RFT PA 2030 - Verstärker defekt?

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Haavelmo
Neuling
#1 erstellt: 27. Apr 2016, 16:12
Hallo,

habe mich gerade eben nur für dieses Thema angemeldet und hoffe, dass ich im richtigen Subforum für mein Anliegen gelandet bin.

Vor mir steht ein RFT PA 2030 Plattenspieler aus dem Jahr 1985 (schon ein Klassiker?).

Das Problem ist schnell beschrieben:
Zwar läuft der Plattenspieler, aus den über die "Strick-Punkt"-Ausgänge angeschlossenen Lautsprecher kommt jedoch kein Ton, nicht mal ein Rauschen wenn der Lautstärke-Regler auf Max ist. Die Lautsprecher sind als Fehlerquelle auszuschließen: An meinem RFT MA 523 funktionieren diese tadellos.

Deshalb ist meine Vermutung, dass der eingebaute Verstärker, bzw. ein Teil dessen, defekt ist. Auch ein externes Audiosignal, über den Band-Eingang, wird nicht wiedergegeben.

Da ich Laie auf diesem Gebiet bin, kann ich das Gerät sehr wahrscheinlich nicht reparieren und vermutlich finde ich auch den Fehler nicht.
Ich habe das Gerät bereits geöffnet und überprüft, ob auch Spannung an der Platine liegt - das ist der Fall. Kalte Lötstellen oder (offensichtlich) defekte Kondensatoren (häufige Fehlerquelle) konnte ich auf den ersten Blick nicht erkennen.

Gibt es einen Ansatz, um als Laie den Fehler zu finden bzw. einzugrenzen? Einen defekten (modernen) Elko würde ich erkennen, aber wie sieht das mit älteren axialen Kondensatoren wie http://www.ebay.de/itm/15-x-RFT-ELKO-1000-F-40V-85-C-axial-L40xD16-Frolyt-Kondensator-Capacitor-uF-MFD-/251526696675diesen aus, gibt es da eine Möglichkeit einen Defekt zu erkennen?
Würde es lohnen, alle Widerstände durchzumessen oder ist das keine gängige Fehlerquelle? Gibt es neuralgische Punkte, an denen ich z.B. die Spannung messen könnte?

Ziel ist nicht unbedingt die Reparatur, aber zumindest will ich die Möglichkeit einer (selbstständigen) Reparatur nicht direkt ausschließen. Wäre ja schade wenn es letztendlich nur eine Kleinigkeit ist...

Ich danke für Tipps, Anregungen und Meinungen,

Haavelmo
shabbel
Inventar
#2 erstellt: 28. Apr 2016, 08:02
Es gibt in einem Forum einen Schaltplan:

http://www.razyboard...67730-4368416-0.html

Schaltplan PA 2030

Jede Endstufe hat dort eine Sicherung verzeichnet. Die könntest Du überprüfen, aber auf keinen Fall überbrücken. Es sind ein paar Spannungen angegeben. Die 14,5 Volt an den Aukoppelelkos wäre ein Ansatz. Die haben 2200µF/25V und sind wegen ihrer Größe nicht zu übersehen.
Haavelmo
Neuling
#3 erstellt: 28. Apr 2016, 14:03
Danke für den Schaltplan und den Hinweis auf die eingezeichneten Spannungen.
Werde das mal prüfen.
Haavelmo
Neuling
#4 erstellt: 28. Apr 2016, 15:29
Also:
An den Messpunkten 1 und 2 messe ich die genannte Spannung.

An den Messpunkten 3, 4 und 5 liegt keine Spannung.

Lässt sich das Problem damit eingrenzen oder deutet das vielleicht schon auf einen endgültigen Defekt hin?

Ganz nebenbei habe ich gesehen, dass der Stecker der die Platine mit dem Netzteil verbindet, höchst Kurzschlussgefährdet war (schlecht isoliert). So wie die Isolierung der Kabel aussieht, kam es hier auch schon mal zu einem (oder mehreren) Kurzschlüssen. Ist das möglich wenn alle Sicherungen intakt sind? Eventuell ist einer dieser möglichen Kurzschlüsse ja der Grund für den Defekt?
Dominik.L
Inventar
#5 erstellt: 28. Apr 2016, 16:35
Hi,

PIN3 der Endstufe ist Masse, da misst du natürlich nichts.
Wenn Du an Messpunkt" 2", knapp 30 Vmisst, sollte das auch an PIN5 der Endstufe anstehen, wenn nicht, dann ist da woh dazwischen eine Unterbrechung.
Wenn das OK ist , dann solltest du am Ausgang der Endstufe, vor dem Kondensator die halbe Betriebsspannug messen, wenn nicht dann ensdtufe defekt.
Ist die Spannung da, dann probier mal mit einem Kopfhöhrer, so viel ich weis war da ein Umschalter drin
Haavelmo
Neuling
#6 erstellt: 28. Apr 2016, 16:41

Dominik.L (Beitrag #5) schrieb:

PIN3 der Endstufe ist Masse, da misst du natürlich nichts.


Ich beziehe mich auf die im Schaltplan eingezeichneten Messpunkte, nicht auf die Pins. Aber danke trotzdem für die weiteren Tipps, werde ich nochmal genau prüfen.
Bollze
Inventar
#7 erstellt: 28. Apr 2016, 20:26
Messpunkt 2 direkt an den Anschlüsse der Sicherung gemessen ? Hier kann es sein, dass durch mangelhafte Kontakte zwischen Sicherung und Sicherungshalter, der Strom unterbrochen wird oder stark zusammenfällt, das ist ein häuftige Krankheit bei den alten Geräten, also mal messen ob die Spannung nach den Sicherungen auf der Platine anliegt.
Ist das ok, dann :
Messpunkt 2 passt und Messpunkt 5 null Volt ? Klingt verdächtig nach einer Unterbrechung..Messe mal die Spannung am PIN 5 des IC A 2030 ( Pinbelegung des ICs siehe Schaltplan) Kein Kurzschluss mit die Messspitzen machen, da sollte man höllisch aufpassen.
Was ist mit R 810 ? 560 Ohm sollte er haben, wird er heiss ? bleibt er kalt ? Wieviel Spannung hat der Widestand am Anschluss in Richtung Diode V811 ? Kommt auf der anderen Seite des Widerstand überhaupt Spannung aus den Netzteil an ?
Ist vielleicht ein Platinenbruch in Bereich des Netzteils, wo die Leiterbahnen kaum sichtbar durchtrennt sind ?

Bollze


[Beitrag von Bollze am 28. Apr 2016, 20:31 bearbeitet]
shabbel
Inventar
#8 erstellt: 29. Apr 2016, 07:50
Ich glaube, es wäre jetzt ein Foto der Platine hilfreich.
Rabia_sorda
Inventar
#9 erstellt: 29. Apr 2016, 14:51
Auf dem Schaltplan ist pro Kanal ein A2030 Endstufen-IC angegeben. Ich vermute dahinter einen TDA2030, ist das korrekt?
Diese Verstärker-IC´s neigen, bei einer kritischen Impedanz oder eines Kurzschlusses am LS-Ausgang, gerne zum durchbrennen. Evtl. ist das schon der Übeltäter.
(Diese IC´s werden einem (preislich) hinterhergeworfen)
hf500
Moderator
#10 erstellt: 29. Apr 2016, 17:29
Moin,
ja, das A2030 ist die DDR-Variante des TDA2030.

73
Peter
Rabia_sorda
Inventar
#11 erstellt: 30. Apr 2016, 01:53
Aha, danke Peter!

@Haavelmo

Wenn alle Spannungen an den Messpunkten anliegen und aus dem Kopfhörerausgang nichts zu hören ist, dann würde ich einfach mal die TDA2030 tauschen. Für keine 2€ wäre es ein Versuch wert.
shabbel
Inventar
#12 erstellt: 30. Apr 2016, 11:44
Vorher vielleicht noch die 0,7 Volt Emitterspannung der Transistoren überprüfen.
Rabia_sorda
Inventar
#13 erstellt: 30. Apr 2016, 12:09
Wo sind Transistoren
shabbel
Inventar
#14 erstellt: 30. Apr 2016, 22:04
Ich sollte mal besser hinschauen bevor ich schreibe.
Haavelmo
Neuling
#15 erstellt: 04. Mai 2016, 19:10
So, sorry, die letzten Tage bin ich nicht dazu gekommen.

Ich habe nochmal alles geprüft und das ganze ein wenig dokumentiert.

Zuerst mal ein Bild der Platine:
Platine

Jetzt zu den im Schaltplan eingezeichneten Messpunkten:

An den Messpunkten 1 und 2 messe ich knapp 32 V, gefordert sind jeweils 29 V.
Messpunkt 1 & 2Messpunkt 1 & 2

An Messpunkt 3 messe ich an beiden Kanälen 0 V statt der geforderten 12 V.
Messpunkt 3Messpunkt 3

An Messpunkt 4 das gleiche Bild (statt 12,5 V):
Messpunkt 4Messpunkt 4

Am Messpunkt 5 messe ich am rechten Kanal 0 V und am linken Kanal 0,4 V. Laut Plan sollen es 14,5 V sein.
Messpunkt 5Messpunkt 5

Dann habe ich jeweils die Spannung an PIN5 der beiden AC2030 gemessen:
AC2030AC2030

Der Widerstand R810 hat die verzeichneten 560 Ohm, ob er warm wird kann ich nicht beurteilen, weil es quasi unter dem C812 montiert ist.
R810

Spannung in Richtung V811 liegt keine an (gegen Masse):
R810_2

So, damit bin ich zwar noch nicht schlauer, hoffe aber, dass ich alle geforderten Messungen durchgeführt habe.

Grüße!
hf500
Moderator
#16 erstellt: 04. Mai 2016, 22:05

Haavelmo (Beitrag #15) schrieb:

Jetzt zu den im Schaltplan eingezeichneten Messpunkten:
1. An den Messpunkten 1 und 2 messe ich knapp 32 V, gefordert sind jeweils 29 V.
2. An Messpunkt 3 messe ich an beiden Kanälen 0 V statt der geforderten 12 V.
3. An Messpunkt 4 das gleiche Bild (statt 12,5 V):
4. Am Messpunkt 5 messe ich am rechten Kanal 0 V und am linken Kanal 0,4 V. Laut Plan sollen es 14,5 V sein.
5. Dann habe ich jeweils die Spannung an PIN5 der beiden AC2030 gemessen:
6. Der Widerstand R810 hat die verzeichneten 560 Ohm, ob er warm wird kann ich nicht beurteilen, weil es quasi unter dem C812 montiert ist.
7. Spannung in Richtung V811 liegt keine an (gegen Masse):


Moin,
1. Ist normal, das Netzteil wird nicht belastet und die Netzspannung liegt hoeher als 220V.
2. 3. Dann fehlt die Betriebsspannung fuer das IC, sie ist etwa doppelt so hoch wie die Gleichspannung an seinen Ausgaengen. Ich erwarte hier ca. 24V.
4. 5. Die Betriebsspannung der Endstufen-ICs fehlt (Pin 5 =0V).
6. Spannung an ihm gegen Masse messen.
7. Das waere die Betriebsspannung des Eingangsstufen-ICs.

Irgendwo zwischen C810/812 verschwinden die Betriebsspannungen zum Geraet. Sind die angegebenen Spannungen immer gegen Masse gemessen (Minuspol C805)?
Wenn alles soweit korrekt gemessen wurde, gibt es Gruende fuer Unterbrechungen auf der Platine?

73
Peter


[Beitrag von hf500 am 04. Mai 2016, 22:06 bearbeitet]
Rabia_sorda
Inventar
#17 erstellt: 04. Mai 2016, 22:45
Das ist einfachste Technik, daher tippe ich spontan auf durchgebrannte Widerstände, Dioden, kalte Lötstellen oder Leiterbahnrisse.

Du kannst Sekundärseitig die AC-Spannungen überprüfen. Wenn diese i.O. sind, dann lasse alle Kondensatoren ausser Acht und messe alle Widerstände und Dioden durch. Die Platinen Rückseite auch sehr genau unter die Lupe nehmen. Schlechte Lötstellen und Haarrisse kann man leicht übersehen.

Vllt. ist auch nur ein Schaltkontakt der Schalter defekt


[Beitrag von Rabia_sorda am 04. Mai 2016, 22:46 bearbeitet]
Bollze
Inventar
#18 erstellt: 05. Mai 2016, 06:29
Da ist Gammel an den Sicherungen . Sollte eine Sicherung ( Sicherung defekt oder Gammel) offen sein, dann fehlt an jeweiligen Messpunkt 2 die Spannung oder sie ist zu niedrig / instabil.

Es gibt zwei Sicherung und entsprechend zwei Messpunkte 2 : an C 810 und an C 812 . Die Spannung von C 812 sollte auch an einer Seite des R 810 anliegen, auf der anderen Seite des R 810 ca. 24 Volt.
Sollte diese Spannungen stimmen und sich keine Funktion einstellen :
Die Spannung von C 810 und C 812 sollten eins zu eins an den Pin 5 des jeweiligen ICs 2030 ankommen. Ein Tipp dazu : Bei der Suche nach Unterbrechungen, ist das Ohmmeter an den Multimeter ein guter Helfer, so kann man im stromlosen Zustand der Schaltung die Leiterbahn verfolgen und schauen wo die Unterbrechung ist.

Bollze


[Beitrag von Bollze am 05. Mai 2016, 09:05 bearbeitet]
Haavelmo
Neuling
#19 erstellt: 05. Mai 2016, 15:23
Jetzt ist mir tatsächlich das Missgeschick passiert, dass mit eine der Sicherungen beim Ausbau kaputt gegangen ist. Bevor ich wieder Messungen durchführen kann dauert es also jetzt ein paar Tage...
Bis dahin werde ich mal die Widerstände, Dioden und die Platine untersuchen.

Könnte mir jemand sagen welche Sicherung ich genau brauche? Im Schaltplan steht nur "F1000" (damit kann ich nichts anfangen...) und die Beschriftung auf den Sicherungen ist nicht mehr zu sehen...
Würde es Sinn machen sich auch direkt ein paar TDA2030 als Ersatz für die A2030 zu besorgen? Was ist mit dem B084? Kann hier auch der Fehler liegen? Wäre ein TL084 ein passender Ersatz?

Auf der Platine, wo die A2030 verlötet sind, ist auf der Rückseite eine Menge Flussmittel (?) zu sehen. Ich vermute mal (deswegen ja auch die Kühlkörper), dass die A2030 recht heiß werden können. Kann hier ein Problem entstehen?
hf500
Moderator
#20 erstellt: 05. Mai 2016, 19:16
Moin,
bei den Sicherungen hat man sich etwas ungluecklich ausgedrueckt "F1000" bedeutet "Flink, 1000mA", also 1A. Kommt rechnerisch hin, der Verstaerker leistet 2x15W, dafuer braucht man grob die doppelte Eingangsleistung, was bei 30V Betriebsspannung 1A fuer jede Endstufe ergibt..

Zur Not werden Traege Sicherungen 0,8A es auch erstmal tun, sollte jeder Elektro-/Radioladen haben. Neue (Endstufen-) ICs brauchst du erst, wenn die Stromversorgung der Schaltung wieder hergestellt ist und man endlich feststellen kann, was sonst noch los ist.

73
Peter
Bollze
Inventar
#21 erstellt: 05. Mai 2016, 20:11
Bevor nun haufen Material kauft, was eventuell nicht braucht, kann man noch viel tuen :
Ich würde erstmal prüfen, warum die IC keine Spannungen bekommen, das ist doch ohne Sicherung und ohne Spannung möglich.
Zum Verständnis :
B 084 ( er hat vier Verstärker drin, sogenannte "OP"s wie Operationsverstärker, in dem Schaltungplan jeweils als Dreieck abgebildet) der IC bildet die Vorstufe für beide Kanäle inklusive Lautstärke- und Klangregelung. Versorgt wird der IC mit Spannung über R 810 direkt von der Sicherung F802.

Ich würde folgendes tuen..
1. Den Pfad vom Sichrungshalter bis zu jeweiligen Pin 5 des jeweiligen A 2030 verfolgen.
2. Vom Sicherunghalter F802, den Weg zum R 810 verfolgen und von anderen Ende des Widerstands den Weg zum Pin 4 des IC B 084 verfolgen.

Leidiges Thema Sicherunghalter, die Dinger im jetzigen Zustand werden immer wieder Ärger machen, nun kann man sich neue Sicherungshalter kaufen, die Halter aus heutiger Fertigung sind meist nicht ganz kompatible zu den alten DDR- Teilen, man muss also meist neue Bohrungen setzen.
Lösung 2 : in den Baumarkt sich ein Blatt Scheifpapier beschaffen und die Kontakte vom Gammel befreien. Dazu ein feines Schleifpapier nehmen, je höher die Zahl um so besser, ich hab hier 400er Schleifpapier dazu rumliegen, sowas grobes wie ein 80er Papier macht sich nicht. Ein weiteres Problem : die alten Sicherunghalter können dabei kaputt gehen, dass heisst die Sicherung wird nicht fest eingespannt oder sie fallen gar auseinander.
Ob man einen guten Kontakt zwischen Sicherungshalter und Sicherungsanschlüsse hat, lässt sich mit den Ohmmeter prüfen.
Lösung 3 die Sicherung mit ein Stück Draht an beiden Seiten anlöten und einlöten, und vorher die alten Sicherungshalter rausschmeissen.

Mit der einen noch vorhanden Sicherung kann noch ziemlich viel anfangen, setzt man die in den Halter F 802 ein und wenn es ist alles in Ordnung ist, und die ICs ihre Spannungen bekommen , so müsste der rechte Kanal funktionieren.
Setzt man die Sicherung in den Halter F 803 ein so muss das dezente Rauschen des Verstärker A 2030 in der Box zu hören sein. Dazu gesellt sich bei der Osttechnik und A 2030 ein feines Brummen hinzu , das ist normal.

Ein weitere mögliche Schwachstellen bei den alten Gerät, sind die Unterbrecherkontakte der Kopfhörerbuchse, die sind dafür da, den Lautsprecher abzuschalten, wenn man einen Kopfhörer anschliesst, auch hier sollte man messen ob die Kontakte noch gut schliessen. Klarheit schafft hier schnell wieder das Ohmeter...

Die Überschuss an Flussmittel, hat dieses Gerät nicht kaputt gemacht. Da diese Lötstellen eine relativ starke Belastung aushalten müssen und weil sie gern reissen, so hat man ordentlich Flussmittel hingekippt, damit das Lötzinn optimal verfliessen kann und somit sich robuste Lötstellen bilden und dass das Teil nicht schon in der Garantiezeit deswegen ausfällt. Ich kratz den Dreck meisst weg, damit die Messspitzen auch Kontakt bekommen und man sehen kann, was darunter los ist. ( Haarrisse, Leiterbahnunterbrechungen, die fast unsichtbar an den Lötösen sich befinden können z.B. )


[Beitrag von Bollze am 05. Mai 2016, 21:14 bearbeitet]
Haavelmo
Neuling
#22 erstellt: 06. Mai 2016, 13:52

Bollze (Beitrag #21) schrieb:

1. Den Pfad vom Sichrungshalter bis zu jeweiligen Pin 5 des jeweiligen A 2030 verfolgen.

Jeweils 0 Ohm.

Bollze (Beitrag #21) schrieb:

2. Vom Sicherunghalter F802, den Weg zum R 810 verfolgen und von anderen Ende des Widerstands den Weg zum Pin 4 des IC B 084 verfolgen.

Auch hier in beiden Fällen 0 Ohm.


Bollze (Beitrag #21) schrieb:

... die alten Sicherunghalter können dabei kaputt gehen, dass heisst die Sicherung wird nicht fest eingespannt oder sie fallen gar auseinander.

Ist hier der Fall. Einer der beiden Sicherungshalter ist kurz davor endgültig zu brechen und hält die Sicherung dementsprechend nicht mehr fest.

Bollze (Beitrag #21) schrieb:

Lösung 3 die Sicherung mit ein Stück Draht an beiden Seiten anlöten und einlöten, und vorher die alten Sicherungshalter rausschmeissen.

So werde ich es machen.

Deine restlichen Vorschläge werde ich noch prüfen!

Grüße!
Bollze
Inventar
#23 erstellt: 06. Mai 2016, 15:05
Null Ohm ist gut, aber 0 Ohm auch mit den niedrigsten Messbreich ( 200 Ohm) gemessen ?
Himm, komisch, die Spannung muss zu den ICs, das ist das nächste Ziel..
Bollze.
Haavelmo
Neuling
#24 erstellt: 06. Mai 2016, 15:11
Und tatsächlich:

Die alten gammeligen Sicherungshalter rausgeschmissen, testweise die verbleibende Sicherung an F 802 angelötet und siehe da: Spannungen alle da!
Das Ding zugeschraubt, Lautsprecher angeschlossen, Platte drauf: Musik!

Anscheinend waren wohl doch nur die Sicherungshalter schuld... Jetzt werde ich noch neue Sicherungen besorgen und dann mal sehen ob beide Kanäle funktionieren.

Die Potis kratzen aber alle wie verrückt und teilweise setzt der Ton komplett aus wenn man daran dreht. Tut es da ein wenig Kontaktspray oder lieber ablöten und versuchen zu reinigen?

Danke euch schonmal!
Bollze
Inventar
#25 erstellt: 06. Mai 2016, 18:05
Sehr schön ...

Die Potis kann man mit WD40, das Zeug (auch eine Art Reiniger) hat fast jeder da und es gibt es fast überall zu kaufen, auf die Schnelle behandeln. Das Zeug tut den Teilen nichts und es konserviert. Einfach in die Potis reinjagen, wenn es nicht hilft, dann ist wohl der Gammel so starkt, dass man die Teile am besten zerlegt. Der Dreck und Oxid auf den Metallschleifbahnen ist das Problem was die Potis kratzen lässt, auf der schwarzen Widerstandsbahnen braucht nur mal drüber zu wischen, fertig und nicht ewig darauf rumschruppen.
Ein härterer Reiniger ist Kontakt 60, nehme ich auch manchmal, aber das ist eine Waffe, es ist wirkungsstark und sollte sehr sparsam eingesetzt werden, bei einen RFT Strelasund Radio z.B. hat es vor vielen Jahren geholfen und das Teil läuft heute noch.

Sorgenkinder sind die kleinen Potis, an die kommt man schlecht ran, dabei bleibt fast nur ein vorsichtiges Zerlegen, soweit wie möglich, oder mindestens ein Ausbau, um von unten Kontaktreininger reinzusprühen. Die Funktion kann auch mit den Ohmmeter prüfen.

Wenn nichts zu Auslöten da ist, dann eine Entlötpumpe oder Entlötlitze beschaffen, macht sich besser und die Lötösen bleiben ganz.

Bollze


[Beitrag von Bollze am 06. Mai 2016, 18:23 bearbeitet]
hf500
Moderator
#26 erstellt: 06. Mai 2016, 19:09
Moin,
_Kein_ WD40 (ist was fuer quietschende Tuerschloesser), K60 (ist sauer) oder Ballistol (macht "Blumenkohl") nehmen.
Hilft kurzfristig erstmal, aber es soll laenger keinen Aerger stiften.
Fuer kratzende Potis ist Kontakt 61 oder Teslanol T6 in den meisten Faellen bestens geeignet und chemisch neutral.

Kratzende Potis, die trotz Reinigung hartnaeckig weiterkratzen, sind entweder defekt oder stehen unter Gleichspannung. Das muss ggf. auch geprueft werden, im Fehlerfall sind die Koppelkondensatoren an den Potis zu tauschen.

73
Peter
Bollze
Inventar
#27 erstellt: 06. Mai 2016, 19:45
Chemisch neutral sind keine Kontaktreiniger oder sie sind wirkungslos, entfetten vielleicht nur.. sie müssen angreifen, damit sie Oxid und Gammel lösen.
Milde Kontaktreiniger -> zeigen kaum Wirkung, mach dafür kaum Schaden, dafür sprüht man mehr und öfters rein, was dann wieder fast soviel Schaden machen kann, als würde einen stärkeren Reiniger dosiert und gezielt einsetzen.
Wie schädlich die Reiniger sind, hängt auch von nötigen Dosis ab und auch wie oft man das Zeug reinsprühen muss. Weniger Reiniger, weniger schädlichen Einfluss.
Wenn dann noch lese : Man nehme mildes Zeug und kurbel dann noch 40 mal und mehr das Poti hin und her, um eine Wirkung zu erreichen ?
Was ist da besser dran, als sparsam und gezielt Kontakt 60 und dreimal drehen und es geht ? Und von mir aus kann man noch nachzuspülen und konservieren..

WD 40 habe ich selbst ausprobiert, ist mild, macht keine Schaden, hilft auch, es konserviert, ich sehe hier keine Probleme bei der alten robusten Osttechnik.

Bollze


[Beitrag von Bollze am 06. Mai 2016, 19:48 bearbeitet]
hf500
Moderator
#28 erstellt: 06. Mai 2016, 21:10
Moin,
so ein Poti kratzt nur, weil die Widerstandsbahn etwas verstaubt ist. Weil aus "aufgedampfter Kohle", laesst sich diese von irgendwelchen "scharfen" Mitteln nichts sagen. Daher reicht es, etwas K60 oder T6 hineinzuspruehen.
Von WD40 habe ich vor etwa 16 Jahren zuerst auf sci.electronics.repair gelesen, auch, dass es eigentlich in elektronischen Geraeten nichts zu suchen hat. Es ist eher so ein "Anti-Quietsch-Spray", vielleicht noch gut fuer die Verteilerkappe und Grobelektrik. K60 ist sauer und wenn man es nicht auswaescht (Kontakt WL), hat man irgendwann Gruenspan. Ballistol ist ein basisches Waffenoel, wenn man damit Potis/Schalter reinigt, sollte es auch wieder ausgewaschen werden. Es dickt zu einer vaselinartigen Masse ein und damit behandelte Teile sehen dann aus wie Blumenkohl.
K60 habe ich nicht mehr im Bestand, da rosten die Dosen eher durch. In fast allen Faellen hat sich K61 als vollkommen ausreichend erwiesen, wenn es um kratzende Potis und Schalter ging. Dazu ist es auch noch ein gut brauchbarer Feinschmierstoff. Ich habe in den letzten Jahrzehnten alles Moegliche ausprobiert, bei K61 und WL bin ich dann haengengeblieben.

Und diese Osttechnik, die ich da sehe, unterscheidet sich da kaum von dem, was man woanders hatte. Vor allem erscheint sie mir nicht "alt". Steht auf den dicken Elkos nicht was von 6.89?
;-)

73
Peter
Bollze
Inventar
#29 erstellt: 07. Mai 2016, 08:11
Die Osttechnik hat sich kaum über die Jahre geändert. Bewährte Technik wurde beibehalten, bei den Elkos gab es mal ein Update. Die alten Elko in weissen Plastikgehäuse taugten nix. Die hier verbauten Elkos machen kaum ärger.. Alles einheitlich gehalten, auch heute noch leicht zu reparieren, u.a. weil fast alle IC und Transistoren baugleiche oder ähnliche Kollegen aus den Westen haben.
Der Plattenspieler wurde kurz vor der Wende produziert. Auf den Schaltplan steht was von 1988. also 89 kommt schon gut hin.

Zu den Potis, hier eins zerlegt, von RFT, die Bauart ist auch in diesen Plattenspieler zu finden.
Hier schleift Metall auf Metall und es ist typischerweise vergammelt.
Im unteren Teil des Bildes ist der Kontakt mal ausgebaut, er stammt von einen anderen Poti gleicher Bauart.

RFT-Poti

Nach den ersten Reinigungsversuch :

 RFT-PotiBild2

So sieht das nach den ersten Reinigungsversuch aus. Hier wurde Kontakt 60 eingesetzt. Es ist noch nicht ganz blank, würde aber erstmal reichen.
Kontakt 60 hat die Eigenschaft, dass es nur ein kurze Zeit nach den Aussprühen stark wirkt, danach lässt die Wirkung stark nach und wird es relativ wirkungslos. Also wie sehr Kontakt 60 wirkt bzw. Schaden machen kann, hängt auch davon ab, wie oft und wie viel Mittel man einsetzt. Je wärmer die Temperatur ist, um so schneller lässt die Wirkung nach...

Ich habe WD 40 selbst oft ausprobiert, es hat eine Reinigungswirkung und es macht hier keinen Schaden, es bildet auch keine hier relevanten Kriechströme und kann nach meiner Erfahrung bedenkenlos hier eingesetzt werden. Ein leichter Film bleibt übrig, der nicht schadet , sondern ehern konserviert. Natürlich sollte man das Mittel dosiert und zielgerichtet einsetzen Es gib ja Leute die sprühen komplette Platinen ein und so, das ist natürlich quatsch. Und für Hochfrequenzanwendung sollte man es auch nicht einsetzen, dazu liegen mir jedenfalls keine Erfahrungen vor. Soweit meine Erfahrungen zu WD40 bis heute.
Da fast jeder WD 40 zu Hause hat oder sich es schnell beschaffen kann, ist dies meine Empfehlung für Jemanden, der sich nicht für eine Reparatur zahlreiche Mittel beschaffen will.

Bollze


[Beitrag von Bollze am 07. Mai 2016, 08:49 bearbeitet]
Haavelmo
Neuling
#30 erstellt: 08. Mai 2016, 16:17
WD-40 o.ä. hatte ich nicht mehr da, deswegen habe ich einfach Spiritus genommen. Habe die Potis (so weit das möglich war) auseinandergebaut und dann vorsichtig die Kohlebahnen sowie die Schleifer mit einem Wattestäbchen + Spiritus gereinigt.

Danach habe ich die Potis wieder eingelötet, und seitdem kommt wieder kein Mucks aus den Lautsprechern... Mal sehen ob ich den Fehler finde...

EDIT:

So, also der Fehler ist noch nicht behoben und ich weiß auch nicht so recht wo ich suchen soll...
Dieses mal liegt es aber nicht an den Spannungen, die sind alle da.

Da das ganze funktioniert hat bevor ich die Potis (Balance, Höhen, Tiefen - also R624, R616, R613) ausgebaut habe, vermute ich, dass es damit etwas zu tun hat.
Hier mal ein paar Messwerte (die mir leider nur bedingt weiterhelfen):

Im ausgebauten Zustand haben die Potis einen gemessenen Gesamtwiderstand von 80-90 kOhm gegenüber dem Nennwert von jeweils 100k. Wenn eingelötet, kann für R624 aber nur noch ein Gesamtwiderstand von etwa 20 kOhm gemessen werden. An R613 und R616 liegt eine Spannung von knapp 6 V an (gegen Masse), an R624 ist keine Spannung messbar.


[Beitrag von Haavelmo am 08. Mai 2016, 19:22 bearbeitet]
Bollze
Inventar
#31 erstellt: 10. Mai 2016, 16:06
Garnichts mehr zu hören ?
Also folgendes könnte kaputt gegangen sein...

Sicherung kaputt
Unterbrechung Leiterbahn...
Kurzschluss reingelötet
Poti falsch zusammen gebaut ? Schleifkontakte verbogen usw. laufen nicht auf den Bahn oder in ihrer Bahn
Poti hat Unterbrechung oder Kurzschluss, besonders die kleinen Stereo- Potis, das sind fummelige Dinger.
IC B084 geschrottet, z.B. einen Kurzschluss an der richtigen Stelle gemacht, aber normalerweise brummt oder knistert es dann aus den Lautsprecher, wenn so IC platt ist oder u.a. er wird heiss zieht seine Versorgungsspannung in den Keller, weil es R 810 zulässt. usw.
stimmen die Spannung am diesen IC noch ?

Geschrottete oder vergammelte Höhen- Tiefen- /Klangpotis verursachen eigentlich keinen Totalausfall, also irgendwas kommt hier immer durch... meistens..
Ich tippe mal das Balancepoti oder auf das Lausprecherpoti. Da dass Lautsprecherpoti ist einfach zu zerlegen ist und nicht so schnell klein zu kriegen ist, würde ich mal bei Balancepoti an anfangen,
Die Potis nach den Reinigen/ Zerlegen und vor den Einbau immer auf Funktion prüfen. Wenn da 80..90 kOhm misst , statt 100K , ist nicht schön, stellt aber kein Problem da oder die nassen Finger waren mit Spiel und haben mit ihrer Leitfähigkeit den Widerstand nach unten gedrückt, egal das ist nicht das Problem hier.
Bei den Poti auch messen ob der Schleifer unterbrechungsfrei auf den Bahn läuft und das Messgerät zeigt dabei schön an, wie der Widerstand sich verändert, wenn man am Poti dreht. Dies tut man besten im ausgebaute Zustand, bzw. das Poti sollte von der Elektronik entkoppelt sein.
Sollte nur das Balancepoti ok sein, dann die anderen Potis entsprechend prüfen.

Bollze


[Beitrag von Bollze am 10. Mai 2016, 16:23 bearbeitet]
Dominik.L
Inventar
#32 erstellt: 10. Mai 2016, 16:22
@Peter

so ein Poti kratzt nur, weil die Widerstandsbahn etwas verstaubt ist.

NEIN !

Ich habe es schon des öfteren erklärt, wo dieses "kratzen" herkommt, in Notfall lies noch einmal auf meiner Seite.
Was kratzt ist nicht Staub sondern Kontaktprobleme am Schleiferring !!!
Wie kann sich denn solch eine falsche Annahme über Jahre in den Foren halten...mir immernoch unverständlich

WD40 als "Reinigungsmittel" auf graphitbeschichteten Oberflächen, die sich eigentlich nicht lösen oder aufquellen
sollen halte ich für bedenklich, ist aber nur meine Meinung (Erfahrung)

Grüße
Dominik
Bollze
Inventar
#33 erstellt: 10. Mai 2016, 16:36
Wenn es quellen soll, wenn überhaupt, dann muss das Poti schon in den Zeug baden und es eine längere Zeit drin liegen lassen. Es ist eine Frage der Dosis.
Bollze


[Beitrag von Bollze am 10. Mai 2016, 16:37 bearbeitet]
Dominik.L
Inventar
#34 erstellt: 10. Mai 2016, 16:56
Wie schon geschrieben, das ist meine Meinung, aber ich habe ja auch nur etwas über 30 Jahre Erfahrung in diesem Beruf, du sicher mehr, dann wird wahrer
Grüßle
YDathe
Neuling
#35 erstellt: 06. Jul 2016, 20:43
Hallo,

hatte eben das gleiche Problem. Bei mir lag es einfach daran, dass ich das letzte mal über den Kopfhöreranschluss Musik gehörte habe und den Stecker in der Stellung hineingesteckt hatte, dass er die Lautsprecherausgänge abschaltet.
Das geschieht über einen Bolzen hinten an der Kopfhörerbuchse. Der Bolzen sollte eigentlich nach Rausziehen des Kopfhörers wieder zurückschnipsen, was er aber nicht tat und so blieben die Lautsprecher aus. Durch einfaches Berühren ist das Problem gelöst :)

Ich weiß nicht ob es bei dir möglicherweise auch der Fall ist... konnte es auf deinen Bildern nicht erkennen.


Viele Grüße

Yannic
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