FRage an die Profis: Wie Tanzschule beschallen?

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kboe
Inventar
#1 erstellt: 07. Sep 2012, 06:56
Hallo Leute,
als hauptsächlicher Lautsprecherselberwastler wag ich mich hier mal in die Höhle des Löwen und bitte um ein paar Tipps, wie man einen Tanzsaal am besten beschallen soll.

Ich hab noch sehr weig Infos zur Location, außer, dass es eine ehemalige Schlecker - Filiale ist, mit so 200 - 300 m². Da drin werden wohl maximal 12 - 14 Paare gleichzeitig klassischen Tanz trainieren. Veranstaltungen mit mehr Publikum sind nicht geplant bzw. ev. 1 - 2 mal im Jahr als Abschlussfeiern der Tanzkurse.

Es geht um möglichst gleichmäßigen Schalldruck über die gesamte Fläche. Die Tänzer sollen nicht in der Nähe der Boxen das eigene Wort nicht mehr verstehen, um am anderen Ende des Saales von der Musik grad noch ein bissl was mitzubekommen. Ich nehme an, dass das hier im Profiforum aber eh selbstverständlich ist.

Zur Raumakustik: Es wird sicher hallig werden. Harter Boden und an 3 Wänden Spiegel, damit sich die Tänzer selber beobachten können. Es gibt eine abgehängte Decke, ich hab bereits dringendst den Einsatz einer Akustikdecke empfohlen, um wenigstens 1 Flatterecho ein wenig zu dämpfen.

Als Programmquelle wird ein PC dienen.
Meine 1. Idee wäre, an den beiden langen Seiten des Saales ( ich geh mal von einem Rechteck aus, der Bauplan ist mir bereits versprochen ) jeweils eine Reihe Lautsprecher unter die Decke zu hängen und schräg nach unten strahlen zu lassen, oder sie an der Wand, gut über Ohrhöhe zu bfestigen.
Gedacht hätte ich an günstige aktive Studiomonitore mit 8-Zoll Bässen. Da gibts das Paar ab ca. 300€.

Ist dieser Ansatz brauchbar? Wieviele Paare braucht man pro m² bzw. pro Laufmeter Saal-Länge?
Soll man ausgehend von einem Saal-Ende die LS zeitverzögern, um 1 Schallentstehungsort zu erzeugen? Eine mehrkanalige Soundkarte im PC sollte sowas können (?)
Darf man die LS mit selbstgebauten Halterungen an Wand oder Decke befestigen, oder gibts da für gewerbliche Betreiber Vorschriften? Wo kann man die nachlesen?

Wäre für ein paar gute Tipps sehr dankbar!!
Gruß
kboe
diddes-soundcheck
Inventar
#2 erstellt: 07. Sep 2012, 10:11
Hi.
Generell sollte man mal die Location gesehen haben. Grundlegend kann man aber vorplanen.
Bei einer "Schwimmbadakustik" ist ein guter EQ oder ein Controller fast unumgänglich.
Viele kleinere Lautsprecher sind schon mal nicht schlecht um gleichmäßig Schall zu verteilen. Allerdings halte ich 8 Zoll Studiomonitore für eher ungeeignet. Zeitverzögerung brauchst Du eigentlich nur, wenn Du in eine Richtung beschallst.
Wenn es die Deckenhöhe erlaubt, würde ich sogar über eine Art Center-Cluster nachdenken. Das spart auf jeden Fall Verkabelungsaufwand und Du beschallst aus der Mitte in alle Richtungen gleichmäßig. 10 oder 12 Zoll Tops mit der Option auch mal einen Subwoofer dazu zu stellen für die Abschlußfeier etc. Selbst bei klassischem Tanz klingt es schnell mall "dünn". Ich betreue alljährlich eine Tanzschulfeier in München, auch klassischer Tanz und das mit 4 Stück potenten 12 Zoll Tops - das reicht aber mal gerade so.
Und höre bitte auf mit selbstgebauten Halterungen, vorallem in der Öffentlichkeit! Vorschriften gibt es genug, die zu beachten sind, vorallem wenn es um fliegende Montage geht.


[Beitrag von diddes-soundcheck am 07. Sep 2012, 10:12 bearbeitet]
kboe
Inventar
#3 erstellt: 07. Sep 2012, 10:30
hallo diddes,
danke erstmal!

ich bekomme frühestens nächste woche mal einen bauplan der räumlichkeit......
dass ordentliche PA-Tops länger durchhalten, als diverse Studio- bzw. HiFi-Gerätschaften ist mir klar.
ich hab da auch schon mal einige modelle gehört, aber in halbwegs zivilen preislagen klang das alles einigermassen - wie drück ich das jetzt nett aus - "wild"

ich könnte mir vorstellen, dass 10 studiomonitore insgesamt besser klingen als 5 PA-tops ums gleiche geld. und hoffentlich pegelmäßig schon ein wenig mithalten können (?)

konkreteres kann man ohnehin erst mit einem ordentlichen plan sagen...

gruß
kboe


[Beitrag von kboe am 07. Sep 2012, 11:13 bearbeitet]
Ecoustic_Audio
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 08. Sep 2012, 17:13

kboe schrieb:

ich könnte mir vorstellen, dass 10 studiomonitore insgesamt besser klingen als 5 PA-tops ums gleiche geld. und hoffentlich pegelmäßig schon ein wenig mithalten können (?)


Das würde ich so nicht unterschreiben:

1. Kosten gute Studiomonitore gleich viel als normale PA Tops (alla RCF Billig Art Serie)
2. Ist eine gewisse Lautstärke sehr schnell erreicht (besonders wenn das Ohr Zeit hat sich an die Lautstärke zu gewöhnen) und PA Tops sind in dieser Hinsicht wesentlich besser gegen Überlast abgesichert.
3. PA Tops sind oft von Haus aus Flugfähig oder haben Boxenflansches - diese fehlen bei Studiomonitore sehr oft.

LG Tobias
kboe
Inventar
#5 erstellt: 08. Sep 2012, 18:29
hallo tobias,
was wär ein vernünftiger preis für ein PA-Top? Hast du ev. eine empfehlung?
thx
kboe
diddes-soundcheck
Inventar
#6 erstellt: 09. Sep 2012, 07:00
Welche "klangliche Basis" schwebt Dir den vor? Wie hoch ist das Gesamte Ton-Budget?
kboe
Inventar
#7 erstellt: 09. Sep 2012, 07:47
das budget ist mir noch nicht bekannt.
klanglich schwebt mir eine, ich sag mal, gute UKW-Radioqualität vor. ich will keinesfalls einen "bierzeltsound"
( ich fürcht jetzt schon, dass das einigermaßen teuer werden könnte )

gruß
kboe
hippelipa
Inventar
#8 erstellt: 09. Sep 2012, 09:55
Die Deckenhöhe ist erstmal entscheidend. Wenn man aus wenigen Punkten beschallen will braucht der Schall die nötige Distanz zum Empfänger. Ist das nicht gegeben braucht man halt mehr Schallquellen.

Sprich.. die größe und Anzahl der Lautsprecher würde ich von der Deckenhöhe abhängig machen.
Ist nicht viel Deckenhöhe gegeben wäre ich auch nicht gegen ein große Menge Control-one´s. Ein Mono Subwoofer irgendwo im Eck sollte man ohnehin einsetzten um den ganzen etwas aufzuwerten.

Man sollte vorab um jeden m² Absorberfläche kämpfen. Alles was kein Boden oder Spiegel ist, sollte schallschluckend ausgeführt werden. Man kann auch Spiegel vor Absorberflächen Installieren. Vorhänge wo geht.. usw.
kboe
Inventar
#9 erstellt: 09. Sep 2012, 11:44
hallo hippelipa,
dass ein subwoofer eine nette option wäre, leuchtet mir ein.
fürchtest du keine laufzeitprobleme vom entferntesten sat bis zum woofer?
wenn der raum wirklich 300m² hat wird eine seitenlänge sich wohl im bereich von ~ 20 m bewegen(?)
das gäb eine laufzeit von knapp 60 ms. das ist hörbar oder?

gruß
kboe
Papa_Bear
Stammgast
#10 erstellt: 09. Sep 2012, 13:27
In einem ca 25m langen und ca 10m breitem, zweigeschossigen Saal (Dachgeschoss) mit eingezogener Zwischendecke hingen in meiner alten Tanzschule glaube ich 6-8 kleine Tops und es standen in der Mitte des Raumes zwei Subs. Die haben es aber gut hinbekommen.

Kann man da gut sehen.
hippelipa
Inventar
#11 erstellt: 09. Sep 2012, 14:52
Laufzeit ist irgendwann zu vernachlässigen. Wir bauen ja kein Tonstudio. Wenn der Sub um 100hz oder tiefer getrennt wird, hat da keiner mehr ein Problem den Takt zu finden. Aber Mitte Decke ist natürlich auch eine gute Idee, kann aber etwas aufwändig werden.
kboe
Inventar
#12 erstellt: 13. Sep 2012, 16:44
Ich hab gerade den Plan des Schulsaales bekommen. Siehe Anhang.
Das sind, wenn ich richtig gerechnet hab ca. 147 m². Die Betreiberin hat schon 4 Standorte für Lausprecher eingezeichnet, die sie sich vorstellen kann.
Geht das so? Welche Lautsprecher sollte man da jetzt nun wirklich wählen.
Das Budget für den Ton beträgt so +- 1000€ Da ist der Zuspieler-PC nicht enthalten.
Verkabelung ist simpel, da einfach in die Zwischendecke zu werfen.
Gibts eine Empfehlung für eine Soundkarte, mit der man das Ganze betreiben kann?

Thx
kboe

Tanzschule
hippelipa
Inventar
#13 erstellt: 13. Sep 2012, 16:58
Bei 1000 EUR kommst du kaum über Control-Ones + Sub + Amp.
diddes-soundcheck
Inventar
#14 erstellt: 13. Sep 2012, 17:02
+ Kabel + Wandhalter...
kboe
Inventar
#15 erstellt: 13. Sep 2012, 17:03
Nur um das klarzustellen:
Ich hab auch geschluckt, als ich die 1000€ gelesen hab! Ich möcht euch hier nicht veräppeln!!
Ich werd definitiv noch versuchen, da ein wenig mehr budget rauszuhauen....

gruß
kboe
Ecoustic_Audio
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 13. Sep 2012, 22:41
Naja, wenns was ordentliches sein soll, muss schon mindestens das dreifache herraus springen. ps. Welche Position spielst du eigentlich? Tanzleherer, Geschäftsführer?

LG
kboe
Inventar
#17 erstellt: 14. Sep 2012, 05:54
ich bin nur der hifi-berater in meiner umgebung.....
wenn jemand jemanden kennt, der mich kennt, und derjenige irgendwas für musik braucht, krieg ich zumindest mal ein anfrage-email.....

gruß
kboe
diddes-soundcheck
Inventar
#18 erstellt: 14. Sep 2012, 14:31
Ich kannte mal einen, der einen kannte, der einen kannte, der kannte einen...
kboe
Inventar
#19 erstellt: 14. Sep 2012, 15:03
ich auch
kboe
Inventar
#20 erstellt: 10. Feb 2013, 11:24
es wurden schlussendlich 3 paare behringer truth 2031 a installiert.

ich hab es kurz mal gehört, klingt absolut ausreichend für eine tanzschule.

thx für eure inputs!!

gruß
kboe
DJ_Hardline
Stammgast
#21 erstellt: 14. Feb 2013, 14:54
darf man nachfragen, wie diese nun flugfähig gemacht wurden?
kboe
Inventar
#22 erstellt: 14. Feb 2013, 18:55
frag mich nicht zuu genau.
da hat ein schlosser bügel gebogen, die direkt an die boxen geschraubt wurden. schrauben einfach ins gehäuse ......

gruß
kboe
DB
Inventar
#23 erstellt: 15. Feb 2013, 08:21
Bei uns in der Gegend war eine Tanzschule in einem großen alten Kino. Die Paare wurden völlig hinreichend mit einer 25W-Aktivbox beschallt.
Nur um mal die Größenverhältnisse zu klären und bevor noch irgendjemand mit einem Line Array angetanzt kommt...


MfG
DB
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