Post und Foto von Ken Ball bei Headfi kann man beide Hörer sowohl nach unten als auch über dem Ohr tragen!

Wenn man ihm über dem Ohr trägt ist das Logo aber falsch rum


[Beitrag von S0und am 04. Apr 2018, 20:56 bearbeitet]
bartzky
Inventar
#78 erstellt: 04. Apr 2018, 22:38

S0und (Beitrag #77) schrieb:
Naja der Orion ist sehr basszahm

Scheinbar auch ein "Fehler" den Ken mit dem neuen Single BA korrigieren will Soll laut Jude ungewohnt voll für einen Single BA klingen.

Wenn man Ken's Aussagen in den Foren verfolgt, kristallisiert sich regelmäßig heraus, dass er auf sehr starken Bass steht. Scheint einfach sein Ding zu sein.
hanesbeef
Stammgast
#79 erstellt: 05. Apr 2018, 06:37
In einem Youtube-Interview sagte Ken Ball, dass Campfire mit allen ihren Hörern eine "spannende und aufregende" Sound-Signatur repräsentieren möchtne.
Dieser Begriff ist zwar Auslegungssache, ich persönlich finde es aber eigentlich mal ganz erfrischend und sympathisch, dass eine sogenannte "audiophile" Firma offen dazu steht, "Spaßhörer" zu produzieren.
Ich persönlich habe nie verstanden, warum der Begriff "audiophil"(= audio-mögend, nicht mehr und nicht weniger) so häufig nahezu "zwangsweise" mit ultraneutralem Sound in Verbindung gebracht wird, "weil es sich eben so schickt". Auch nachgewürzte Suppe kann gut schmecken, finde ich - nicht selten sogar besser!

Was das Design angeht, da habe ich auch zunächst "Ogott!" gedacht, aber ich muss sagen, mit zunehmendem Betrachten gefällt es mir immer besser und auch hier finde ich den Mut, eigene Wege zu gehen, eigentlich ganz gut. Hat irgendwie was von "Steam-Punk".
Werdende Design-Klassiker haben oft zunächst polarisiert. Mal sehen, wie lange die chinesischen Plagiate auf sich warten lassen....


[Beitrag von hanesbeef am 05. Apr 2018, 06:48 bearbeitet]
BartSimpson1976
Inventar
#80 erstellt: 05. Apr 2018, 07:03
Bei SingleBA IEMs wird auch Campfire das Rad nicht neu erfinden koennen.
Da muss man sich an Etymotic und Final Audio messen. Wie ein Ety wird der Comet
offensichtlich nicht klingen, also wird er sich in der Preisklasse am Heaven IV messen lassen muessen!
frix
Inventar
#81 erstellt: 05. Apr 2018, 07:12
gespannt wieviel bass sie aus einem single BA holen koennen bin ich auf alle faelle.
S0und
Stammgast
#82 erstellt: 05. Apr 2018, 08:54
Ich fände es logischer den eingestellten Nova zu ersetzen. Angeblich war der relativ neutral mit abfallendem Hochton.
Vielleicht geht man etwas in die Schiene und legt im Bass etwas mehr drauf, sollte für einen SingleBA auch noch gut machbar sein.
Sofern sie den Orion nicht einstampfen wollen, sehe ich für einen weiteren neutralen IEM im ähnlichen Preisbereich wenig Sinn. Aber eigtl. muss es ja keinen Sinn machen; hauptsache etwas Neues um im Gespräch zu bleiben.
Aber vom Aussehen erinnern sie mich an den UE tripfle.fi 10
Huo
Inventar
#83 erstellt: 05. Apr 2018, 10:34

hanesbeef (Beitrag #79) schrieb:
Dieser Begriff ist zwar Auslegungssache, ich persönlich finde es aber eigentlich mal ganz erfrischend und sympathisch, dass eine sogenannte "audiophile" Firma offen dazu steht, "Spaßhörer" zu produzieren.
Ich persönlich habe nie verstanden, warum der Begriff "audiophil"(= audio-mögend, nicht mehr und nicht weniger) so häufig nahezu "zwangsweise" mit ultraneutralem Sound in Verbindung gebracht wird, "weil es sich eben so schickt". Auch nachgewürzte Suppe kann gut schmecken, finde ich - nicht selten sogar besser!

Als ich hier angefangen habe, war ich genauso. Badewanne hat geholfen mehr Emotionen zu tragen, aber je mehr man damit hört, desto übersalzener wird es.
Mittlerweile mag ich es nur noch "ausgeglichener" und annähernd neutral, ganz einfach weil dadurch weniger Überlagerungen entstehen und am Ende die meiste Transparenz vorhanden ist - und zwar in der Summe, unabhängig von Genre oder Aufnahme. Ich habe noch nie gehört, dass sich jemand rückwärts bewegt und sagt "ich habe jetzt die Schnauze voll von ausgeglichenem Klang". Es gibt da nur eine Richtung und starker Bass ist Gewöhnungssache, wenn nicht Lautstärke oder Überlagerung der Umwelt ausgeglichen werden müssen.

Wenn ich jetzt einen IEM mit Sounding höre, dann ist das für mich wie ein Instagram-Filter. Draufgeklatscht, macht sein eigenes Ding. Funktioniert manchmal, hat aber mit dem Foto nichts mehr zu tun. Es ist destruktiv.

"Neutral" hat bei IEM einen bösen Ruf, weil es keine allgemein anerkannte neutrale Kurve gibt. Etymotic hat damals gesagt "so muss das sein" und seitdem hat jeder geglaubt dass neutral automatisch 'kein Bass', analytisch, trocken und emotionslos heißt. Das muss es aber nicht. Neutral bei Nahfeldmonitoren oder Lautsprechern heißt, dass alle Töne gleich laut klingen. Beschwert sich da jemand dass die schlecht klingen wenn sie neutral sind? Eben.

Ich finde jede Firma sollte ihr Können und Knowhow mit einer Referenz beweisen. Bei der unendlichen Auswahl heutzutage muss man irgendwie die Spreu vom Weizen trennen. Denn sind wir mal ehrlich, niemals muss ein Vega so viel kosten! Die Preise klappen nur über Bekanntheitsgrad (grob: erfolgreiches Marketing mit solider C.I.), Verarbeitung, Verpackung und Zubehör.

Dass sich Campfire als High-End mit einem Vega verkaufen kann, sagt eigentlich nur etwas über unsere Hifi-Community aus. In Deutschland sind wir verhältnismäßig sehr bodenständig und nutzen Kopfhörer hauptsächlich als Werkzeug (Ersatz für Lautsprecher oder mit dem Vorteil weniger negativer Raumeinflüsse und Investitionen). Aber leider ist das Hobby (gerade in den Schwellenländern mit ungleicher Verteilung) eine Angeber-Show. Da wird blind gekauft was Hype ist und jeder verteidigt seinen Kauf natürlich weil je angesehener das Ding ist, desto besser steht er da. Diese Welle reitet in meinen Augen gerade Campfire. "Auf dem falschen Fuß erwischt", verzerrte Perspektive meinerseits, von Idioten gelobt oder was auch immer. Die Firma löst bei mir persönlich im Moment noch keine Sympathie aus.

Wer jetzt 20 so Teile hat, wo einer im Bass kracht, einer dicke Mitten hat, einer bei 5 kHz kreischt, der andere bei 8 kHz kreischt, dann einer der Oberbass und Hochton hat, dann einer der Tiefbass und Mitten hervorhebt, usw. der kommt auch mit dem Sounding zurecht. Der wählt sich immer einen Hörer aus, je nachdem was er gerade braucht. Der haut sich auf ein Foto immer einen Filter drauf, hat aber eine große Auswahl und findet immer einen Effekt, der gerade passt. Nur was man dadurch nicht mehr erkennt ist ob das Foto (im übertragenen Sinne) wirklich gut ist. Ein gutes Foto (Aufnahme) braucht keinen Filter! Bestenfalls ein gutes Display (Kopfhörer).
So eine destruktive Veränderung vom Material heißt doch nicht "audiophil"? Audiophil heißt es den Aufwand und das Können einer guten Aufnahme zu schätzen und sie in einer Audiokette zu wahren. Und das geht meiner Meinung nur innerhalb unbestimmter und relativer Toleranzen. (Relativ besonders im dynamischen Preis-Leistungs-Verhältnis.)

Meine Güte, was war in meinem Kaffee? Sorry...


[Beitrag von Huo am 05. Apr 2018, 11:07 bearbeitet]
derSchallhoerer
Stammgast
#84 erstellt: 05. Apr 2018, 11:12
Kommen deine Bilder so direkt aus der Kamera ohne Bearbeitung in Lightroom? Ich kenne nahezu keinen Fotografen der etwas auf sich hält und die Bilder direkt aus der Kamera veröffentlicht ohne sie auch nur geringst nachzubearbeiten. Ob ich also nun einen Instagram Filter über meine Bilder "klatsche" oder minutiös in Lightroom bearbeite, spielt für mich keine Rolle. Das Ergebnis zählt für mich. So ist es auch mit Musik. Die Aufnahme spielt hierbei doch die größte Rolle. Ist diese vollkommen blutleer und flach, bringt mir der neutralste Kopfhörer der Welt nichts. Blutleere Musik will ich nicht hören. Selbst wenn das die Intention des Musikers, Tontechnikers usw. war. Und wenn ich dafür dann einen Hörer habe, der mir die Musik "gefälliger" darbietet, dann bevorzuge ich das. Es gab auch schon Alben, die ich vom musikalischen Inhalt so toll fand, dass ich sie für mich neu gemastet habe, eben weil der ursprüngliche Mix bzw. das Master vollkommen an meiner Vorstellung eines "richtigen" Klanges vorbei ging.
Huo
Inventar
#85 erstellt: 05. Apr 2018, 11:38

derSchallhoerer (Beitrag #84) schrieb:
Kommen deine Bilder so direkt aus der Kamera ohne Bearbeitung in Lightroom? ;)

Erwischt. Das Beispiel war wohl doch nicht so gut. Bzw. hätte ich Mastering statt Aufnahme sagen sollen. Denn das ist die fertige Entwicklung wie sie gedacht ist gehört zu werden. Weiteres Sounding wäre dann ein zusätzlicher Filter auf dem entwickelten Bild.

Klar, kann man mögen. Sehe aber nicht was Campfire da besser macht als die anderen? Kann mir keiner erzählen etwas wie den Vega hätte es vorher noch nicht gegeben?
hanesbeef
Stammgast
#86 erstellt: 05. Apr 2018, 11:44
Danke für Deine ehrliche und ausführliche Antwort!

[b]Ich habe noch nie gehört, dass sich jemand rückwärts bewegt und sagt "ich habe jetzt die Schnauze voll von ausgeglichenem Klang". Es gibt da nur eine Richtung[/b]


Wenn ich Dich richtig verstehe, dann möchtest Du mit dem Wort "rückwärts" etwas Negatives ausdrücken.
Ich persönlich sehe unterschiedliche Klangsignaturen aber nicht unbedingt als "Fort- oder Rückschritt" (zumindest nicht "weniger oder mehr gesoundet"). Ich kann Dir hiermit bestätigen, dass es die von Dir angezweifelten Menschen gibt bzw. ich sogar zu diesen Menschen gehöre. D.h., ich mag unterschiedlichen Klang (weniger oder mehr gesounded) zu unterschiedlichen Gelegenheiten/ Musikstilen/Stimmungen usw.! Und ich denke, da stehe ich nicht alleine auf dieser Welt!
Ich höre mittlerweile auch seit vielen Jahren hochwertige Hörer (wie auch immer man das definiert) und habe nicht nur aufgrund meiner aktuellen Nähe zum Geschäft "E-Earphone" in Japan wirklich viele Hörer gehört. Und besitze ganz unterschiedliche und verändere meine Favoriten immer wieder.
Es gibt/gab Zeiten, da denke/dachte ich so wie Du, es gibt aber auch Zeiten, da habe ich in der Tat die Schnauze voll von ausgeglichenem Klang und finde manche Hörer, die ich zu anderen Gelegenheiten mag, als laaaangweilig. Ehrlich!


[b]Wenn ich jetzt einen IEM mit Sounding höre, dann ist das für mich wie ein Instagram-Filter. Draufgeklatscht, macht sein eigenes Ding. Funktioniert manchmal, hat aber mit dem Foto nichts mehr zu tun. Es ist destruktiv.[/b]


Da würde ich wieder fragen: Warum ist das immer zwangsweise negativ? Ich bin kein Instagrammer - aber ich verteufel auch nicht, bei bestimmten Gelegenheiten ein Bild zu verändern, wenn es mir so gefällt. Gelegenheiten! Es ist der Kontext, der eine bestimmte Wirkung hervorruft!
Es wird immer gesagt, dass es darum geht, Musik so zu hören, wie die Künstler sie "gemeint" haben. Aber wer sagt denn das eigentlich? Das ist nur eine von vielen Möglichkeiten Musik zu hören! Man/Ich kann - je nach Laune - Musik hören auch als kreativen Akt verstehen bzw. es dazu machen. Es gibt Elemente in Musik, die möchte ich ganz einfach betonen, weil es mir so gefällt. Vielleicht möchte ich sie auch je nach Laune/Musikstil unterschiedlich betonen. Für mich, und nicht für den/die Künstler! Kunst ist seit jeher ein Balanceakt aus Rezeption und Perzeption....
Apropos Bilder und wo Du den Vergleich aufführst (ich habe beruflich mit Kunst zu tun): Ähnliche Debatten werden seit Jahrhunderten in der bildenden Kunst geführt. Es gibt immer wieder Menschen, die an das "Reine und Schöne" glauben, dann wieder welche, die es hinterfragen, verändern, zerstören....in Wellen. Und wie ich ein Bild zu Hause aufhänge, verändert seine Wirkung auch.



[b]"Neutral" hat einen bösen Ruf, weil es keine allgemein anerkannte neutrale Kurve gibt. Etymotic hat damals gesagt "so muss das sein" und seitdem hat jeder geglaubt dass neutral automatisch 'kein Bass', analytisch, trocken und emotionslos heißt. Das ist es aber nicht. Neutral heißt, dass alle Töne gleich laut klingen. Beschwert sich jemand bei Nahfeldmonitoren oder Lautsprechern dass die schlecht klingen wenn sie neutral sind? Eben.[/b]


Ich habe aber das Gefühl, dass der Begriff "gesounded" hier doch viel häufiger verteufelt wird als "neutral"?

Meine Kritik an dem Begriff "neutral" wäre eher, dass es viel zu viele relative Faktoren im Spannungsfeld von (erneut) Rezeption und Perzeption gibt.

"Instrumente klingen wirklich wie auf einer Bühne" : Wie ich sie auf einer Bühne höre, hängt von meiner Position ab. Die Position kann ich aktiv veränden, wenn ich möchte und somit auch den Klang verändern. Musikinstrumente auf einer Bühne werden elektrisch verstärkt, kommen ebenfalls aus (getonten) Lautsprechern. usw. Warum ist es dann verwerflich, sie über den Hörer zu verändern?

"Musik klingt so, wie es der Künstler wollte." : Der Künstler hat vielleicht zum Mixing einen Kopfhörer verwendet, der natürlich ebenfalls eine eigene Signatur hatte?

"Der Kopfhörer klingt neutral": Warum gibt es auf der Welt so viele Kopfhörer, die alle den Anspruch haben, "neutral" zu klingen - und doch klingen sie unterschiedlich?




[b]Ich finde jede Firma sollte ihr Können und Knowhow mit einer Referenz beweisen. Bei der unendlichen Auswahl heutzutage muss man irgendwie die Spreu vom Weizen trennen.[/b]


Jede Firma kann doch ihr Können und Knowhow mit unterschiedlichen Dingen beweisen. Da gibt es in meinen Augen kein "richtig" oder "falsch". Eine Referenz zu erstellen kann eines von vielen Zielen sein, wenn sie dafür eine entsprechende Zielgruppe hat.


[b] Denn sind wir mal ehrlich, niemals muss ein Vega so viel kosten! Die Preise klappen nur über Bekanntheitsgrad (grob: erfolgreiches Marketing mit solider C.I.), Verarbeitung, Verpackung und Zubehör.[/b]


Da gehe ich 100% mit Dir konform! Ich finde die Preise in der letzten Zeit auch nur noch super-dreist und übel, dass die Leute mittlweile schon von "gemäßigten" Preise bei über 1000 Euro sprechen!
Ich kaufe deshalb fast nur noch gebrauchte Hörer...


[b]Dass sich Campfire als High-End mit einem Vega verkaufen kann, sagt eigentlich nur etwas über unsere Hifi-Community aus.
In Deutschland sind wir verhältnismäßig sehr bodenständig und nutzen Kopfhörer hauptsächlich als Werkzeug (Ersatz für Lautsprecher oder mit dem Vorteil weniger negativer Raumeinflüsse und Investitionen). Aber leider ist das Hobby (gerade in den Schwellenländern mit ungleicher Verteilung) eine Angeber-Show. Da wird blind gekauft was Hype ist und jeder verteidigt seinen Kauf natürlich weil je angesehener das Ding ist, desto besser steht er da.
Diese Welle reitet in meinen Augen gerade Campfire. "Auf dem falschen Fuß erwischt", verzerrte Perspektive meinerseits, von Idioten gelobt oder was auch immer. Die Firma löst bei mir persönlich im Moment noch keine Sympathie aus.[/b]


Ich persönlich würde das nicht so pauschal formulieren. Es gibt einfach viel zu viele Menschen auf dieser Welt mit unterschiedlichen Herangehensweisen.
Wenn sich jemand einen Vega kauft, weil er damit angeben möchte, kann er das gerne tun. Von mir aus können das auch ganze Menschengruppen unter bestimmten sozialen Umständen sein. Ich gebe Dir Recht, dass es dieses Phänomen gibt....aber doch bei vielen Produkten und nicht nur bei Kopfhörern.
Ich kann trotzdem - auf meine und andere Weise - Freude an einem solchen Produkt haben. Und mich "audiophil" nennen, weil ich damit Musik genieße.

Und eine Firma ist meist das, was die Menschen darin sehen.
Ich habe auch ein paar Jahre für eine bekannte Firma gearbeitet, in welche wirklich die abenteuerlichsten Sachen interpretiert wurden. Fakt war aber, auch die Firma bestand aus unterschiedlichen Menschen mit sehr unterschiedlichen Absichten....


[b]Wer jetzt 20 so Teile hat, wo einer im Bass kracht, einer dicke Mitten hat, einer bei 5 kHz kreischt, der andere bei 8 kHz kreischt, dann einer der Oberbass und Hochton hat, dann einer der Tiefbass und Mitten hervorhebt, usw. der kommt auch mit dem Sounding zurecht. Der wählt sich immer einen Hörer aus, je nachdem was er gerade braucht. Der haut sich auf ein Foto immer einen Filter drauf, hat aber eine große Auswahl und findet immer einen Effekt, der gerade passt. Nur was man dadurch nicht mehr erkennt ist ob das Foto (im übertragenen Sinne) wirklich gut ist. Ein gutes Foto (Aufnahme) braucht keinen Filter! Bestenfalls ein gutes Display (Kopfhörer).[/b]


Ich verstehe schon Dein Bestreben nach etwas "Purem" und teile diesen Geschmack bei vielen Gelegenheiten.
Man darf aber eben auch nicht vergessen, dass Bewertung und Geschmack immer von einem "Bezugssystem" ausgeht. Und dieses Bezugssystem ist und bleibt relativ.
Wenn man jetzt wirklich rational-philosophisch argumentiert, dann kann man die Behauptung "ein gutes Foto braucht keinen Filter" nicht wirklich halten. Man muss den Kontext definieren. Audiophil kann meiner Meinung nach viele Kontexte haben.
Und über Begriffe wie "kreischen" oder "draufhauen" verleiht man einem persönlichen Geschmack natürlich immer einen negativen Beiklang. Lass diese wertenden Begriffe mal weg und hinterfrage, ob solche Thesen tatsächlich zu einem objektiven "richtig" oder "falsch" führen können?


[b]So eine destruktive Veränderung vom Material heißt doch nicht "audiophil"? Audiophil heißt es den Aufwand und das Können einer guten Aufnahme zu schätzen und sie in einer Audiokette zu wahren. Und das geht meiner Meinung nur innerhalb unbestimmter und relativer Toleranzen. (Relativ besonders im dynamischen Preis-Leistungs-Verhältnis.)[/b]


Wie gesagt, das sehe ich wirklich anders. Audiophil heißt "audio-mögend" - und das kann man, meiner Meinung nach, auf viele verschiedene Weisen tun....
Das ist - nochmal - wie die Debatte um Kunst. Früher war Kunst nur, wenn man realistisch zeichnen konnte. Heutzutage ist diese Definition viel weiter...und das ist auch gut so.


In jedem Fall eine spannende Diskussion in der man ja auch nicht immer eine Meinung haben muss..


PS. Sorry, das mit dem "Quoten" von einzelnen Textteilen hat bei mir wieder nicht funktioniert. Funktioniert eigentlich nie. Aber wenn ich einen ganzen Text zitiere, bekomme ich ja immer Ärger. Hab dann versucht, Deine Zitate dick gedruckt herzuheben. Funktioniert auch nicht, wenn ich Text zwischen [b] und [/b] kopiere, bzw. auch wenn ich zuerst Text markiere und dann "B" drücke) . Wer kann mir da einen Tipp geben?


[Beitrag von hanesbeef am 05. Apr 2018, 17:29 bearbeitet]
bartzky
Inventar
#87 erstellt: 05. Apr 2018, 12:23
Huo ist ja bekanntlich unser Neutral-Hardliner

Ich persönlich würde mich selbst auch als Neutral-Head bezeichnen, kann mich aber auch an anderen Abstimmungen erfreuen. Mit dem Andromeda höre ich z.B. auch sehr gerne. Kann auch nicht verneinen, dass der Vega meinen Fuß ordentlich zum Wippen gebracht hat - der kann schon richtig viel Spaß machen, auch wenn das mit neutraler Musik-Reproduktion nicht mehr viel zu tun hat.
Audiophil darf sich sowas meiner Meinung nach trotzdem nennen; hier geht es schließlich um den Genuss von Audio, wie auch immer geartet. HiFi ist wiederum eine andere Kategorie, in der die Wiedergabe zwingend so neutral wie möglich sein sollte.

Ich respektiere Campfire dafür seine eigene Identität zu entwickeln, auch wenn sich diese immer weiter von meinem Geschmack entfernt.
Bei SBFA wünschen sich die Leute seit einiger Zeit einen dynamischen IEM mit ähnlicher Abstimmung zum Andromeda an 2-3 Ohm. Ken weiß das - hat da aber scheinbar keinen Bock drauf, obwohl das sicher ein Verkaufsschlager wäre. Verdient irgendwie auch Respekt einfach sein eigenes Ding durchzuziehen.

Die Ansicht, dass man jetzt noch vom Bassniveau oberhalb des Vega anbauen muss, teile ich allerdings nicht. Klar, CA bedient aktuell diese "Boutique-Bass-Head" Nische, oder wie auch immer man das nennen mag. Aber das macht der Vega meines Erachtens schon sehr gut - irgendwann wird es auch einfach zu viel Bass
Huo
Inventar
#88 erstellt: 05. Apr 2018, 13:42
@hanesbeef Du bringst viele gute Punkte. Ich habe gerade so viele Dinge die mir zu diesem Thema in den Kopf schießen, dass ich die Diskussion gerne später weiterführen würde. Vielleicht mache ich am Wochenende einen neuen Thread auf.
hanesbeef
Stammgast
#89 erstellt: 05. Apr 2018, 14:46

Huo (Beitrag #88) schrieb:
@hanesbeef Du bringst viele gute Punkte. Ich habe gerade so viele Dinge die mir zu diesem Thema in den Kopf schießen, dass ich die Diskussion gerne später weiterführen würde. Vielleicht mache ich am Wochenende einen neuen Thread auf.
:prost


Klingt nach einer guten Idee! Ist ja wirklich ein spannendes Thema....


[Beitrag von hanesbeef am 05. Apr 2018, 16:55 bearbeitet]
Tomm2016
Ist häufiger hier
#90 erstellt: 10. Apr 2018, 21:44
neutral = audiophil?
Wer weiß denn schon genau, wie die Künstler oder Masterminds hinter der Aufnahme den
Klang haben wollten. Ich war schon bei ein paar Aufnahmen dabei und es ging dabei nie um
neutral, sondern entweder um Massentauglich (hört sich der Song auch auf einem Wald und Wiesen Radio gut an) oder es wurde ein "Sounding" auf Instrumente, Stimmen etc.. vorgenommen.
Dazu kommt noch der Loudnesswahn der Musikindustrie.

Alle Kopfhörer, Lautsprecher werden immer einen Geschmack bedienen und versuchen uns Hifi Verrückte
in Versuchung zu bringen. Umso interessanter finde ich CA, da hier verschiedenste Geschmäcker
gut bedient werden. Jetzt darf sich jeder die Frage stellen, was für ihn neutral ist.
XperiaV
Inventar
#91 erstellt: 10. Apr 2018, 22:16
Ich bezweifle dass viele Künstler schon mal was von einer "Harman Response Curve" gehört oder gelesen haben ... das mag bei Leuten an den Reglern evtl. anders sein. Aber auch hier unter diesen dürfte es die Minderheit sein die nach dieser "Vorgabe" abmischen bzw mixen ect.

Es kommt sicher auch stark auf das Genre an wie was abgemischt wird.
hanesbeef
Stammgast
#92 erstellt: 28. Apr 2018, 14:13
Habe den Atlas heute hören können. Hat in der Tat sehr viel Bass. Aber ich fand ihn trotzdem irgendwie ziemlich in sich stimmig...zumindest meiner Philosophie nach (s.o). Mein Andromeda gefällt mir trotzdem deutlich besser und ich hatte nicht das Bedürfnis, ihn durch den Atlas zu ersetzen.

Auf dem Fujita Headphone Festival konnte man übrigens mit Ken Ball schnacken...hab ich dann auch gleich mal ein bissl getan.
Huo
Inventar
#93 erstellt: 11. Jun 2018, 11:36
Ich merke gerade ich habe vergessen damals zu antworten.

Also, ich starte hiermit eine kleine Diskussionsrunde zum Thema Hifi und IEM. Ich habe das Thema von davor, nämlich was "neutral" ist und inwiefern Verfärbung gewünscht oder sinnvoll ist, im Hinterkopf behalten und möchte nun (verspätet) ein paar Überlegungen teilen.

Beginnen möchte ich mit einer Hypothese.
Man stelle sich eine einfache und simple Audiokette vor, bestehend aus einem breitbandigen und linearen Mikrofon (das den gleichen Pegel über hörbare Frequenzen misst), einem Mikrofonvorverstärker, einem Kopfhörerverstärker und schließlich einem Paar Inear-Kopfhörer. Der Ton wird quasi in Echtzeit durch die Kette übertragen. Ich behaupte: Wenn Eingangspegel und Ausgangspegel identisch sind, gibt es eine Zielkurve, bei der der Inear im Ohr transparent wird und nicht mehr als IEM wahrgenommen wird. Der IEM hat genau das wiederzugeben was er durch Schließen des Gehörgangs blockiert.
Das ist Klangtreue oder high-fidelity. Das ist "neutral" und das sollte meiner Meinung nach das Hauptziel jeder Entwicklung in diesem Bereich sein.

Keine Frage, es gibt jede Menge Hindernisse und Interpretationsmöglichkeiten, aber um auf einer objektiven Grundlage diskutieren zu können, sollte man zumindest glauben, dass dies (wie auch immer) technisch realisierbar ist. Eine rein subjektive Einstellung, die nur auf persönlichen Geschmack abzielt, macht es ungemein schwer über Klang zu diskutieren. Kommentare wie "neutral gibt es nicht und ich kauf nur was mir gefällt" sind in einem Forum wie diesem kontraproduktiv. Erstens interessiert bestenfalls nur deine Mutter deine subjektive Präferenz und zweitens bilde ich mir zumindest ein, dass Hifi ein objektiveres Hobby als Modedesign ist.

Dabei ist es meiner Meinung nach sehr wichtig im Kopf zu behalten, dass ein endgültiges Mastering der Musik, so wie es uns Konsumenten verkauft wird, schon so bearbeitet wurde, dass es über Autoradio, Küchenradio, Bluetooth-Boombox und - nur wenn wir überhaupt Glück haben - über Stereo-Hifi-Lautsprecher gut klingt. Deswegen ist es oft so, dass bei echtem Interesse an Hifi meistens kein Weg an hochwertigen Klassik und Jazz Aufnahmen vorbeiführt. Aber das ist nochmal eine ganz neue und komplexe Diskussion.
Doch selbst bei hochwertigen Aufnahmen orientiert man sich meistens an Stereo-Lautsprechern. Dabei gibt es eine Kanaltrennung zwischen links und rechts, die über Kopfhörer und Inears verstärkt wird. Um den Kopfschatten und Verwendung beider Ohren für beide Quellen zu berücksichtigen, gibt es Crossfeed. Das ist sowohl analog als auch digital umsetzbar und löst zumindest eines der Probleme.

Auf der Suche nach einem "perfekten" IEM treten zusätzlich noch einige Probleme auf. Ich habe mir mal die drei größten Herausforderungen vorgenommen.

1. Das Problem der individuellen HRTF. Das Totschlagargument schlechthin und wahrscheinlich auch der Grund warum wir so eine bunte Mischung an Klangsignaturen auf dem Markt vorfinden. "Jeder hört anders", bla bla bla. Durch diesen Irrglauben, geben sich viele Hersteller gar keine Mühe mehr und drücken so vielen Leuten ihr wild zusammengewürfeltes Produkt so lange ins Gesicht, bis jemand sagt "gefällt mir". Schon längst haben Firmen erkannt, dass sich Inears mit attraktiver Verpackung und aufwändiger Verarbeitung besser verkaufen als es jeder Aufwand wert wäre, zu versuchen die Konkurrenz durch eine neutralere Abstimmung auszustechen. Willkommen zu Hype-Fi!
Aber tatsächlich sind unsere Ohren gar nicht so unterschiedlich. Untersuchungen wie und welche Frequenzen unser Außenohr verstärkt, gibt es seit Jahren in Hülle und Fülle. Die sind sogar für jede Tierart ausführlich analysiert worden. Wir befinden uns aber im Zeitalter der individuellen Auslebung und jeder ist der Meinung er sei ein ganz besonderes Schneeflöckchen und viel schöner als alle anderen. Das ist ein soziales Problem das ganz klar Einfluss ins Hifi gefunden hat, wo auch jede Stimme ein Mitspracherecht hat. (So wie ich.)
Ja, tatsächlich hat irgendwie die Schulterbreite und sogar der Unterkiefer Einfluss auf die persönliche HRTF, aber diese Effekte haben verhältnismäßig so wenig Auswirkungen, dass sie zum aktuellen Zeitpunkt bei dem bunten Markt meiner Meinung nach vernachlässigt werden können.

2. Das Problem geringer Lautstärken... ist eigentlich gar kein Problem. Unsere Wahrnehmung verändert sich mit der Lautstärke und das wurde 1933 ausführlich von Fletcher und Munson dokumentiert und bis jetzt hat noch keiner einen Grund darin gesehen die Werte zu verändern. Vereinfacht gesagt hören wir weniger Bass wenn wir mit einer geringeren Lautstärke hören als mit der, der aufgenommen wurde. Diese veränderte Wahrnehmung ist dynamisch und sollte entsprechend auch dynamisch kompensiert werden. Quellgeräte wie der RME ADI-2 Pro und DAC können dies tun. Auch Beyerdynamic nutzt DSP um diese Korrektur bei ihren Wireless-Kopfhörern Aventho und Amiron vorzunehmen. Das ist eine rechnerisch relativ einfache Kompensierung und sollte nicht die Aufgabe des Schallwandlers, sondern des DAC/KHV sein.

3. Das Problem der Kompression. Noch mal zurück zum Mastering und dem Endprodukt Musik im Regal. Vor Veröffentlichung wird der Ton der Aufnahme komprimiert. Normalerweise hört man nicht so laut wie der Sound in "echt" wäre, bzw. wie er im Studio live gespielt wurde. Das würde unsere Ohren auf Dauer schädigen, aber die Lautstärke einfach nur zu reduzieren würde dafür sorgen, dass bei Lautstärkeschwankungen viele Informationen einfach nur untergehen würden, wie z.B. ein Atmen ins Mikrofon. Wer gerne Klassik auf der Autobahn hört, wird das Problem unweigerlich kennen. Deshalb heben viele den untersten Schwellenwert soweit an, dass man auch bei geringer Lautstärke noch alle wichtigen Informationen aufsammeln kann. Vom "Loudness War" hat schon jeder gehört; dieser Trend zerstört viele Aufnahmen durch zu starker Kompression. Dies hat auch zur Folge, dass vieles nicht mehr so klingt wie es eigentlich soll. Technische Probleme wie Übersteuerung mal außen vor gelassen, ist es einem Rapper nicht mehr möglich, der eigentlich gerne seinen Tiefbass um 10 dB angehoben hätte, dies noch bei nur 3 dB Dynamikumfang zu realisieren. Somit konnte Dr. Dre tatsächlich behaupten, dass seine Beats Solo so klingen, wie vom Künstler gewünscht, nämlich mit den ganzen 10 dB mehr Bass, die beim Mastering verloren gegangen sind. Meistens zeigt sich dieses Problem jedoch gerade nicht bei zu wenig Bass, sondern die negativen Auswirkungen können ganz unterschiedlich ausfallen.

Fakt ist, es war bisher noch nie so einfach nach einer Zielkurve zu greifen um auch für IEM völlige Transparenz zu erzielen. Mithilfe von DSP für bspw. Crossfeed und Lautstärkedynamik gibt es keinen Grund warum eine neutrale Abstimmung nicht das oberste Ziel jeder Entwicklung sein sollte. Es sollte nicht Aufgabe des (Inear-)Kopfhörers sein die aktuellen Trends oder Fehler im Mastering mit einer individuellen Kurve "auszukorrigieren". Im Gegenteil, echtes Hifi wird erschwinglicher als je zuvor. Die Musikindustrie sollte sich dem Equipment anpassen und wieder zu technisch sinnvollem Mastering zurück gehen.
Stattdessen reden sich die Leute ein sie kämmen mit "Hi Res" und Silberkabel dem Ausgangsmaterial wieder näher. Aua!

Ich hatte zuvor den Vergleich von optischen Filtern auf Fotos herangenommen. Entsprechend bewusster Veränderung des Ausgangsmaterials kann man ein Foto einzeln aufwerten. Aber selten passt ein Filter auf eine Vielzahl von Fotos, es sei denn man möchte dass diese alle gleich aussehen. Wenn jemand gerne ausschließlich Straßenfotos in schwarz-weiß mit übertriebenen Kontrastwerten anschaut, dann darf er das gerne tun. Das ist auf jeden Fall erlaubt. Wichtig wäre aber, dass die Person sich bewusst ist, dass sie einen persönlichen Geschmack hat und sie auch erkennt wie dieser das Ausgangsmaterial verändert, sonst werden Diskussionen nicht möglich. Wer sich aber gerne unterschiedliche Fotos von Portraits über Natur zu Architektur anschaut, wird sehr wahrscheinlich feststellen, dass es keinen einzigen sinnvollen Filter gibt und Neutralität das einzig Wahre ist.
Aufs Audio bezogen kann ich gar kein Sinn darin finden einen "Filter" wie z.B. den Atlas mit maßlos übertriebenem Bass und Höhen zu gerechtfertigen. Die Kurve passt bei mir weder mit geringer Lautstärke, noch finde ich ein Mastering wo die Komprimierung genau diese Frequenzen gestaucht hätte. Egal was, es klingt für mich falsch. Ein instagram-Filter der im ersten Moment "wow" macht weil man es nicht gewohnt ist, aber bei näherem Betrachten feststellt, dass hier das Ausgangsmaterial komplett zerstört wurde. Das ist von mir aus Kunst, aber hat hier nichts verloren.

Wir können trotzdem gerne weiter über den Sinn und Unsinn von Verfärbung diskutieren.
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