Modifikation geschlossener Kopfhörer

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seifenchef
Inventar
#1 erstellt: 08. Okt 2015, 12:41
Hi,

Ich hatte irgendwo zum T70 schon die Frage gestellt, aber leider keine Antwort erhalten.

Hat jemand Erfahrung, kennt Internetseiten, zur Modifikation geschlossener Kopfhörer?

M.E. ist es doch schwieriger einen geschlossenen KH zu bauen, als einen offenen?
Denn das geschlossene Volumen ergibt ähnliche Probleme wie die Kompaktbox.
(eingeschlossener Luftraum wird zu Feder-Masse-System u.e.m.)

Der Unterschied/Vorteil zur Kompaktbox liegt jedoch mindestens in 2 Punkten:

- der Wirkunsgrad (lassen wir mal Probleme der Portablen außen vor) ist weitgehend uninteressant, zumal die modernen Technologien (wie 'Tesla' von Beyerdynamic) exorbitante Reserven erschlossen haben, die m.E. nach gut zur Linearisierung verwendet werden könnten, was aber nicht getan wird?
- die Membran des Wandlers ist extrem groß im Vergleich zum Luftvolumen welches beschallt werden muss (KH-Membran versus 'eingeschlossenes Ohrvolumen'; im vgl. Membran eines Lautsprechers zu 50 oder 100 Kubikmeter Wohnzimmer)

Nun habe ich hier viele Kritiken/Tests zu modernen Kopfhörern gelesen, wobei mein Interesse da so in der Preisklasse 150 bis 1200 € lag.
Darüber und darunter war/ist für mich uninteressant. Praktisch für mich relevant war/ist dann so der Bereich von 200 bis 500 €.

Die meisten scheinen wohl offene/halboffene Kopfhörer zu bevorzugen, vermutlich deshalb weil eben da o.g. Probleme weitestgehend gar nicht erst auftreten.

Aber auch die halboffenen scheinen einige Probleme zu haben. Damit meine ich nicht die Undichtheit für/gegen andere Schallquellen - das soll mal nicht weiter interessieren, sondern vielmehr rein qualitative Probleme. Wie ist der Abfall tiefster Frequenzen zu erklären, der bei geschlossenen nicht auftritt?

Vermutlich doch durch einen akustischen Kurzschluss (sagen wir besser Nebenschluss) der durch die nicht ganz dichten Ohrpolster, bspw. der sehr bequemen Beyer-Polster, auftritt? Beim Geschlossenen kann das nicht passieren. Deshalb ist bspw. beim T70 'da unten' eben auch die Kurve etwas besser.

Dieser Vorteil in der praktisch untersten Oktave, ist für ein dem Lautsprecherhören mit großen Boxen vergleichbares Erlebnis nicht zu unterschätzen!

Aber man erkauft sich ihn mit einem wahren Chaos im Frequenzgang, durch Resonanz und Reflexionsprobleme im geschl. Gehäuse:

T1; T70; DT770; DT990

Nun habe ich also versucht den T70 etwas zu zähmen, denn im Originalzustand vermochte dies nicht einmal der Behringer Ultracurve zufriedenstellend.

Zunächst habe ich diese komische ca 2,8 mm dünne und luftdichte Gummimatte, innen an der Gehäuseschale aufgeklebt, entfernt.
Und dafür das Gehäuse mit Vlies gefüllt. Der Unterschied ist extrem. Der wirkliche Tiefbass bleibt, alles andere ist komplett verändert.

Der T70 klingt nun wesentlich 'weicher', ist viel einfacher zu equalisieren, und macht - mir zumindest - wesentlich mehr Spaß.
Ich habe nun verschiedene Kurven (bin da noch nicht am empirischen Ende) am Behringer für DT990 und T70, aber es zeichnet sich ab, dass der T70 durch den unglaublich trockenen Tiefbass, dem DT990 (nicht Pro!) das Wasser nun doch noch abgraben kann.

Ich hoffe hier noch ein paar Tipps zu bekommen?


gruß seifenchef


[Beitrag von seifenchef am 08. Okt 2015, 14:22 bearbeitet]
Hirnwindungslauscher
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 08. Okt 2015, 16:14
Kommt nun drauf an, was du wirklich erreichen möchtest.

Messmöglichkeit vorhanden?


Wie ist der Abfall tiefster Frequenzen zu erklären, der bei geschlossenen nicht auftritt?


Antwort hast du dir selbst gegeben:


Vermutlich doch durch einen akustischen Kurzschluss (sagen wir besser Nebenschluss) der durch die nicht ganz dichten Ohrpolster, bspw. der sehr bequemen Beyer-Polster, auftritt? Beim Geschlossenen kann das nicht passieren


Die Polster beim T70 sind geschlossen und ergeben eine Druckkammer mit deinem Ohr zusammen.
Wirklich geschlossene KH sind meistens nicht mit Tiefbass gesegnet. Meist sind das intern Doppelkammer-Systeme, oder quasi "Bassreflex"-Konstruktionen.
m00hk00h
Inventar
#3 erstellt: 08. Okt 2015, 20:59
Im falle von beyerdynamic sind das sogar echte Bassreflex-Konstruktionen, mit Öffnung nach außen. Finger drauf - Bass weg!

m00h
seifenchef
Inventar
#4 erstellt: 08. Okt 2015, 21:01
Hi Hirnwindungslauscher,


Hirnwindungslauscher (Beitrag #2) schrieb:
Kommt nun drauf an, was du wirklich erreichen möchtest.
Messmöglichkeit vorhanden?


Nee, nicht wirklich. Ok ich hab den Sinusgenerator, nen Osszi, aber so richtig Kopfhörer messen.....

Ja, was will ich eigentlich. Den Traumsound.


Hirnwindungslauscher (Beitrag #2) schrieb:

Die Polster beim T70 sind geschlossen und ergeben eine Druckkammer mit deinem Ohr zusammen.


Das ist richtig. Tiefbass schwankt abhängig vom Anpressdruck.
Ist aber kein Problem für mich, bei meiner Birne scheint mir eine genügend hohe Reproduzierbarkeit mit T70 gegeben.


Hirnwindungslauscher (Beitrag #2) schrieb:
Wirklich geschlossene KH sind meistens nicht mit Tiefbass gesegnet. Meist sind das intern Doppelkammer-Systeme, oder quasi "Bassreflex"-Konstruktionen.


Ja, das mit dem Bassreflex ist klar. Was bedeutet Doppelkammer?

Der T70 bleibt ein 'schwer erziehbares Kind', aber nach Füllung mit Vlies ganz interessant. Klar, Messreferenz bin ich nicht.
( der DT990 - nicht PRO - ist dagegen ein spielend leicht beherrschbares Multitalent )
Trotzdem sieht man auch an der Grafik oben, das der Bereich von 100Hz abwärts beim T70 am besten kommt.
Und so scheint er mir auch zu klingen......

...die Halboffenen dagegen zeigen eine deutliche Überhöhung (durch die Öffnung nach hinten) der 'billigen/nervenden Bässe' über 100 Hz .....


Wie modded ihr denn so Kopfhörer?


gruß seifenchef


[Beitrag von seifenchef am 08. Okt 2015, 21:06 bearbeitet]
frale
Inventar
#5 erstellt: 09. Okt 2015, 05:41
....wir kaufen gleich vernünftige ......
seifenchef
Inventar
#6 erstellt: 09. Okt 2015, 12:31
Hi frale,

Naja, mit der Vernunft ist das so ne Sache.

Hast Du auch eine konkrete Angabe inklusive Frequenzgang?


gruß seifenchef
Schlappen.
Inventar
#7 erstellt: 09. Okt 2015, 15:11
Meistens klingen die Kopfhörer nach Modding einfach nur "anders"...
aber nicht unbedingt "besser".
So jedenfalls meine Erfahrung. Da spielt nämlich auch ganz klar die "Erwartungshaltung" eine Rolle.

btw. ich kenn einen, der hat sich an einem HD650 in Sachen "Modding" die Zähne ausgebissen, hat den ganzen Treiber auseinander genommen....um dann irgendwann zu sagen, dass ihm der "Original-Zustand" doch immer noch am besten gefällt.


[Beitrag von Schlappen. am 09. Okt 2015, 15:18 bearbeitet]
seifenchef
Inventar
#8 erstellt: 09. Okt 2015, 16:00
Hi,

Ja, dieses Dilemma halte ich durchaus für möglich.
Zumal mir Messmittel und Erfahrung fehlen.

Gib mir lieber paar Tipps.

(soweit wie in dem von Dir geschilderten Fall gehe ich beim KH-Modding definitiv nicht, dafür habe ich ja schließlich meinen Behringer, mit 31 Band-EQ + param. Equalizern + Raumerweiterung + XYZ + ABC + DEF + 123 + Wahnsinn, es ist faktisch wie die Formel 1 des Hörens.

Ich habe bis jetzt lediglich ein paar verschiedene Vlies-Füllungen (Gehäusefüllgrad) probiert, und dabei die sanfte 'Ganzausfüllung' subjektiv am besten empfunden ....


gruß seifenchef


[Beitrag von seifenchef am 09. Okt 2015, 16:02 bearbeitet]
Schlappen.
Inventar
#9 erstellt: 09. Okt 2015, 16:23
Also etwas anderes, als die Schalen von innen mit etwas Visaton-Wolle, Flies, Basotect, etc, zu dämmen, fällt mir jetzt auch nicht ein. Da liegt ja bei Beyer oftmals auch schon der Hund begraben.
seifenchef
Inventar
#10 erstellt: 09. Okt 2015, 16:38
Hi Schlappen,

Ja, so wirds wohl sein.

Zumal ich dies auch von KHs kannte die ich mal vor ewigen Zeiten genutzt hatte, war eine CSSR-Produktion, und damals im Osten die einzigen KHs die in der Lage waren einen Bass zu erzeugen.

....deshalb war ich ja bei den T70 so entsetzt, das da fast gar nix drin ist ab Werk, außer so ne dünne Gummimatte....


gruß seifenchef
seifenchef
Inventar
#11 erstellt: 10. Okt 2015, 12:59
Hi Schlappen,

Hast Du mal die 'ultralineare' Spaßbremse DT880 aufgemacht?

Da ist vorn, also direkt an der Schallabstrahlung ne dicke Filzscheibe drauf. Damit werden die Resonanzen unterdrückt.
Entfernt man diese, hab das gemacht, die KHs benutzt jetzt meine bessere Hälfte, dann klingt er (subjektiv) wie ein 990er.
(hätt ich das vorher gewusst hätt ich mir den Kauf des 990er's und Umbau für Headzone sparen können )

Vielleicht sollte ich diese 'Linearisierungsmethode' mal am T70 ausprobieren....... ich hoffe ich hab die Filzscheibchen gut in meinem Bastelkram verstaut....und nicht zuuu gut

....eigentlich müsste das doch ein erfolgversprechender Weg sein:

1.) Ultraempfindliche 'T-Monster' mit max. Wirkungsgrad -> 2.) Zähmung der Resonanzen .....


gruß seifenchef


Linearisierung durch Dämpfung
Schlappen.
Inventar
#12 erstellt: 10. Okt 2015, 13:01
Hi Seifenchef, frag mal den Hirnwindungslauscher, der kann Dir da mehr zu sagen.
Ich persönlich habs nicht so mit Beyer.

btw. hab aber mal sowas gehört, dass der DT880 nichts anderes ist, als ein gedämmter DT990...


[Beitrag von Schlappen. am 10. Okt 2015, 13:03 bearbeitet]
seifenchef
Inventar
#13 erstellt: 15. Okt 2015, 14:13
Hi,

Leider hab ich die Filzscheibchen von meinem DT880 nicht wiedergefunden....

Der Test am T70 mit anderen Filzscheiben, die aber vmtl. etwas dicker waren, ging gehörig schief, es klang wie Mittelwelle, oder so ähnlich

-> also einziger, aber nicht wirklich durchschlagender Erfolg: die sanfte Ganzausfüllung des hinteren Resonanzraumes mit Vlies.


gruß seifenchef
seifenchef
Inventar
#14 erstellt: 30. Okt 2015, 16:37
Hi,

Gibt es Freaks die das Volumen von geschlossenen Kopfhörern mal vergrößert haben?

Das müsste doch was bringen, ähnlich wie bei Kompaktboxen?


gruß seifenchef
Schlappen.
Inventar
#15 erstellt: 30. Okt 2015, 17:07

seifenchef (Beitrag #14) schrieb:
Hi,
Gibt es Freaks die das Volumen von geschlossenen Kopfhörern mal vergrößert haben?

Jupp.
http://www.hifi-forum.de/viewthread-110-15878-2.html

Ob es was gebracht hat, keine Ahnung. Da fehlt mir der Direktvergleich zu einem Fostex T50.
Und das Ding ist auch noch nicht fertig gemoddet, bzw. liegt momentan auf Halde, weil Treiber kaputt.
seifenchef
Inventar
#16 erstellt: 30. Okt 2015, 18:00
Hi Schlappen,

So ne schöne Arbeit! Ja, der Vergleich wäre natürlich der i-Punkt.

Mhhh, nen Treiber in der Bucht schießen?


gruß seifenchef
Schlappen.
Inventar
#17 erstellt: 30. Okt 2015, 18:19

seifenchef (Beitrag #16) schrieb:


Mhhh, nen Treiber in der Bucht schießen?

Einzelne T50 Treiber hab ich dort noch nie gesehen.
Und gebrauchte T50 Hörer kosten auch immer noch um die 70-90 Taler, was ich so gesehen habe. Von denen kann ich dann auch nur die Treiber gebrauchen, den Rest kann ich wegschmeißen.

Ich hab mal bei div. Fostex- Service angefragt, die wollen für einen Treiber um die 80 Piepen sehen.


[Beitrag von Schlappen. am 30. Okt 2015, 18:22 bearbeitet]
seifenchef
Inventar
#18 erstellt: 30. Okt 2015, 19:48
Hi Schlappen,

Ja, langwierig. Immer mal so nach T50 defekt; repair; spare etc durchsuchen, bzw. Suche in der Bucht einrichten, dann bekommst Du ne Mail.
Und: bei .com machen, nicht bei .de, dann bekommst Du alles!
Obwohl ich viele Sachen auch schon in .uk oder .nl schießen konnte ......


gruß seifenchef
Schlappen.
Inventar
#19 erstellt: 30. Okt 2015, 20:02
Danke für den Tip.
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